Die ersten weiblichen Lokführerinnen der Kairoer U-Bahn

(September 2022)

Die Kairoer Metro hat zwei Lokführerinnen eingestellt – ein Novum in einem Land, in dem ähnliche Aufgaben nur selten von Frauen übernommen werden.

Die französische RATP-Gruppe, die die Kairoer Metro-Linie 3, die Hauptlinie im Großraum Kairo, verwaltet, betreibt und wartet, hat kürzlich Frauen zu Zugführerinnen ausgebildet. Obwohl die Kairoer Metro die älteste U-Bahn-Linie in Afrika und der arabischen Welt ist – sie wurde Ende der 1980er Jahre zum ersten Mal eröffnet -, hat noch nie eine Frau einen Zug gefahren. In der patriarchalischen Gesellschaft Ägyptens kommt die Ernennung von Frauen in dieser Art von Beruf einer Rebellion gegen mehrere gesellschaftliche Beschränkungen gleich. Dieser Schritt ist ein Vorreiter auf dem Weg zur Stärkung der Rolle der Frau in Ägypten und zu ihrer Integration in verschiedenen Bereichen, und zwar in Berufen, die vor nicht allzu langer Zeit strikt den Männern vorbehalten waren.

Die Fahrgäste der Linie 3, der neuesten Linie des U-Bahn-Netzes, erleben nun, dass Frauen in der Fahrerkabine sitzen und den Zug selbständig und eigenverantwortlich leiten. Selbst für die größten Befürworter der Entwicklung der arbeitenden Frauen in Ägypten und im Nahen Osten kam das unerwartet und überraschend. 

Eine anonyme Quelle bei der RATP erklärte gegenüber der Nachrichten Website Al-Monitor: „Das Unternehmen hat seinen Bedarf an Zugführerinnen bekannt gegeben. Dies war das erste Mal, dass das Unternehmen eine solche Stellenausschreibung für Frauen in Ägypten machte. Unter den 30 Bewerberinnen, die die Prüfungen bestanden, wurden zwei Frauen eingestellt – Hind Omar und Suzan Muhammad. Das Unternehmen möchte in Zukunft mehr Frauen für verschiedene andere Tätigkeiten in den U-Bahn Linie 3 gewinnen.“

Al-Monitor sprach mit Hind Omar über die langen Verfahren und Tests, die sie durchlaufen hat, um die erste weibliche Lokführerin in Ägypten zu werden. Sie sagte: „Ich bin sehr stolz darauf, diese Aufgabe als eine der ersten beiden weiblichen Lokführerin zu übernehmen. Ich muss extrem geduldig, wachsam und feinfühlig sein, um mit jeder Situation umzugehen, mit der man als U-Bahn-Fahrerin konfrontiert werden kann. Ich halte jeden Tag mehrere Tausend Leben in meinen Händen.“

Sie merkte an: „Sobald ich in den Führerstand einsteige, erhalte ich unterschiedliche Reaktionen von den Zugpendlern. Einige Frauen umarmen mich und geben mir ihren Segen, während andere Pendler mir vorwerfen, dass ich den Männern die wenigen Arbeitsmöglichkeiten in Ägypten stehle. Einige bezweifeln sogar, dass ich eine gute Zugführerin werden kann, da sie glauben, dass Frauen immer noch nicht in der Lage sind, Autos richtig zu fahren“, und fügte hinzu: „Der seltsamste Vorfall, der mir passiert ist, war, als ein alter Mann, der sich auf eine Krücke stützte, sich weigerte, in den Zug zu steigen, als er mich am Steuer sah. Ich gebe jedoch ein Beispiel für andere Mädchen in Ägypten, um die vorherrschende Meinung über Frauen zu ändern. Meine Fähigkeiten beweisen, dass Frauen nicht nur zu Hause, sondern auch in verschiedenen Arbeitsbereichen erfolgreich sein können. Die angehenden Fahrerinnen haben die gleichen Fahr- und Qualifikationstests während der RATP-Schulungskurse wie die Männer absolviert, und einige von ihnen haben bessere Ergebnisse erzielt“.

Sie resümiert: „Ich habe nie davon geträumt, einen Zug zu fahren. Vor mir hat keine Frau diesen Beruf ergriffen und mich folglich dazu inspiriert. Aber jetzt ermutige ich andere Frauen, in diesem und anderen für Frauen schwierigen Bereichen Fuß zu fassen, um zu beweisen, dass wir alles erreichen können, was wir uns vornehmen.“ Sie freut sich über die Unterstützung ihrer Familie. „Meine Eltern fanden es anfangs seltsam, aber schließlich haben sie mich unterstützt“, sagt die 30-Jährige. Ihr Mann habe sie von Anfang an in ihrem Entschluss bestärkt.

Ahlam Hanafi, Mitglied des Nationalen Frauenrates, erklärte gegenüber Al-Monitor: „Wenn Frauen eine angemessene Bildung und Ausbildung erhalten, können sie die gleichen Aufgaben wie Männer übernehmen. Sogar Aufgaben, die früher als weit hergeholt und schlichtweg unmöglich für Frauen galten. Wir sind stolz auf die neuen U-Bahn-Fahrerinnen.“ Sie erklärt weiters: „Präsident Abdel Fattah al-Sisi hat es Frauen ermöglicht, wertvolle Leistungen zu erbringen. Unser Land muss die Kreativität und Innovation der Frauen nutzen. In der heutigen Welt leisten Frauen in verschiedenen Berufen hervorragende Arbeit, und wir sind mit der Gleichstellung der Frauen im Rückstand. In Ägypten sollten Frauen schon vor langer Zeit in der Lage sein, viele Berufe auszuüben.“

Die Ernennung von Frauen zu U-Bahn-Fahrerinnen erfolgt im Rahmen des umfassenden Ausbaus der Metro Kairo und der Einrichtung neuer Linien, um die mehr als 20 Millionen Einwohner Kairos zu versorgen. Mit der Eröffnung von drei neuen Metrolinien und der ersten Einschienenbahn-Linie, die den äußersten Osten des Großraums Kairo mit dem äußersten Westen verbindet, will Ägypten sein öffentliches Verkehrssystem und -netz verbessern.

Lesen Sie mehr: https://www.al-monitor.com/originals/2022/09/meet-cairos-first-female-metro-train-drivers#ixzz7etTuOe8Z

Kleine Zeitung: https://www.kleinezeitung.at/international/6179996/Erstmalig_In-Kairo-sind-nun-auch-Frauen-in-UBahn-am-Steuer

Quelle Al-Monitor.com is a trusted and award-winning independent source of Middle East news and analysis, founded 2012, https://www.al-monitor.com/mission https://www.al-monitor.com/mission

Die erste weibliche Krankenwagenfahrerin Palästinas

27. August 2022

Sandra Bali, 24, aus der Stadt Halhul in Hebron im südlichen Westjordanland, hatte schon immer den Wunsch, Kranken und Verletzten zu helfen und sieht das auch als nationale Pflicht an. Das hat sie dazu veranlasst, allen Widrigkeiten zum Trotz, die erste weibliche Krankenwagenfahrerin in Palästina zu werden. So beschloss sie, in diesem Jahr ihren Krankenwagenführerschein zu machen. Bali, die seit zwei Jahren als Krankenschwester im Hospital arbeitet, wollte schon seit Jahren das männliche Monopol in diesem Beruf brechen. 

