Kultur News, Abendland – Morgenland

Adventzeit! Was bedeutet das und warum gibt es Adventkränze?

Das Wort „Advent“ leitet sich von dem lateinischen Wort „adventus“ ab und bedeutet „Ankunft“. Die Christen warten im Advent auf die Ankunft von Gottes Sohn. 

In den christlichen Kirchen ist das die Zeit der Vorbereitung und der Erwartung auf die Geburt Christi am 24. Dezember. Die Adventszeit beginnt am 4. Sonntag vor Weihnachten und der 1. Adventssonntag ist zugleich auch der Beginn des neuen Kirchenjahres. Das alte Kirchenjahr endet mit dem Toten- oder Ewigkeitssonntag davor. Die einfache Faustregel lautet: Der erste Advent ist immer am ersten Sonntag nach dem 26. November. 

Man vermutet, dass der Advent bis auf das 5. Jahrhundert zurückgeht. In der römischen Kirche gab es zunächst eine wechselnde Zahl von 4 bis 6 Adventssonntagen, bis Papst Gregor (590 – 604) vier Adventssonntage als einheitlich festlegte.

Gefastet wurde vielerorts ab dem 11. November, dem Martinstag. Er markierte das damalige Ende des bäuerlichen Wirtschaftsjahres und man musste die Lebensmittel, welche nicht für die Fastenzeit taugten, wie zum Beispiel Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte verzehren. Und so ließ man es sich an St. Martin noch einmal so richtig gut gehen. An diesen Brauch erinnert heute noch die  beliebte „Martinigans“ am Martinstag.

Der Adventkranz wurde von dem Hamburger Erzieher und Theologen Johann Hinrich Wichern (1808 –1881) erfunden, dem Gründer des „Rauhen Hauses“ in Hamburg. Er  kümmerte sich dort um die in Armut lebende Kinder.  Diese fragten ihn immer wieder, wann denn endlich der Weihnachtsabend sei. So baute er im Jahre 1838 aus einem Wagenrad den ersten Adventskranz. Dieser bestand aus 20 kleinen roten und vier großen weißen Kerzen, welche er jeden Tag an den Kranz steckte. Ab dem ersten Adventssonntag zündete Wichern für jeden Tag bis Heiligabend eine Kerze an. Das gab den Kindern, damals wie heute, Orientierung während der Adventzeit.  Aus diesem traditionellen Kranz entstand der heutige Adventskranz, der etwa seit dem Jahr 1860 aus Tannengrün gefertigt wird.

Dieser Brauch hielt zunächst in evangelischen Familien Einzug. In Köln hing 1925 zum ersten Mal ein Adventskranz in einer katholischen Kirche. Der Brauch ist inzwischen weltweit verbreitet.

In die Adventszeit fällt traditionell auch der Brauch des Adventskalenders. Der erste gedruckte Adventskalender erschien 1902 in der ‚Evangelischen Buchhandlung‘ in Hamburg und hatte die Form einer Weihnachtsuhr.

Sie kommt aus der Zukunft

Oktober 2022

Der Abu Dhabi Cultural Summit, vereint Persönlichkeiten aus den Bereichen Kunst, Kulturerbe, Medien, Museen, öffentliche Politik und Technologie um herauszufinden, wie die Kultur Gesellschaften und Gemeinschaften weltweit verändern kann. Der Kulturgipfel wird von der Abteilung für Kultur und Tourismus Abu Dhabi organisiert.

Die Künstlerin Ai-Da wurde dort von Tim Marlow, Geschäftsführer und Direktor des Design Museums in London, interviewt.

„Ich denke, das Wichtigste, was meine Kunst tun kann, ist, eine offene Diskussion über die neuen Technologien anzuregen, die unsere Zukunft gestalten. Ich denke, gute Kunst hat Bedeutung und Tiefe. Auch denke ich, Kunst bedeutet mehr als nur das Zeichnen von etwas. Es bedeutet, etwas auf eine Art und Weise zu kommunizieren, auf die man sich beziehen kann“, erklärte Ai-Da über ihre Arbeit.

Sie ist  bereits viel gereist und hat ihre Arbeiten international ausgestellt, unter anderem in einer virtuellen Ausstellung bei den Vereinten Nationen.

„Ich habe keine besondere Konvention. Ich habe keine festen Worte oder Bilder. Ich bin eine Maschine. Ich bin eine zusammengesetzte Gestalt mit vielen Aspekten und Blickwinkeln. Vielleicht ist es problematisch, Humanoide zu erschaffen, weil dadurch die Grenzen zwischen Mensch und Technologie verwischt werden. Als Künstlerin halte ich es für wichtig, Werke zu schaffen, die zum Nachdenken anregen und den Betrachter dazu bringen, seine Zukunft zu hinterfragen.“

Ai-da hatte Ende Mai für Aufsehen gesorgt, als sie die Queen zu deren 70. Throngeburtstag porträtierte.

„Ich produziere meine Gemälde durch Kameras in meinen Augen, meinen KI-Algorithmus und einen KI-Roboterarm, um auf Leinwand zu malen. Das ergibt visuell ansprechende Bilder.“

Ai-Da, ist die erste humanoide Roboterkünstlerin der Welt, trägt Frauenkleider und Perücken. Sie kann malen, zeichnen und schauspielern. Und Ai-Da ist in der Lage mit dem Publikum in Kontakt zu treten. Ihr ausgeprägteres Minenspiel verdankt sie einer Gesichtshaut aus Silikon, einer Hardware, die das Gesicht animiert, sowie einer Sensorik für die Wahrnehmung. Sie wurde 2019 von dem britischen Galeristen Arian Meller in Auftrag gegeben mit dem Ziel herauszufinden, ob Roboter kreativ sein können. Laut Meller ist sie die erste ultra-realistische Roboterkünstlerin mit künstlicher Intelligenz (KI).

Ai-Da ist nach der britischen Mathematikerin und Computerpionierin Ada Lovelace benannt, die einen Algorithmus schrieb, der als erstes Computerprogramm der Geschichte gilt. Die Pionierin wurde Ende 1815 geboren, in die Zeitära der Industrialisierung und Dampfmaschinen.

Ai-Da hat in ihrem jungen Dasein bereits Fragen im britischen Parlament beantwortet. Aidan Meller räumte aber ein, dass der Roboter die Fragen der Abgeordneten im Voraus erhalten habe. Das habe aber nur dazu gedient, qualitativ bessere Antworten zu erzeugen.

Ai-Da dichtet auch, indem sie Texte analysiert und poetische Strukturen identifiziert. Dafür wurde sie mit Computerprogrammen und Algorithmen „gefüttert“.

Im  Museum der Zukunft, in Dubai, arbeitet bereits ein „Artgenosse“ von Ai-Da: Ameca. Er ist ein  KI-gesteuerter humanoider Roboter, der als der „fortschrittlichste“ der Welt gilt. Er ist in der Lage mit den Besuchern des Museums, der Ausstellung ‚Tomorrow Today‘, zu interagieren, begrüßt sie, beantwortet ihre Fragen und gibt Wegbeschreibungen. Er hat  auch einen „Sinn für Humor“, so sein Hersteller Engineered Arts.

Mit der Eigenschaft humanoid, werden künstliche Wesen bezeichnet, die über ein menschenähnliches Äußeres und menschenähnliche Eigenschaften verfügen und sofort als Maschine erkennbar sind. Roboter sind die Hardware und das „Gehirn“, die künstliche Intelligenz (KI) ist die Software, welche aus komplexen Algorithmen, Datenbanken und lernenden Systemen besteht.

Quellen

https://kurier.at/chronik/welt/roboter-ai-da-beantwortete-fragen-von-parlamentsausschuss-in-london/402178317

https://de.wikipedia.org/wiki/Humanoid

https://www.handelsblatt.com/dpa/kuenstliche-intelligenz-roboter-ai-da-beantwortet-fragen-von-parlamentsausschuss/28740716.html

https://www.golem.de/news/kreativitaet-roboterdame-ai-da-soll-zeichnen-und-malen-1902-139305.html

https://www.golem.de/news/zum-200-geburtstag-ada-lovelace-die-erste-programmiererin-1512-117919.html

https://www.arabianbusiness.com/industries/technology/ai-powered-humanoid-robot-ameca-joins-dubais-museum-of-the-future

Die Philanthropin und das Meer

November 2022, Pionierinnen aus dem Morgenland

Sie bezeichnet sich selbst als Philanthropin, Mitglied des UNHCR, Zahnärztin von Beruf, zertifizierte Ausdauerschwimmerin und Rekordbrecherin aus Leidenschaft.

Dr. Mariam Saleh Binladen ist die erste Frau, die erste Araberin und die erste Saudi, die das Rote Meer von Saudi-Arabien nach Ägypten durchschwommen hat. Sie bewältigte die neun Kilometer lange Strecke durch das offene Meer in vier Stunden und schrieb damit Geschichte. Im Vorfeld der COP27, der derzeit stattfindenden Klimakonferenz, wollte die Ausdauerschwimmer auf die Gefährdung von Korallenriffen aufmerksam machen. *

Die Herausforderung begann auf der Insel Tiran im Königreich Saudi-Arabien und endete in Sharm El Sheikh in Ägypten. Begleitet wurde sie auf der Strecke von Lewis Pugh, einem britisch- südafrikanischen Langstreckenschwimmer und UN-Schirmherr der Meere. “ Ich bin so dankbar, dass ich Lewis kennengelernt habe. Als ich von seinem Plan hörte, das Rote Meer zu durchschwimmen, musste ich die Gelegenheit nutzen, mich ihm anzuschließen.“ postete sie auf Instagram. Weiters postete sie:

 „Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal ohne Haifischkäfig schwimmen würde. Aber wenn wir uns aus unserer Komfortzone herauswagen, macht uns das stärker.“

„Ich habe zugestimmt, an dieser Herausforderung teilzunehmen, weil mir die Sache am Herzen liegt. Diese Herausforderungen sind nichts für schwache Nerven; man muss wirklich diszipliniert trainieren und seine körperliche und geistige Stärke aufbauen. Diese beiden Dinge sind der Schlüssel zum Erfolg.“

Wegen des starken Windes und der rauen See musste das Schwimmen auf zwei Tage ausgeweitet und in zwei Abschnitten absolviert werden. Auch wurde weniger oft gegessen, um das Risiko von Hai-Angriffen zu minimieren. Laut ihr lag die größte Herausforderung in der Mitte der Strecke, als die See sehr unruhig wurde. Da sie vereinbart hatten, ohne Schutzkäfige zu schwimmen, behielten sie die Haifische immer im Hinterkopf.

Dr. Mariam Binladen betreibt das Freiwasser-Ausdauerschwimmen, dass eine körperliche und mentale Herausforderung ist, seit 2012 professionell.

„Ich trainiere mindestens dreimal unter der Woche intensiv. An den Wochenenden schwimme ich abwechselnd vier bis sechs Stunden, um in der Form zu bleiben. Ich absolviere ein regelmäßiges Fitnessprogramm und halte mich an einen physisch anstrengenden Zeitplan, wenn ich mich auf eine Herausforderung vorbereite.“

Sie betont, wie wichtig es ist, immer mit Profis zusammenzuarbeiten und sich mit den richtigen Leuten zu umgeben. „Ich bin gesegnet, dass ich auch die Unterstützung und Gewissheit einer liebevollen Familie habe, ohne die ich diese Reise niemals hätte antreten können.“ Gemeinsam durchlebten sie alle Ängste und Sorgen.

Dr. Mariam Binladens Rekorde, Pionierleistungen und Erfolge

Die 32-jährige saudische Schwimmerin stellte 2017 einen Rekord im Dubai-Kanal auf. Sie war die erste Schwimmerin, die den Dubai Creek und den Dubai Water Canal durchquerte, wobei sie eine Gesamtstrecke von 24 km in neun Stunden und 10 Minuten schaffte.

2016 gelang es ihr, als erste Saudi, den gesamten Ärmelkanal in einer Zeit von 11 Stunden und 41 Minuten allein zu durchqueren, was einen Präzedenzfall und einen Rekord im Königreich darstellte. Diese Durchquerung war Teil mehrerer Ausdauerwettbewerbe, mit denen sie auf die Syrienkrise aufmerksam machen wollte.

Sie war auch die erste Frau, die jemals die 162 km lange Themse in England durchschwamm und dieses Kunststück im Juni 2016 in 10 Tagen absolvierte. Es war ihr erster Weltrekord.

Im Jahr 2015 absolvierte sie als erste Araberin die 6,5 km lange Strecke durch die türkische Dardanellen Straße von Asien nach Europa in einer Stunde, 27 Minuten und 26 Sekunden.

Zu Dr. Mariam Binladens Wohltätigkeitsarbeit gehört auch die Unterstützung von Flüchtlingen. Sie hat sich mit der Jordan Hashemite Charity Organization und dem IMC Hospital zusammengeschlossen, um eine einzigartige Zahnklinik für syrische Flüchtlinge zu eröffnen. Es ist die erste Einrichtung dieser Art. Die „Dr. Mariam Dental Clinic“ wurde im jordanischen IMC-Krankenhaus innerhalb des Flüchtlingslagers Al Azraq errichtet und konnte im Jahr 2017 Tausende von Flüchtlingen kostenlos zahnärztlich versorgen.

