Sie kommt aus der Zukunft

Oktober 2022

Der Abu Dhabi Cultural Summit, vereint Persönlichkeiten aus den Bereichen Kunst, Kulturerbe, Medien, Museen, öffentliche Politik und Technologie um herauszufinden, wie die Kultur Gesellschaften und Gemeinschaften weltweit verändern kann. Der Kulturgipfel wird von der Abteilung für Kultur und Tourismus Abu Dhabi organisiert.

Die Künstlerin Ai-Da wurde dort von Tim Marlow, Geschäftsführer und Direktor des Design Museums in London, interviewt.

„Ich denke, das Wichtigste, was meine Kunst tun kann, ist, eine offene Diskussion über die neuen Technologien anzuregen, die unsere Zukunft gestalten. Ich denke, gute Kunst hat Bedeutung und Tiefe. Auch denke ich, Kunst bedeutet mehr als nur das Zeichnen von etwas. Es bedeutet, etwas auf eine Art und Weise zu kommunizieren, auf die man sich beziehen kann“, erklärte Ai-Da über ihre Arbeit.

Sie ist  bereits viel gereist und hat ihre Arbeiten international ausgestellt, unter anderem in einer virtuellen Ausstellung bei den Vereinten Nationen.

„Ich habe keine besondere Konvention. Ich habe keine festen Worte oder Bilder. Ich bin eine Maschine. Ich bin eine zusammengesetzte Gestalt mit vielen Aspekten und Blickwinkeln. Vielleicht ist es problematisch, Humanoide zu erschaffen, weil dadurch die Grenzen zwischen Mensch und Technologie verwischt werden. Als Künstlerin halte ich es für wichtig, Werke zu schaffen, die zum Nachdenken anregen und den Betrachter dazu bringen, seine Zukunft zu hinterfragen.“

Ai-da hatte Ende Mai für Aufsehen gesorgt, als sie die Queen zu deren 70. Throngeburtstag porträtierte.

„Ich produziere meine Gemälde durch Kameras in meinen Augen, meinen KI-Algorithmus und einen KI-Roboterarm, um auf Leinwand zu malen. Das ergibt visuell ansprechende Bilder.“

Ai-Da, ist die erste humanoide Roboterkünstlerin der Welt, trägt Frauenkleider und Perücken. Sie kann malen, zeichnen und schauspielern. Und Ai-Da ist in der Lage mit dem Publikum in Kontakt zu treten. Ihr ausgeprägteres Minenspiel verdankt sie einer Gesichtshaut aus Silikon, einer Hardware, die das Gesicht animiert, sowie einer Sensorik für die Wahrnehmung. Sie wurde 2019 von dem britischen Galeristen Arian Meller in Auftrag gegeben mit dem Ziel herauszufinden, ob Roboter kreativ sein können. Laut Meller ist sie die erste ultra-realistische Roboterkünstlerin mit künstlicher Intelligenz (KI).

Ai-Da ist nach der britischen Mathematikerin und Computerpionierin Ada Lovelace benannt, die einen Algorithmus schrieb, der als erstes Computerprogramm der Geschichte gilt. Die Pionierin wurde Ende 1815 geboren, in die Zeitära der Industrialisierung und Dampfmaschinen.

Ai-Da hat in ihrem jungen Dasein bereits Fragen im britischen Parlament beantwortet. Aidan Meller räumte aber ein, dass der Roboter die Fragen der Abgeordneten im Voraus erhalten habe. Das habe aber nur dazu gedient, qualitativ bessere Antworten zu erzeugen.

Ai-Da dichtet auch, indem sie Texte analysiert und poetische Strukturen identifiziert. Dafür wurde sie mit Computerprogrammen und Algorithmen „gefüttert“.

Im  Museum der Zukunft, in Dubai, arbeitet bereits ein „Artgenosse“ von Ai-Da: Ameca. Er ist ein  KI-gesteuerter humanoider Roboter, der als der „fortschrittlichste“ der Welt gilt. Er ist in der Lage mit den Besuchern des Museums, der Ausstellung ‚Tomorrow Today‘, zu interagieren, begrüßt sie, beantwortet ihre Fragen und gibt Wegbeschreibungen. Er hat  auch einen „Sinn für Humor“, so sein Hersteller Engineered Arts.

Mit der Eigenschaft humanoid, werden künstliche Wesen bezeichnet, die über ein menschenähnliches Äußeres und menschenähnliche Eigenschaften verfügen und sofort als Maschine erkennbar sind. Roboter sind die Hardware und das „Gehirn“, die künstliche Intelligenz (KI) ist die Software, welche aus komplexen Algorithmen, Datenbanken und lernenden Systemen besteht.

Quellen

https://kurier.at/chronik/welt/roboter-ai-da-beantwortete-fragen-von-parlamentsausschuss-in-london/402178317

https://de.wikipedia.org/wiki/Humanoid

https://www.handelsblatt.com/dpa/kuenstliche-intelligenz-roboter-ai-da-beantwortet-fragen-von-parlamentsausschuss/28740716.html

https://www.golem.de/news/kreativitaet-roboterdame-ai-da-soll-zeichnen-und-malen-1902-139305.html

https://www.golem.de/news/zum-200-geburtstag-ada-lovelace-die-erste-programmiererin-1512-117919.html

https://www.arabianbusiness.com/industries/technology/ai-powered-humanoid-robot-ameca-joins-dubais-museum-of-the-future

Die arabische Jugend nennt die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) zum 11. Mal in Folge als ihre erste Wahl.