„Der Erhalt meines Führerscheins für einen PKW im Jahr 2018 war ein großer Ansporn für mich, den Krankenwagenführerschein zu beantragen. Es war eine Herausforderung, da ich die erste Frau in Palästina sein würde, die diesen Beruf ergreift. Ich habe im Vorfeld viel darüber nachgedacht, wie die Gesellschaft mich wahrnehmen wird“, sagte Bali gegenüber Al-Monitor. „Einen Krankenwagen zu fahren ist keine leichte Aufgabe. Meine Arbeit beschränkt sich nicht nur auf das Fahren. Viele Patienten, vor allem Frauen, bitten darum, dass Frauen ihnen Erste Hilfe leisten und sie in das Fahrzeug bringen. Ich helfe den Sanitätern bei der Erstversorgung der verletzten Person, bevor sie zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden.“

Weiters erzählt Bali : „Das Fahren eines Krankenwagens erfordert Konzentration, Schnelligkeit und ein gutes Urteilsvermögen, um  die Patienten so schnell wie möglich zu transportieren, ihr Leben rechtzeitig zu retten und eine Verschlimmerung des Zustands zu vermeiden, insbesondere wenn diese unter starken Blutungen oder einem Wirbelsäulenbruch leiden. Vor allem gilt es Verkehrsunfälle zu vermeiden. Wie schnell man mit dem Krankenwagens fährt, hängt von mehreren Faktoren ab, nämlich vom Zustand des Patienten und von der Verkehrslage. Wenn der Zustand des Patienten kritisch ist, muss ich so schnell wie möglich fahren, manchmal bis zu 140 Stundenkilometer. Natürlich schalten wir die Sirene ein, um alle Fahrzeuge auf der Straße auf den entgegenkommenden Krankenwagen aufmerksam zu machen, damit sie ausweichen können. Ich habe einige schwierige Situationen erlebt, als ich Verletzte transportierte. Einige von ihnen hatten schwere Verletzungen durch direkte Schüsse in den Kopf oder die Brust sowie verschiedene andere Verletzungen. Trotz des Schreckens und der Schwierigkeiten der Szenarien versuchte ich mich auf meine humanitäre Pflicht zu konzentrieren und die Verletzten so schnell wie möglich in das nächste Krankenhaus zu bringen, um ihr Leben zu retten“.

Sie bemerkte, dass viele Leute böse Kommentare darüber machen, dass sie einen Krankenwagen fährt. Aber ihre Familie und ihre Freunde unterstützen und ermutigen sie, an diesem Beruf festzuhalten und zu beweisen, auch in Berufen arbeiten können die von Männern dominiert werden. Weiters berichtet sie, wie schockiert viele Autofahrer sind, wenn sie eine Frau am Steuer eines Krankenwagens sehen.

Bali hat andere palästinensische Frauen dazu inspiriert, Karrieren in von Männern dominierten Bereichen zu wählen. Heba Zahida, eine 22-jährige Doktorandin sagte gegenüber Al-Monitor: „Bali ist ein Vorbild für alle Mädchen und Frauen. Sie hat sich, trotz aller Schwierigkeiten und Herausforderungen denen sie ausgesetzt war, bewährt. Sie hat darauf bestanden, diesen humanitären Beruf auszuüben, der lange Zeit von Männern monopolisiert wurde“. Und fügt hinzu: „Palästinensische Frauen sind nicht weniger produktiv und effizient als Männer. Sie haben sich in vielen Berufen bewährt, sind oft besser und effizienter als Männer und zeigen große Bereitschaft, sich an Entscheidungsprozessen zu beteiligen.“

Nashat al-Awewi, 26 meinte gegenüber Al-Monitor: „Frauen beteiligen sich jetzt neben Männern an vielen Aufgaben, da sie versuchen, das Bewusstsein für ihre Rechte zu schärfen und mehr zu erreichen.“ Und fügt hinzu: „Obwohl viele schockiert waren, als sie Bali einen Krankenwagen fahren sahen, wird sie in Hebron von der Bevölkerung sehr respektiert, da sie beweist, dass nichts unmöglich ist.“

Nach den im März vom palästinensischen Zentralamt für Statistik veröffentlichten Statistiken betrug die Beteiligung von Frauen an der palästinensischen Erwerbsbevölkerung im Jahr 2021 17 %, gegenüber 16 % im Jahr 2020, während die Beteiligung von Männern an der Erwerbsbevölkerung im Jahr 2021 bei 69 % lag, gegenüber 65 % im Jahr 2020.

Die Arbeitslosenquote der Frauen in den palästinensischen Gebieten lag im Jahr 2021 bei 43 %, die der Männer bei 22 %. Die Arbeitslosenquote unter den Jugendlichen (19-29 Jahre) mit einem Vordiplom oder höher lag im selben Jahr bei 53 %, davon waren 66 % weiblich und 39 % männlich.

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Palästinensische Traktorfahrerin sorgt im Westjordanland für Aufsehen

August 2022 (Quelle: Al-Monitor)

Ettihad Ayyad, eine Palästinenserin, die in Jericho im Westjordanland Ackerland besitzt, ist seit kurzem die erste Palästinenserin, die einen Traktorführerschein besitzt.

Nachdem Ettihad Ayyad, 50, das Gemüse geerntet hatte, fuhr sie mit dem Traktor zum Gemüsemarkt. Am Weg dorthin wurde sie von der Verkehrspolizei angehalten und nach ihrem Führerschein gefragt – sie besaß keinen. Das Traktorfahren hatte sie auf ihrem Feld geübt und gelernt. Ettihad beschloss nun den Traktorführerschein zu erwerben und begann die Fahrschule zu besuchen. Anfang Juli teilte ihr das palästinensische Verkehrsministerium mit, dass sie die erste palästinensische Frau sei, die in den palästinensischen Gebieten einen Traktorführerschein erworben habe.

Auf einer Sitzung des Ministeriums in Jericho am sechsten Juli lobte Landwirtschaftsminister Riad al-Atari ihre Bemühungen und würdigte sie zudem als „Pionier-Bäuerin“. Er hob weiters den Einzug der palästinensischen Frauen in alle Bereiche des Arbeitslebens lobend hervor. 

