Wer fährt wann und warum in den Himmel und was haben Väter damit zu tun? – Christi Himmelfahrt

Der katholische Feiertag Christi Himmelfahrt – 39 Tage nach dem Ostersonntag – fällt immer auf einen Donnerstag. Die Gläubigen gedenken der Rückkehr Jesus zu Gott, seinem Vater im Himmel. Nach seiner Auferstehung zu Ostern, predigte Jesus seinen Jüngern 40 Tage lang vom Reich Gottes. Laut der Apostelgeschichte 1,9 im Neuen Testament wurde er am 40. Tag, vor den Augen seiner Jünger, in den Himmel empor gehoben und verschwand in einer Wolke. Für die Theologie bedeutet dass, das Gott seinen Sohn nicht im Tod gelassen hat. Er ist auferstanden, bei ihm im Himmel und ihm so nahe wie kein anderer. Im Glaubensbekenntnis heißt es: „Er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters.“ Ein weiterer zentraler Gedanke ist, dass Jesus am Ende aller Tage wieder kommen wird. Übrigens: Die Zahl 40 spielt in der Bibel, wo sie 98 mal vorkommt, eine große Rolle. Sie gilt als Zeitabstand für einen Neubeginn und diese Spanne als gnädige Zeit der Reifung, Klärung und Entscheidung.

Seit dem 4. Jahrhundert gilt Christi Himmelfahrt als eigenständiger und seit den 30er Jahren in ganz Deutschland auch als gesetzlicher Feiertag. An diesem Tag wird in Deutschland auch der ‚Vatertag‘ bzw. ‚Männertag‘ meist in Männergruppen gefeiert. In vielen deutschen Gegenden werden bei diesen Ausflügen geschmückte Fahrräder, mit Bier beladene Bollerwägen oder Schubkarren mitgeführt. Vielerorts gibt es aber auch offene Feste für die ganze Familie.

Für den Bochumer Neutestamentler Thomas Söding haben Christi Himmelfahrt und der Vatertag durchaus auch inhaltlich etwas gemeinsam. Für ihn ist Christi Himmelfahrt in einem ganz bedeutsamen Sinne ein Vatertag, weil er mit der Sohnschaft Jesus und mit Gott als Vater zu tun hat. Jesus ist nicht nur vom Vater gesandt worden – der Weg zurück, führte auch zurück zum Vater. Er weist auf prominente Väterfiguren in der Bibel hin und zeigt Verständnis für das Feierbedürfnis der heutigen Väter. 

In der Bibel, so Söding laut „katholisch.de“, kann man zahlreiche interessante und durchaus unterschiedliche Vaterfiguren entdecken. Josef ist im Neuen Testament eine extrem wichtige Person. Er bekam im Traum die Aufgabe, sich um die schwangere Maria und damit auch um Jesus zu kümmern. Er war eine starke Figur und jemand, der sich anständig verhielt. Er war ein Mann, der im Hintergrund wichtig war und andere in den Vordergrund schicken konnte. Eine wichtige Tugend die, wie Söding findet, allen Männern gut stünde. Als weiteres Beispiel nennt er Hiob. Sein Glaube wurde hart auf die Probe gestellt, denn Gott nahm ihm seinen vollständigen Besitz und ihm passierte das Schlimmste: Seine zehn Kinder starben. Die Bibel gibt ihm Raum, um seinen Schmerz regelrecht herauszubrüllen und Gott zur Verantwortung zu ziehen; nicht nur Mütter, sondern auch Väter schreien und klagen. Väter haben es nicht immer leicht, auch in der Bibel nicht. Man kann Freude an den Kindern haben, man kann darüber traurig sein, dass sie einen völlig anderen Weg gehen als man selbst für richtig hält und man kann auch an ihnen verzweifeln. Männer in der Bibel litten auch darunter, wenn sie lange Zeit kinderlos blieben. Auf die Frage, ob es daher nur fair sei, wenn Väter auch ihren Tag haben, an dem sie gefeiert werden oder sich selbst feiern, antwortet Söding

„Warum nicht? Mein Traum wäre natürlich, wenn die Bollerwagentour nicht an den Kirchen vorbeiführt, sondern auch in eine Kirche hinein, natürlich vor dem Alkoholgenuss. Dann kann man den geistlichen und den weltlichen Teil gut miteinander verbinden.“ 

https://www.katholisch.de/artikel/21841-christi-himmelfahrt-wie-waere-eine-bollerwagentour-zur-kirche

Im Volksbrauchtum gibt es, seit Mitte des 5. Jhd., die  sogenannten Bitt-Tage, Montag, Dienstag und Mittwoch, vor Christi Himmelfahrt. Auch bat man in der vorhergehenden Woche mit Prozessionszügen und -ritten durch Wald, Wiese, Felder oder Weinberge um ein gutes Erntejahr. Es ist nicht belegt, ob daraus die Vatertags-Umzüge entstanden sind. Der Brauch der Flurritte geht vermutlich auf einen alten germanischen Rechtsbrauch zurück, demzufolge jeder Grundeigentümer einmal im Jahr sein Eigentum umrunden musste um seine Besitzansprüche aufrecht zu halten. Im 19. Jahrhundert gab es „Schinkentouren“ oder „Herrentouren“, organisierte Fahrten aufs Land, zu denen Frauen nicht zugelassen waren. Später etablierte sich der Name „Vatertag“ als Pendant zum „Muttertag“. 

