Schönen Sonntag Tirol, mit Herz, Hirn und Hausverstand

Einen schönen Sonntagnachmittag Euch allen,

Jetzt ist das eingetreten, was für die meisten nie für möglich gehalten haben – es wurde in Tirol ab heute Vormittag eine Ausgangssperre verhängt. Und ich bitte Euch alle: Haltet Euch daran!

Was ich Euch sagen möchte ist, dass eine Quarantäne in keiner Relation zu der furchtbaren Krankheit steht. Und es gibt auch junge Menschen die vom Corona-Virus betroffen sind. Wir haben im entfernten Bekanntenkreis einen Corona-Virus Fall – ein sonst kerngesunder junger Mann der seit Tagen in Innsbruck mit hohem Fieber zu kämpfen hat und dessen Eltern sehr, sehr besorgt sind.

Mein Vater lebt in Teheran und ist seit bald 4 Wochen in freiwilliger, häuslicher Quarantäne. Und nicht nur er. Fast sein gesamter Freundeskreis (und der ist sehr groß), wie die Verwandtschaft haben sich ebenso in diese freiwillige Quarantäne begeben. Vor 10 Tagen hat er mir von der Situation im Iran erzählt. Es war eine Erzählung wie von einem anderen Stern. 5 Tage später hat sich hier, in Tirol, die Lage auch dramatisch zugespitzt und inzwischen sind auch wir in dieser Situation. Und das in dieser kurzen Zeitspanne! Hier ist für Euch der Link zu seiner Erzählung:

https://www.tt.com/artikel/16738759/mark-teheran-mark-es-sind-einfach-schon-zu-viele-gestorben

Der andere Teil meiner Familie lebt in Italien, im wunderbaren Apulien. Meine Mutter ist seit 10 Tagen in freiwilliger häuslicher Quarantäne, da sie in ihrem Alter zur Risikogruppe gehört. Wie alle anderen auch dürfen meine Schwester und ihre Familie das Haus seit einigen Tagen nur in Ausnahmefällen verlassen. Meine Schwägerin, die in der Nähe von Rom lebt, war mit ihrer Tochter das letzte Mal Ende Februar vor der Türe. Auch von meiner Schwester gibt es einen Lagebericht:

https://www.tt.com/artikel/16734168/eingesperrt-mit-kleinem-auslauf-italien-im-ausnahmezustand

Tipps für und an das Herz

  • Wenn ihr in den nächsten Tagen Einkaufen geht bzw. mit Menschen zu tun habt die arbeiten, um unser System aufrecht zu erhalten, dann denkt daran: Das sind die Helden in dieser schweren Zeit!!! Sie tun ihr Bestes, damit wir gut versorgt sind um in Quarantäne zu bleiben und uns schützen zu können. Auch sie haben Familienangehörige die Sorge um sie haben!
  • Haltet Euch in den Geschäften, Apotheken etc. nur kurz auf. Verwickelt die Angestellten nicht in lange, oft unnötige Gespräche. Haltet den Sicherheitsabstand ein!
  • Es wäre schön, wenn Ihr ein „Danke“ zu Ihnen sagt.
  • Ein Danke auch an die Sicherheitstruppe am Innsbrucker Flughafen. Das die Touristen aus den gesperrten Tälern problemlos abreisen bzw. abfliegen konnten ist auch ihnen zu verdanken. Sie haben, trotz Virusgefahr ihre Arbeit verrichtet.

Tipps an den Hausverstand

  • Ignorieren der Situation bringt nichts!
  • Genauso wenig wie in Panik zu verfallen!
  • Es ist wie es ist und Trübsal zu blasen ist auch keine Alternative. Schaut lustige, romantische, gern auch blöde, spannende unheimliche etc. Filme an. Lest Bücher, quatscht über dies und jenes – Hauptsache ihr lenkt Euch ab von der Thematik.
  • Ruft die an, die es am schwersten haben, alte Menschen, alleine lebende, Menschen die eh schon mit Krankheiten etc. zu kämpfen haben. Fragt wie es Ihnen geht, ob ihr helfen könnt oder hört einfach nur zu. Glaubt mir, das lenkt von den eigenen Ängsten und Sorgen ab.
  • Versucht einen Rhythmus in Euren Tag zu bringen. Ich weiß, mit Kindern die so unerwartet zuhause bleiben müssen, ihre Freunde nicht sehen dürfen etc. ist das nicht einfach. Aber greift auf die oft für altmodisch gehaltenen Tagesabläufe zurück. Frühstück täglich um die gleiche Zeit, Mittagessen ebenso, vielleicht eine lustige Jause zwischendurch und ein gemütliches Abendessen. Bei den Mahlzeiten gibt es keine schweren Gespräche. Auch euch Erwachsenen wird der gleichbleibende Rhythmus gut tun. Er gibt Halt und man kann sich immer auf etwas freuen (ein gutes Essen).
  • Und folgendes hat heute ein Ehepaar in trauter Zweisamkeit festgestellt: „Auch Sex entspannt.“ Und Nachsatz: „Endlich ist Zeit dafür.“

In diesem Sinne wünsche ich Euch einen schönen Abend und achtet auf Eure Gesundheit!