Im Gespräch mit Al-Monitor sagte Ettihad: „Die meisten Leute haben mich zu diesem Schritt ermutigt. Ich habe motiviert und mit viel Begeisterung die vielen Schwierigkeiten überwunden. Am wichtigsten für mich war die Ausbildung für ein neues Traktormodell, da ich zuvor einen alten Traktor fuhr.“

Vor einigen Jahren gab ihr Mann seine Arbeit in der Landwirtschaft auf um sich eine Stelle zu suchen damit die Familie finanziell über die Runden kommt. Ettihad beschloss allein auf dem Feld weiterzuarbeiten und übernahm alle Aufgaben, die mit der harten landwirtschaftlichen Arbeit verbunden sind. Sie bepflanzte ihr Feld mit Jutemalven, Gurken, Tomaten und verschiedenen Gemüsesorten und stellte Landwirtschafts- und Molkereiprodukte her. Sie erklärt: „Ich liebe die Landwirtschaft. Bevor ich zur Schule ging, haben wir meinem Vater auf dem Feld geholfen. Dann heiratete ich einen Bauern und arbeitete weiter in der Landwirtschaft.“

Ettihad, die früh heiratete, wuchs in einer Großfamilie auf, in der aufgrund der finanziellen Situation die Ausbildung der Jungen Vorrang hatte vor der Ausbildung der Mädchen. „Ich habe die Oberschule besucht, konnte aber nicht studieren. Deshalb wollte ich, dass meine sechs Kinder so viel lernen können, wie sie möchten. Die meisten von ihnen haben einen Universitätsabschluss.“, erzählt Ettihad.

Zusätzlich zu ihrem Bauernhof hat sie eine kleine Joghurtfabrik mit acht Mitarbeitern aufgebaut und berichtet: „Wir arbeiten in einem kleinen Wohnwagen, stellen Joghurt mit Wildkräutern her und sortieren das Gemüse nach den Wünschen der Kunden.“

Ettihads Schwiegertochter war von ihrem mutigen Schritt sehr beeindruckt. Es war das erste Mal, dass sie eine Frau sah, die einen Traktor innerhalb und außerhalb des Hofes fuhr. „Meine Schwiegermutter ist seit mehr als 30 Jahren in der Landwirtschaft tätig. Sie ist sehr ehrgeizig und lässt sich von Schwierigkeiten nicht unterkriegen. Wir sind stolz darauf, dass sie eine Pionierin und ehrgeizige Frau ist, die sich gut um ihre Arbeit kümmert. Sie ist auch eine liebevolle Ehefrau und Mutter, der es ein Anliegen ist, ihre Kinder auf die Universität zu schicken.“

Hani Ayyad, Ettihads Ehemann, ist sehr stolz auf seine Frau. „Meine Frau ging vor ein paar Tagen zu einem Orthopäden und war überrascht, als er ihr zum Erhalt der Lizenz gratulierte. Er hat davon aus den Medien erfahren“, erzählte er Al-Monitor. Er erzählte auch von  seiner Mutter, die in einem Bauernhof im Dorf al-Auja im Gouvernement Jericho arbeitete, wo sie große Mengen an Gemüse verpackte und erntete und resümiert: „Ich glaube, dass Frauen in der Landwirtschaft besser sind als Männer, weil sie geduldiger sind“.


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Was hat es mit dem Schlachten der Schafe auf sich? Eid Al-Adha

Das Opferfest Eid al-Adha wird auch ‚Großes Fest‘ genannt, im Gegensatz dazu gibt es das ‚Kleine Fest‘ Eid al-Fitr am Ende des Ramadan. (https://verenafalkner.at/eid-al-fitr/) Aufgrund des Mondkalenders fällt das Datum meist 11 Tage früher als im Vorjahr. Im Jahr 2022 wird es in Europa vom 9. bis 13. Juli gefeiert. Auf türkisch heißt das Fest Kurban Bayrami. Das Wort Kurban steht für das Opfertier, welches Muslime darbringen. Im Iran heißt das Fest Eid-e-Ghorban.

Das Opferfest gilt als der Höhepunkt der Hadsch, der Pilgerreise der Musliminnen und Muslime nach Mekka und als der höchste Feiertag im Islam (am 10. Tag des letzten Monats im Mondkalender). Es hat für alle islamischen Konfessionen sowie für die Aleviten eine wichtige Bedeutung nämlich dass sie Gott grenzenlos vertrauen dürfen.

An Eid al-Adha erinnern sich die Muslime auf der ganzen Welt an Abraham, der als gemeinsamere Stammesvater der Muslime, Juden und Christen gilt. Diese drei sogenannten „Buchreligionen“ werden als die drei abrahamitischen Welt-Religionen bezeichnet. Es wird der Bereitschaft Abrahams seinen Sohn Ismael für Gott zu opfern gedacht. Abraham und seine Frau Sara, so berichten Koran und Bibel, hatten keine Kinder. Abraham zeugte einen Sohn, Ismael, mit einer Magd als Leihmutter. Sara wurde doch noch schwanger und gebar den Sohn Isaak. Gott befahl Abraham, als Prüfung für ihn, Isaak als Opfergabe darzubringen. Abraham erklärt sich dazu bereit. Als Gott erkannte, welch großes Opfer Abraham zu geben bereit war, schickte er einen Engel der Abraham davon abhielt, seinen Sohn zu opfern. Als Dank opferte Abraham einen Widder an Stelle seines Sohnes. Im Islam heißt Abraham Ibrahim und in der Version des Koran(Sure 37, 99 – 113) geht es nicht um Isaak, sondern um Ismael. An dieses Opfer erinnert das rituelle Opfern von Schlachttieren zum Opferfest, als Zeichen der bedingungslosen Hingabe des Menschen an Gott. 

Das Opferfest erstreckt sich über drei Tage. Die Rituale beginnen schon am Vortag des Festes. Am „Tag von Arafat“ treffen sich die Pilger am Berg Arafat (Berg der Barmherzigkeit), 20 km südöstlich von Mekka in Saudi Arabien, um zu beten und zu fasten. Gläubige, die nicht an der Pilgerfahrt teilnehmen, fasten ebenso an diesem Tag und beten in der Moschee. Zahlreiche Überlieferungen weisen darauf hin, dass dieser Tag besonders geeignet ist für das Ersuchen um Vergebung und als besonderer Tag zur Erhörung von Bittgebeten. Der Überlieferung nach werden die Sünden für das vergangene und für das laufende Jahr verziehen.