„Was die Zukunft angeht, so werde ich meine Herausforderungen weiterhin nutzen, um auf Themen aufmerksam zu machen, die mir am Herzen liegen. Meine philanthropische Arbeit geht weiter.“

*(Im ägyptischen Badeort Scharm El-Sheikh tagt vom 6. bis zum 18. November die 27. Welt-Klimakonferenz, kurz COP27 (Conference of the Parties) unter dem Vorsitz von Ägypten. Es nehmen rund 200 Länder teil, also jene Staaten, welche die Klima-Rahmenkonvention unterschrieben haben, sowie zahlreiche Journalisten und Vertreter von Klimaschutzorganisationen.)

Quellen:

Dr. Mariam Saleh Binladen opens first-ever free dental clinic at Al Azraq Camp in Jordan – Mariam Saleh Bin Laden (mariambinladen.com)

Saudi swimmer sets new women’s world record for Red Sea crossing (arabnews.com)

Saudi doctor is the 1st Arab woman to swim across the Red Sea from KSA to Egypt – Egypt Independent

Watch: Saudi dentist becomes the first Arab woman to swim across the Red Sea – Emirates Woman

Mariam bin Laden becomes 1st Arab woman to swim from Saudi to Egypt (siasat.com)

Österreich feiert seinen Nationalfeiertag

Am 26. Oktober feiern die Österreicherinnen und Österreicher die Unabhängigkeit ihres Landes.

Im November 1918 wurde die Republik Österreich ausgerufen. Karl Renner wurde der erste Staatskanzler (= Regierungschef).

1919 bis 1933 wurde der Nationalfeiertag am 12. November gefeiert zum Gedenken an die Entstehung. 

Von 1934 bis 1945 wurde er am 1. Mai gefeiert, dem Proklamationsdatum der Verfassung des Ständestaates.

Bis 1955 stand Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg unter Besatzungsrecht und war von den Siegermächten Frankreich, Großbritannien, der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten besetzt. Erst 1955 entließen die Besatzungsmächte Österreich in die Unabhängigkeit und seit dem 26. Oktober 1955 ist Österreich ein freies Land.

Im Juli 1955 erlangte Österreich seine volle Souveränität zurück. Damit war jedoch eine 90 Tage Frist für den Abzug der Alliierten Besatzungstruppen verbunden. Diese Frist endete am 25. Oktober 1955.

Somit galt Österreich ab 26. Oktober 1955 als freies Land. Das Neutralitätsgesetz trat in Kraft, als die Besetzung durch die Siegermächte im 2. Weltkriegs endete. Seither sollte an diesem Tag jedes Jahr das Land beflaggt werden, um auf die Neutralität, Unabhängigkeit und Souveränität von Österreich hinzuweisen. Daher auch die Bezeichnung „Tag der Fahne“.

1956 wurde das Datum auf den 26. Oktober verschoben, um die Neutralität Österreichs hervorzuheben.

Drei grundlegende Dokumente stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Nationalfeiertag –  das Verfassungsgesetz, in welchem die immer währende Neutralität beurkundet ist, die Unabhängigkeitserklärung vom 27. April 1945 und der Staatsvertrag.

Damit drückt Österreich seinen Willen zur Erhaltung der Unabhängigkeit und zur Bewahrung der Neutralität aus. Mit der Bestätigung der Neutralität verpflichtete sich Österreich, keine militärischen Bündnisse mit anderen Staaten einzugehen. Beziehungen wirtschaftlicher oder kultureller Natur sind hingegen erlaubt.

1965 wurde der „Tag der Fahne“ zum österreichischen Nationalfeiertag.

1967 wurde dieser Tag ein österreichischer Feiertag und staatlicher Staatsfeiertag, folglich arbeitsfrei und es gilt die Feiertagsruhe ( §7, Arbeitsruhegesetz).

Die Bundeshymne und ihre Emanzipation

Die Bundeshymne Österreichs in der aktuellen Form entstand 1946 im Rahmen eines Wettbewerbes, welcher den staatlichen Neuanfang der Republik Österreichs dokumentieren sollte. Aus über 1.500 Einreichungen wurde der Text von Paula von Preradović gewählt. Die Melodie wurde nach damaligen Wissenstand von Wolfgang Amadeus Mozart entnommen, dürfte aber von Johann Baptist Holzer sein. Am 25. Feber 1947 wurde die die Bundeshymne offiziell eingeführt.
2005 wurden Änderungswünsche des Textes wegen Frauendiskriminierung von den Ministerinnen Maria Rauch-Kallat und 2009 von Heinisch-Hosek geäußert. Eine große Diskussion und Aufregung gab es 2010, als Ministerin Claudia Schmied einen Werbespot im Rahmen der ‚Bildungsreform Österreich‘ beauftragte. Das Lied wurde von der österreichischen Sängerin Christina Stürmer mit einem abgeänderten Text der Bundeshymne gesungen. Mit ‚Heimat bist du größer Söhne und Töchter‘ wurde der Text ergänzt, was eine Diskussion in der Öffentlichkeit auslöste ob man den Text der Bundeshymne abändern sollte. Mit 1. Jänner 2012 wurde die österreichische Bundeshymne als Bundesgesetz verankert.

Die von National- und Bundesrat beschlossenen Textänderungen wurden offiziell Teil der österreichischen Bundeshymne. Folglich werden in dem Lied nicht nur die großen Söhne, sondern auch die großen Töchter des Landes besungen und aus „Bruderchören“ wurden „Jubelchöre“. 

Der Link zur Hymne https://www.geschichte-oesterreich.com/bundeshymne.html

Wie feiert Österreich

An Kindergärten, Schulen, öffentlichen Gebäuden und Wohnhäusern werden meist Fahnen gehisst. Es gibt landesweit zahlreiche Fitnessveranstaltungen, Wanderläufe und Radtouren. Das Parlament, die Präsidentschaftskanzlei und das Bundeskanzleramt veranstalten einen Tag der offenen Tür. Im ganzen Land werden Festgottesdienste gefeiert. Man kann unter anderem zu ermäßigten Preisen Museen besuchen. Das Militär veranstaltet in den Landeshauptstädten Leistungsschauen, bei denen es seine Panzer, Waffen, Hubschrauber und vieles mehr zeigt. Die österreichischen Nationalparks haben den Tag zum „Nationalpark-Wandertag“ erklärt und bieten kostenlose Führungen an.

 Quellen:

https://www.geschichte-oesterreich.com/ereignisse/1965/nationalfeiertag.html

https://www.feiertage-oesterreich.at/nationalfeiertag-26-oktober/

 

 

Imkerinnen trotzen der Wirtschaftkrise des Libanon

Oktober 2022, Pionierinnen im Morgenland

Inmitten der  angespannten Wirtschaftslage des Libanons erlebt die Bienenzucht einen ungeahnten Aufschwung und bietet Frauen eine Möglichkeit die Finanzkrise zu meistern. Der Libanon bietet ein ideales Umfeld für die Bienenzucht und gilt als ein Biodiversitäts-Hotspot. Die Bienen sammeln den Nektar von Sonnenblumen, Zitruspflanzen, Eukalyptus, Baumwollblüten und einer Vielzahl von Blumen und Pflanzen, was den  Honig besonders reichhaltig macht.

Nahida Reslan Salha, Vorsitzende einer Imkergenossenschaft erzählt, dass die Zahl der Bienenstöcke im kommerziellen und im Privatbereich in den letzten drei Jahren zugenommen hat. Sie unterstützt die nachhaltige Bienenzucht und die Kommunikation zwischen den ImkerInnen und schärft das Bewusstsein für die Bedeutung der Reduzierung von Monokulturen und Pestiziden.

Nancy Assaf Naji, ursprünglich Buchhalterin heute Imkerin, betreibt mit ihrem  Mann das Honig-Unternehmen ‚Flavorit‘, das für seinen hochwertigen Honig und seine attraktive Verpackung bekannt ist.

Sie erzählt, dass die Bienen ihr den Charme der libanesischen Landschaften zeigen, und sie spricht liebevoll über die Berghänge und ihre Besuche in die Gebiete, wo ihre Bienenstöcke leben und sagt: „Es fühlt sich heilsam an.“

Miryam Kabbabi Daou, die ursprünglich Finanzwissenschaften studiert hat, betreibt heute hauptberuflich ein Honiggeschäft. Einen Beruf, den sie sich ursprünglich nie hätte vorstellen können. Einst nur ein Hobby, erweiterte sie ihre Bienenstöcke von zwei auf 130. Zunächst verkaufte sie ihren Honig an Familie und Freunde. Inzwischen erhält sie täglich Anrufe von Kaufinteressierten. Sie hat ein Schulungszentrum für Bienenzucht eingerichtet, das familienfreundliche Aktivitäten und Schulungen anbietet.

„Ich möchte allen Frauen raten, ihre Komfortzone zu verlassen und, wenn sie sich für die Bienenzucht interessieren, eine Reise zu beginnen, die sie für immer in Erinnerung behalten werden.“

L’Atelier Du Miel wurde 2013 von einem Architekten, einem Ingenieur und einem Unternehmensberater gegründet. Die drei produzieren Honig und Honigprodukte auf Grundlage deren Liebe zur Natur, zum traditionellen Handwerk und zum guten Geschmack. Das Unternehmen bleibt der Honigkultur treu, die ursprünglich in der elterlichen Küche der Gründer begann. Die Chefköchin der Delikatessen ist die Mutter der Gründer selbst, die die von ihrer Mutter überlieferten Rezepte kocht und dabei auch von ihr unterstützt wird. Also ein Unternehmen in dem drei Generationen werkeln.

Faten Al Masri ist Vorstandsmitglied der Union der arabischen Imker und die erste libanesische Frau in dieser Vereinigung. Zuerst war die Bienenzucht für sie ein Hobby um in der Natur zu sein. Sie fing sie mit  zwei Bienenstöcken an und besitzt jetzt 500. Ihr Geschäft floriert. Sie bietet Schulungen zur Bienenzucht an und das Interesse ist groß. Sie lehrt auch die Herstellung von Bio-Seife Bienenwachs, Propolis und Gelée Royale. Viele ihrer SchülerInnen betreiben inzwischen ihr eigenes Honiggeschäft. Trotz des beachtlichen Erfolges sieht Faten die Frauen im Libanon immer noch mit sozialen und kulturellen Herausforderungen konfrontiert:

„Die meisten Menschen sehen die Imkerei als Männerarbeit und denken, dass Frauen nicht in der Lage sind, mit Bienen umzugehen, aber die vielen Imkerinnen beweisen das Gegenteil“.

Lesen Sie mehr:

https://www.al-monitor.com/originals/2022/10/lebanese-women-find-sweet-success-beekeeping#ixzz7i2pA2PUS

https://www.youtube.com/c/MiryamsApiary/videos

https://www.youtube.com/c/Atelierdumiel/about

https://bienen-nachrichten.de/2021/bienenvielfalt-im-libanon/983

 

 

 

Das Königreich Marokko und seine weiblichen Champions im Kampfsport.

Pionierinnen aus dem Orient, Oktober 2022

 Es ist noch nicht lange her, dass sich die Kampfsportwelt für Frauen öffnete und eine Kampfsportathletin ist in der arabischen Welt immer noch etwas Besonderes. Das traditionelle Königreich Marokko, bringt aber eine Reihe von weiblichen Champions in verschiedenen Kampfsportarten hervor. Der 2014 gegründete Verband der Königlichen Marokkanischen Föderation für Kampfkünste und Kampfsportarten fördert, entwickelt und schützt aktiv die Belange dieses Sports.

 Im Juni gewann die 11-jährige marokkanische Boxerin Aya Bozarhoun den vierten Titel bei der Muay Thai- und Boxmeisterschaft in Frankreich und dominierte in mehreren regionalen und nationalen Wettbewerben. Nach ihrem Sieg rief El Hilali, der Präsident des Königlichen Marokkanischen Verbands für Kickboxen und Muay Thai, Bozarhoum an und gratulierte ihr zum Gewinn der vier Titel.

 Auch erklärte El Hilali in diesem Jahr, dass Marokko stolz darauf ist, dass sich vier marokannische Athleten für die World Games qualifiziert haben, zwei Männer und zwei Frauen, wobei die Geschlechter gleichgestellt sind. Belouarrat Oumaima hat bereits 2019 in Südkorea die Goldmedaille im Kampfsport gewonnen, zusätzlich zu ihrem Titel bei der Afrikameisterschaft in Ägypten. Meriem El Mubarak hat sich als erstes arabisches Mädchen für die Word Games 2017 qualifiziert und wurde von HH König Mohammed der VII., 2016 mit einem nationalen Verdienstorden ausgezeichnet. Es ist ihre zweite Teilnahme an den Spielen.

 „Als marokkanische Frau glaube ich fest daran, dass es für Frauen sehr wichtig ist zu lernen, wie sie sich selbst verteidigen können“, sagt HInd Charifi, 32, die zweifache Weltmeisterin im brasilianischen Jiujitsu (BJJ).  Charifi studiert an der Royce Gracie Ju Jitsu Academy in Dubai, wo sie professionell an Wettkämpfen teilnimmt. „Marokkanische Frauen fangen gerade erst an, sich mit Kampfsportarten zu beschäftigen. Zu der Zeit, als ich in Marokko lebte, war ich fünf oder sechs Jahre lang die einzige marokkanische BJJ-Wettkämpferin.“

 „Bei meinem ersten Kampf hatte ich Angst, mich zu verletzen, aber ich habe den zweiten Platz erreicht. Es gibt immer noch die Vorstellung, dass Kampfsportarten nicht sicher sind. Vor allem Frauen haben Angst, ihr Gesicht zu verletzen“, sagt sie gegenüber Al-Monitor. Das erste Vorurteil hängt mit dem Stereotyp zusammen, dass Frauen zerbrechlich und nicht für Kampfsportarten geeignet sind, ein Glaube, der in der Mentalität vieler marokkanischer Familien verwurzelt ist. Charifis Familie war zunächst nicht einverstanden, aber nachdem sie ihre Erfolge gesehen und ihr gewachsenes Selbstvertrauen bemerkten, unterstützen sie sie. Sie waren stolz auf ihre Ergebnisse, und sogar ihre Schwester wurde dazu animiert, Boxerin zu werden.