In  Österreich ist der religiöse Feiertag Christi Himmelfahrt nicht mit dem Vatertag verbunden, welcher immer am 2. Sonntag im Juni gefeiert wird. Es gibt eine Reihe regionaler Bräuche wie die Bitt-Tage und seit dem sechsten Jahrhundert auch Prozessionen (Montag, Dienstag und Mittwoch). In manchen Kirchen wird eine Statue des auferstandenen Jesus durch das so genannte Heiliggeisterloch, sofern dieses vorhanden ist, auf den Dachboden der Kirche gezogen. Auf den Teller kommt an diesem Tag vor allem Geflügel  („Fliegendes Fleisch“). 

RAMADAN (arab.) – die brennende Hitze, die Trockenheit, der sonnenverbrannte Sand

Der Ramadan, der neunte Monat im islamischen Kalender, der Fastenmonat der Muslime, beginnt in diesem Jahr 2020 am 23. bzw. 24. April und endet am 23. bzw. 24. Mai. Das genaue Datum variiert aufgrund der geographischen Lage der verschiedenen Länder.

Der Mondmonat beginnt mit dem Neumond und erst wenn die Sichel des neuen Mondes (arabisch: hilal) am Himmel zu sehen ist, beginnt der Ramadan. Dieses Datum wird auch als „Geburt des neuen Mondes“ bezeichnet.

Der Ramadan erinnert an die Offenbarung im Jahre 610 durch den Erzengel Gabriel an den Propheten Mohammed. Die Nacht, in der die ersten Koranverse herabgesandt wurden, bezeichnet man als „Nacht der Bestimmung“ (arabisch: lailat-ul qadr).

Das Fasten (arabisch: Siyâm) ist das wichtigste Gebot im Ramadan und gehört zu den „fünf Säulen des Islam“ (Glaubensbekenntnis, Gebet, Almosensteuer, Ramadan, Pilgerfahrt). In der Sure 2,187 steht: „…Und esst und trinkt bis der weiße Faden von dem schwarzen Faden der Morgendämmerung für euch erkennbar wird. Danach vollendet das Fasten bis zur Nacht….“. So wird im Ramadan zwischen der Morgendämmerung und dem Sonnenuntergang nichts gegessen und getrunken, auch auf Rauchen und Geschlechtsverkehr wird verzichtet. 

Der Koran und der Islam geben auch Möglichkeiten zur Ausnahme, da manchen Menschen das Fasten gesundheitlich schaden kann. Kranke, Altersschwache, Schwangere, stillende Mütter und Frauen in der Menstruation sind davon ausgenommen. Es gibt auch die Möglichkeit den versäumten Fasttag nachzuholen. Personen, wie chronisch Kranke, sollen für jeden im Ramadan versäumten Fasttag einen Bedürftigen speisen oder einen kleinen finanziellen Betrag für Arme spenden (arabisch: fidya).

Kinder beginnen erst mit dem Eintritt der Pubertät zu fasten. Viele Kinder üben das Fasten aber schon vorher. Sie verzichten zum Beispiel auf Süßigkeiten oder fasten nur einen halben Tag.

Die Fastenpflicht lehrt, Gottes Gaben wie Essen und Wasser zu schätzen, indem man am eigenen Leib erfährt, wie sich Hunger und Durst anfühlen. Es ist auch eine Reinigung für Körper, Geist und Seele, ein sich bewusst machen, dass der Wohlstand in dem wir leben keine Selbstverständlichkeit ist. Solange der Fastende nicht von jeder üblen Tat, von jedem schlechten Wort und Gedanken ablässt, hat er sein Ziel nicht vollends erreicht. Barmherzigkeit wird groß geschrieben: jeder soll bedürftigen Menschen helfen, wie es ihm möglich ist, beispielsweise einen Bedürftigen speisen. Zudem beschäftigen sich die Gläubigen im Ramadan intensiver mit Beten oder dem Lesen des Korans.

Jeden Tag nach Sonnenuntergang findet das Fastenbrechen statt, das mit einem Gebet eingeleitet wird. Vor dem anschließenden Abendessen (arabisch: iftar) im Familienkreis wird traditionell eine Dattel gegessen mit einem Schluck Wasser dazu. Einladungen an Verwandte und befreundete Familien zu einem gemeinsamen Iftar gehören dazu. Auch in den Moscheen wird gefeiert, wo Essen an Bedürftige und Mitglieder ausgegeben wird.

Mit dem Ramadanfest, das Fest des Fastenbrechens (Eid al-Fitr), wird der Ramadan beendet. Es dauert drei Tage und ist eines der wichtigsten Feiertage. Der erste der drei Festtage wird mit einem gemeinsamen Gebet in der Moschee begonnen. Die Gläubigen bitten Allah darum, ihre Gebete und Mühen während des Ramadans anzuerkennen und Fehler zu verzeihen. Man beglückwünscht sich gegenseitig. In diesen Tagen werden Verwandte besucht, wobei traditionell die Jüngeren zu den Älteren kommen. Kinder werden beschenkt und es wird mit köstlichen Speisen und Spezialitäten ausgiebig im Familienkreis gefeiert.