Am Morgen des ersten Festtages versammeln sich die Gläubigen in der Moschee zu einem Festgebet und zur Predigt. Im Anschluss wünscht man sich gegenseitig „Möge Allah deine guten Taten annehmen und Dir und Deiner Familie das Beste geben“. Danach folgt die rituelle Schlachtung eines Tieres dessen Kopf dabei in Richtung Mekka gelegt wird. Im privaten Kreis übernimmt immer das älteste männliche Mitglied der Familie die Schächtung. Die Schlachtung eines Schafs oder eines anderen Opfertiers wie Ziege, Kamel, oder Rind (kein Schwein) erfolgt nach religiösen Regeln. Das Fleisch wird in drei Teile geteilt. Ein Teil geht an Bedürftige, ein Teil an Verwandte und Freunde, der dritte Teil wird in Form eines Festessens im Familienkreis genossen. Ist das Schächten eines Tieres nicht möglich, wird darauf verzichtet. In Deutschland senden Muslime oft Geld an Verwandte in muslimischen Ländern, damit dort eine Schlachtung in Auftrag gegeben werden kann oder spenden stattdessen an Bedürftige oder schicken Geld in ihre Heimatländer an Menschen die auf Hilfe angewiesen sind.

Als Zeichen der Freundschaft und Hilfsbereitschaft beschenken sich viele Musliminnen und Muslime, ähnlich wie Christen zu Weihnachten, und die Familien treffen sich zum gemeinsamen Festmahl. Das Haus und auch die Straße werden gründlich gesäubert und spezielle traditionelle Gerichte, werden vorbereitet.

Auch Alevitinnen und Aleviten feiern am Tag des Opferfestes ein Familienfest. Die meisten von ihnen leisten aber vor allem soziale Dienste und treffen sich in den Gemeindezentren, um gemeinsam Fürbitten zu sprechen. Im Alevitentum „soll der Mensch mit der Opferung eines Nutztieres Gott gedenken, Ihm dafür danken, dass Er den Menschen dieses Glück gab, durch Gottesgaben am Leben bleiben zu können. Darüber hinaus möge derjenige, der ein Tier in Gottgedenken opfert, der Barmherzigkeit und der Liebe Gottes bewusst werden und diese Barmherzigkeit anderen Menschen weitergeben, indem man das Fleisch zuerst Armen und Bedürftigen spendet.“ (zit. nach http://www.aleviten.at/_de/?skt_events=opferfest-20-juli-2021)

Während in vorwiegend muslimischen Ländern die Geschäfte geschlossen bleiben, ist Eid al-Adha in Deutschland kein gesetzlicher Feiertag. Aber muslimische Kinder können sich am ersten Tag des Fests vom Unterricht befreien lassen. In Bundesländern wie Hamburg oder Bremen, wo es Staatsverträge mit den muslimischen Religionsgemeinschaften gibt, ist das sogar gesetzlich geregelt. Deutschlandweit sind Lehrpersonen angewiesen, am Tag des Opferfest keine Klassenarbeiten schreiben zu lassen oder sonstige Leistungsnachweise zu verlangen.

Wer fährt wann und warum in den Himmel und was haben Väter damit zu tun? – Christi Himmelfahrt

Der katholische Feiertag Christi Himmelfahrt – 39 Tage nach dem Ostersonntag – fällt immer auf einen Donnerstag. Die Gläubigen gedenken der Rückkehr Jesus zu Gott, seinem Vater im Himmel. Nach seiner Auferstehung zu Ostern, predigte Jesus seinen Jüngern 40 Tage lang vom Reich Gottes. Laut der Apostelgeschichte 1,9 im Neuen Testament wurde er am 40. Tag, vor den Augen seiner Jünger, in den Himmel empor gehoben und verschwand in einer Wolke. Für die Theologie bedeutet dass, das Gott seinen Sohn nicht im Tod gelassen hat. Er ist auferstanden, bei ihm im Himmel und ihm so nahe wie kein anderer. Im Glaubensbekenntnis heißt es: „Er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters.“ Ein weiterer zentraler Gedanke ist, dass Jesus am Ende aller Tage wieder kommen wird. Übrigens: Die Zahl 40 spielt in der Bibel, wo sie 98 mal vorkommt, eine große Rolle. Sie gilt als Zeitabstand für einen Neubeginn und diese Spanne als gnädige Zeit der Reifung, Klärung und Entscheidung.

Seit dem 4. Jahrhundert gilt Christi Himmelfahrt als eigenständiger und seit den 30er Jahren in ganz Deutschland auch als gesetzlicher Feiertag. An diesem Tag wird in Deutschland auch der ‚Vatertag‘ bzw. ‚Männertag‘ meist in Männergruppen gefeiert. In vielen deutschen Gegenden werden bei diesen Ausflügen geschmückte Fahrräder, mit Bier beladene Bollerwägen oder Schubkarren mitgeführt. Vielerorts gibt es aber auch offene Feste für die ganze Familie.

Für den Bochumer Neutestamentler Thomas Söding haben Christi Himmelfahrt und der Vatertag durchaus auch inhaltlich etwas gemeinsam. Für ihn ist Christi Himmelfahrt in einem ganz bedeutsamen Sinne ein Vatertag, weil er mit der Sohnschaft Jesus und mit Gott als Vater zu tun hat. Jesus ist nicht nur vom Vater gesandt worden – der Weg zurück, führte auch zurück zum Vater. Er weist auf prominente Väterfiguren in der Bibel hin und zeigt Verständnis für das Feierbedürfnis der heutigen Väter. 

In der Bibel, so Söding laut „katholisch.de“, kann man zahlreiche interessante und durchaus unterschiedliche Vaterfiguren entdecken. Josef ist im Neuen Testament eine extrem wichtige Person. Er bekam im Traum die Aufgabe, sich um die schwangere Maria und damit auch um Jesus zu kümmern. Er war eine starke Figur und jemand, der sich anständig verhielt. Er war ein Mann, der im Hintergrund wichtig war und andere in den Vordergrund schicken konnte. Eine wichtige Tugend die, wie Söding findet, allen Männern gut stünde. Als weiteres Beispiel nennt er Hiob. Sein Glaube wurde hart auf die Probe gestellt, denn Gott nahm ihm seinen vollständigen Besitz und ihm passierte das Schlimmste: Seine zehn Kinder starben. Die Bibel gibt ihm Raum, um seinen Schmerz regelrecht herauszubrüllen und Gott zur Verantwortung zu ziehen; nicht nur Mütter, sondern auch Väter schreien und klagen. Väter haben es nicht immer leicht, auch in der Bibel nicht. Man kann Freude an den Kindern haben, man kann darüber traurig sein, dass sie einen völlig anderen Weg gehen als man selbst für richtig hält und man kann auch an ihnen verzweifeln. Männer in der Bibel litten auch darunter, wenn sie lange Zeit kinderlos blieben. Auf die Frage, ob es daher nur fair sei, wenn Väter auch ihren Tag haben, an dem sie gefeiert werden oder sich selbst feiern, antwortet Söding