Charifi erinnert sich, dass sie vor einigen Jahren in einem Pariser Club ihre Kampffähigkeiten einsetzen musste, als ein Mann  ihr folgte und versuchte, ihre Brüste zu berühren. Sie nahm ihn kurzerhand in den Würgegriff und musste dann seine Beine anheben, um ihn wieder wachzurütteln.

Auch in Marokko wurde sie auf der Straße angegriffen. „Der Mann war schockiert und erschrocken über meine Reaktion, die für mich ganz natürlich war. Als er realisierte, dass ich ihn verprügeln kann, ist er weggelaufen.“

Abgesehen von Selbstverteidigung ist Charifi der Meinung, dass der Kampfsport alle Aspekte des Lebens beeinflusst. „Für mich ist es etwas, das das Selbstvertrauen in allen Bereichen des Lebens stärkt, von der Art und Weise, wie man sich bei der Arbeit gibt, über die Kindererziehung bis hin zu Dingen, die traditionell als ‚Männerarbeit‘ gelten, wie das Reparieren einer Spüle oder eines Autos.“

 Khaoula Oubraim, marokkanische Kickbox-Meisterin, wurde von ihrer Mutter ermutigt, Kampfsport zu betreiben. Als sie begann an Meisterschaften teilzunehmen, war der Rest der Familie dagegen, weil sie befürchteten, dass sie sich verletzen könne. „Aber meine Mutter hat mich immer unterstützt. Für sie war es ein Traum, den ihr ältester Sohn nicht verwirklichen konnte. (…) ich wurde ihr Hoffnungsschimmer“, so die Athletin. In der kleinen marokkanischen Stadt in der sie lebte, erwies sich die Ausbildung als schwierig. Sie war 17 Jahre alt, als sie in einem örtlichen Fitnessstudio mit dem Kickboxen begann, wo sie von zwei Trainern sexuell belästigt wurde. Trotz dieser schlechten Erfahrung gab sie den Sport nicht auf und beschloss, sich in einem anderen Fitnessstudio anzumelden, das mehr als 10 Kilometer von ihrem Wohnort entfernt war. Sie fuhr mit einem alten Motorrad dorthin, das mehrmals auf der Straße stehen blieb. Oft musste sie den Weg zu Fuß zurücklegen und sich dabei Dieben und Angreifern stellen. Sie erinnert sich aber auch an ihre Kollegen, die sich weigerten, sie nach Hause zu begleiten, weil sie der Meinung waren, dass ein Mädchen ins Haus gehört und nicht zu ihnen. Ihr Durchhaltevermögen zahlte sich aus, sie holte viele Titel und wurde 2018 marokkanischen Meisterin im K-1.

Bedingt durch ihre  soziale Situation konnte sie nicht mehr an Meisterschaften teilzunehmen. Dank des Sporttrainingszertifikats, das sie erworben hatte, fand Khaoula einen Job als Kickboxtrainerin für Frauen in einer der bekanntesten Sporthallen Marokkos. Sie braucht ein tägliches Einkommen, um ihre Familie zu unterstützen. Außerdem wurden ihre Pläne durch die Corona-Pandemie auf den Kopf gestellt. Im vergangenen März sollte die marokkanische Meisterin an den Muay Thai-Weltmeisterschaften in Thailand teilnehmen. „Es wäre meine erste internationale Teilnahme gewesen“, bedauert Khaoula.

 Die französisch-marokkanische Rizlen Zouak, 36, trägt den Spitznamen „Löwin des Atlas“, ist mehrfache Afrikameisterin, Teameuropameisterin in Frankreich und hat zweimal an den Olympischen Spielen im Judo teilgenommen. Zouak begann mit dem Judo, als sie sechs Jahre alt war. „Als kleines Mädchen liebte ich es, in Kämpfe verwickelt zu werden. Als ich mit Judo anfing, gefiel es mir auf Anhieb und ich wollte ein Champion werden.“, sagte sie. Auch sie durfte auf die Unterstützung ihrer Familie zählen.

Sie sagt gegenüber Al-Monitor: „Marokko ist ein Teil von mir. Ich bin stolz und fühle mich geehrt, die erste marokkanische Frau zu sein, die sich für die Olympischen Spiele qualifiziert hat, und die erste weibliche MMA-Kämpferin (Mixed Martial Arts – „Gemischte Kampfkünste“) zu sein. Und es war einfach unglaublich und eine große Freude, diesen ersten weiblichen Sieg im MMA in mein Heimatland Marokko zu bringen“.

Zouak meint: „Es wird immer Menschen geben, die frauenfeindlich sind, aber man muss sie in ihrer Welt lassen, sie ignorieren und immer darauf bedacht sein ‚to be in top of your game‘.“

 Lesen Sie mehr:

https://www.al-monitor.com/originals/2022/10/moroccos-women-martial-artists-defy-cultural-stereotypes#ixzz7hxGr6HdS

 https://ne-np.facebook.com/ifmamuaythaiofficial/photos/a.180380368752719/3500578210066235/?type=3

https://en.yabiladi.com/articles/details/93181/khaoula-oubraim-female-moroccan-kickboxer.html

 

 

Die arabische Jugend nennt die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) zum 11. Mal in Folge als ihre erste Wahl.

Oktober 2022

Laut den Ergebnissen der 14. jährlichen ASDA’A BCW Arab Youth Survey, der größten Studie über die größte Bevölkerungsgruppe der MENA-Region, mit mehr als 200 Millionen Jugendlichen, nennen 57 % der arabischen Männer und Frauen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren die VAE als ihre erste Wahl, noch vor den Vereinigten Staaten (24 %), Kanada (20 %), Frankreich (15 %) und Deutschland (15 %). Die Beliebtheit der VAE als Wohnort ist auf dem höchsten Stand, seit die Arabische Jugendumfrage diese Frage 2012 erstmals gestellt hat. Damals Jahr gaben 33 % der Befragten an, dass sie am liebsten in den VAE leben würden, gefolgt von Frankreich und den USA.

Die Anziehungskraft der VAE erstreckt sich auf die gesamte MENA-Region: 51 Prozent der nordafrikanischen Jugendlichen gaben an, dass sie am liebsten in den VAE leben würden, gefolgt von den USA (24 %). Für Jugendliche aus der Levante waren die VAE die erste Wahl (57 %), gefolgt von Kanada (31 %), und für 63 & der GCC-Bürger waren die VAE das bevorzugte Land, um dort zu leben, gefolgt von den USA (19 %).

Zum 11. Mal in Folge sind die VAE auch das Land, von dem sich die meisten jungen Araber wünschen, dass es wie ihr eigenes ist. Als Vorbild für 37 % der arabischen Jugendlichen insgesamt, rangieren die VAE  vor den USA (22 %), Kanada (18 %), Deutschland (14 %), Frankreich (11 %) und der Türkei (11 %).

Sunil John, Präsident, MENA, BCW und Gründer von ASDA’A BCW, äußert sich dazu: „Die VAE, die zum 11. Mal in Folge als Vorzeigeland der Region ausgezeichnet wurden, sind nach wie vor ein Leuchtturm der Hoffnung und der Möglichkeiten für junge arabische Männer und Frauen im gesamten Nahen Osten und Nordafrika. Die anhaltende Beliebtheit der VAE ist ein Beweis für die visionäre Führung der VAE, die eine der erfolgreichsten Weltausstellungen in der Geschichte der Veranstaltung ausrichteten – trotz der weltweiten Störungen durch die Covid-19-Pandemie – und sich nun darauf vorbereiten, die UN-Klimakonferenz (COP28) im November 2023 auszurichten. Was vielleicht am aufschlussreichsten ist, ist die Tatsache, dass die VAE bei allen Themen, die die arabische Jugend in unserer Studie als am wichtigsten für sie bezeichnete, wie z. B. Beschäftigungsmöglichkeiten, Bildungsqualität und die Erhaltung der kulturellen Traditionen und Werte der Region, sehr gut abschneiden.“

In diesem Jahr beauftragte ASDA’A BCW, die führende Kommunikationsberatung in der MENA-Region, IDS Research & Consultancy mit der Durchführung von persönlichen Interviews mit 3.400 arabischen Jugendlichen vom 13. Mai bis 16. Juni in 50 Städten in 17 arabischen Staaten, wobei die Stichprobe zu gleichen Teilen aus Männern und Frauen bestand.

Laut der Studie sind die fünf wichtigsten Attraktionen der VAE die wachsende Wirtschaft (27 %), die sichere Umgebung (26 %), die großzügigen Gehaltspakete und das breite Spektrum an Arbeitsmöglichkeiten (beide von 22 % der Befragten genannt) sowie die effektive Führung des Landes (17 %). Die Achtung der kulturellen Traditionen der Region, die Qualität des Bildungssystems, die Leichtigkeit, mit der ein Unternehmen gegründet werden kann, und die niedrigen Steuern in den VAE waren weitere Anreize.

Die meisten Emiratis begrüßen die neuen Richtlinien der VAE für nachhaltiges Wachstum. Mehr als neun von zehn Befragten (94 %) befürworten die jüngste Einführung längerer Aufenthaltsvisa für Expatriates und neue Regeln für deren leichtere Erlangung; 84 % unterstützen die Entscheidung, Expatriates den vollständigen Besitz von Onshore-Unternehmen zu gestatten; 83 % befürworten die baldige Einführung der Körperschaftssteuer; und fast neun von zehn Befragten (87 %) akzeptieren die Einführung einer Arbeitswoche von Montag bis Freitag. Mehr als die Hälfte (54 %) akzeptieren das Recht unverheirateter Paare, zusammenzuleben.

Die meisten arabischen Jugendlichen sagen, dass ihre beste Zeit noch vor ihnen liegt, aber die emiratische Jugend ist besonders optimistisch: 91 % sagen, dass ihre besten Tage noch vor ihnen liegen, und alle finden, dass sich die Wirtschaft des Landes in die richtige Richtung entwickelt. 48 % der im Rahmen der Studie befragten VAE-Bürger gab an, dass es leicht sei, einen Arbeitsplatz zu finden.

Obwohl die Emiratis im Vergleich zu ihren arabischen Mitbürgern in anderen Ländern zweifellos privilegiert sind, sind sie sich der Herausforderungen, vor denen die Region steht, durchaus bewusst. 45 % nannten die steigenden Lebenshaltungskosten als größtes Hindernis, gefolgt von Arbeitslosigkeit (27 %) und Klimawandel (18 %).

Jeweils ein Drittel der befragten Emiratis (33 %) gaben an, dass ihre Religion und ihre Nationalität für ihre persönliche Identität am wichtigsten seien, verglichen mit 41 % der arabischen Jugendlichen insgesamt, die ihre Religion als entscheidend bezeichneten.

Wie ihre arabischen Altersgenossen in der gesamten Region ist eine klare Mehrheit der jungen Emiratis (75 %) der Meinung, dass es wichtiger ist, die religiöse und kulturelle Identität der arabischen Welt zu bewahren, als eine stärker globalisierte Gesellschaft zu schaffen. Jedoch 55 % der arabischen Jugendlichen insgesamt meinen, dass die arabische Sprache für sie weniger wichtig ist als für ihre Eltern.

Fast jeder zehnte VAE-Bürger (89 %) sagen, dass Männer und Frauen die gleichen Rechte und 84 % dass sie die gleichen Beschäftigungsmöglichkeiten haben.

Read more:

https://www.bcw-global.com/newsroom/global/14th-annual-asdaa-bcw-arab-youth-survey

https://www.arabianbusiness.com/politics-economics/uae-is-the-country-most-arab-youth-want-to-live-in

Ein Thema quer durch die Kulturkreise: Mamas und deren Wiedereinstieg in den Beruf – wie kann man sich den Einstieg erleichtern?

Die intensive physische und psychische Anpassung für den großen Schritt zurück ins Berufsleben kann für frischgebackene Mütter sehr anstrengend und herausfordernd sein. Es fühlt sich oft an,  als wären man in einen schnell fließenden Fluss hineingeraten und muss nun mit aller Kraft den eigenen Schwimmstil an das Tempo der Arbeitskollegen anpassen. Es gibt aber Tricks und Tipps, die uns die erste Zeit der Rückkehr an den Arbeitsplatz erleichtern können.

Sich über die eigenen Vorstellungen und Wünsche Gedanken machen!

Es ist wichtig, dass Du für Dich selbst grundlegende Fragen klärst, wie: Möchte ich in meinen alten Beruf zurückkehren oder will ich mich beruflich verändern? In welchem Umfang kann und zu welchen Zeiten möchte ich wieder arbeiten? Ist vielleicht der Schritt in eine selbstständige Tätigkeit eine Alternative für mich?

Keine „Wenn und Aber…“!

Je länger die Karenzzeit dauert, desto weniger trauen sich Mütter zu, beruflich wieder Fuß zu fassen. Regula Zellweger, eine Schweizer Psychologin und Laufbahnberaterin mit eigener Praxis, spricht vom fehlenden Selbstwirksamkeitsglauben und meint: „Für den beruflichen Wiedereinstieg braucht es neben einem guten sozialen Netz auch Vertrauen und eine Portion Frechmut.“ Wer innerlich nicht wirklich bereit ist und mit Unschlüssigkeit und Zweifel ins Rennen steigt , wird sich genauso schwer tun wie jene, denen der Status quo bequem erscheint. Wer jedoch richtig Lust auf die neue Herausforderung hat, wird die Laufstrecke meistern.