“Wenn sich jemand nicht der Falschheit in Wort und Tat enthält, dann liegt Allah nichts daran, dass er sich des Essens und Trinkens enthält.” (Prophet Muhammad)

Zitat aus: Islamisches Zentrum Wien, „Fasten im Ramadan“

Palmen, Kätzchen und ein Sonntag

Im christlichen Glauben ist der Palmsonntag der letzte Sonntag vor Ostern, der letzte in der Fastenzeit sowie jener Sonntag, der die Karwoche einleitet. Gefeiert wird der Einzug von Jesus Christus (dem Sohn Gottes auf Erden) in Jerusalem. Sein Apostel Johannes (einer der zwölf ständigen Begleiter Jesus) schrieb, dass die Menschen Jesus glücklich empfingen. Er ritt auf einem Esel ein und wurde mit „Hossana“, dem Jubelruf für Könige, empfangen. Der Apostel Matthäus, berichtete, dass viele Menschen ihm zu Ehren auf dem Weg ihre Kleider ausbreiteten und Palmzweige streuten.

Traditionen, Bräuche und Symbole zur Erinnerung daran, gibt es schon seit ca. 400 n.Chr. und vieles ist bis heute erhalten geblieben. Das Herzstück der Feier ist die Palmprozession, die an den Einzug Jesus Christus erinnern soll. Es werden Palm- oder Olivenzweige, althergebrachte Zeichen der Königswürde, mitgetragen. Weil es schwierig ist in den nördlichen Breitengraden an Palmen- oder Olivenzweige zu kommen, werden stattdessen Palmkätzchen verwendet. Angeführt wird die Prozession meist von einem geschnitzen Holzesel mit einer darauf sitzenden Jesusfigur, getragen von den Ministranten (Helfer bei den Gottesdiensten). Manchmal führt auch ein lebender Esel die Prozession an. Der Esel soll die Bescheidenheit Jesu Christi in den Mittelpunkt rücken – er ritt nicht auf „hohem Ross“ ein.

Nun kommen wir zu den vielen Bräuchen und zum Volksglauben. Wichtiges Utensil für diesen Tag ist der Palmbuschen, ein gebundener Strauß aus Zweigen. In manchen Teilen Österreichs war die Aufgabe des Bindens den Männern vorbehalten (und das ist noch nicht allzu lange her!). Die Kunst wurde vom Vater an die Söhne weitergegeben, die diesen dann auch bei der Prozession mittrugen. Der Tradition nach wurden die Zweige dafür am Aschermittwoch geschnitten und ins Wasser gestellt. Gebunden wurde er erst am Samstag vor dem Fest.

Die 7 verschiedene Zweige des Straußes haben eine Bedeutung. Die Palmkätzchen (die Blüten der Sal-Weide) stehen für den Neubeginn und die Auferstehung, der Efeu symbolisiert die Ewigkeit und die Treue, die Hasel steht für die Weisheit und die Fruchtbarkeit, die Lärche für den Schutz, der Wacholder für den Segen, das Eichenlaub für das Vergängliche und der Buchsbaum für das Leben. Zusammengebunden werden die Zweige mit einer Korbweide, die symbolisch für die Lebenskraft steht. Auch die Farben der Bänder haben ihren Sinn. Rot symbolisiert den Tod Jesus am Kreuz, weiß steht für seine Unschuld und grün steht für die Freude über seine Auferstehung.

Mancherorts werden auch Fastenbrezeln an die Palmbuschen gehängt. Die Form einer Brezel gilt als Symbol für einen kniend betenden Menschen, der die Arme vor der Brust kreuzt. Bis ins 18. Jhd. wurden Brezeln als salzlose Fastenspeise gebacken. Ein alter Brauch ist, dass der Bursche seiner Herzensdame nach der Prozession eine Brezel seines Palmbuschen schenkt. Ist das Werben erfolgreich, dann erhält er von dieser am Ostersonntag, nach der Ostermette ein bemaltes Osterei.

Die Palmbuschen werden in der Messe oder nach der Prozession geweiht. Mancherorts werden die Palmbuschen welche in der Kirche bleiben im nächsten Jahr verbrannt. Die entstehende Asche dient dem Ascheauflegen am Aschermittwoch.

Die geweihten Zweige gelten als besonders Heil und Segen bringend und haben vielfältige Abwehrfunktionen. Die Verwendung der Palmbuschen hängt vom Volksglauben der Dörfer und Regionen ab. Beispielsweise stellen sie die Bauern auf das Feld, um die kommende Ernte zu sichern und in den Stall um das Vieh zu schützen. Andere stellen ihn ins Wohnzimmer hinter das Kreuz im Herrgottswinkel oder über der Essecke, um Haus und Bewohner zu schützen. Auch kann man ihn hinter den Rückspiegel des Autos stecken um Unfälle abzuwenden. Manche geben einige Zweige in das Feuer, das zum Kochen des Osterschinkens benötigt wird. Andere verheizen Zweige davon bei heftigem Gewitter um Haus und Hof zu schützen. Auch gibt es den Brauch den geweihten Palmbuschen dreimal um den ganzen Hof bzw. die Grundstücksgrenzen zu tragen um Haus, Bewohner, Tiere und Acker für das kommende Jahr zu schützen und eine gute Ernte zu erhalten.