„Warum nicht? Mein Traum wäre natürlich, wenn die Bollerwagentour nicht an den Kirchen vorbeiführt, sondern auch in eine Kirche hinein, natürlich vor dem Alkoholgenuss. Dann kann man den geistlichen und den weltlichen Teil gut miteinander verbinden.“ 

https://www.katholisch.de/artikel/21841-christi-himmelfahrt-wie-waere-eine-bollerwagentour-zur-kirche

Im Volksbrauchtum gibt es, seit Mitte des 5. Jhd., die  sogenannten Bitt-Tage, Montag, Dienstag und Mittwoch, vor Christi Himmelfahrt. Auch bat man in der vorhergehenden Woche mit Prozessionszügen und -ritten durch Wald, Wiese, Felder oder Weinberge um ein gutes Erntejahr. Es ist nicht belegt, ob daraus die Vatertags-Umzüge entstanden sind. Der Brauch der Flurritte geht vermutlich auf einen alten germanischen Rechtsbrauch zurück, demzufolge jeder Grundeigentümer einmal im Jahr sein Eigentum umrunden musste um seine Besitzansprüche aufrecht zu halten. Im 19. Jahrhundert gab es „Schinkentouren“ oder „Herrentouren“, organisierte Fahrten aufs Land, zu denen Frauen nicht zugelassen waren. Später etablierte sich der Name „Vatertag“ als Pendant zum „Muttertag“. 

In  Österreich ist der religiöse Feiertag Christi Himmelfahrt nicht mit dem Vatertag verbunden, welcher immer am 2. Sonntag im Juni gefeiert wird. Es gibt eine Reihe regionaler Bräuche wie die Bitt-Tage und seit dem sechsten Jahrhundert auch Prozessionen (Montag, Dienstag und Mittwoch). In manchen Kirchen wird eine Statue des auferstandenen Jesus durch das so genannte Heiliggeisterloch, sofern dieses vorhanden ist, auf den Dachboden der Kirche gezogen. Auf den Teller kommt an diesem Tag vor allem Geflügel  („Fliegendes Fleisch“). 

Trauer um den, am 13.05.2022, verstorbenen Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate Sheikh Khalifa bin Zayed Al Nahyan.

Scheich Khalifa bin Zayed Al Nayhan, Präsident der VAE von 2004 – 2022

Scheich Khalifa bin Zayed Al Nahyan, der zweite Präsident der VAE und 16. Herrscher von Abu Dhabi, ist am Freitag dem 13. Mai 2022 im Alter von 73 Jahren verstorben. Er stand fast 18 Jahre lang an der Spitze seines Landes – eine Zeit der wirtschaftlichen Entwicklung, großer Investitionen in die Infrastruktur und des Bevölkerungsbooms im Land.

Scheich Khalifa, der mit vollem Namen Khalifa bin Zayed bin Sultan bin Zayed bin Khalifa bin Shakhbout bin Theyab bin Issa bin Nahyan bin Falah bin Yas heißt, hinterlässt seine Frau Sheikha Shamsa bint Suhail Al Mazrouei. Er hat acht Kinder und ist Großvater von mehreren Enkelkindern.

Obwohl er erst in seinem 57. Lebensjahr in das höchste Amt berufen wurde, übernahm Scheich Khalifa schon früh Verantwortung.

Seine große Führungspersönlichkeit zeichnete sich durch Weitsicht aus. Vor allem in der Fähigkeit, die oft sehr subtilen, aber wichtigen Veränderungen der Bedürfnisse und Erwartungen der Bewohner des Landes vorauszusehen. Dabei hatte er nie eine der Lektionen vergessen, die er an der Seite seines Vaters gelernt hatte: zuzuhören. Getreu dem Beispiel seines Vaters wurde Präsident Scheich Khalifa schnell dafür bekannt – und beliebt -, dass er regelmäßig die Regionen und andere Emirate besuchte, sich Wünsche und Beschwerden anhörte und rasch darauf reagierte.

Er hatte auch das Glück, von der Weisheit seines Großvaters mütterlicherseits, Scheich Mohammed bin Khalifa, dem ranghöchsten Mitglied der Al Nahyan-Familie, zu profitieren, In dessen Majlis lernte er als junger Mann viel über Führungsqualitäten. Er litt sehr unter dem Verlust seines Großvaters im Jahr 1979.

Während seiner Amtszeit leitete Scheich Khalifa eine umfassende Umstrukturierung der föderalen Regierung des Landes ein. Darüber hinaus setzte sich Scheich Khalifa für Veränderungen in der Regierung von Abu Dhabi ein, darunter der Verbesserung der öffentlichen Dienstleistungen und der Öffnung der Wirtschaft zur Förderung von Investitionen und öffentlich-privaten Partnerschaften, wie auf einer Website der Regierung der VAE zu lesen ist. Scheich Khalifa setzte sich auch für den Aufbau von Beziehungen zu anderen Ländern durch Auslandshilfen ein.  

1948 geboren, wuchs er in Al-Ain auf. Er besuchte die erste Schule in Al Ain, die von seinem Vater gegründet worden war.

1966, im Alter von 18 Jahren, wurde er der offizielle Vertreter seines Vaters in der Region, als dieser Emir von Abu Dhabi wurde und in die Hauptstadt übersiedelte. 

1969 wurde Scheich Khalifa, der seine Ausbildung am  Royal Military College Sandhurst erhielt, zum Kronprinzen ernannt und übernahm den Vorsitz des Verteidigungsministeriums von Abu Dhabi. In dieser Funktion leitete er den Aufbau der Abu Dhabi Defence Force, des Vorläufers des modernen Militärs der VAE.

Während sein Vater auf die Einheit der Nation hinarbeitete, die am 2. Dezember 1971 zustande kam, wurde Scheich Khalifa zum Premierminister von Abu Dhabi ernannt. Nach der Gründung der VAE übernahm Scheich Khalifa mehrere Ämter in Abu Dhabi, darunter das des Premierministers, des Kabinettschefs von Abu Dhabi, des Verteidigungsministers und des Finanzministers.

1974 folgte der Vorsitz im Exekutivrat von Abu Dhabi und am Ende desselben Jahres übernahm er seine erste landesweite Aufgabe als stellvertretender Premierminister im zweiten Bundeskabinett.

1976, nach dem Beschluss des Obersten Bundesrates, eine einheitliche Streitmacht für die VAE zu schaffen, wurde er  zum stellvertretenden Oberbefehlshaber der Streitkräfte ernannt und war für die Ausbildung und die Einführung moderner Ausrüstung zuständig.

Die vielleicht wichtigsten Aufgaben von Scheich Khalifa waren seine Vorsitze im 1988 gegründeten Obersten Erdölrat von Abu Dhabi und in der Abu Dhabi Investment Authority, an deren Gründung er 1976 maßgeblich beteiligt war.