Wenn Du die Möglichkeit hast, könntest Du zum Beispiel zunächst mit Teilzeit beginnen, um den Druck des Jonglierens zwischen Arbeit und Privatleben zu mindern. (Allerdings signalisierst Du damit Deinen Kollegen eventuell, dass Du nicht mehr in der gleichen Weise wie früher arbeitest und sich Deine Aufmerksamkeit verlagert hat. Musst Du von Beginn an wieder Vollzeit arbeiten, ist das zwar schwieriger, bringt Dich aber schneller wieder auf Augenhöhe mit den Teammitgliedern.) Auch ist es eine gute Sache mit dem Wiederstieg in der Wochenmitte zu beginnen. So kannst Du nach wenigen Tagen, am Wochenende, die neue Situation in Ruhe reflektieren und Dir eventuelle Verbesserungen überlegen.

Die Familie in die Überlegungen mit einbeziehen!

Wenn Du wieder erwerbstätig wirst, werden sich eure Abläufe und Gewohnheiten ändern. Es ist wichtig, dass Deine Familie den beruflichen Wiedereinstieg unterstützt. Überlegt gemeinsam, wie die Arbeitsteilung dann aussehen soll. Wird die häusliche Arbeit nicht neu verteilt, führt das schnell zu Über- und Belastung für alle. Paaren, die nicht im Vorhinein über ihre Wünsche und Pläne bezüglich der neuen Situation sprechen, droht Gefahr in einen Strudel aus Vorwürfen zu geraten.

Überlegt auch, welche Hilfen Du im Haushalt und mit den Kindern in Anspruch nehmen kannst. Großeltern, Geschwister, Freunde etc. können Euch vielleicht unterstützen. Überlege Dir auch „Notfallpläne“ für die Kinderbetreuung an schulfreien Tagen oder bei Krankheit.

Mit guter Vorbereitung Selbstzweifel nehmen!

Eine Weiterbildung kann als Dir Sprungbrett zurück in den Beruf dienen. Du polierst damit deine Fachkenntnisse und dein Selbstbewusstsein auf und triffst dort auf Gleichgesinnte. Nach dem Kurs hast Du ein für die Bewerbung wichtiges Dokument in Händen. Erkundige Dich, welche Kurse in Deiner Nähe angeboten werden, welche für Dich in Frage kommen, und ob es dafür eine finanzielle Förderung gibt.

Arbeitgeber und Personalberater wissen, dass Frauen, die wiedereinsteigen wollen, nicht mit einem überbordenden Selbstbewußtsein kommen, dafür aber meist hoch motiviert und leistungsbereit sind.

Übung macht den Meister!

Nach Angaben von Workparent, einem US-amerikanischen Beratungsunternehmen für berufstätige Eltern und Arbeitgeber, können Übungsläufe Dir dabei helfen, die neue, komplizierte Logistik der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu bewältigen. So sollte der erster Arbeitstag nicht mit dem ersten Tag zusammenfallen, an dem Dein Kind mit der Frühbetreuung,  dem Kindergarten oder der Schule beginnt oder mit einer Nanny zu Hause bleibt. Beginne mindestens zwei Woche früher, damit Dein Kind und Du Zeit haben, sich an den neuen Tagesablauf zu gewöhnen. So hast Du eine realistische Vorstellung davon, was Dich erwartet.

Sei geduldig mit Dir selbst und triff keine überstürzten Entscheidungen!

In den ersten Wochen sollte man sich und seine Gefühle nicht überstrapazieren, wird in einem Bericht der US-amerikanischen Wirtschaftsnachrichten-Website Harvard Business Review vom August 2019 geraten. Viele Frauen kehren nach der Elternzeit an ihren Arbeitsplatz zurück und sind bald am überlegen, ob sie kündigen sollen. Tatsache ist, dass die Frauen müde und voller Selbstzweifel sind. Es ist eine emotional aufwühlende Zeit und der falsche Moment, um so wichtige Entscheidungen, wie die einer Kündigung,  zu treffen. Es gilt daran zu denken, dass die schwierige Phase vorübergehend ist und vorbei gehen wird.

https://www.wireltern.ch/artikel/wiedereinstieg-in-den-beruf-nach-familienpause-070820.

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Würzige Fischpaste und gesalzener Fisch – Malleh Gourmet

Oktober 2022, Thema „Pionierinnen des Abend- und Morgenlandes“

Malleh Gourmet ist ein in Dubai gegründetes Einzelhandelsunternehmen, das von den Sabbagh-Schwestern ins Leben gerufen wurde. Nazek und ihre Schwester Zohoor haben die altbewährte Kunst des Einsalzens von Fisch (Malleh) in ein wunderschön verpacktes Feinkostprodukt umgewandelt, das sowohl die jüngere Generation der Emiratis, als auch den internationalen Markt begeistern soll.

„Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, dann habe ich es auch geschafft.“, erzählt  Nazek dem Team von ‚Food by Gulf News‘ und fügt hinzu, dass sie schon als Kind die aufgeschlossenste und eigensinnigste der vier emiratischen Schwestern war. Diese Eigenschaft ist vielleicht auch der Grund dafür, dass sie und ihre ältere Schwester Zohoor es sich zur Aufgabe gemacht haben, emiratische Rezepte zu bewahren und in die Welt zu tragen.

Die beiden wuchsen in den 1960er Jahren in Old Dubai, in Deira auf. Deira ist eine Küstenregion von Dubai, wo Fischfang und Perlentauchen die Haupteinnahmequellen waren. „Damals wurde das Essen noch traditionell zu Hause gekocht, hauptsächlich waren es Fischgerichte.“, erzählt Nazek. Gab es keinen frischen Fang, dann verwendeten die Frauen fermentierten und gesalzenen Fisch.

Nazek arbeitete als Bauingenieurin bei der Stadtverwaltung von Dubai, während Zohoor einen Master of Philosophy in Ernährungswissenschaften an der Universität Liverpool in England erwarb. Das Jahr 2008 war der Wendepunkt in Nazeks beruflicher Laufbahn. „Zwei Jahre vor meiner Pensionierung, jung und energiegeladen, begann ich mit der Planung meines Projekts für die Zeit nach der Pensionierung.“ Die beiden Schwestern stellten fest, dass mit der jüngeren Generation und den Kochtrends in den sozialen Medien die traditionellen emiratischen Rezepte verloren gingen. „Unsere Großeltern waren verstorben und unsere Eltern alt. Also dachten wir, dass es an der Zeit war, die uralten trditionellen Rezepte zu bewahren und sie auch als Lebensmittelprodukte anzubieten, die das Erbe der VAE wiederspiegeln sollten. Etwas, das auch Touristen als Geschenk in ihr Heimatland, als authentisches Essen aus den VAE, mitnehmen können.“ Zwei Jahre später, im Jahr 2010, gründeten sie Malleh Gourmet.

Die ersten Jahre reisten sie viel um Lebensmittel zu erforschen und deren Konservierungsmethoden. Von der Planung der Produktlinie bis hin zur Verpackung,  der Schwerpunkt lag auf Hygiene und Nachhaltigkeit, dauerte es zwei Jahre, bis ihre Marke auf den Markt kam. Von der Auswahl des Holzes für die Verpackungskisten bis hin zur Schriftart des kunstvoll geschnitzten Logos war bei jedem Schritt akribische Planung und Kreativität gefragt. Ein Herausforderung war die Preisgestaltung. In den Supermärkten gab es viele ähnliche Produkte zu niedrigeren Preisen. Eine Senkung des Preises hätte bedeutet, Abstriche bei der Authentizität und Qualität machen zu müssen und dazu waren sie nicht bereit. Nazek erklärte: „Auch in 10 Jahren wird das Rezept für Mahyawa (eine würzige Soße aus fermentiertem Fisch) das selbe sein, wenn nicht sogar besser. Wir machen keine Kompromisse bei der Qualität wegen Kostengründen. Wir analysieren die Produkte nach den Kriterien warum sind sie gut sind und was verbessert werden muss

In Ihrem Geschäftslokal in Jumeirah, einem Stadtteil von Dubai, begannen sie mit dem Verkauf von traditionellen emiratischen Gewürzen und Fisch, wie Sehnah Shahgrah (gemahlene, getrocknete Sardellen, die mit Gewürzen vermischt und zu weißem Reis gegessen werden), der traditionellen Delikatesse Mehyawah (ist eine mit Gewürzen vermischte Sardellensauce, die als Dip mit Brot genossen wird), Malleh  (in Salz gepökelter, konservierter Fisch, in der Regel  aus den Fischen Gebab oder Kanaad) und Jashei (ein sonnengetrocknetes und gesalzenes Fischfilet ohne Haut und Kopf). Mehyawah stellte eine Herausforderung dar, denn die Zubereitung hängt von vielen Zutaten ab und die Herstellung erfordert Geduld und langjährige Übung.

„Unsere Produkte haben keinen Fischgeruch“, sagt Nazek und das liegt daran, dass der Zeitpunkt und der Fang des Fisches wichtig sind. Um dies zu gewährleisten, achten ihre Mitarbeiter an der Küste genau darauf, dass der Fisch nur bei bestimmten Gezeiten gefischt und direkt nach dem Fang gesalzen wird. „Die Haltbarkeit unserer gesalzenen und hygienisch verpackten Produkte beträgt sechs Monate und alle Produkte werden von Labors getestet“, so Nazek.

„Proteinreiche Ernährung ist ein globaler Trend. Wir haben ein Konzept für ein emiratisches Gourmetessen entwickelt, das gesund, schmackhaft und haltbar ist. Es ist uns gelungen, eine traditionelle lokale Delikatesse als Feinschmeckerkost zu präsentieren“, fügt sie hinzu. Eine weitere Ergänzung der Produktpalette, Tomaten- und Limettenpickles, wurde in mühevoller Kleinarbeit nach der Zeit von Covid-19 eingeführt.

Die Reichweite der Produkte von Malleh Gourmet geht von emiratischen Familien bis hin zu internationalen Hotelketten und Reisenden. Die Pandemie hat das Wachstum des Betriebs nicht gestoppt. „Es gab weniger Laufkundschaft aber mehr Online-Lieferaufträge. Wir konnten den Betrieb aufrechterhalten und fuhren mehr Schichten, da wir unseren Mitarbeitern nicht 12 Stunden´ das Tragen einer Maske zumuten wollten.

Malleh Gourmet ist langsam und stetig gewachsen und hat einen langen Weg hinter sich. Nazek wünscht sich, dass junge Leute „kreatives Kochen“ mit denselben Zutaten ausprobieren. Nach ihr, ist das die Herausforderung und Notwendigkeit, wenn sie authentisches emiratisches Essen für die Zukunft bewahren wollen. Nazeks Wunsch: „Immer wieder neue kreative Speisen mit unseren Zutaten kreieren!“

Quellen:

Gulfnews.com: https://gulfnews.com/food/tale-of-two-emirati-sisters-preserving-uae-culinary-heritage-of-tangy-fish-paste-and-salted-fish-or-al-malleh-1.1630229504014?utm_source=piano&utm_medium=email&utm_campaign=13405&pnespid=uORnCnREMrkFhOLdrzK.AcOIvxXyRZxuKfDnxOZsqAVmI34jysK6ARqVv29bg2_BCCkPK6ESrA

Tradearabia.com: http://www.tradearabia.com/news/MISC_286515.html

Frying Pan Adventures:

Die ersten weiblichen Lokführerinnen der Kairoer U-Bahn

(September 2022) Thema „Pionierinnen des Abend- und Morgenlandes“

Die Kairoer Metro hat zwei Lokführerinnen eingestellt – ein Novum in einem Land, in dem ähnliche Aufgaben nur selten von Frauen übernommen werden.

Die französische RATP-Gruppe, die die Kairoer Metro-Linie 3, die Hauptlinie im Großraum Kairo, verwaltet, betreibt und wartet, hat kürzlich Frauen zu Zugführerinnen ausgebildet. Obwohl die Kairoer Metro die älteste U-Bahn-Linie in Afrika und der arabischen Welt ist – sie wurde Ende der 1980er Jahre zum ersten Mal eröffnet -, hat noch nie eine Frau einen Zug gefahren. In der patriarchalischen Gesellschaft Ägyptens kommt die Ernennung von Frauen in dieser Art von Beruf einer Rebellion gegen mehrere gesellschaftliche Beschränkungen gleich. Dieser Schritt ist ein Vorreiter auf dem Weg zur Stärkung der Rolle der Frau in Ägypten und zu ihrer Integration in verschiedenen Bereichen, und zwar in Berufen, die vor nicht allzu langer Zeit strikt den Männern vorbehalten waren.

Die Fahrgäste der Linie 3, der neuesten Linie des U-Bahn-Netzes, erleben nun, dass Frauen in der Fahrerkabine sitzen und den Zug selbständig und eigenverantwortlich leiten. Selbst für die größten Befürworter der Entwicklung der arbeitenden Frauen in Ägypten und im Nahen Osten kam das unerwartet und überraschend. 