Guten Morgen Tirol, mit Herz, Hirn und Hausverstand

Guten Morgen liebe Tirolerinnen und Tiroler!

Herzlich willkommen auf meiner Homepage! Die momentane Situation verlangt jedem von uns viel ab. Die Medien überschütten uns fast 24 Stunden täglich mit neuen, angstmachenden Informationen über den Corona-Virus. Jetzt heißt es mit Hirn, Herz und Hausverstand vorgehen. Trübsal blasen, Angst haben, panisch werden – in dieser Phase befinden sich jetzt viele. Daher ist es umso wichtiger die Seelengesundheit zu pflegen. Meine Beiträge sollen Euch Mut machen und Euch auch ein bisschen Sonnenschein und gute Gedanken in den geänderten Alltag bringen.

Es gibt genug Menschen in unserer Umgebung, die schwere Krankheiten haben, einsam sind, für die es nichts schlimmeres gibt, als jetzt noch mehr Isolation ertragen zu müssen. Daher:

Tipps mit und fürs Herz:

  • überlegt wer in eurer Hausgemeinschaft und Umgebung alleine lebt und Hilfe gebrauchen kann. Gibt es alte Menschen für die man, wenn man einkaufen geht, etwas mitnehmen kann? Direkter Kontakt ist nicht nötig, läuten, durch die Türe fragen, ob man helfen kann, sich kurz vorstellen, Telefonnummer austauschen und los gehts.
  • In unserer Zeit der Single-Haushalte gibt es viele, bei denen ohne Arbeit, Mensenbesuchen, Fitnessstudios etc. viele Sozialkontakte wegfallen. Das trifft auch junge Erwachsene, für die das eine neue, ungewohnte Situation ist. Telefonieren, positives Erzählen, zuhören, vielleicht sich in der Früh (da ist noch kaum jemand) zu einem Waldspaziergang treffen. Natürlich ohne sich herzlich zu umarmen und sich anzuhusten. Einen gesunden Abstand halten und los gehts.
  • Das ungewohnte 24stündige Beisammensein ist auch gewöhnungsbedürftig, Streitigkeiten sind so gut wie vorprogrammiert, solange man „aufeinander zu streitet“ hat das ja positives Potential. Aber wenn dann noch die lieben Kleinen sich den ganzen Tag lang zuhause langweilen und die Eltern im gleichen Zimmer Homeoffice machen sollen, dann wird es kritisch. Also, hört euch um, wer Hilfe gebrauchen kann, sprecht euch ab, nehmt beim Frühspaziergang an der frischen Luft die Kinder der Nachbarn mit (mit Abstand). Ihr seht schon, da kommt Arbeit auf uns zu, langweilig wird uns nicht, los gehts!

Tipps an den Hausverstand:

  • Warum schließen ab Montag die Geschäfte? – richtig, um die Ansteckung auf ein Minimum zu reduzieren. Wenn, so wie gestern, hunderte von Leuten die Lebensmittelmärkte stürmen, keinen Abstand halten, vieles angreifen, sich die Sachen aus der Hand reißen und ewig an der Kasse warten müssen ist das super kontraproduktiv. Es gibt ja auch andere Krankheiten außer dem Corona-Virus, wie Grippe, Bronchitis, diverse Kinderkrankheiten etc. Also Hausverstand einschalten, auf Montag warten, am Wochenende überlegen was ich brauche, was ist wirklich notwendig, was benötigt meine Familie. (Bier, Cola, Chips und Kekse sind zwar lecker doch mit vernünftiger Bevorratung hat das nicht wirklich was zu tun), alles aufschreiben, Auto volltanken und los gehts.
  • Und kauft noch ein paar Blumen ein, wenn ihr schon am Weg seid. Dekoriert damit Eure Fensterbalken, den Balkon und die Wohnung und freut Euch über die Farben und den Geruch. Das tut dem Herzen, dem Körper und dem Geist gut und los gehts.

Tipps fürs Hirn:

  • Die Infos in den Medien, egal welchen, wiederholen sich. Überlegt Euch Zeiten zu denen Ihr euch informiert. Sich den ganzen Tag mit negativen Meldungen, per Zeitung, Fernsehen, Radio, Internet, WhatsApp, Facebook, Instagram etc. zu belasten bringt nichts. Wir wissen, das wir uns schützen müssen, dass das nur mit Abstand und Minimierung der Sozialkontakte gelingt (so ist das nun mal bei Viruserkrankungen), und wir wissen, dass das eine für uns neue Lebenssituation ist. Also den Kopf und das Hirn wieder frei bekommen für schöne Gedanken zwischendurch, über anderer Dinge reden als über Negatives und Mundwinkel nach oben (macht euch auch gleich viel hübscher) und los gehts.

Noch ein persönlicher Tipp von mir. Ich sage seit Jahren in meinen Vorträgen, dass Rituale von Beginn an sehr wichtig sind. An Ritualen kann man sich in Not- und Ausnahmesituationen festhalten. Steht auf, macht ein bisschen Gymnastik, 10 Minuten anfangs reichen, genießt Euer Tässchen Kaffee oder Tee, genießt Euren Kaffee am Nachmittag, vielleicht am Abend ein Bad. Es gibt unzählige Möglichkeiten!

Bis morgen und für Euch heute alles Gute und Gesundheit!