Oktober 2022

Laut den Ergebnissen der 14. jährlichen ASDA’A BCW Arab Youth Survey, der größten Studie über die größte Bevölkerungsgruppe der MENA-Region, mit mehr als 200 Millionen Jugendlichen, nennen 57 % der arabischen Männer und Frauen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren die VAE als ihre erste Wahl, noch vor den Vereinigten Staaten (24 %), Kanada (20 %), Frankreich (15 %) und Deutschland (15 %). Die Beliebtheit der VAE als Wohnort ist auf dem höchsten Stand, seit die Arabische Jugendumfrage diese Frage 2012 erstmals gestellt hat. Damals Jahr gaben 33 % der Befragten an, dass sie am liebsten in den VAE leben würden, gefolgt von Frankreich und den USA.

Die Anziehungskraft der VAE erstreckt sich auf die gesamte MENA-Region: 51 Prozent der nordafrikanischen Jugendlichen gaben an, dass sie am liebsten in den VAE leben würden, gefolgt von den USA (24 %). Für Jugendliche aus der Levante waren die VAE die erste Wahl (57 %), gefolgt von Kanada (31 %), und für 63 & der GCC-Bürger waren die VAE das bevorzugte Land, um dort zu leben, gefolgt von den USA (19 %).

Zum 11. Mal in Folge sind die VAE auch das Land, von dem sich die meisten jungen Araber wünschen, dass es wie ihr eigenes ist. Als Vorbild für 37 % der arabischen Jugendlichen insgesamt, rangieren die VAE  vor den USA (22 %), Kanada (18 %), Deutschland (14 %), Frankreich (11 %) und der Türkei (11 %).

Sunil John, Präsident, MENA, BCW und Gründer von ASDA’A BCW, äußert sich dazu: „Die VAE, die zum 11. Mal in Folge als Vorzeigeland der Region ausgezeichnet wurden, sind nach wie vor ein Leuchtturm der Hoffnung und der Möglichkeiten für junge arabische Männer und Frauen im gesamten Nahen Osten und Nordafrika. Die anhaltende Beliebtheit der VAE ist ein Beweis für die visionäre Führung der VAE, die eine der erfolgreichsten Weltausstellungen in der Geschichte der Veranstaltung ausrichteten – trotz der weltweiten Störungen durch die Covid-19-Pandemie – und sich nun darauf vorbereiten, die UN-Klimakonferenz (COP28) im November 2023 auszurichten. Was vielleicht am aufschlussreichsten ist, ist die Tatsache, dass die VAE bei allen Themen, die die arabische Jugend in unserer Studie als am wichtigsten für sie bezeichnete, wie z. B. Beschäftigungsmöglichkeiten, Bildungsqualität und die Erhaltung der kulturellen Traditionen und Werte der Region, sehr gut abschneiden.“

In diesem Jahr beauftragte ASDA’A BCW, die führende Kommunikationsberatung in der MENA-Region, IDS Research & Consultancy mit der Durchführung von persönlichen Interviews mit 3.400 arabischen Jugendlichen vom 13. Mai bis 16. Juni in 50 Städten in 17 arabischen Staaten, wobei die Stichprobe zu gleichen Teilen aus Männern und Frauen bestand.

Laut der Studie sind die fünf wichtigsten Attraktionen der VAE die wachsende Wirtschaft (27 %), die sichere Umgebung (26 %), die großzügigen Gehaltspakete und das breite Spektrum an Arbeitsmöglichkeiten (beide von 22 % der Befragten genannt) sowie die effektive Führung des Landes (17 %). Die Achtung der kulturellen Traditionen der Region, die Qualität des Bildungssystems, die Leichtigkeit, mit der ein Unternehmen gegründet werden kann, und die niedrigen Steuern in den VAE waren weitere Anreize.

Die meisten Emiratis begrüßen die neuen Richtlinien der VAE für nachhaltiges Wachstum. Mehr als neun von zehn Befragten (94 %) befürworten die jüngste Einführung längerer Aufenthaltsvisa für Expatriates und neue Regeln für deren leichtere Erlangung; 84 % unterstützen die Entscheidung, Expatriates den vollständigen Besitz von Onshore-Unternehmen zu gestatten; 83 % befürworten die baldige Einführung der Körperschaftssteuer; und fast neun von zehn Befragten (87 %) akzeptieren die Einführung einer Arbeitswoche von Montag bis Freitag. Mehr als die Hälfte (54 %) akzeptieren das Recht unverheirateter Paare, zusammenzuleben.

Die meisten arabischen Jugendlichen sagen, dass ihre beste Zeit noch vor ihnen liegt, aber die emiratische Jugend ist besonders optimistisch: 91 % sagen, dass ihre besten Tage noch vor ihnen liegen, und alle finden, dass sich die Wirtschaft des Landes in die richtige Richtung entwickelt. 48 % der im Rahmen der Studie befragten VAE-Bürger gab an, dass es leicht sei, einen Arbeitsplatz zu finden.

Obwohl die Emiratis im Vergleich zu ihren arabischen Mitbürgern in anderen Ländern zweifellos privilegiert sind, sind sie sich der Herausforderungen, vor denen die Region steht, durchaus bewusst. 45 % nannten die steigenden Lebenshaltungskosten als größtes Hindernis, gefolgt von Arbeitslosigkeit (27 %) und Klimawandel (18 %).