Eine anonyme Quelle bei der RATP erklärte gegenüber der Nachrichten Website Al-Monitor: „Das Unternehmen hat seinen Bedarf an Zugführerinnen bekannt gegeben. Dies war das erste Mal, dass das Unternehmen eine solche Stellenausschreibung für Frauen in Ägypten machte. Unter den 30 Bewerberinnen, die die Prüfungen bestanden, wurden zwei Frauen eingestellt – Hind Omar und Suzan Muhammad. Das Unternehmen möchte in Zukunft mehr Frauen für verschiedene andere Tätigkeiten in den U-Bahn Linie 3 gewinnen.“

Al-Monitor sprach mit Hind Omar über die langen Verfahren und Tests, die sie durchlaufen hat, um die erste weibliche Lokführerin in Ägypten zu werden. Sie sagte: „Ich bin sehr stolz darauf, diese Aufgabe als eine der ersten beiden weiblichen Lokführerin zu übernehmen. Ich muss extrem geduldig, wachsam und feinfühlig sein, um mit jeder Situation umzugehen, mit der man als U-Bahn-Fahrerin konfrontiert werden kann. Ich halte jeden Tag mehrere Tausend Leben in meinen Händen.“

Sie merkte an: „Sobald ich in den Führerstand einsteige, erhalte ich unterschiedliche Reaktionen von den Zugpendlern. Einige Frauen umarmen mich und geben mir ihren Segen, während andere Pendler mir vorwerfen, dass ich den Männern die wenigen Arbeitsmöglichkeiten in Ägypten stehle. Einige bezweifeln sogar, dass ich eine gute Zugführerin werden kann, da sie glauben, dass Frauen immer noch nicht in der Lage sind, Autos richtig zu fahren“, und fügte hinzu: „Der seltsamste Vorfall, der mir passiert ist, war, als ein alter Mann, der sich auf eine Krücke stützte, sich weigerte, in den Zug zu steigen, als er mich am Steuer sah. Ich gebe jedoch ein Beispiel für andere Mädchen in Ägypten, um die vorherrschende Meinung über Frauen zu ändern. Meine Fähigkeiten beweisen, dass Frauen nicht nur zu Hause, sondern auch in verschiedenen Arbeitsbereichen erfolgreich sein können. Die angehenden Fahrerinnen haben die gleichen Fahr- und Qualifikationstests während der RATP-Schulungskurse wie die Männer absolviert, und einige von ihnen haben bessere Ergebnisse erzielt“.

Sie resümiert: „Ich habe nie davon geträumt, einen Zug zu fahren. Vor mir hat keine Frau diesen Beruf ergriffen und mich folglich dazu inspiriert. Aber jetzt ermutige ich andere Frauen, in diesem und anderen für Frauen schwierigen Bereichen Fuß zu fassen, um zu beweisen, dass wir alles erreichen können, was wir uns vornehmen.“ Sie freut sich über die Unterstützung ihrer Familie. „Meine Eltern fanden es anfangs seltsam, aber schließlich haben sie mich unterstützt“, sagt die 30-Jährige. Ihr Mann habe sie von Anfang an in ihrem Entschluss bestärkt.

Ahlam Hanafi, Mitglied des Nationalen Frauenrates, erklärte gegenüber Al-Monitor: „Wenn Frauen eine angemessene Bildung und Ausbildung erhalten, können sie die gleichen Aufgaben wie Männer übernehmen. Sogar Aufgaben, die früher als weit hergeholt und schlichtweg unmöglich für Frauen galten. Wir sind stolz auf die neuen U-Bahn-Fahrerinnen.“ Sie erklärt weiters: „Präsident Abdel Fattah al-Sisi hat es Frauen ermöglicht, wertvolle Leistungen zu erbringen. Unser Land muss die Kreativität und Innovation der Frauen nutzen. In der heutigen Welt leisten Frauen in verschiedenen Berufen hervorragende Arbeit, und wir sind mit der Gleichstellung der Frauen im Rückstand. In Ägypten sollten Frauen schon vor langer Zeit in der Lage sein, viele Berufe auszuüben.“

Die Ernennung von Frauen zu U-Bahn-Fahrerinnen erfolgt im Rahmen des umfassenden Ausbaus der Metro Kairo und der Einrichtung neuer Linien, um die mehr als 20 Millionen Einwohner Kairos zu versorgen. Mit der Eröffnung von drei neuen Metrolinien und der ersten Einschienenbahn-Linie, die den äußersten Osten des Großraums Kairo mit dem äußersten Westen verbindet, will Ägypten sein öffentliches Verkehrssystem und -netz verbessern.

Lesen Sie mehr: https://www.al-monitor.com/originals/2022/09/meet-cairos-first-female-metro-train-drivers#ixzz7etTuOe8Z

Kleine Zeitung: https://www.kleinezeitung.at/international/6179996/Erstmalig_In-Kairo-sind-nun-auch-Frauen-in-UBahn-am-Steuer

Quelle Al-Monitor.com is a trusted and award-winning independent source of Middle East news and analysis, founded 2012, https://www.al-monitor.com/mission https://www.al-monitor.com/mission

Die erste weibliche Krankenwagenfahrerin Palästinas

Thema „Pionierinnen des Abend- und Morgenlandes“, August 2022

Sandra Bali, 24, aus der Stadt Halhul in Hebron im südlichen Westjordanland, hatte schon immer den Wunsch, Kranken und Verletzten zu helfen und sieht das auch als nationale Pflicht an. Das hat sie dazu veranlasst, allen Widrigkeiten zum Trotz, die erste weibliche Krankenwagenfahrerin in Palästina zu werden. So beschloss sie, in diesem Jahr ihren Krankenwagenführerschein zu machen. Bali, die seit zwei Jahren als Krankenschwester im Hospital arbeitet, wollte schon seit Jahren das männliche Monopol in diesem Beruf brechen. 

„Der Erhalt meines Führerscheins für einen PKW im Jahr 2018 war ein großer Ansporn für mich, den Krankenwagenführerschein zu beantragen. Es war eine Herausforderung, da ich die erste Frau in Palästina sein würde, die diesen Beruf ergreift. Ich habe im Vorfeld viel darüber nachgedacht, wie die Gesellschaft mich wahrnehmen wird“, sagte Bali gegenüber Al-Monitor. „Einen Krankenwagen zu fahren ist keine leichte Aufgabe. Meine Arbeit beschränkt sich nicht nur auf das Fahren. Viele Patienten, vor allem Frauen, bitten darum, dass Frauen ihnen Erste Hilfe leisten und sie in das Fahrzeug bringen. Ich helfe den Sanitätern bei der Erstversorgung der verletzten Person, bevor sie zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden.“

Weiters erzählt Bali : „Das Fahren eines Krankenwagens erfordert Konzentration, Schnelligkeit und ein gutes Urteilsvermögen, um  die Patienten so schnell wie möglich zu transportieren, ihr Leben rechtzeitig zu retten und eine Verschlimmerung des Zustands zu vermeiden, insbesondere wenn diese unter starken Blutungen oder einem Wirbelsäulenbruch leiden. Vor allem gilt es Verkehrsunfälle zu vermeiden. Wie schnell man mit dem Krankenwagens fährt, hängt von mehreren Faktoren ab, nämlich vom Zustand des Patienten und von der Verkehrslage. Wenn der Zustand des Patienten kritisch ist, muss ich so schnell wie möglich fahren, manchmal bis zu 140 Stundenkilometer. Natürlich schalten wir die Sirene ein, um alle Fahrzeuge auf der Straße auf den entgegenkommenden Krankenwagen aufmerksam zu machen, damit sie ausweichen können. Ich habe einige schwierige Situationen erlebt, als ich Verletzte transportierte. Einige von ihnen hatten schwere Verletzungen durch direkte Schüsse in den Kopf oder die Brust sowie verschiedene andere Verletzungen. Trotz des Schreckens und der Schwierigkeiten der Szenarien versuchte ich mich auf meine humanitäre Pflicht zu konzentrieren und die Verletzten so schnell wie möglich in das nächste Krankenhaus zu bringen, um ihr Leben zu retten“.

Sie bemerkte, dass viele Leute böse Kommentare darüber machen, dass sie einen Krankenwagen fährt. Aber ihre Familie und ihre Freunde unterstützen und ermutigen sie, an diesem Beruf festzuhalten und zu beweisen, auch in Berufen arbeiten können die von Männern dominiert werden. Weiters berichtet sie, wie schockiert viele Autofahrer sind, wenn sie eine Frau am Steuer eines Krankenwagens sehen.

Bali hat andere palästinensische Frauen dazu inspiriert, Karrieren in von Männern dominierten Bereichen zu wählen. Heba Zahida, eine 22-jährige Doktorandin sagte gegenüber Al-Monitor: „Bali ist ein Vorbild für alle Mädchen und Frauen. Sie hat sich, trotz aller Schwierigkeiten und Herausforderungen denen sie ausgesetzt war, bewährt. Sie hat darauf bestanden, diesen humanitären Beruf auszuüben, der lange Zeit von Männern monopolisiert wurde“. Und fügt hinzu: „Palästinensische Frauen sind nicht weniger produktiv und effizient als Männer. Sie haben sich in vielen Berufen bewährt, sind oft besser und effizienter als Männer und zeigen große Bereitschaft, sich an Entscheidungsprozessen zu beteiligen.“

Nashat al-Awewi, 26 meinte gegenüber Al-Monitor: „Frauen beteiligen sich jetzt neben Männern an vielen Aufgaben, da sie versuchen, das Bewusstsein für ihre Rechte zu schärfen und mehr zu erreichen.“ Und fügt hinzu: „Obwohl viele schockiert waren, als sie Bali einen Krankenwagen fahren sahen, wird sie in Hebron von der Bevölkerung sehr respektiert, da sie beweist, dass nichts unmöglich ist.“

Nach den im März vom palästinensischen Zentralamt für Statistik veröffentlichten Statistiken betrug die Beteiligung von Frauen an der palästinensischen Erwerbsbevölkerung im Jahr 2021 17 %, gegenüber 16 % im Jahr 2020, während die Beteiligung von Männern an der Erwerbsbevölkerung im Jahr 2021 bei 69 % lag, gegenüber 65 % im Jahr 2020.

Die Arbeitslosenquote der Frauen in den palästinensischen Gebieten lag im Jahr 2021 bei 43 %, die der Männer bei 22 %. Die Arbeitslosenquote unter den Jugendlichen (19-29 Jahre) mit einem Vordiplom oder höher lag im selben Jahr bei 53 %, davon waren 66 % weiblich und 39 % männlich.

Read more: https://www.al-monitor.com/originals/2022/08/meet-palestines-first-female-ambulance-driver#ixzz7fL5MCGA1

 
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Palästinensische Traktorfahrerin sorgt im Westjordanland für Aufsehen

August 2022, Thema „Pionierinnen des Abend- und Morgenlandes“

Ettihad Ayyad, eine Palästinenserin, die in Jericho im Westjordanland Ackerland besitzt, ist seit kurzem die erste Palästinenserin, die einen Traktorführerschein besitzt.

Nachdem Ettihad Ayyad, 50, das Gemüse geerntet hatte, fuhr sie mit dem Traktor zum Gemüsemarkt. Am Weg dorthin wurde sie von der Verkehrspolizei angehalten und nach ihrem Führerschein gefragt – sie besaß keinen. Das Traktorfahren hatte sie auf ihrem Feld geübt und gelernt. Ettihad beschloss nun den Traktorführerschein zu erwerben und begann die Fahrschule zu besuchen. Anfang Juli teilte ihr das palästinensische Verkehrsministerium mit, dass sie die erste palästinensische Frau sei, die in den palästinensischen Gebieten einen Traktorführerschein erworben habe.

Auf einer Sitzung des Ministeriums in Jericho am sechsten Juli lobte Landwirtschaftsminister Riad al-Atari ihre Bemühungen und würdigte sie zudem als „Pionier-Bäuerin“. Er hob weiters den Einzug der palästinensischen Frauen in alle Bereiche des Arbeitslebens lobend hervor. 

Im Gespräch mit Al-Monitor sagte Ettihad: „Die meisten Leute haben mich zu diesem Schritt ermutigt. Ich habe motiviert und mit viel Begeisterung die vielen Schwierigkeiten überwunden. Am wichtigsten für mich war die Ausbildung für ein neues Traktormodell, da ich zuvor einen alten Traktor fuhr.“

Vor einigen Jahren gab ihr Mann seine Arbeit in der Landwirtschaft auf um sich eine Stelle zu suchen damit die Familie finanziell über die Runden kommt. Ettihad beschloss allein auf dem Feld weiterzuarbeiten und übernahm alle Aufgaben, die mit der harten landwirtschaftlichen Arbeit verbunden sind. Sie bepflanzte ihr Feld mit Jutemalven, Gurken, Tomaten und verschiedenen Gemüsesorten und stellte Landwirtschafts- und Molkereiprodukte her. Sie erklärt: „Ich liebe die Landwirtschaft. Bevor ich zur Schule ging, haben wir meinem Vater auf dem Feld geholfen. Dann heiratete ich einen Bauern und arbeitete weiter in der Landwirtschaft.“

Ettihad, die früh heiratete, wuchs in einer Großfamilie auf, in der aufgrund der finanziellen Situation die Ausbildung der Jungen Vorrang hatte vor der Ausbildung der Mädchen. „Ich habe die Oberschule besucht, konnte aber nicht studieren. Deshalb wollte ich, dass meine sechs Kinder so viel lernen können, wie sie möchten. Die meisten von ihnen haben einen Universitätsabschluss.“, erzählt Ettihad.