Und last but not least – jenes Familienmitglied, welches am Palmsonntag am längsten geschlafen hat ist, einer Tiroler Tradition nach, der Esel des Tages 😉

Schönen Sonntag Tirol, mit Herz, Hirn und Hausverstand

Einen schönen Sonntagnachmittag Euch allen,

Jetzt ist das eingetreten, was für die meisten nie für möglich gehalten haben – es wurde in Tirol ab heute Vormittag eine Ausgangssperre verhängt. Und ich bitte Euch alle: Haltet Euch daran!

Was ich Euch sagen möchte ist, dass eine Quarantäne in keiner Relation zu der furchtbaren Krankheit steht. Und es gibt auch junge Menschen die vom Corona-Virus betroffen sind. Wir haben im entfernten Bekanntenkreis einen Corona-Virus Fall – ein sonst kerngesunder junger Mann der seit Tagen in Innsbruck mit hohem Fieber zu kämpfen hat und dessen Eltern sehr, sehr besorgt sind.

Mein Vater lebt in Teheran und ist seit bald 4 Wochen in freiwilliger, häuslicher Quarantäne. Und nicht nur er. Fast sein gesamter Freundeskreis (und der ist sehr groß), wie die Verwandtschaft haben sich ebenso in diese freiwillige Quarantäne begeben. Vor 10 Tagen hat er mir von der Situation im Iran erzählt. Es war eine Erzählung wie von einem anderen Stern. 5 Tage später hat sich hier, in Tirol, die Lage auch dramatisch zugespitzt und inzwischen sind auch wir in dieser Situation. Und das in dieser kurzen Zeitspanne! Hier ist für Euch der Link zu seiner Erzählung:

https://www.tt.com/artikel/16738759/mark-teheran-mark-es-sind-einfach-schon-zu-viele-gestorben

Der andere Teil meiner Familie lebt in Italien, im wunderbaren Apulien. Meine Mutter ist seit 10 Tagen in freiwilliger häuslicher Quarantäne, da sie in ihrem Alter zur Risikogruppe gehört. Wie alle anderen auch dürfen meine Schwester und ihre Familie das Haus seit einigen Tagen nur in Ausnahmefällen verlassen. Meine Schwägerin, die in der Nähe von Rom lebt, war mit ihrer Tochter das letzte Mal Ende Februar vor der Türe. Auch von meiner Schwester gibt es einen Lagebericht:

https://www.tt.com/artikel/16734168/eingesperrt-mit-kleinem-auslauf-italien-im-ausnahmezustand

Tipps für und an das Herz

  • Wenn ihr in den nächsten Tagen Einkaufen geht bzw. mit Menschen zu tun habt die arbeiten, um unser System aufrecht zu erhalten, dann denkt daran: Das sind die Helden in dieser schweren Zeit!!! Sie tun ihr Bestes, damit wir gut versorgt sind um in Quarantäne zu bleiben und uns schützen zu können. Auch sie haben Familienangehörige die Sorge um sie haben!
  • Haltet Euch in den Geschäften, Apotheken etc. nur kurz auf. Verwickelt die Angestellten nicht in lange, oft unnötige Gespräche. Haltet den Sicherheitsabstand ein!
  • Es wäre schön, wenn Ihr ein „Danke“ zu Ihnen sagt.
  • Ein Danke auch an die Sicherheitstruppe am Innsbrucker Flughafen. Das die Touristen aus den gesperrten Tälern problemlos abreisen bzw. abfliegen konnten ist auch ihnen zu verdanken. Sie haben, trotz Virusgefahr ihre Arbeit verrichtet.

Tipps an den Hausverstand

  • Ignorieren der Situation bringt nichts!
  • Genauso wenig wie in Panik zu verfallen!
  • Es ist wie es ist und Trübsal zu blasen ist auch keine Alternative. Schaut lustige, romantische, gern auch blöde, spannende unheimliche etc. Filme an. Lest Bücher, quatscht über dies und jenes – Hauptsache ihr lenkt Euch ab von der Thematik.
  • Ruft die an, die es am schwersten haben, alte Menschen, alleine lebende, Menschen die eh schon mit Krankheiten etc. zu kämpfen haben. Fragt wie es Ihnen geht, ob ihr helfen könnt oder hört einfach nur zu. Glaubt mir, das lenkt von den eigenen Ängsten und Sorgen ab.
  • Versucht einen Rhythmus in Euren Tag zu bringen. Ich weiß, mit Kindern die so unerwartet zuhause bleiben müssen, ihre Freunde nicht sehen dürfen etc. ist das nicht einfach. Aber greift auf die oft für altmodisch gehaltenen Tagesabläufe zurück. Frühstück täglich um die gleiche Zeit, Mittagessen ebenso, vielleicht eine lustige Jause zwischendurch und ein gemütliches Abendessen. Bei den Mahlzeiten gibt es keine schweren Gespräche. Auch euch Erwachsenen wird der gleichbleibende Rhythmus gut tun. Er gibt Halt und man kann sich immer auf etwas freuen (ein gutes Essen).
  • Und folgendes hat heute ein Ehepaar in trauter Zweisamkeit festgestellt: „Auch Sex entspannt.“ Und Nachsatz: „Endlich ist Zeit dafür.“

In diesem Sinne wünsche ich Euch einen schönen Abend und achtet auf Eure Gesundheit!