1977 wurde Adia als unabhängige Organisation von der Regierung getrennt und entwickelte sich schnell zum größten Staatsfonds der Welt. Die Aufgabe war einfach, wenn auch von entscheidender Bedeutung: Im Namen der Regierung des Emirats Abu Dhabi Gelder zu investieren, um die notwendigen finanziellen Mittel zur Sicherung und Aufrechterhaltung des zukünftigen Wohlstands des Emirats bereitzustellen. Scheich Khalifa anerkannte die Bedeutung der Arbeit von Adia. „Die Zukunft des Landes“, sagte er einmal, „hängt von seiner Fähigkeit ab, seinen Reichtum im Interesse künftiger Generationen zu verwalten“ – und er würde bis an sein Lebensende dessen Vorsitzender bleiben. (The National, Updated: May 13, 2022, 19:27)

In den 1980er Jahren wurde Scheich Khalifa auch Leiter des Obersten Erdölrats. Außerdem war er Vorsitzender der Environmental Research and Wildlife Development Agency. 

Sein traurigster Moment, der von der ganzen Nation geteilt wurde, war jedoch der Tod seines Vaters, im 86ten Lebensjahr, am 2. November 2004.

Einen Tag nach dem Tod des Gründungsvaters Scheich Zayed wählte der Oberste Bundesrat einstimmig Scheich Khalifa zum Nachfolger seines Vaters. Einen Monat später, an seinem ersten Nationalfeiertag als Präsident, sprach er in einer bewegenden Rede über das „tiefe Gefühl der Trauer und des Schmerzes, das unsere Herzen über den Tod unseres Vaters und Gründers unserer Nation, erfüllt hat“. Scheich Zayed habe „einen Traum gehegt und sein Leben der Verwirklichung dieses Traums gewidmet, indem er den Ölreichtum nutzte, um einen modernen Staat aufzubauen, in dem sowohl die Emiratis als auch die Einwohner aus dem Ausland ein gutes Leben führen können. „Sein tiefes Engagement für das Wohlergehen seines Volkes ermöglichte es ihm, die Hürden zu überwinden, die sich ihm in den Weg stellten, und schließlich das Land dorthin zu bringen, wo es heute steht. Scheich Zayed sei zwar gestorben, „aber sein Geist und sein beeindruckendes Vermächtnis sind unsterblich“. (The National, Updated: May 13, 2022)

Ein Maßstab für dem Fortschritt, so Scheich Khalifa, sei das ‚Wirtschaftswunder‘ der VAE, das dazu geführt habe, dass im Jahre 1972 das Bruttoinlandsprodukt von 6,5 Mrd. VAE-Dirham auf mehr als 293,12 Mrd. VAE-Dirham im Jahr 2003 gestiegen war – eine phänomenale Wachstumsrate von etwa 13 Prozent pro Jahr seit der Gründung der VAE.

Scheich Khalifa wandte sich auf die vor ihm liegenden Aufgaben zu. Seiner Meinung nach, „war die Ausbildung aller fähigen Emiratis, damit sie sich produktiven Unternehmungen widmen konnten, das Hauptziel des Landes, dem wir unsere ganze Aufmerksamkeit widmen und auf das wir all unsere Anstrengungen konzentrieren sollten“. Die Regierung war entschlossen, „die Frauen in die Lage zu versetzen, ihre Rolle im Dienste der Gesellschaft zu spielen … Seite an Seite mit ihren männlichen Mitbürgern in jedem Bereich der nationalen Aufgaben, innerhalb des Rahmens, der unsere islamische Identität und arabische Tradition und Kultur schützt“. Diese letzte Bemerkung bringt das Credo auf den Punkt, das Scheich Khalifa für seine Nation anstrebte: Fortschritt, aber ohne Kompromisse bei den Grundüberzeugungen und dem Selbstverständnis der Nation. (The National, Updated: May 13, 2022)

2006 brachte die Ernennung eines neuen Kabinetts mit dem Vizepräsidenten und Herrscher von Dubai, Scheich Mohammed bin Rashid Al Maktoum, als Premierminister laut einer Website der VAE-Regierung wichtige Änderungen in der Regierungsstruktur mit sich. Dazu gehörten neue Ministerien, die sich der Straffung und Modernisierung der Regierung widmeten, ein neuer Schwerpunkt auf der Entwicklung der Gemeinden und ein wichtiger Schritt zur Reform des politischen Prozesses durch die Einführung indirekter Wahlen für die Hälfte der Mitglieder des Föderalen Nationalrats, so die Website.

2009 wurde er für eine zweite fünfjährige Amtszeit gewählt.

2010 wurde bei der Eröffnung des Burj Dubai bekanntgegeben, dass das höchste Gebäude der Welt nach ihm in ‚Burj Khalifa‘ umbenannt wird.

2018 berichtete die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung dass die die VAE Nothilfe bei Naturkatastrophen leitet und zum weltweit größten Geldgeber für humanitärer Hilfe im Verhältnis zum Nationaleinkommen geworden war.

2019 wurde von Scheich Khalifa als ‚Jahr der Toleranz‘ benannt. Papst Franziskus besuchte Abu Dhabi und unterschrieb gemeinsam mit dem Grossimam Al Tayyeb „Das Dokument der Geschwisterlichkeit“, die «Erklärung von Abu Dhabi», welches als Meilenstein in den katholisch-islamischen Beziehungen gilt.

2020 wurde das bahnbrechende emiratisch-israelische Friedensabkommen, das Abraham-Abkommen, unterzeichnet.

Der Kronprinz von Abu Dhabi, Scheich Mohamed bin Zayed, trauerte in einem Beitrag auf Twitter: “We belong to God and to Him we shall return. The Emirates lost its righteous son, the leader of the “empowerment stage” and the trustee of its blessed journey. His stances, achievements, wisdom, giving, and initiatives are visible in every corner of the country.” “Khalifa bin Zayed, my brother, my mentor, and my teacher, may God have mercy on you with his vast mercy and enter you into his good pleasure and paradise.” (Arabian Business, 14.05.22)

Der Herrscher von Dubai, Scheich Mohammed bin Rashid Al Maktoum, twitterte: “Oh God, we witness that Sheikh Khalifa bin Zayed has fulfilled his trust, and served his flock, and loved his people. Oh God, his people have been satisfied with him, so be pleased with him, and cover him with your mercy, and put him in your vast gardens, and inspire us and inspire his people, his family and his loved ones with patience and solace. We belong to God and to Him we shall return.” (The National, Updated: May 13, 2022)

Für den Schweizer Bischof Paul Hinder OFM Cap. in Abu Dhabi, apostolischer Vikar von Südarabien und Administrator von Nordarabien, war Scheich Khalifa eine grosse Führungspersönlichkeit: „Er hatte eine Vision für moderne, wohlhabende und friedliche Vereinigte Arabische Emirate. Der verstorbene Scheich war eine ausserordentlich weise und geachtete Führungspersönlichkeit, die das Erbe von Scheich Zayed weiterführte und dem Land half, sich zu einer wunderschönen modernen Nation zu entwickeln.“ (Katholisches Medienzentrum, 14.05.2022)

Das Ministerium für Präsidialangelegenheiten hat angekündigt, dass ab Samstag 14.05. eine 40-tägige offizielle Trauerzeit beginnt und die Flaggen auf Halbmast wehen werden. Die VAE haben alle Arbeiten im öffentlichen und privaten Sektor für drei Tage – von Samstag, 14. Mai, bis einschließlich Montag, 16. Mai – ausgesetzt, um den Tod des Präsidenten zu betrauern. Die Schulen bleiben am Montag, dem 16. Mai, geschlossen.