Zusätzlich zu ihrem Bauernhof hat sie eine kleine Joghurtfabrik mit acht Mitarbeitern aufgebaut und berichtet: „Wir arbeiten in einem kleinen Wohnwagen, stellen Joghurt mit Wildkräutern her und sortieren das Gemüse nach den Wünschen der Kunden.“

Ettihads Schwiegertochter war von ihrem mutigen Schritt sehr beeindruckt. Es war das erste Mal, dass sie eine Frau sah, die einen Traktor innerhalb und außerhalb des Hofes fuhr. „Meine Schwiegermutter ist seit mehr als 30 Jahren in der Landwirtschaft tätig. Sie ist sehr ehrgeizig und lässt sich von Schwierigkeiten nicht unterkriegen. Wir sind stolz darauf, dass sie eine Pionierin und ehrgeizige Frau ist, die sich gut um ihre Arbeit kümmert. Sie ist auch eine liebevolle Ehefrau und Mutter, der es ein Anliegen ist, ihre Kinder auf die Universität zu schicken.“

Hani Ayyad, Ettihads Ehemann, ist sehr stolz auf seine Frau. „Meine Frau ging vor ein paar Tagen zu einem Orthopäden und war überrascht, als er ihr zum Erhalt der Lizenz gratulierte. Er hat davon aus den Medien erfahren“, erzählte er Al-Monitor. Er erzählte auch von  seiner Mutter, die in einem Bauernhof im Dorf al-Auja im Gouvernement Jericho arbeitete, wo sie große Mengen an Gemüse verpackte und erntete und resümiert: „Ich glaube, dass Frauen in der Landwirtschaft besser sind als Männer, weil sie geduldiger sind“.


Read more: https://www.al-monitor.com/originals/2022/08/palestinian-female-tractor-driver-turns-heads-west-bank#ixzz7f2d0DPmj
Quelle: Al-Monitor.com is a trusted and award-winning independent source of Middle East news and analysis, founded 2012, https://www.al-monitor.com/mission https://www.al-monitor.com/mission

Was hat es mit dem Schlachten der Schafe auf sich? Eid Al-Adha

Das Opferfest Eid al-Adha wird auch ‚Großes Fest‘ genannt, im Gegensatz dazu gibt es das ‚Kleine Fest‘ Eid al-Fitr am Ende des Ramadan. (https://verenafalkner.at/eid-al-fitr/) Aufgrund des Mondkalenders fällt das Datum meist 11 Tage früher als im Vorjahr. Im Jahr 2022 wird es in Europa vom 9. bis 13. Juli gefeiert. Auf türkisch heißt das Fest Kurban Bayrami. Das Wort Kurban steht für das Opfertier, welches Muslime darbringen. Im Iran heißt das Fest Eid-e-Ghorban.

Das Opferfest gilt als der Höhepunkt der Hadsch, der Pilgerreise der Musliminnen und Muslime nach Mekka und als der höchste Feiertag im Islam (am 10. Tag des letzten Monats im Mondkalender). Es hat für alle islamischen Konfessionen sowie für die Aleviten eine wichtige Bedeutung nämlich dass sie Gott grenzenlos vertrauen dürfen.

An Eid al-Adha erinnern sich die Muslime auf der ganzen Welt an Abraham, der als gemeinsamere Stammesvater der Muslime, Juden und Christen gilt. Diese drei sogenannten „Buchreligionen“ werden als die drei abrahamitischen Welt-Religionen bezeichnet. Es wird der Bereitschaft Abrahams seinen Sohn Ismael für Gott zu opfern gedacht. Abraham und seine Frau Sara, so berichten Koran und Bibel, hatten keine Kinder. Abraham zeugte einen Sohn, Ismael, mit einer Magd als Leihmutter. Sara wurde doch noch schwanger und gebar den Sohn Isaak. Gott befahl Abraham, als Prüfung für ihn, Isaak als Opfergabe darzubringen. Abraham erklärt sich dazu bereit. Als Gott erkannte, welch großes Opfer Abraham zu geben bereit war, schickte er einen Engel der Abraham davon abhielt, seinen Sohn zu opfern. Als Dank opferte Abraham einen Widder an Stelle seines Sohnes. Im Islam heißt Abraham Ibrahim und in der Version des Koran(Sure 37, 99 – 113) geht es nicht um Isaak, sondern um Ismael. An dieses Opfer erinnert das rituelle Opfern von Schlachttieren zum Opferfest, als Zeichen der bedingungslosen Hingabe des Menschen an Gott. 

Das Opferfest erstreckt sich über drei Tage. Die Rituale beginnen schon am Vortag des Festes. Am „Tag von Arafat“ treffen sich die Pilger am Berg Arafat (Berg der Barmherzigkeit), 20 km südöstlich von Mekka in Saudi Arabien, um zu beten und zu fasten. Gläubige, die nicht an der Pilgerfahrt teilnehmen, fasten ebenso an diesem Tag und beten in der Moschee. Zahlreiche Überlieferungen weisen darauf hin, dass dieser Tag besonders geeignet ist für das Ersuchen um Vergebung und als besonderer Tag zur Erhörung von Bittgebeten. Der Überlieferung nach werden die Sünden für das vergangene und für das laufende Jahr verziehen.

Am Morgen des ersten Festtages versammeln sich die Gläubigen in der Moschee zu einem Festgebet und zur Predigt. Im Anschluss wünscht man sich gegenseitig „Möge Allah deine guten Taten annehmen und Dir und Deiner Familie das Beste geben“. Danach folgt die rituelle Schlachtung eines Tieres dessen Kopf dabei in Richtung Mekka gelegt wird. Im privaten Kreis übernimmt immer das älteste männliche Mitglied der Familie die Schächtung. Die Schlachtung eines Schafs oder eines anderen Opfertiers wie Ziege, Kamel, oder Rind (kein Schwein) erfolgt nach religiösen Regeln. Das Fleisch wird in drei Teile geteilt. Ein Teil geht an Bedürftige, ein Teil an Verwandte und Freunde, der dritte Teil wird in Form eines Festessens im Familienkreis genossen. Ist das Schächten eines Tieres nicht möglich, wird darauf verzichtet. In Deutschland senden Muslime oft Geld an Verwandte in muslimischen Ländern, damit dort eine Schlachtung in Auftrag gegeben werden kann oder spenden stattdessen an Bedürftige oder schicken Geld in ihre Heimatländer an Menschen die auf Hilfe angewiesen sind.

Als Zeichen der Freundschaft und Hilfsbereitschaft beschenken sich viele Musliminnen und Muslime, ähnlich wie Christen zu Weihnachten, und die Familien treffen sich zum gemeinsamen Festmahl. Das Haus und auch die Straße werden gründlich gesäubert und spezielle traditionelle Gerichte, werden vorbereitet.

Auch Alevitinnen und Aleviten feiern am Tag des Opferfestes ein Familienfest. Die meisten von ihnen leisten aber vor allem soziale Dienste und treffen sich in den Gemeindezentren, um gemeinsam Fürbitten zu sprechen. Im Alevitentum „soll der Mensch mit der Opferung eines Nutztieres Gott gedenken, Ihm dafür danken, dass Er den Menschen dieses Glück gab, durch Gottesgaben am Leben bleiben zu können. Darüber hinaus möge derjenige, der ein Tier in Gottgedenken opfert, der Barmherzigkeit und der Liebe Gottes bewusst werden und diese Barmherzigkeit anderen Menschen weitergeben, indem man das Fleisch zuerst Armen und Bedürftigen spendet.“ (zit. nach http://www.aleviten.at/_de/?skt_events=opferfest-20-juli-2021)

Während in vorwiegend muslimischen Ländern die Geschäfte geschlossen bleiben, ist Eid al-Adha in Deutschland kein gesetzlicher Feiertag. Aber muslimische Kinder können sich am ersten Tag des Fests vom Unterricht befreien lassen. In Bundesländern wie Hamburg oder Bremen, wo es Staatsverträge mit den muslimischen Religionsgemeinschaften gibt, ist das sogar gesetzlich geregelt. Deutschlandweit sind Lehrpersonen angewiesen, am Tag des Opferfest keine Klassenarbeiten schreiben zu lassen oder sonstige Leistungsnachweise zu verlangen.

Wer fährt wann und warum in den Himmel und was haben Väter damit zu tun? – Christi Himmelfahrt

Der katholische Feiertag Christi Himmelfahrt – 39 Tage nach dem Ostersonntag – fällt immer auf einen Donnerstag. Die Gläubigen gedenken der Rückkehr Jesus zu Gott, seinem Vater im Himmel. Nach seiner Auferstehung zu Ostern, predigte Jesus seinen Jüngern 40 Tage lang vom Reich Gottes. Laut der Apostelgeschichte 1,9 im Neuen Testament wurde er am 40. Tag, vor den Augen seiner Jünger, in den Himmel empor gehoben und verschwand in einer Wolke. Für die Theologie bedeutet dass, das Gott seinen Sohn nicht im Tod gelassen hat. Er ist auferstanden, bei ihm im Himmel und ihm so nahe wie kein anderer. Im Glaubensbekenntnis heißt es: „Er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters.“ Ein weiterer zentraler Gedanke ist, dass Jesus am Ende aller Tage wieder kommen wird. Übrigens: Die Zahl 40 spielt in der Bibel, wo sie 98 mal vorkommt, eine große Rolle. Sie gilt als Zeitabstand für einen Neubeginn und diese Spanne als gnädige Zeit der Reifung, Klärung und Entscheidung.

Seit dem 4. Jahrhundert gilt Christi Himmelfahrt als eigenständiger und seit den 30er Jahren in ganz Deutschland auch als gesetzlicher Feiertag. An diesem Tag wird in Deutschland auch der ‚Vatertag‘ bzw. ‚Männertag‘ meist in Männergruppen gefeiert. In vielen deutschen Gegenden werden bei diesen Ausflügen geschmückte Fahrräder, mit Bier beladene Bollerwägen oder Schubkarren mitgeführt. Vielerorts gibt es aber auch offene Feste für die ganze Familie.

Für den Bochumer Neutestamentler Thomas Söding haben Christi Himmelfahrt und der Vatertag durchaus auch inhaltlich etwas gemeinsam. Für ihn ist Christi Himmelfahrt in einem ganz bedeutsamen Sinne ein Vatertag, weil er mit der Sohnschaft Jesus und mit Gott als Vater zu tun hat. Jesus ist nicht nur vom Vater gesandt worden – der Weg zurück, führte auch zurück zum Vater. Er weist auf prominente Väterfiguren in der Bibel hin und zeigt Verständnis für das Feierbedürfnis der heutigen Väter. 

In der Bibel, so Söding laut „katholisch.de“, kann man zahlreiche interessante und durchaus unterschiedliche Vaterfiguren entdecken. Josef ist im Neuen Testament eine extrem wichtige Person. Er bekam im Traum die Aufgabe, sich um die schwangere Maria und damit auch um Jesus zu kümmern. Er war eine starke Figur und jemand, der sich anständig verhielt. Er war ein Mann, der im Hintergrund wichtig war und andere in den Vordergrund schicken konnte. Eine wichtige Tugend die, wie Söding findet, allen Männern gut stünde. Als weiteres Beispiel nennt er Hiob. Sein Glaube wurde hart auf die Probe gestellt, denn Gott nahm ihm seinen vollständigen Besitz und ihm passierte das Schlimmste: Seine zehn Kinder starben. Die Bibel gibt ihm Raum, um seinen Schmerz regelrecht herauszubrüllen und Gott zur Verantwortung zu ziehen; nicht nur Mütter, sondern auch Väter schreien und klagen. Väter haben es nicht immer leicht, auch in der Bibel nicht. Man kann Freude an den Kindern haben, man kann darüber traurig sein, dass sie einen völlig anderen Weg gehen als man selbst für richtig hält und man kann auch an ihnen verzweifeln. Männer in der Bibel litten auch darunter, wenn sie lange Zeit kinderlos blieben. Auf die Frage, ob es daher nur fair sei, wenn Väter auch ihren Tag haben, an dem sie gefeiert werden oder sich selbst feiern, antwortet Söding

„Warum nicht? Mein Traum wäre natürlich, wenn die Bollerwagentour nicht an den Kirchen vorbeiführt, sondern auch in eine Kirche hinein, natürlich vor dem Alkoholgenuss. Dann kann man den geistlichen und den weltlichen Teil gut miteinander verbinden.“ 

https://www.katholisch.de/artikel/21841-christi-himmelfahrt-wie-waere-eine-bollerwagentour-zur-kirche

Im Volksbrauchtum gibt es, seit Mitte des 5. Jhd., die  sogenannten Bitt-Tage, Montag, Dienstag und Mittwoch, vor Christi Himmelfahrt. Auch bat man in der vorhergehenden Woche mit Prozessionszügen und -ritten durch Wald, Wiese, Felder oder Weinberge um ein gutes Erntejahr. Es ist nicht belegt, ob daraus die Vatertags-Umzüge entstanden sind. Der Brauch der Flurritte geht vermutlich auf einen alten germanischen Rechtsbrauch zurück, demzufolge jeder Grundeigentümer einmal im Jahr sein Eigentum umrunden musste um seine Besitzansprüche aufrecht zu halten. Im 19. Jahrhundert gab es „Schinkentouren“ oder „Herrentouren“, organisierte Fahrten aufs Land, zu denen Frauen nicht zugelassen waren. Später etablierte sich der Name „Vatertag“ als Pendant zum „Muttertag“. 