Jeweils ein Drittel der befragten Emiratis (33 %) gaben an, dass ihre Religion und ihre Nationalität für ihre persönliche Identität am wichtigsten seien, verglichen mit 41 % der arabischen Jugendlichen insgesamt, die ihre Religion als entscheidend bezeichneten.

Wie ihre arabischen Altersgenossen in der gesamten Region ist eine klare Mehrheit der jungen Emiratis (75 %) der Meinung, dass es wichtiger ist, die religiöse und kulturelle Identität der arabischen Welt zu bewahren, als eine stärker globalisierte Gesellschaft zu schaffen. Jedoch 55 % der arabischen Jugendlichen insgesamt meinen, dass die arabische Sprache für sie weniger wichtig ist als für ihre Eltern.

Fast jeder zehnte VAE-Bürger (89 %) sagen, dass Männer und Frauen die gleichen Rechte und 84 % dass sie die gleichen Beschäftigungsmöglichkeiten haben.

Read more:

https://www.bcw-global.com/newsroom/global/14th-annual-asdaa-bcw-arab-youth-survey

https://www.arabianbusiness.com/politics-economics/uae-is-the-country-most-arab-youth-want-to-live-in

Frauen sind als Anlegerinnen erfolgreicher als Männer – leider gibt es einen Haken.

Oktober 2022

Eine internationale Studie über die Investitionskompetenzen von Frauen hat aufgezeigt, dass  die Anlagekompetenz von Frauen höher ist, als die von Männern. Weibliche Anleger tätigen durchweg bessere Investitionen als Männer, obwohl sie oft über ein geringeres Finanzwissen verfügen. Auch Fidelity, eine amerikanische Investmentplattform hat festgestellt, dass Frauen ihre Investitionen im Vorfeld gründlicher recherchieren, Finanzpläne erstellen um ihre Ziele zu erreichen und sich zur Beratung an Fachleute wenden. Zudem entscheiden sich Frauen mehr für nachhaltigere Anlagen, das macht sie folglich zu verantwortungsbewussten Investorinnen.

Und hier ist der Haken:

Frauen neigen dazu,  ihre Fähigkeiten, von denen andere überzeugt sind dass sie sie beherrschen, schlechter einzuschätzen. Dies gilt auch für Bereiche wie etwa technisches Wissen. Bereits eine Harvard-Studie stellte ein ähnliches Phänomen fest.

Untersuchungen zur Finanzkompetenz zwischen den Geschlechtern haben gezeigt, warum Frauen bei Tests zu Finanzfragen tendenziell schlechter abschneiden. Sie neigen dazu zu glauben, dass ihre Finanzkenntnisse nicht ausreichend sind. Wenn sie die Möglichkeit haben, ein Frage mit „Ich weiß es nicht“ zu beantworten, wählen sie diese Option. Scheint diese Antwort jedoch nicht auf, dann geben sie mit großer Wahrscheinlichkeit die richtigere Antwort als Männer. Die Selbstwahrnehmung von Frauen ist folglich nicht immer ein Indikator für ihr Erfolgspotenzial.

Am Arbeitsplatz kann dies bedeuten, dass sie keine höheren Gehälter aushandeln oder sich nicht für anspruchsvolle Projekte oder Beförderungen bewerben. So ist es nicht verwunderlich, dass Frauen, obwohl sie in Sachen Investitionen hervorragend agieren, sich immer noch als Finanzmanagerinnen der Haushaltsausgaben sehen, aber nicht als Investorinnen mit einer langfristigen Vision. Folglich ist es wichtig, dass  Frauen von ihrem Umfeld unterstützt werden.

Was kann Frauen helfen, die Barriere eines negativen Selbstbildes zu überwinden?

Es wäre wichtig, eine Wachstumsmentalität zu fördern die zeigt, dass Versagen und das Begehen von Fehlern wesentliche Bestandteile des Lernprozesses sind. Es gilt Risiken einzugehen und neue Herausforderungen anzugehen.

Darüber hinaus sollten Frauen daran arbeiten, das sogenannte Impostorsyndrom (Hochstapler-Syndrom) zu überwinden, also das Gefühl von massiven Selbstzweifeln bzgl. der eigenen Leistung. Das äußert sich darin, sich als Hochstaplerin zu fühlen, weil man trotz herausragender Leistungen in dem Glauben verharrt, dass man in Wirklichkeit nicht klug ist und jeden getäuscht hat, der etwas anderes denkt.

Es gibt einige hilfreiche Tipps, die Frauen berücksichtigen könnten, um ihr Selbstvertrauen  in das Anlegen ihrer Finanzen zu stärken. Etwa einen kleinen Teil jedes Monatsgehalts zu investieren unter dem Motto „Learning by doing“. Eine weitere Möglichkeit wäre, schon bei den Kindern mit der Vermittlung von Finanzwissen zu beginnen. Auch bieten sich für Frauen Schulungen an für das eigene Selbstbewusstsein und für Investment unter dem Motto „Wissen macht stark“.

Fazit – Unternehmen sind gut damit beraten das nächste Mal eine Frau für das Finanzgebaren einzustellen.