Die Verfassung der VAE sieht vor, dass der Oberste Rat einen Monat Zeit hat, um zusammenzutreten und den Nachfolger für das Amt des Präsidenten zu wählen. Der neue Präsident, dessen Amtszeit fünf Jahre beträgt, wird aus dem Kreis der Mitglieder des Obersten Bundesrates ausgewählt. Während dieser Zeit wird Scheich Mohammed bin Rashid alle Befugnisse des Präsidenten übernehmen.

Es wird vermutet, dass der Nachfolger von Scheich Khalifa als Herrscher von Abu Dhabi innerhalb von 24 Stunden bekannt gegeben wird.

(Arabian News, The National, Webite des Ministeriums UAE, Katholisches Medienzentrum, 14.05.2022, Picture: A Rare Look Into The Life Of UAE President Sheikh Khalifa Bin Zayed – Arabian Business, 13.05.22)

Eid al-Fitr

02.05.2022

Das religiöse Fest Eid Al-Fitr, das Fest des Fastenbrechens, auch als Kleines Zuckerfest, Ramadan Fest, Fastenbrechen am Ende des Ramadan, Bayram-Fest oder Ramazan Bayrami bekannt,  ist einer der beiden großen Feiertage, welcher von Muslimen auf der ganzen Welt gefeiert wird. Eid Al-Fitr markiert das Ende des Fastenmonats Ramadan, während Eid Al-Adha (Opferfest) am Ende der jährlichen Pilgersaison gefeiert wird. (Das Opferfest Eid Al-Adha wird zum Gedenken an den Propheten Ibrahim gefeiert. Üblicherweise wird zu dieser Feier ein Tier geopfert und das Fleisch an Bedürftige verteilt. Das Opferfest Eid Al-Adha wird ungefähr 70 Tage nach Eid Al-Fitr gefeiert.)

Beide Feste dauern je nach Land und Region bis zu drei Tage. In unserem Breitengrad endet der Ramadan im Jahr 2022 voraussichtlich am Abend des 02.05.22

Mit Eid Al-Fitr feiern gläubige Muslime, dass sie den Ramadan und die damit verbundenen Entbehrungen gemeistert haben. Der Ramadan ist damit offiziell beendet und die Regeln betreffend der Essenszeiten, des Fastens, sind aufgehoben. Die Gläubigen bitten Allah um die Anerkennung ihrer Gebete und Mühen während des Ramadan und um die Vergebung etwaiger Fehler.

Zu Ende des Ramadan beten die Gläubigen in der Moschee um den Segen Gottes (Allah), spenden für die Armen (Zakat – Almosen für die Bedürftigen) und beten das Eid-Gebet (Festgebet). Die Entrichtung des Zakat ist für jede/n Muslim Pflicht, sofern es ihr oder ihm möglich ist. 

Anschließend ist es üblich, sich mit der Familie und Verwandten zum gemeinsamen Festessen und Feiern zu treffen. Geschenke, wie beim christlichen Weihnachtsfest, sind üblich und Süßigkeiten sind beliebt – daher der Name „Zuckerfest“. Mancherorts wird das Fest auch mit Lichterumzügen und Volksfesten gefeiert. 

Wer Freunden und Bekannten alles Gute wünschen möchte, kann beispielsweise auf folgende Glückwünsche zurückgreifen:

„Eid Mubarak“ (arabisch)

„Bayram mübarek olsun“ (türkisch) – „Ich wünsche ein gesegnetes Fest!“ oder

„Ramazan bayramin mübarek olsun.“ (türkisch) – „Wünsche ein gesegnetes Ramadanfest.“

Der islamische Kalender ist ein Mondkalender, welcher auf der Grundlage der Mondphasen berechnet wird. Ein neuer Monat beginnt, wenn die zunehmende Mondsichel am Himmel sichtbar ist. Das variiert bei den weltweiten Zeitzone und so kann ein muslimischer Feiertag, je nach Land und Zeitzone, an verschiedenen Tagen stattfinden. Das 12-monatige Mondjahr ist etwa 11 Tage kürzer als beim gregorianischen Sonnenkalender (der 365-Tage-Kalender).

RAMADAN (arab.) – die brennende Hitze, die Trockenheit, der sonnenverbrannte Sand

Der Ramadan, der neunte Monat im islamischen Kalender, der Fastenmonat der Muslime, beginnt in diesem Jahr 2022 am 02. April und endet am 02. Mai. Das genaue Datum variiert aufgrund der geographischen Lage der verschiedenen Länder.

Der Mondmonat beginnt mit dem Neumond und erst wenn die Sichel des neuen Mondes (arabisch: hilal) am Himmel zu sehen ist, beginnt der Ramadan. Dieses Datum wird auch als „Geburt des neuen Mondes“ bezeichnet.

Der Ramadan erinnert an die Offenbarung im Jahre 610 durch den Erzengel Gabriel an den Propheten Mohammed. Die Nacht, in der die ersten Koranverse herabgesandt wurden, bezeichnet man als „Nacht der Bestimmung“ (arabisch: lailat-ul qadr).

Das Fasten (arabisch: Siyâm) ist das wichtigste Gebot im Ramadan und gehört zu den „fünf Säulen des Islam“ (Glaubensbekenntnis, Gebet, Almosensteuer, Ramadan, Pilgerfahrt). In der Sure 2,187 steht: „…Und esst und trinkt bis der weiße Faden von dem schwarzen Faden der Morgendämmerung für euch erkennbar wird. Danach vollendet das Fasten bis zur Nacht….“. So wird im Ramadan zwischen der Morgendämmerung und dem Sonnenuntergang nichts gegessen und getrunken, auch auf Rauchen und Geschlechtsverkehr wird verzichtet. 