In  Österreich ist der religiöse Feiertag Christi Himmelfahrt nicht mit dem Vatertag verbunden, welcher immer am 2. Sonntag im Juni gefeiert wird. Es gibt eine Reihe regionaler Bräuche wie die Bitt-Tage und seit dem sechsten Jahrhundert auch Prozessionen (Montag, Dienstag und Mittwoch). In manchen Kirchen wird eine Statue des auferstandenen Jesus durch das so genannte Heiliggeisterloch, sofern dieses vorhanden ist, auf den Dachboden der Kirche gezogen. Auf den Teller kommt an diesem Tag vor allem Geflügel  („Fliegendes Fleisch“). 

Trauer um den, am 13.05.2022, verstorbenen Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate Sheikh Khalifa bin Zayed Al Nahyan.

Scheich Khalifa bin Zayed Al Nayhan, Präsident der VAE von 2004 – 2022

Scheich Khalifa bin Zayed Al Nahyan, der zweite Präsident der VAE und 16. Herrscher von Abu Dhabi, ist am Freitag dem 13. Mai 2022 im Alter von 73 Jahren verstorben. Er stand fast 18 Jahre lang an der Spitze seines Landes – eine Zeit der wirtschaftlichen Entwicklung, großer Investitionen in die Infrastruktur und des Bevölkerungsbooms im Land.

Scheich Khalifa, der mit vollem Namen Khalifa bin Zayed bin Sultan bin Zayed bin Khalifa bin Shakhbout bin Theyab bin Issa bin Nahyan bin Falah bin Yas heißt, hinterlässt seine Frau Sheikha Shamsa bint Suhail Al Mazrouei. Er hat acht Kinder und ist Großvater von mehreren Enkelkindern.

Obwohl er erst in seinem 57. Lebensjahr in das höchste Amt berufen wurde, übernahm Scheich Khalifa schon früh Verantwortung.

Seine große Führungspersönlichkeit zeichnete sich durch Weitsicht aus. Vor allem in der Fähigkeit, die oft sehr subtilen, aber wichtigen Veränderungen der Bedürfnisse und Erwartungen der Bewohner des Landes vorauszusehen. Dabei hatte er nie eine der Lektionen vergessen, die er an der Seite seines Vaters gelernt hatte: zuzuhören. Getreu dem Beispiel seines Vaters wurde Präsident Scheich Khalifa schnell dafür bekannt – und beliebt -, dass er regelmäßig die Regionen und andere Emirate besuchte, sich Wünsche und Beschwerden anhörte und rasch darauf reagierte.

Er hatte auch das Glück, von der Weisheit seines Großvaters mütterlicherseits, Scheich Mohammed bin Khalifa, dem ranghöchsten Mitglied der Al Nahyan-Familie, zu profitieren, In dessen Majlis lernte er als junger Mann viel über Führungsqualitäten. Er litt sehr unter dem Verlust seines Großvaters im Jahr 1979.

Während seiner Amtszeit leitete Scheich Khalifa eine umfassende Umstrukturierung der föderalen Regierung des Landes ein. Darüber hinaus setzte sich Scheich Khalifa für Veränderungen in der Regierung von Abu Dhabi ein, darunter der Verbesserung der öffentlichen Dienstleistungen und der Öffnung der Wirtschaft zur Förderung von Investitionen und öffentlich-privaten Partnerschaften, wie auf einer Website der Regierung der VAE zu lesen ist. Scheich Khalifa setzte sich auch für den Aufbau von Beziehungen zu anderen Ländern durch Auslandshilfen ein.  

1948 geboren, wuchs er in Al-Ain auf. Er besuchte die erste Schule in Al Ain, die von seinem Vater gegründet worden war.

1966, im Alter von 18 Jahren, wurde er der offizielle Vertreter seines Vaters in der Region, als dieser Emir von Abu Dhabi wurde und in die Hauptstadt übersiedelte. 

1969 wurde Scheich Khalifa, der seine Ausbildung am  Royal Military College Sandhurst erhielt, zum Kronprinzen ernannt und übernahm den Vorsitz des Verteidigungsministeriums von Abu Dhabi. In dieser Funktion leitete er den Aufbau der Abu Dhabi Defence Force, des Vorläufers des modernen Militärs der VAE.

Während sein Vater auf die Einheit der Nation hinarbeitete, die am 2. Dezember 1971 zustande kam, wurde Scheich Khalifa zum Premierminister von Abu Dhabi ernannt. Nach der Gründung der VAE übernahm Scheich Khalifa mehrere Ämter in Abu Dhabi, darunter das des Premierministers, des Kabinettschefs von Abu Dhabi, des Verteidigungsministers und des Finanzministers.

1974 folgte der Vorsitz im Exekutivrat von Abu Dhabi und am Ende desselben Jahres übernahm er seine erste landesweite Aufgabe als stellvertretender Premierminister im zweiten Bundeskabinett.

1976, nach dem Beschluss des Obersten Bundesrates, eine einheitliche Streitmacht für die VAE zu schaffen, wurde er  zum stellvertretenden Oberbefehlshaber der Streitkräfte ernannt und war für die Ausbildung und die Einführung moderner Ausrüstung zuständig.

Die vielleicht wichtigsten Aufgaben von Scheich Khalifa waren seine Vorsitze im 1988 gegründeten Obersten Erdölrat von Abu Dhabi und in der Abu Dhabi Investment Authority, an deren Gründung er 1976 maßgeblich beteiligt war.

1977 wurde Adia als unabhängige Organisation von der Regierung getrennt und entwickelte sich schnell zum größten Staatsfonds der Welt. Die Aufgabe war einfach, wenn auch von entscheidender Bedeutung: Im Namen der Regierung des Emirats Abu Dhabi Gelder zu investieren, um die notwendigen finanziellen Mittel zur Sicherung und Aufrechterhaltung des zukünftigen Wohlstands des Emirats bereitzustellen. Scheich Khalifa anerkannte die Bedeutung der Arbeit von Adia. „Die Zukunft des Landes“, sagte er einmal, „hängt von seiner Fähigkeit ab, seinen Reichtum im Interesse künftiger Generationen zu verwalten“ – und er würde bis an sein Lebensende dessen Vorsitzender bleiben. (The National, Updated: May 13, 2022, 19:27)

In den 1980er Jahren wurde Scheich Khalifa auch Leiter des Obersten Erdölrats. Außerdem war er Vorsitzender der Environmental Research and Wildlife Development Agency. 

Sein traurigster Moment, der von der ganzen Nation geteilt wurde, war jedoch der Tod seines Vaters, im 86ten Lebensjahr, am 2. November 2004.

Einen Tag nach dem Tod des Gründungsvaters Scheich Zayed wählte der Oberste Bundesrat einstimmig Scheich Khalifa zum Nachfolger seines Vaters. Einen Monat später, an seinem ersten Nationalfeiertag als Präsident, sprach er in einer bewegenden Rede über das „tiefe Gefühl der Trauer und des Schmerzes, das unsere Herzen über den Tod unseres Vaters und Gründers unserer Nation, erfüllt hat“. Scheich Zayed habe „einen Traum gehegt und sein Leben der Verwirklichung dieses Traums gewidmet, indem er den Ölreichtum nutzte, um einen modernen Staat aufzubauen, in dem sowohl die Emiratis als auch die Einwohner aus dem Ausland ein gutes Leben führen können. „Sein tiefes Engagement für das Wohlergehen seines Volkes ermöglichte es ihm, die Hürden zu überwinden, die sich ihm in den Weg stellten, und schließlich das Land dorthin zu bringen, wo es heute steht. Scheich Zayed sei zwar gestorben, „aber sein Geist und sein beeindruckendes Vermächtnis sind unsterblich“. (The National, Updated: May 13, 2022)

Ein Maßstab für dem Fortschritt, so Scheich Khalifa, sei das ‚Wirtschaftswunder‘ der VAE, das dazu geführt habe, dass im Jahre 1972 das Bruttoinlandsprodukt von 6,5 Mrd. VAE-Dirham auf mehr als 293,12 Mrd. VAE-Dirham im Jahr 2003 gestiegen war – eine phänomenale Wachstumsrate von etwa 13 Prozent pro Jahr seit der Gründung der VAE.

Scheich Khalifa wandte sich auf die vor ihm liegenden Aufgaben zu. Seiner Meinung nach, „war die Ausbildung aller fähigen Emiratis, damit sie sich produktiven Unternehmungen widmen konnten, das Hauptziel des Landes, dem wir unsere ganze Aufmerksamkeit widmen und auf das wir all unsere Anstrengungen konzentrieren sollten“. Die Regierung war entschlossen, „die Frauen in die Lage zu versetzen, ihre Rolle im Dienste der Gesellschaft zu spielen … Seite an Seite mit ihren männlichen Mitbürgern in jedem Bereich der nationalen Aufgaben, innerhalb des Rahmens, der unsere islamische Identität und arabische Tradition und Kultur schützt“. Diese letzte Bemerkung bringt das Credo auf den Punkt, das Scheich Khalifa für seine Nation anstrebte: Fortschritt, aber ohne Kompromisse bei den Grundüberzeugungen und dem Selbstverständnis der Nation. (The National, Updated: May 13, 2022)

2006 brachte die Ernennung eines neuen Kabinetts mit dem Vizepräsidenten und Herrscher von Dubai, Scheich Mohammed bin Rashid Al Maktoum, als Premierminister laut einer Website der VAE-Regierung wichtige Änderungen in der Regierungsstruktur mit sich. Dazu gehörten neue Ministerien, die sich der Straffung und Modernisierung der Regierung widmeten, ein neuer Schwerpunkt auf der Entwicklung der Gemeinden und ein wichtiger Schritt zur Reform des politischen Prozesses durch die Einführung indirekter Wahlen für die Hälfte der Mitglieder des Föderalen Nationalrats, so die Website.

2009 wurde er für eine zweite fünfjährige Amtszeit gewählt.

2010 wurde bei der Eröffnung des Burj Dubai bekanntgegeben, dass das höchste Gebäude der Welt nach ihm in ‚Burj Khalifa‘ umbenannt wird.

2018 berichtete die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung dass die die VAE Nothilfe bei Naturkatastrophen leitet und zum weltweit größten Geldgeber für humanitärer Hilfe im Verhältnis zum Nationaleinkommen geworden war.

2019 wurde von Scheich Khalifa als ‚Jahr der Toleranz‘ benannt. Papst Franziskus besuchte Abu Dhabi und unterschrieb gemeinsam mit dem Grossimam Al Tayyeb „Das Dokument der Geschwisterlichkeit“, die «Erklärung von Abu Dhabi», welches als Meilenstein in den katholisch-islamischen Beziehungen gilt.

2020 wurde das bahnbrechende emiratisch-israelische Friedensabkommen, das Abraham-Abkommen, unterzeichnet.

Der Kronprinz von Abu Dhabi, Scheich Mohamed bin Zayed, trauerte in einem Beitrag auf Twitter: “We belong to God and to Him we shall return. The Emirates lost its righteous son, the leader of the “empowerment stage” and the trustee of its blessed journey. His stances, achievements, wisdom, giving, and initiatives are visible in every corner of the country.” “Khalifa bin Zayed, my brother, my mentor, and my teacher, may God have mercy on you with his vast mercy and enter you into his good pleasure and paradise.” (Arabian Business, 14.05.22)

Der Herrscher von Dubai, Scheich Mohammed bin Rashid Al Maktoum, twitterte: “Oh God, we witness that Sheikh Khalifa bin Zayed has fulfilled his trust, and served his flock, and loved his people. Oh God, his people have been satisfied with him, so be pleased with him, and cover him with your mercy, and put him in your vast gardens, and inspire us and inspire his people, his family and his loved ones with patience and solace. We belong to God and to Him we shall return.” (The National, Updated: May 13, 2022)

Für den Schweizer Bischof Paul Hinder OFM Cap. in Abu Dhabi, apostolischer Vikar von Südarabien und Administrator von Nordarabien, war Scheich Khalifa eine grosse Führungspersönlichkeit: „Er hatte eine Vision für moderne, wohlhabende und friedliche Vereinigte Arabische Emirate. Der verstorbene Scheich war eine ausserordentlich weise und geachtete Führungspersönlichkeit, die das Erbe von Scheich Zayed weiterführte und dem Land half, sich zu einer wunderschönen modernen Nation zu entwickeln.“ (Katholisches Medienzentrum, 14.05.2022)

Das Ministerium für Präsidialangelegenheiten hat angekündigt, dass ab Samstag 14.05. eine 40-tägige offizielle Trauerzeit beginnt und die Flaggen auf Halbmast wehen werden. Die VAE haben alle Arbeiten im öffentlichen und privaten Sektor für drei Tage – von Samstag, 14. Mai, bis einschließlich Montag, 16. Mai – ausgesetzt, um den Tod des Präsidenten zu betrauern. Die Schulen bleiben am Montag, dem 16. Mai, geschlossen.

Die Verfassung der VAE sieht vor, dass der Oberste Rat einen Monat Zeit hat, um zusammenzutreten und den Nachfolger für das Amt des Präsidenten zu wählen. Der neue Präsident, dessen Amtszeit fünf Jahre beträgt, wird aus dem Kreis der Mitglieder des Obersten Bundesrates ausgewählt. Während dieser Zeit wird Scheich Mohammed bin Rashid alle Befugnisse des Präsidenten übernehmen.

Es wird vermutet, dass der Nachfolger von Scheich Khalifa als Herrscher von Abu Dhabi innerhalb von 24 Stunden bekannt gegeben wird.