Read more:

https://www.manager-magazin.de/harvard/management/impostor-syndrom-hoeren-sie-auf-frauen-selbstzweifel-einzureden-a-e63bea90-459d-41ae-9500-37810a763b5b

https://www.arabianbusiness.com/opinion/women-investors-are-more-successful-than-men-heres-why?utm_medium=email&utm_medium=email&utm_campaign=Burj%20Khalifa%20costs%20revealed%20Instagram%20pushes%20more%20ads%20Prince%20Alwaleed%20pictures%20095244%20AM&utm_content=Burj%20Khalifa%20costs%20revealed%20Instagram%20pushes%20more%20ads%20Prince%20Alwaleed%20pictures%20095244%20AM%20CID_3bafbcd586bce4583b2ef14e952d4952&utm_source=Newsletters&utm_term=Women%20investors%20are%20more%20successful%20than%20men%20Heres%20why

Eid al-Fitr

02.05.2022

Das religiöse Fest Eid Al-Fitr, das Fest des Fastenbrechens, auch als Kleines Zuckerfest, Ramadan Fest, Fastenbrechen am Ende des Ramadan, Bayram-Fest oder Ramazan Bayrami bekannt,  ist einer der beiden großen Feiertage, welcher von Muslimen auf der ganzen Welt gefeiert wird. Eid Al-Fitr markiert das Ende des Fastenmonats Ramadan, während Eid Al-Adha (Opferfest) am Ende der jährlichen Pilgersaison gefeiert wird. (Das Opferfest Eid Al-Adha wird zum Gedenken an den Propheten Ibrahim gefeiert. Üblicherweise wird zu dieser Feier ein Tier geopfert und das Fleisch an Bedürftige verteilt. Das Opferfest Eid Al-Adha wird ungefähr 70 Tage nach Eid Al-Fitr gefeiert.)

Beide Feste dauern je nach Land und Region bis zu drei Tage. In unserem Breitengrad endet der Ramadan im Jahr 2022 voraussichtlich am Abend des 02.05.22

Mit Eid Al-Fitr feiern gläubige Muslime, dass sie den Ramadan und die damit verbundenen Entbehrungen gemeistert haben. Der Ramadan ist damit offiziell beendet und die Regeln betreffend der Essenszeiten, des Fastens, sind aufgehoben. Die Gläubigen bitten Allah um die Anerkennung ihrer Gebete und Mühen während des Ramadan und um die Vergebung etwaiger Fehler.

Zu Ende des Ramadan beten die Gläubigen in der Moschee um den Segen Gottes (Allah), spenden für die Armen (Zakat – Almosen für die Bedürftigen) und beten das Eid-Gebet (Festgebet). Die Entrichtung des Zakat ist für jede/n Muslim Pflicht, sofern es ihr oder ihm möglich ist. 

Anschließend ist es üblich, sich mit der Familie und Verwandten zum gemeinsamen Festessen und Feiern zu treffen. Geschenke, wie beim christlichen Weihnachtsfest, sind üblich und Süßigkeiten sind beliebt – daher der Name „Zuckerfest“. Mancherorts wird das Fest auch mit Lichterumzügen und Volksfesten gefeiert. 

Wer Freunden und Bekannten alles Gute wünschen möchte, kann beispielsweise auf folgende Glückwünsche zurückgreifen:

„Eid Mubarak“ (arabisch)

„Bayram mübarek olsun“ (türkisch) – „Ich wünsche ein gesegnetes Fest!“ oder

„Ramazan bayramin mübarek olsun.“ (türkisch) – „Wünsche ein gesegnetes Ramadanfest.“

Der islamische Kalender ist ein Mondkalender, welcher auf der Grundlage der Mondphasen berechnet wird. Ein neuer Monat beginnt, wenn die zunehmende Mondsichel am Himmel sichtbar ist. Das variiert bei den weltweiten Zeitzone und so kann ein muslimischer Feiertag, je nach Land und Zeitzone, an verschiedenen Tagen stattfinden. Das 12-monatige Mondjahr ist etwa 11 Tage kürzer als beim gregorianischen Sonnenkalender (der 365-Tage-Kalender).

RAMADAN (arab.) – die brennende Hitze, die Trockenheit, der sonnenverbrannte Sand

Der Ramadan, der neunte Monat im islamischen Kalender, der Fastenmonat der Muslime, beginnt in diesem Jahr 2022 am 02. April und endet am 02. Mai. Das genaue Datum variiert aufgrund der geographischen Lage der verschiedenen Länder.

Der Mondmonat beginnt mit dem Neumond und erst wenn die Sichel des neuen Mondes (arabisch: hilal) am Himmel zu sehen ist, beginnt der Ramadan. Dieses Datum wird auch als „Geburt des neuen Mondes“ bezeichnet.

Der Ramadan erinnert an die Offenbarung im Jahre 610 durch den Erzengel Gabriel an den Propheten Mohammed. Die Nacht, in der die ersten Koranverse herabgesandt wurden, bezeichnet man als „Nacht der Bestimmung“ (arabisch: lailat-ul qadr).

Das Fasten (arabisch: Siyâm) ist das wichtigste Gebot im Ramadan und gehört zu den „fünf Säulen des Islam“ (Glaubensbekenntnis, Gebet, Almosensteuer, Ramadan, Pilgerfahrt). In der Sure 2,187 steht: „…Und esst und trinkt bis der weiße Faden von dem schwarzen Faden der Morgendämmerung für euch erkennbar wird. Danach vollendet das Fasten bis zur Nacht….“. So wird im Ramadan zwischen der Morgendämmerung und dem Sonnenuntergang nichts gegessen und getrunken, auch auf Rauchen und Geschlechtsverkehr wird verzichtet. 