Der Koran und der Islam geben auch Möglichkeiten zur Ausnahme, da manchen Menschen das Fasten gesundheitlich schaden kann. Kranke, Altersschwache, Schwangere, stillende Mütter und Frauen in der Menstruation sind davon ausgenommen. Es gibt auch die Möglichkeit den versäumten Fasttag nachzuholen. Personen, wie chronisch Kranke, sollen für jeden im Ramadan versäumten Fasttag einen Bedürftigen speisen oder einen kleinen finanziellen Betrag für Arme spenden (arabisch: fidya).

Kinder beginnen erst mit dem Eintritt der Pubertät zu fasten. Viele Kinder üben das Fasten aber schon vorher. Sie verzichten zum Beispiel auf Süßigkeiten oder fasten nur einen halben Tag.

Die Fastenpflicht lehrt, Gottes Gaben wie Essen und Wasser zu schätzen, indem man am eigenen Leib erfährt, wie sich Hunger und Durst anfühlen. Es ist auch eine Reinigung für Körper, Geist und Seele, ein sich bewusst machen, dass der Wohlstand in dem wir leben keine Selbstverständlichkeit ist. Solange der Fastende nicht von jeder üblen Tat, von jedem schlechten Wort und Gedanken ablässt, hat er sein Ziel nicht vollends erreicht. Barmherzigkeit wird groß geschrieben: jeder soll bedürftigen Menschen helfen, wie es ihm möglich ist, beispielsweise einen Bedürftigen speisen. Zudem beschäftigen sich die Gläubigen im Ramadan intensiver mit Beten oder dem Lesen des Korans.

Jeden Tag nach Sonnenuntergang findet das Fastenbrechen statt, das mit einem Gebet eingeleitet wird. Vor dem anschließenden Abendessen (arabisch: iftar) im Familienkreis wird traditionell eine Dattel gegessen mit einem Schluck Wasser dazu. Einladungen an Verwandte und befreundete Familien zu einem gemeinsamen Iftar gehören dazu. Auch in den Moscheen wird gefeiert, wo Essen an Bedürftige und Mitglieder ausgegeben wird.

Mit dem Ramadanfest, das Fest des Fastenbrechens (Eid al-Fitr), wird der Ramadan beendet. Es dauert drei Tage und ist eines der wichtigsten Feiertage. Der erste der drei Festtage wird mit einem gemeinsamen Gebet in der Moschee begonnen. Die Gläubigen bitten Allah darum, ihre Gebete und Mühen während des Ramadans anzuerkennen und Fehler zu verzeihen. Man beglückwünscht sich gegenseitig. In diesen Tagen werden Verwandte besucht, wobei traditionell die Jüngeren zu den Älteren kommen. Kinder werden beschenkt und es wird mit köstlichen Speisen und Spezialitäten ausgiebig im Familienkreis gefeiert.

“Wenn sich jemand nicht der Falschheit in Wort und Tat enthält, dann liegt Allah nichts daran, dass er sich des Essens und Trinkens enthält.” (Prophet Muhammad)

Zitat aus: Islamisches Zentrum Wien, „Fasten im Ramadan“

Der Valentin und die Liebe …

Wer war der heilige Valentin, dessen Sterbetag der 14. Februar 269 ist? 

Der Hl. Valentin war Bischof der nördlich von Rom gelegenen Stadt Terni, wo ihm Christen wie auch Heiden hohe Achtung zollten. Er gilt als der Patron der Verliebten und der Brautleute. 

Der damalige römische Kaiser verlangte von ihm, dass er sich zum römischen Glauben bekehren solle. Er weigerte sich und wurde folglich von einem kaiserlichen Berater in Gewahrsam genommen. Valentin heilte die blinde Tochter dieses Mannes. Zum Dank ließ sich die Familie des Mannes taufen. Valentin wurde enthauptet und auch die Familie des Mannes fand den Tod. 

Eine andere Legende erzählt, das Bischof Valentin einem verliebten Paar zur Flucht und gegen den Willen der Eltern zur Ehe verholfen habe. So gilt er auch als Stifter glücklicher Ehen mit „Hindernissen“. 

Seit dem Jahr 350 wird der Valentinstag am 14. Februar gefeiert. Da die geschichtlichen Quellen über seine Person zu vielfältig und zu unklar sind, wurde der Tag beim Zweiten Vatikanischen Konzil im Jahr 1965 vom kirchlichen Heiligenkalender gestrichen. 

Die Volkstraditionen an diesem Tag sind jedoch erhalten geblieben. 

Im Mittelalter glaubte man, dass die Vögel am 14. Februar mit der Paarung beginnen. Auch das ist eine mögliche Erklärung für die Verbindung des Namens Valentin mit den Liebenden. 

Eine andere Theorie beruft sich auf das normannische Wort Galantin (Ein Galan ist ein vornehm auftretender Liebhaber). Mit einem V wurde aus dem „Galantin’s-Tag“ der Valentinstag.

Ein weiterer Ursprung wird im römischen Fest der „Lupercalia“ vermutet. Die Namen junger Mädchen wurden auf Zettel geschrieben und unter den Burschen verlost. So kamen diese unkompliziert für das nächste Jahr, oder zumindest für den Festtag, zu einer Begleitung. 

In Frankreich, Belgien und England wurden seit Ende des 14. Jahrhunderts junge Paare durch das Los als Valentin und Valentine füreinander bestimmt. Durch einen Geschenketausch waren sie bis zum nächsten Valentinstag, verlobungsähnlich, miteinander verbunden.

In England war zeitgleich der Glaube, dass die erste Person des anderen Geschlechts, welche man in der Früh des 14. Februar sieht, die einzige und die wahre Liebe ist. 

Im 17. Jhd. entwickelte sich im angelsächsischen Raum der Brauch, an den/die Liebsten selbst gebastelte Valentinskarten zu schicken. Im 18. Jhd. wurden die ersten kommerziellen Grußkarten produziert.

„Durch die Blume“ ließen sich Wünsche, Bitten und Hoffnungen ausdrücken und es entstand mit der Zeit eine Geheimsprache. Nicht nur den Farben und den Sorten, sondern jedem einzelnen Detail eines Straußes wurde eine eigene Bedeutung zugeschrieben. Diese Codes sind heute noch gültig. Sie waren regional verschieden und kompliziert wie eine Fremdsprache, sodass bald eigene Wörterbücher über die Sprache der Blumen geschrieben wurden. Mittlerweile gehört es zum Sprachgebrauch und Allgemeinwissen, dass rote Rosen „Ich liebe dich“ sagen.

Lady Mary Wortley Montagu schrieb im 18. Jhd., in ihren „Briefen aus Istanbul“, über die im Orient vorherrschenden Bedeutungen einzelner Blüten. Charlotte de Latour schreibt 1829 in ihrem Buch „Die Blumenpracht oder Symbolik des Pflanzenreichs“, über die versteckte Erotik und Sprache der Blumen. Eine Sprache, die trotz WhatsApp und SMS nach wie vor aktuell ist.