Guten Morgen Tirol, mit Herz, Hirn und Hausverstand

Guten Morgen liebe Tirolerinnen und Tiroler!

Herzlich willkommen auf meiner Homepage! Die momentane Situation verlangt jedem von uns viel ab. Die Medien überschütten uns fast 24 Stunden täglich mit neuen, angstmachenden Informationen über den Corona-Virus. Jetzt heißt es mit Hirn, Herz und Hausverstand vorgehen. Trübsal blasen, Angst haben, panisch werden – in dieser Phase befinden sich jetzt viele. Daher ist es umso wichtiger die Seelengesundheit zu pflegen. Meine Beiträge sollen Euch Mut machen und Euch auch ein bisschen Sonnenschein und gute Gedanken in den geänderten Alltag bringen.

Es gibt genug Menschen in unserer Umgebung, die schwere Krankheiten haben, einsam sind, für die es nichts schlimmeres gibt, als jetzt noch mehr Isolation ertragen zu müssen. Daher:

Tipps mit und fürs Herz:

  • überlegt wer in eurer Hausgemeinschaft und Umgebung alleine lebt und Hilfe gebrauchen kann. Gibt es alte Menschen für die man, wenn man einkaufen geht, etwas mitnehmen kann? Direkter Kontakt ist nicht nötig, läuten, durch die Türe fragen, ob man helfen kann, sich kurz vorstellen, Telefonnummer austauschen und los gehts.
  • In unserer Zeit der Single-Haushalte gibt es viele, bei denen ohne Arbeit, Mensenbesuchen, Fitnessstudios etc. viele Sozialkontakte wegfallen. Das trifft auch junge Erwachsene, für die das eine neue, ungewohnte Situation ist. Telefonieren, positives Erzählen, zuhören, vielleicht sich in der Früh (da ist noch kaum jemand) zu einem Waldspaziergang treffen. Natürlich ohne sich herzlich zu umarmen und sich anzuhusten. Einen gesunden Abstand halten und los gehts.
  • Das ungewohnte 24stündige Beisammensein ist auch gewöhnungsbedürftig, Streitigkeiten sind so gut wie vorprogrammiert, solange man „aufeinander zu streitet“ hat das ja positives Potential. Aber wenn dann noch die lieben Kleinen sich den ganzen Tag lang zuhause langweilen und die Eltern im gleichen Zimmer Homeoffice machen sollen, dann wird es kritisch. Also, hört euch um, wer Hilfe gebrauchen kann, sprecht euch ab, nehmt beim Frühspaziergang an der frischen Luft die Kinder der Nachbarn mit (mit Abstand). Ihr seht schon, da kommt Arbeit auf uns zu, langweilig wird uns nicht, los gehts!

Tipps an den Hausverstand:

  • Warum schließen ab Montag die Geschäfte? – richtig, um die Ansteckung auf ein Minimum zu reduzieren. Wenn, so wie gestern, hunderte von Leuten die Lebensmittelmärkte stürmen, keinen Abstand halten, vieles angreifen, sich die Sachen aus der Hand reißen und ewig an der Kasse warten müssen ist das super kontraproduktiv. Es gibt ja auch andere Krankheiten außer dem Corona-Virus, wie Grippe, Bronchitis, diverse Kinderkrankheiten etc. Also Hausverstand einschalten, auf Montag warten, am Wochenende überlegen was ich brauche, was ist wirklich notwendig, was benötigt meine Familie. (Bier, Cola, Chips und Kekse sind zwar lecker doch mit vernünftiger Bevorratung hat das nicht wirklich was zu tun), alles aufschreiben, Auto volltanken und los gehts.
  • Und kauft noch ein paar Blumen ein, wenn ihr schon am Weg seid. Dekoriert damit Eure Fensterbalken, den Balkon und die Wohnung und freut Euch über die Farben und den Geruch. Das tut dem Herzen, dem Körper und dem Geist gut und los gehts.

Tipps fürs Hirn:

  • Die Infos in den Medien, egal welchen, wiederholen sich. Überlegt Euch Zeiten zu denen Ihr euch informiert. Sich den ganzen Tag mit negativen Meldungen, per Zeitung, Fernsehen, Radio, Internet, WhatsApp, Facebook, Instagram etc. zu belasten bringt nichts. Wir wissen, das wir uns schützen müssen, dass das nur mit Abstand und Minimierung der Sozialkontakte gelingt (so ist das nun mal bei Viruserkrankungen), und wir wissen, dass das eine für uns neue Lebenssituation ist. Also den Kopf und das Hirn wieder frei bekommen für schöne Gedanken zwischendurch, über anderer Dinge reden als über Negatives und Mundwinkel nach oben (macht euch auch gleich viel hübscher) und los gehts.

Noch ein persönlicher Tipp von mir. Ich sage seit Jahren in meinen Vorträgen, dass Rituale von Beginn an sehr wichtig sind. An Ritualen kann man sich in Not- und Ausnahmesituationen festhalten. Steht auf, macht ein bisschen Gymnastik, 10 Minuten anfangs reichen, genießt Euer Tässchen Kaffee oder Tee, genießt Euren Kaffee am Nachmittag, vielleicht am Abend ein Bad. Es gibt unzählige Möglichkeiten!