Der Koran und der Islam geben auch Möglichkeiten zur Ausnahme, da manchen Menschen das Fasten gesundheitlich schaden kann. Kranke, Altersschwache, Schwangere, stillende Mütter und Frauen in der Menstruation sind davon ausgenommen. Es gibt auch die Möglichkeit den versäumten Fasttag nachzuholen. Personen, wie chronisch Kranke, sollen für jeden im Ramadan versäumten Fasttag einen Bedürftigen speisen oder einen kleinen finanziellen Betrag für Arme spenden (arabisch: fidya).

Kinder beginnen erst mit dem Eintritt der Pubertät zu fasten. Viele Kinder üben das Fasten aber schon vorher. Sie verzichten zum Beispiel auf Süßigkeiten oder fasten nur einen halben Tag.

Die Fastenpflicht lehrt, Gottes Gaben wie Essen und Wasser zu schätzen, indem man am eigenen Leib erfährt, wie sich Hunger und Durst anfühlen. Es ist auch eine Reinigung für Körper, Geist und Seele, ein sich bewusst machen, dass der Wohlstand in dem wir leben keine Selbstverständlichkeit ist. Solange der Fastende nicht von jeder üblen Tat, von jedem schlechten Wort und Gedanken ablässt, hat er sein Ziel nicht vollends erreicht. Barmherzigkeit wird groß geschrieben: jeder soll bedürftigen Menschen helfen, wie es ihm möglich ist, beispielsweise einen Bedürftigen speisen. Zudem beschäftigen sich die Gläubigen im Ramadan intensiver mit Beten oder dem Lesen des Korans.

Jeden Tag nach Sonnenuntergang findet das Fastenbrechen statt, das mit einem Gebet eingeleitet wird. Vor dem anschließenden Abendessen (arabisch: iftar) im Familienkreis wird traditionell eine Dattel gegessen mit einem Schluck Wasser dazu. Einladungen an Verwandte und befreundete Familien zu einem gemeinsamen Iftar gehören dazu. Auch in den Moscheen wird gefeiert, wo Essen an Bedürftige und Mitglieder ausgegeben wird.

Mit dem Ramadanfest, das Fest des Fastenbrechens (Eid al-Fitr), wird der Ramadan beendet. Es dauert drei Tage und ist eines der wichtigsten Feiertage. Der erste der drei Festtage wird mit einem gemeinsamen Gebet in der Moschee begonnen. Die Gläubigen bitten Allah darum, ihre Gebete und Mühen während des Ramadans anzuerkennen und Fehler zu verzeihen. Man beglückwünscht sich gegenseitig. In diesen Tagen werden Verwandte besucht, wobei traditionell die Jüngeren zu den Älteren kommen. Kinder werden beschenkt und es wird mit köstlichen Speisen und Spezialitäten ausgiebig im Familienkreis gefeiert.

“Wenn sich jemand nicht der Falschheit in Wort und Tat enthält, dann liegt Allah nichts daran, dass er sich des Essens und Trinkens enthält.” (Prophet Muhammad)

Zitat aus: Islamisches Zentrum Wien, „Fasten im Ramadan“

Der Valentin und die Liebe …

Wer war der heilige Valentin, dessen Sterbetag der 14. Februar 269 ist? 

Der Hl. Valentin war Bischof der nördlich von Rom gelegenen Stadt Terni, wo ihm Christen wie auch Heiden hohe Achtung zollten. Er gilt als der Patron der Verliebten und der Brautleute. 

Der damalige römische Kaiser verlangte von ihm, dass er sich zum römischen Glauben bekehren solle. Er weigerte sich und wurde folglich von einem kaiserlichen Berater in Gewahrsam genommen. Valentin heilte die blinde Tochter dieses Mannes. Zum Dank ließ sich die Familie des Mannes taufen. Valentin wurde enthauptet und auch die Familie des Mannes fand den Tod. 

Eine andere Legende erzählt, das Bischof Valentin einem verliebten Paar zur Flucht und gegen den Willen der Eltern zur Ehe verholfen habe. So gilt er auch als Stifter glücklicher Ehen mit „Hindernissen“. 

Seit dem Jahr 350 wird der Valentinstag am 14. Februar gefeiert. Da die geschichtlichen Quellen über seine Person zu vielfältig und zu unklar sind, wurde der Tag beim Zweiten Vatikanischen Konzil im Jahr 1965 vom kirchlichen Heiligenkalender gestrichen. 

Die Volkstraditionen an diesem Tag sind jedoch erhalten geblieben. 

Im Mittelalter glaubte man, dass die Vögel am 14. Februar mit der Paarung beginnen. Auch das ist eine mögliche Erklärung für die Verbindung des Namens Valentin mit den Liebenden. 

Eine andere Theorie beruft sich auf das normannische Wort Galantin (Ein Galan ist ein vornehm auftretender Liebhaber). Mit einem V wurde aus dem „Galantin’s-Tag“ der Valentinstag.

Ein weiterer Ursprung wird im römischen Fest der „Lupercalia“ vermutet. Die Namen junger Mädchen wurden auf Zettel geschrieben und unter den Burschen verlost. So kamen diese unkompliziert für das nächste Jahr, oder zumindest für den Festtag, zu einer Begleitung. 

In Frankreich, Belgien und England wurden seit Ende des 14. Jahrhunderts junge Paare durch das Los als Valentin und Valentine füreinander bestimmt. Durch einen Geschenketausch waren sie bis zum nächsten Valentinstag, verlobungsähnlich, miteinander verbunden.

In England war zeitgleich der Glaube, dass die erste Person des anderen Geschlechts, welche man in der Früh des 14. Februar sieht, die einzige und die wahre Liebe ist. 

Im 17. Jhd. entwickelte sich im angelsächsischen Raum der Brauch, an den/die Liebsten selbst gebastelte Valentinskarten zu schicken. Im 18. Jhd. wurden die ersten kommerziellen Grußkarten produziert.

„Durch die Blume“ ließen sich Wünsche, Bitten und Hoffnungen ausdrücken und es entstand mit der Zeit eine Geheimsprache. Nicht nur den Farben und den Sorten, sondern jedem einzelnen Detail eines Straußes wurde eine eigene Bedeutung zugeschrieben. Diese Codes sind heute noch gültig. Sie waren regional verschieden und kompliziert wie eine Fremdsprache, sodass bald eigene Wörterbücher über die Sprache der Blumen geschrieben wurden. Mittlerweile gehört es zum Sprachgebrauch und Allgemeinwissen, dass rote Rosen „Ich liebe dich“ sagen.

Lady Mary Wortley Montagu schrieb im 18. Jhd., in ihren „Briefen aus Istanbul“, über die im Orient vorherrschenden Bedeutungen einzelner Blüten. Charlotte de Latour schreibt 1829 in ihrem Buch „Die Blumenpracht oder Symbolik des Pflanzenreichs“, über die versteckte Erotik und Sprache der Blumen. Eine Sprache, die trotz WhatsApp und SMS nach wie vor aktuell ist.

Der verschwundene Feiertag!

Mariä Lichtmess und der Schlenkerltag

02.02.2020

Früher wurde die Weihnachtszeit am 2. Februar beendet. An diesem Tag wurden von den Katholiken die Weihnachtskrippen und die Christbäume abgebaut und verräumt. Aus dem heutigen Alltag ist das Fest fast verschwunden.

Bis 1969 hieß dieser Tag in der katholischen Kirche „Mariä Reinigung“. Laut den damaligen Vorschriften und Bräuchen galt eine Frau 40 Tage nach der Geburt eine Kindes als unrein und musste 40 Tage nach der Geburt ein Reinigungsopfer in den Tempel bringen. Das Opfer war meist ein Pärchen Turteltauben. Da Jesus der erstgeborene Sohn war, galt er als Eigentum Gottes. So wurde auch er von seinen Eltern im Tempel vor Gott „dargestellt“ und „ausgelöst“. Deshalb wird Mariä Lichtmess auch „Fest der Darstellung des Herrn“ genannt.

Maria und Josef, die Eltern Jesus, begegneten dort dem greisen Simeon und der 84jährigen Prophetin Hannah, die das Kind als Messias (Der Gesalbte) erkannte und lobpries. Hannah bekräftigte die prophetische Rede Simeons, der darauf vertraute, dass er erst sterben wird, wenn er den Messias gesehen hat. Noch heute wird im Gottesdienst an diesem Tag folgendes vorgelesen: Der Alte stimmte ein Loblied auf das Kind an und pries es als Messias: „Denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, den du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel“.

Hannah hatte ein schweres Lebens hinter sich. Sieben Jahre nach ihrer Heirat wurde sie Witwe. Für eine kinderlose und verwitwete Frau war es in der damaligen Zeit schwierig in der Gesellschaft einen Platz zu finden. So war sie ab diesem Zeitpunkt darauf angewiesen, von der Gemeinschaft unterstützt zu werden. Hannah entschloss sich für ein Leben des Fastens und des Betens im Tempel. 

Seit der Liturgie-Reform 1970 endet in der katholischen Kirche die Weihnachtszeit am Sonntag nach dem Dreikönigstag, der am 6. Januar gefeiert wird. Seit 1997 gilt der 2. Februar in der katholischen Kirche auch als  „Tag des geweihten Lebens“, ein Tag des Dankes und der Bitte für die Menschen, die sich ganz Gott zur Verfügung stellen. Bis 1912 beispielsweise war der 2. Februar in Bayern ein gesetzlicher Feiertag.

Der 2. Februar war auch im Bauernjahr von großer Bedeutung und galt als Zahl- und Zinstermin. An diesem Tag konnten sich die Mägde und Knechte bei ihrem Dienstherrn neu verpflichten oder den Arbeitgeber, bzw. Hof, wechseln. Zu Martini (11. November) wurde dem Arbeitgeber mitgeteilt an Lichtmess wechseln zu wollen. Der Lohn, in Form von Geld oder Naturalien wurde am 2. Februar ausbezahlt. Meist war es der einzige Tag im Jahr, wo der Lohn ausbezahlt wurde. Oftmals erhielten die Mägde als Lohn einen neuen Kittel und die Knechte ein Paar neue Schuhe. Auch das Dienstbuch wurde dem Arbeitnehmer zurückgegeben. Darin stand dann oftmals zu lesen: „Bis Lichtmess treu gedient.“

Die Dienstboten mussten sich bei einem Wechsel auch oft von ihrem Kleinvieh (wie Hühner, Tauben oder Kaninchen) trennen, denn nicht jeder Bauer gestattete seinen Dienstboten die Haltung. Folglich wurden zu diesem Datum viele Tiere auf Tiermärkten verkauft. Im oberösterreichischen Wels findet heute noch der Glanglmarkt (glangln ist Dialekt und heißt herumziehen) statt. Er ist Österreichs größter Kleintiermarkt mit über 10.000 Tieren und wird jedes Jahr von zahlreiche Schaulustigen und Käufern besucht.