Bis morgen und für Euch heute alles Gute und Gesundheit!

Aktueller Bericht über meine Familie in Teheran

Tiroler Tageszeitung, 12.03.2020

Teheran: „Es sind einfach schon zu viele gestorben“

Im Iran explodiert die Zahl der Corona-Infizierten. Den Menschen steht ein trauriges Neujahrsfest bevor.

Manutchehr Ahmad Haschemi 
(pensionierter Volkswirt) und seine Frau Fariba: „Wir haben uns freiwillig in Quarantäne begeben, denn Teheran ist eine gefährliche Stadt geworden.“ 

© Haschemi

 Letztes Update am Donnerstag, 12.03.2020, 07:00

Von Gabriele Starck

Teheran –Ihr Zuhause verlassen Manutchehr Haschemi und seine Frau Fariba seit 20 Tagen nur ganz selten. „Wir haben uns freiwillig in Quarantäne begeben, denn Teheran ist eine gefährliche Stadt geworden“, erzählt der pensionierte Volkswirt am Telefon. Gefährlich, weil das neue Coronavirurs den Iran so schwer getroffen hat wie nur wenige Staaten bislang. Die Zahl der Infizierten sei in nur einem Tag um fast 1000 auf mehr als 9000 und jene der Toten auf 354 gestiegen, meldeten die Behörden gestern. Viele vermuten, dass die tatsächlichen Zahlen noch weitaus höher liegen.

Die Regierung wünsche zwar, dass die Menschen daheim bleiben, doch vielfach sei das einfach nicht möglich, berichtet Haschemi: „Sie müssen arbeiten und für den Weg Busse und Metro nutzen. Es können ja nicht alle Geschäfte zusperren.“ Da die US-Sanktionen Exporte verhinderten, fehle es zwar nicht an frischen Produkten. Sie einzukaufen, sei aber ein Spießrutenlauf. „Man sollte nichts anfassen, nicht einmal den Knopf im Aufzug drücken“, sagt der ehemalige Universitätslehrer, der einst in Innsbruck promoviert hat. „Ich stand damals sogar in der Tiroler Tageszeitung“, erzählt er in immer noch sehr gutem Deutsch.

Risiko will der rüstige Pensionist jedenfalls keines eingehen. So tragen Haschemi und seine Frau Handschuhe, wenn sie die Wohnung für einen Einkauf doch einmal verlassen müssen und ziehen sie erst wieder aus, wenn sie die Verpackungen entsorgt und dann noch alles, was damit in Berührung kam, mit Seife gewaschen und mit 70-prozentigem Alkohol besprüht haben. Es seien einfach schon zu viele gestorben, auch Ärzte und Pflegepersonal, sagt er. Im Iran fehlt es an Medikamenten und Medizinprodukten, da die Sanktionen deren Beschaffung im Ausland erschweren. Doch Haschemi macht auch das politische Durcheinander und die Unbekümmertheit im Land für die katastrophale Virusverbreitung verantwortlich.

Nicht heben dürfte die ohne­hin angespannte Stimmung im Iran, dass die Neujahrsfeiern um den 20. März großteils dem Virus zum Opfer fallen werden. Nouruz ist viele Tausende Jahre alt und in der persischen Welt mit seinen vielen Ritualen so wichtig wie Weihnachten in Europa. Doch heuer gibt es kein geselliges Zusammensein an Lagerfeuern und selbst die Ansprache des geistlichen Führers Ayatollah Kahmenei ist abgesagt.

Der Valentin und die Liebe …

Wer war der heilige Valentin, dessen Sterbetag der 14. Februar 269 ist? 

Der Hl. Valentin war Bischof der nördlich von Rom gelegenen Stadt Terni, wo ihm Christen wie auch Heiden hohe Achtung zollten. Er gilt als der Patron der Verliebten und der Brautleute. 

Der damalige römische Kaiser verlangte von ihm, dass er sich zum römischen Glauben bekehren solle. Er weigerte sich und wurde folglich von einem kaiserlichen Berater in Gewahrsam genommen. Valentin heilte die blinde Tochter dieses Mannes. Zum Dank ließ sich die Familie des Mannes taufen. Valentin wurde enthauptet und auch die Familie des Mannes fand den Tod. 

Eine andere Legende erzählt, das Bischof Valentin einem verliebten Paar zur Flucht und gegen den Willen der Eltern zur Ehe verholfen habe. So gilt er auch als Stifter glücklicher Ehen mit „Hindernissen“. 

Seit dem Jahr 350 wird der Valentinstag am 14. Februar gefeiert. Da die geschichtlichen Quellen über seine Person zu vielfältig und zu unklar sind, wurde der Tag beim Zweiten Vatikanischen Konzil im Jahr 1965 vom kirchlichen Heiligenkalender gestrichen. 

Die Volkstraditionen an diesem Tag sind jedoch erhalten geblieben. 

Im Mittelalter glaubte man, dass die Vögel am 14. Februar mit der Paarung beginnen. Auch das ist eine mögliche Erklärung für die Verbindung des Namens Valentin mit den Liebenden. 