Der neue Dienst und das neue bäuerliche Arbeitsjahr startete am Tag der Heiligen Agatha, dem 5. Februar. Die Tage dazwischen nannte man „Schlenkerltag“ oder „Schlenkerlweil“. Es wurde gefeiert und die Familie besucht bis der neue Dienst begann.

An Mariä Lichtmess findet in der katholischen Kirche auch die Kerzen- und Wachsweihe statt. Die Kerzen für die Weihe hatten früher oft bestimmte Farben: neben den Alltagskerzen waren die Seelenkerzen zum Anzünden für die Verstorbenen bunt, die Wetterkerzen als Schutz vor nahenden Unwetter und Gewitter schwarz und die Rosenkranzkerzen, die beim Beten des Rosenkranz verwendet wurden, waren gelb. Symbolisch war das Fest und die damit verbundene Lichterprozessione auch ein Zeichen für das länger werden der Tage. Der Volksmund schlägt einen Bogen vom Martinstag am 11. November hin zu Lichtmess: „Martin zünd’s Licht an; Maria bläst’s wieder aus.“

Übernommen wurde das Fest wahrscheinlich, wie auch die Lichterprozession – aus dem Morgenland. 

Der Hl. Thomas, das persische Fest Yalda und deren Zusammentreffen in der Nacht der Wintersonnenwende

21. Dezember

Als Thomastag gilt in der evangelischen und anglikanischen Kirche der 21. Dezember. In der römisch-katholischen Kirche wurde der Gedenktag im Jahr 1970 auf den 3. Juli geändert. Im Volksmund wird weiterhin der 21. Dezember als Thomastag gesehen und die Nacht vom 21. auf den 22. Dezember, die längste Nacht des Jahres, als Thomasnacht bezeichnet. 

Wer war dieser Thomas? Jesus wählte 12 Männer (die Apostel), die mit ihm zusammen durch das Land zogen und die frohe Botschaft (die Botschaft, die Gott durch ihn an die Menschen richtete) verkündeten. Mit ihnen teilte Jesus sein Leben und feierte gemeinsam mit ihnen sein letztes Abendmahl. Nach seinem Tod sahen sie es als Auftrag an, sein Werk weiter zu führen und die christliche Botschaft zu verbreiten. Bis zu seiner Berufung als Apostel war Thomas ein Fischer aus Galiläa. Der Geschichte der  Thomas-Christen zufolge, ist Thomas im Jahr 40 in Richtung Osten aufgebrochen und lehrte das Christentums im frühen Persien und schließlich im westlichen Indien, wo er im Jahr 72 in der indischen Stadt Chennai, dem früheren Madras, von einem Pfeil getötet wurde. Die Thomas-Christen an der Südwestküste Indiens führen ihr Christentum auf ihn zurück. Auf dem „Saint Thomas Mount“ erbauten sie 1547 eine Kirche mit einem Thomaskreuz in dem sich der Ausdruck über die „Freude der Auferstehung Jesu“ in den Symbolen wiederfindet. Der leblose Korpus von Jesus fehlt, stattdessen stehen drei Stufen für das Leiden auf dem Berg Golgatha. Die Arme des Kreuzes enden jeweils in einer Blütenknospe, stellvertretend für die Auferstehung und neues Leben. Die Taube auf der Spitze steht als Zeichen für das Wirken des Heiligen Geistes.

In der Thomasnacht gibt es im Brauchtum eine Reihe von Liebesorakeln darunter auch der Glaube, dass man in dieser Nacht seinen Liebsten erkennen wird. Der Thomastag gilt auch als der beste Holzschlagetag im ganzen Jahr. An diesem Tag gefälltes Holz gilt als ewig haltbar, da es nicht „schwindet“, also sein Volumen nicht verringert.

Yalda

An diesem Tag bzw. in dieser Nacht der Wintersonnenwende am 21.12.,  wird im Orient das Fest YALDA, persisch Šab-e Yald  („Geburt“ der wieder längeren Tage und damit der Sonne), gefeiert. Im iranischen Kulturkreis wird Yalda als Geburt des Lichts bzw. der Sonnengottheit Mithra verstanden und ist eines der wichtigsten Feste des Zoroastrismus. Es symbolisiert auch den Sieg des Lichtes über die Dunkelheit.

Weil Yalda die längste und dunkelste Nacht ist, wird sie in der persischen Dichtung gerne symbolisch als Trennung vom Geliebten, für Einsamkeit und Warten verwendet. Nach Yalda ist das Warten vorbei, Licht scheint und Güte und Liebe herrschen.

In der Geschichte wird erzählt, dass an diesem Tag die Herrscher von ihrem Thron stiegen, ihre Diener nach Hause schickten und die Nacht in den umliegenden Dörfern verbrachten um ihren Untertanen zuzuhören.

Es gibt natürlich viele Traditionen, Bräuche und Riten rund um das Fest. Das Essen von Wassermelonen in dieser Nacht soll Husten und Schnupfen im kommenden Jahr fern halten. Beim Genießen von  Pistazien, Haselnüsse, Mandeln und Walnüssen hat man einen Wunsch frei, der in Erfüllung gehen soll.

Rosinen, getrocknete Aprikosen, geröstete Kichererbsen und Maulbeeren gehören auch auf die Festtafel. Die roten Granatäpfel stehen für die Farbe der Morgendämmerung und des Lebens, die den Glanz Mithras hervorrufen. Ein Tisch wird in einen Korsi umgewandelt, die altpersische Heizung. Dafür wird über einen niederen Tisch eine oder nach Bedarf mehrere große Decken gelegt die bis auf den Boden reichen. Unter dem Tisch steht ein Ofen oder ein Becken mit glühender Kohle. Die rundum Sitzenden geben ihre Füße unter die Decke und diese wärmen folglich den restlichen Körper. 

Die Gedichte des berühmten persischen Dichters Hafis  sind ebenfalls ein sehr wichtiger Bestandteil von Yalda (Mohammed Schemsed-Din Hafis, genannt Hafis, wurde um 1320 geboren und starb 1389 in Schiraz/Iran. Von ihm stammt das bedeutendste Werk der mittelalterlichen persischen Dichtung – der Diwan. Goethe inspirierte er zu dessen umfangreichster Gedichtsammlung, dem West-östlichen Diwan.). Mit geschlossenen Augen wird eine Seite des Gedichtbandes aufgeschlagen. Das Gedicht auf dieser Seite gilt als Weissagung und über die Deutung wird nicht nur an diesem Abend diskutiert und philosophiert.

Ich wünsche Euch für den Abend und die Nacht der Wintersonnenwende, dass Eure Wünsche in Erfüllung gehen mögen und gebe Euch noch einen meiner Lieblingsätze aus einem Gedicht von Hafis in diese Nacht mit – ein ganz wunderbarer Satz über die Liebe:

„Ein Augenblick wahrer Liebe hält tagelang an.“

Aus „I heard God laughing“ Gedichte von Hafiz von David Ladinsky, hier übersetzt ins Deutsche von Joachim Schneider

Was haben die Hl. Barbara und Omar Khayyam gemeinsam?

04. Dezember

Am 4. Dezember ist der Gedenktag der Heiligen Barbara von Nikomedien. Sie wurde, einer der vielen  Legende nach, im 3. Jahrhundert in Nikomedia (Kleinasien) von ihrem Vater Dioskuros, einem reichen Geschäftsmann, in einen Turm gesperrt und später geköpft, weil sie sich weigerte einen heidnischen Ehemann zu heiraten. Die Legende erzählt, dass sich auf ihrem Weg in den Turm ihr Kleid in einem Kirschbaum verfing und einen Ast abbrach. Als Barbara, in ihrem Gefängnis angekommen, den verdorrten Kirschzweig bemerkte, begann sie ihn mit Wassertropfen zu benetzten. Am Tag ihres Todes soll der Zweig geblüht haben.

Dem Brauch nach werden an ihrem Todestag, dem 4. Dezember, Kirschzweige ins Haus geholt und in eine Vase gestellt. Wenn diese zu Weihnachten blühen, dann wird Glück und Positives im kommenden Jahr Einkehr halten.

Es wird auch von einem Liebeszauber berichtet: Verliebte Frauen stellen für jeden Verehrer einen Kirschzweig auf. Der Zweig, welcher als erster zu blühen beginnt, weist auf den Zukünftigen hin.

Die Hl. Barbara ist auch die Schutzpatronin der Bergleute und Geologen. Die Knappen im Bergwerk erhielten am Barbaratag das Barbaralicht, welches vor Unheil schützen sollte. Bei Bergwerken, bei Geologischen Ämtern und in Geologischen Instituten wird Anfang Dezember oftmals eine Barbarafeier abgehalten. In Italien ist der Aberglaube verbreitet, dass die Hl. Barbara den Lottospielern die richtigen Zahlen im Traum erscheinen läßt.

Der 4. Dezember ist auch der Todestag des berühmtens Dichters Hakim Abul Fath Ghiaseddin Omar Khayyam, kurz genannt Omar  Khayyam (Omar der Zeltmacher). Er  lebte von 1048 bis 1131 in Nishabour, einer Stadt in der persischen Provinz Khorasan. Er war ein bedeutender Mathematiker, Astronom und Rechtsgelehrter, ein Mystiker und Universalgelehrter seiner Zeit. Der moderne iranische Kalender beruht auf seinen Berechnungen.

Ruhm erlangte Omar Khayyam auch als Verfasser der Gedichte- und Sinnsprüchesammlung „Rubaiyat“. Ein Rubai besteht aus nur vier Zeilen, dessen Charakteristikum das Reimspiel ist, welches Khayyam zur Vollendung brachte. Die erste, zweite und vierte Zeile enden im selben Reimklang, während die dritte Zeile reimlos bleibt. Das Schema nennt sich ‚aaba‘, und gehört zu den ältesten Formen der persischen Dichtkunst. Der Rubai endet oft mit einer überraschenden Wendung, die zum Nachdenken bringt und jeder Rubai ist ein in sich abgeschlossenes Werk.

"Das ich geboren war, verdank ich Deiner Huld, 

mein hohes Alter Deiner Langmut und Geduld,

 nach hundertjährigem Sündenleben will ich sehn, 

ob Deine Gnade größer oder meine Schuld."

Lit. Jahrbuch 12 (1973), Band 1971 von W. Gerdemann

Die Beschäftigung mit der Dichtkunst gehört im Orient seit jeher zur Bildung und Khayyams Gedichte zählen zu den berühmtesten Werken der persischen Dichtung.

Edward Fitzgerald (1809-1883), ein englischer Dichter und Schriftsteller, war von Khayyams Rubaiyat begeistert und übersetzte es mit einer sehr freien Anpassung und Auswahl der Verse. Seine Version gilt als Klassiker der englischen Literatur.