Eine andere Theorie beruft sich auf das normannische Wort Galantin (Ein Galan ist ein vornehm auftretender Liebhaber). Mit einem V wurde aus dem „Galantin’s-Tag“ der Valentinstag.

Ein weiterer Ursprung wird im römischen Fest der „Lupercalia“ vermutet. Die Namen junger Mädchen wurden auf Zettel geschrieben und unter den Burschen verlost. So kamen diese unkompliziert für das nächste Jahr, oder zumindest für den Festtag, zu einer Begleitung. 

In Frankreich, Belgien und England wurden seit Ende des 14. Jahrhunderts junge Paare durch das Los als Valentin und Valentine füreinander bestimmt. Durch einen Geschenketausch waren sie bis zum nächsten Valentinstag, verlobungsähnlich, miteinander verbunden.

In England war zeitgleich der Glaube, dass die erste Person des anderen Geschlechts, welche man in der Früh des 14. Februar sieht, die einzige und die wahre Liebe ist. 

Im 17. Jhd. entwickelte sich im angelsächsischen Raum der Brauch, an den/die Liebsten selbst gebastelte Valentinskarten zu schicken. Im 18. Jhd. wurden die ersten kommerziellen Grußkarten produziert.

„Durch die Blume“ ließen sich Wünsche, Bitten und Hoffnungen ausdrücken und es entstand mit der Zeit eine Geheimsprache. Nicht nur den Farben und den Sorten, sondern jedem einzelnen Detail eines Straußes wurde eine eigene Bedeutung zugeschrieben. Diese Codes sind heute noch gültig. Sie waren regional verschieden und kompliziert wie eine Fremdsprache, sodass bald eigene Wörterbücher über die Sprache der Blumen geschrieben wurden. Mittlerweile gehört es zum Sprachgebrauch und Allgemeinwissen, dass rote Rosen „Ich liebe dich“ sagen.

Lady Mary Wortley Montagu schrieb im 18. Jhd., in ihren „Briefen aus Istanbul“, über die im Orient vorherrschenden Bedeutungen einzelner Blüten. Charlotte de Latour schreibt 1829 in ihrem Buch „Die Blumenpracht oder Symbolik des Pflanzenreichs“, über die versteckte Erotik und Sprache der Blumen. Eine Sprache, die trotz WhatsApp und SMS nach wie vor aktuell ist.

„Ali und Nino“- weil Liebe keine Grenzen kennt.

Hallo meine Lieben,

morgen, am 14. Februar, ist der Valentinstag. 

Ich verbrachte fast 3 Jahre in Aserbaidschan, in dessen Hauptstadt Baku und der im Süden gelegenen Stadt Lankeran. In dieser Zeit durfte ich die allerorts großzügige Gastfreundschaft genießen und lernte Land und Bewohner kennen und schätzen. Es war eine schöne Zeit, voll mit Eindrücken und Erlebnissen, die ich nicht missen möchte.

Hier ist mein Lese- und Filmtipp für Euch, der gut zum Valentinstag passt: „Ali und Nino“.

Der berühmte Liebesroman spielt in Aserbaidschan, der Kreuzung zwischen Ost und West und in der Hauptstadt Baku, der Stadt in der Orient und Okzident aufeinandertreffen.

Es geht um die Liebe zwischen dem jungen Aristokraten Ali  Khan Shirvanshir, dem Erstgeborenen einer bedeutenden muslimischen Familie und der georgischen Christin Prinzessin Nino Kipiani, die ebenfalls aus einer berühmten Familie stammt. Ali verliebt sich vom ersten Moment an unsterblich in Nino. Trotzdem sie verschiedenen Religion angehören, überwinden sie alle Schwierigkeiten und heiraten. Die Romanze spielt vor dem Hintergrund des Ersten Weltkrieges und der russischen Revolution in Aserbaidschan.

Der Film besticht durch wunderbare Aufnahmen, mit unglaublich schönen Landschaften und einer großen, hinreißenden Romanze.

Der berühmte Liebesroman „Ali und Nino“ wurde von Kurban Said geschrieben, ein Künstlername, hinter dem sich vermutlich zwei Personen verbergen: die Publizistin Baronin Elfriede von Ehrenfels, geborene von Bodmershof , und dem Wiener Kaffeehausliterat Lev Nussimbaum, der 1905 in Baku geboren wurde. Die Intensität des Romans dürfte in der Lebensgeschichte Nussimbaums begründet sein. Er konvertierte als Jude zum Islam und soll nach seinem Übertritt den Namen Essad Bey angenommen haben.

Als der Roman 1937 in Wien erstmals erschien, wurde er schnell zum Bestseller. Wegen des verbotenen Themas ‚Liebe über ethnische Grenzen hinweg‘, kam sein Erfolg damals einem Skandal gleich. Der Roman tauchte erst in den siebziger Jahren, als Übersetzung ins Englische, wieder auf.

Der Roman wurde in die 33 Sprachen übersetzt. 2015 wurde er verfilmt, die Premiere war Anfang 2016. Die Dreharbeiten fanden an verschiedenen Orten wie Baku, Gobustan, Khynalyg, Ganja und Gadabey statt. In Aserbaidschan kommt das Buch „Ali und Nino“ der Bedeutung eines Nationalepos gleich.

Der verschwundene Feiertag!

Mariä Lichtmess und der Schlenkerltag

02.02.2020

Früher wurde die Weihnachtszeit am 2. Februar beendet. An diesem Tag wurden von den Katholiken die Weihnachtskrippen und die Christbäume abgebaut und verräumt. Aus dem heutigen Alltag ist das Fest fast verschwunden.

Bis 1969 hieß dieser Tag in der katholischen Kirche „Mariä Reinigung“. Laut den damaligen Vorschriften und Bräuchen galt eine Frau 40 Tage nach der Geburt eine Kindes als unrein und musste 40 Tage nach der Geburt ein Reinigungsopfer in den Tempel bringen. Das Opfer war meist ein Pärchen Turteltauben. Da Jesus der erstgeborene Sohn war, galt er als Eigentum Gottes. So wurde auch er von seinen Eltern im Tempel vor Gott „dargestellt“ und „ausgelöst“. Deshalb wird Mariä Lichtmess auch „Fest der Darstellung des Herrn“ genannt.

Maria und Josef, die Eltern Jesus, begegneten dort dem greisen Simeon und der 84jährigen Prophetin Hannah, die das Kind als Messias (Der Gesalbte) erkannte und lobpries. Hannah bekräftigte die prophetische Rede Simeons, der darauf vertraute, dass er erst sterben wird, wenn er den Messias gesehen hat. Noch heute wird im Gottesdienst an diesem Tag folgendes vorgelesen: Der Alte stimmte ein Loblied auf das Kind an und pries es als Messias: „Denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, den du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel“.

Hannah hatte ein schweres Lebens hinter sich. Sieben Jahre nach ihrer Heirat wurde sie Witwe. Für eine kinderlose und verwitwete Frau war es in der damaligen Zeit schwierig in der Gesellschaft einen Platz zu finden. So war sie ab diesem Zeitpunkt darauf angewiesen, von der Gemeinschaft unterstützt zu werden. Hannah entschloss sich für ein Leben des Fastens und des Betens im Tempel. 

Seit der Liturgie-Reform 1970 endet in der katholischen Kirche die Weihnachtszeit am Sonntag nach dem Dreikönigstag, der am 6. Januar gefeiert wird. Seit 1997 gilt der 2. Februar in der katholischen Kirche auch als  „Tag des geweihten Lebens“, ein Tag des Dankes und der Bitte für die Menschen, die sich ganz Gott zur Verfügung stellen. Bis 1912 beispielsweise war der 2. Februar in Bayern ein gesetzlicher Feiertag.

Der 2. Februar war auch im Bauernjahr von großer Bedeutung und galt als Zahl- und Zinstermin. An diesem Tag konnten sich die Mägde und Knechte bei ihrem Dienstherrn neu verpflichten oder den Arbeitgeber, bzw. Hof, wechseln. Zu Martini (11. November) wurde dem Arbeitgeber mitgeteilt an Lichtmess wechseln zu wollen. Der Lohn, in Form von Geld oder Naturalien wurde am 2. Februar ausbezahlt. Meist war es der einzige Tag im Jahr, wo der Lohn ausbezahlt wurde. Oftmals erhielten die Mägde als Lohn einen neuen Kittel und die Knechte ein Paar neue Schuhe. Auch das Dienstbuch wurde dem Arbeitnehmer zurückgegeben. Darin stand dann oftmals zu lesen: „Bis Lichtmess treu gedient.“

Die Dienstboten mussten sich bei einem Wechsel auch oft von ihrem Kleinvieh (wie Hühner, Tauben oder Kaninchen) trennen, denn nicht jeder Bauer gestattete seinen Dienstboten die Haltung. Folglich wurden zu diesem Datum viele Tiere auf Tiermärkten verkauft. Im oberösterreichischen Wels findet heute noch der Glanglmarkt (glangln ist Dialekt und heißt herumziehen) statt. Er ist Österreichs größter Kleintiermarkt mit über 10.000 Tieren und wird jedes Jahr von zahlreiche Schaulustigen und Käufern besucht.

Der neue Dienst und das neue bäuerliche Arbeitsjahr startete am Tag der Heiligen Agatha, dem 5. Februar. Die Tage dazwischen nannte man „Schlenkerltag“ oder „Schlenkerlweil“. Es wurde gefeiert und die Familie besucht bis der neue Dienst begann.

An Mariä Lichtmess findet in der katholischen Kirche auch die Kerzen- und Wachsweihe statt. Die Kerzen für die Weihe hatten früher oft bestimmte Farben: neben den Alltagskerzen waren die Seelenkerzen zum Anzünden für die Verstorbenen bunt, die Wetterkerzen als Schutz vor nahenden Unwetter und Gewitter schwarz und die Rosenkranzkerzen, die beim Beten des Rosenkranz verwendet wurden, waren gelb. Symbolisch war das Fest und die damit verbundene Lichterprozessione auch ein Zeichen für das länger werden der Tage. Der Volksmund schlägt einen Bogen vom Martinstag am 11. November hin zu Lichtmess: „Martin zünd’s Licht an; Maria bläst’s wieder aus.“

Übernommen wurde das Fest wahrscheinlich, wie auch die Lichterprozession – aus dem Morgenland.