(Arabian News, The National, Webite des Ministeriums UAE, Katholisches Medienzentrum, 14.05.2022, Picture: A Rare Look Into The Life Of UAE President Sheikh Khalifa Bin Zayed – Arabian Business, 13.05.22)

Eid al-Fitr

02.05.2022

Das religiöse Fest Eid Al-Fitr, das Fest des Fastenbrechens, auch als Kleines Zuckerfest, Ramadan Fest, Fastenbrechen am Ende des Ramadan, Bayram-Fest oder Ramazan Bayrami bekannt,  ist einer der beiden großen Feiertage, welcher von Muslimen auf der ganzen Welt gefeiert wird. Eid Al-Fitr markiert das Ende des Fastenmonats Ramadan, während Eid Al-Adha (Opferfest) am Ende der jährlichen Pilgersaison gefeiert wird. (Das Opferfest Eid Al-Adha wird zum Gedenken an den Propheten Ibrahim gefeiert. Üblicherweise wird zu dieser Feier ein Tier geopfert und das Fleisch an Bedürftige verteilt. Das Opferfest Eid Al-Adha wird ungefähr 70 Tage nach Eid Al-Fitr gefeiert.)

Beide Feste dauern je nach Land und Region bis zu drei Tage. In unserem Breitengrad endet der Ramadan im Jahr 2022 voraussichtlich am Abend des 02.05.22

Mit Eid Al-Fitr feiern gläubige Muslime, dass sie den Ramadan und die damit verbundenen Entbehrungen gemeistert haben. Der Ramadan ist damit offiziell beendet und die Regeln betreffend der Essenszeiten, des Fastens, sind aufgehoben. Die Gläubigen bitten Allah um die Anerkennung ihrer Gebete und Mühen während des Ramadan und um die Vergebung etwaiger Fehler.

Zu Ende des Ramadan beten die Gläubigen in der Moschee um den Segen Gottes (Allah), spenden für die Armen (Zakat – Almosen für die Bedürftigen) und beten das Eid-Gebet (Festgebet). Die Entrichtung des Zakat ist für jede/n Muslim Pflicht, sofern es ihr oder ihm möglich ist. 

Anschließend ist es üblich, sich mit der Familie und Verwandten zum gemeinsamen Festessen und Feiern zu treffen. Geschenke, wie beim christlichen Weihnachtsfest, sind üblich und Süßigkeiten sind beliebt – daher der Name „Zuckerfest“. Mancherorts wird das Fest auch mit Lichterumzügen und Volksfesten gefeiert. 

Wer Freunden und Bekannten alles Gute wünschen möchte, kann beispielsweise auf folgende Glückwünsche zurückgreifen:

„Eid Mubarak“ (arabisch)

„Bayram mübarek olsun“ (türkisch) – „Ich wünsche ein gesegnetes Fest!“ oder

„Ramazan bayramin mübarek olsun.“ (türkisch) – „Wünsche ein gesegnetes Ramadanfest.“

Der islamische Kalender ist ein Mondkalender, welcher auf der Grundlage der Mondphasen berechnet wird. Ein neuer Monat beginnt, wenn die zunehmende Mondsichel am Himmel sichtbar ist. Das variiert bei den weltweiten Zeitzone und so kann ein muslimischer Feiertag, je nach Land und Zeitzone, an verschiedenen Tagen stattfinden. Das 12-monatige Mondjahr ist etwa 11 Tage kürzer als beim gregorianischen Sonnenkalender (der 365-Tage-Kalender).

RAMADAN (arab.) – die brennende Hitze, die Trockenheit, der sonnenverbrannte Sand

Der Ramadan, der neunte Monat im islamischen Kalender, der Fastenmonat der Muslime, beginnt in diesem Jahr 2022 am 02. April und endet am 02. Mai. Das genaue Datum variiert aufgrund der geographischen Lage der verschiedenen Länder.

Der Mondmonat beginnt mit dem Neumond und erst wenn die Sichel des neuen Mondes (arabisch: hilal) am Himmel zu sehen ist, beginnt der Ramadan. Dieses Datum wird auch als „Geburt des neuen Mondes“ bezeichnet.

Der Ramadan erinnert an die Offenbarung im Jahre 610 durch den Erzengel Gabriel an den Propheten Mohammed. Die Nacht, in der die ersten Koranverse herabgesandt wurden, bezeichnet man als „Nacht der Bestimmung“ (arabisch: lailat-ul qadr).

Das Fasten (arabisch: Siyâm) ist das wichtigste Gebot im Ramadan und gehört zu den „fünf Säulen des Islam“ (Glaubensbekenntnis, Gebet, Almosensteuer, Ramadan, Pilgerfahrt). In der Sure 2,187 steht: „…Und esst und trinkt bis der weiße Faden von dem schwarzen Faden der Morgendämmerung für euch erkennbar wird. Danach vollendet das Fasten bis zur Nacht….“. So wird im Ramadan zwischen der Morgendämmerung und dem Sonnenuntergang nichts gegessen und getrunken, auch auf Rauchen und Geschlechtsverkehr wird verzichtet. 

Der Koran und der Islam geben auch Möglichkeiten zur Ausnahme, da manchen Menschen das Fasten gesundheitlich schaden kann. Kranke, Altersschwache, Schwangere, stillende Mütter und Frauen in der Menstruation sind davon ausgenommen. Es gibt auch die Möglichkeit den versäumten Fasttag nachzuholen. Personen, wie chronisch Kranke, sollen für jeden im Ramadan versäumten Fasttag einen Bedürftigen speisen oder einen kleinen finanziellen Betrag für Arme spenden (arabisch: fidya).

Kinder beginnen erst mit dem Eintritt der Pubertät zu fasten. Viele Kinder üben das Fasten aber schon vorher. Sie verzichten zum Beispiel auf Süßigkeiten oder fasten nur einen halben Tag.

Die Fastenpflicht lehrt, Gottes Gaben wie Essen und Wasser zu schätzen, indem man am eigenen Leib erfährt, wie sich Hunger und Durst anfühlen. Es ist auch eine Reinigung für Körper, Geist und Seele, ein sich bewusst machen, dass der Wohlstand in dem wir leben keine Selbstverständlichkeit ist. Solange der Fastende nicht von jeder üblen Tat, von jedem schlechten Wort und Gedanken ablässt, hat er sein Ziel nicht vollends erreicht. Barmherzigkeit wird groß geschrieben: jeder soll bedürftigen Menschen helfen, wie es ihm möglich ist, beispielsweise einen Bedürftigen speisen. Zudem beschäftigen sich die Gläubigen im Ramadan intensiver mit Beten oder dem Lesen des Korans.

Jeden Tag nach Sonnenuntergang findet das Fastenbrechen statt, das mit einem Gebet eingeleitet wird. Vor dem anschließenden Abendessen (arabisch: iftar) im Familienkreis wird traditionell eine Dattel gegessen mit einem Schluck Wasser dazu. Einladungen an Verwandte und befreundete Familien zu einem gemeinsamen Iftar gehören dazu. Auch in den Moscheen wird gefeiert, wo Essen an Bedürftige und Mitglieder ausgegeben wird.

Mit dem Ramadanfest, das Fest des Fastenbrechens (Eid al-Fitr), wird der Ramadan beendet. Es dauert drei Tage und ist eines der wichtigsten Feiertage. Der erste der drei Festtage wird mit einem gemeinsamen Gebet in der Moschee begonnen. Die Gläubigen bitten Allah darum, ihre Gebete und Mühen während des Ramadans anzuerkennen und Fehler zu verzeihen. Man beglückwünscht sich gegenseitig. In diesen Tagen werden Verwandte besucht, wobei traditionell die Jüngeren zu den Älteren kommen. Kinder werden beschenkt und es wird mit köstlichen Speisen und Spezialitäten ausgiebig im Familienkreis gefeiert.

“Wenn sich jemand nicht der Falschheit in Wort und Tat enthält, dann liegt Allah nichts daran, dass er sich des Essens und Trinkens enthält.” (Prophet Muhammad)

Zitat aus: Islamisches Zentrum Wien, „Fasten im Ramadan“

Der Valentin und die Liebe …

Wer war der heilige Valentin, dessen Sterbetag der 14. Februar 269 ist? 

Der Hl. Valentin war Bischof der nördlich von Rom gelegenen Stadt Terni, wo ihm Christen wie auch Heiden hohe Achtung zollten. Er gilt als der Patron der Verliebten und der Brautleute. 

Der damalige römische Kaiser verlangte von ihm, dass er sich zum römischen Glauben bekehren solle. Er weigerte sich und wurde folglich von einem kaiserlichen Berater in Gewahrsam genommen. Valentin heilte die blinde Tochter dieses Mannes. Zum Dank ließ sich die Familie des Mannes taufen. Valentin wurde enthauptet und auch die Familie des Mannes fand den Tod. 

Eine andere Legende erzählt, das Bischof Valentin einem verliebten Paar zur Flucht und gegen den Willen der Eltern zur Ehe verholfen habe. So gilt er auch als Stifter glücklicher Ehen mit „Hindernissen“. 

Seit dem Jahr 350 wird der Valentinstag am 14. Februar gefeiert. Da die geschichtlichen Quellen über seine Person zu vielfältig und zu unklar sind, wurde der Tag beim Zweiten Vatikanischen Konzil im Jahr 1965 vom kirchlichen Heiligenkalender gestrichen. 

Die Volkstraditionen an diesem Tag sind jedoch erhalten geblieben. 

Im Mittelalter glaubte man, dass die Vögel am 14. Februar mit der Paarung beginnen. Auch das ist eine mögliche Erklärung für die Verbindung des Namens Valentin mit den Liebenden. 

Eine andere Theorie beruft sich auf das normannische Wort Galantin (Ein Galan ist ein vornehm auftretender Liebhaber). Mit einem V wurde aus dem „Galantin’s-Tag“ der Valentinstag.

Ein weiterer Ursprung wird im römischen Fest der „Lupercalia“ vermutet. Die Namen junger Mädchen wurden auf Zettel geschrieben und unter den Burschen verlost. So kamen diese unkompliziert für das nächste Jahr, oder zumindest für den Festtag, zu einer Begleitung. 

In Frankreich, Belgien und England wurden seit Ende des 14. Jahrhunderts junge Paare durch das Los als Valentin und Valentine füreinander bestimmt. Durch einen Geschenketausch waren sie bis zum nächsten Valentinstag, verlobungsähnlich, miteinander verbunden.

In England war zeitgleich der Glaube, dass die erste Person des anderen Geschlechts, welche man in der Früh des 14. Februar sieht, die einzige und die wahre Liebe ist. 

Im 17. Jhd. entwickelte sich im angelsächsischen Raum der Brauch, an den/die Liebsten selbst gebastelte Valentinskarten zu schicken. Im 18. Jhd. wurden die ersten kommerziellen Grußkarten produziert.

„Durch die Blume“ ließen sich Wünsche, Bitten und Hoffnungen ausdrücken und es entstand mit der Zeit eine Geheimsprache. Nicht nur den Farben und den Sorten, sondern jedem einzelnen Detail eines Straußes wurde eine eigene Bedeutung zugeschrieben. Diese Codes sind heute noch gültig. Sie waren regional verschieden und kompliziert wie eine Fremdsprache, sodass bald eigene Wörterbücher über die Sprache der Blumen geschrieben wurden. Mittlerweile gehört es zum Sprachgebrauch und Allgemeinwissen, dass rote Rosen „Ich liebe dich“ sagen.

Lady Mary Wortley Montagu schrieb im 18. Jhd., in ihren „Briefen aus Istanbul“, über die im Orient vorherrschenden Bedeutungen einzelner Blüten. Charlotte de Latour schreibt 1829 in ihrem Buch „Die Blumenpracht oder Symbolik des Pflanzenreichs“, über die versteckte Erotik und Sprache der Blumen. Eine Sprache, die trotz WhatsApp und SMS nach wie vor aktuell ist.

Der verschwundene Feiertag!

Mariä Lichtmess und der Schlenkerltag

02.02.2020

Früher wurde die Weihnachtszeit am 2. Februar beendet. An diesem Tag wurden von den Katholiken die Weihnachtskrippen und die Christbäume abgebaut und verräumt. Aus dem heutigen Alltag ist das Fest fast verschwunden.

Bis 1969 hieß dieser Tag in der katholischen Kirche „Mariä Reinigung“. Laut den damaligen Vorschriften und Bräuchen galt eine Frau 40 Tage nach der Geburt eine Kindes als unrein und musste 40 Tage nach der Geburt ein Reinigungsopfer in den Tempel bringen. Das Opfer war meist ein Pärchen Turteltauben. Da Jesus der erstgeborene Sohn war, galt er als Eigentum Gottes. So wurde auch er von seinen Eltern im Tempel vor Gott „dargestellt“ und „ausgelöst“. Deshalb wird Mariä Lichtmess auch „Fest der Darstellung des Herrn“ genannt.

Maria und Josef, die Eltern Jesus, begegneten dort dem greisen Simeon und der 84jährigen Prophetin Hannah, die das Kind als Messias (Der Gesalbte) erkannte und lobpries. Hannah bekräftigte die prophetische Rede Simeons, der darauf vertraute, dass er erst sterben wird, wenn er den Messias gesehen hat. Noch heute wird im Gottesdienst an diesem Tag folgendes vorgelesen: Der Alte stimmte ein Loblied auf das Kind an und pries es als Messias: „Denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, den du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel“.

Hannah hatte ein schweres Lebens hinter sich. Sieben Jahre nach ihrer Heirat wurde sie Witwe. Für eine kinderlose und verwitwete Frau war es in der damaligen Zeit schwierig in der Gesellschaft einen Platz zu finden. So war sie ab diesem Zeitpunkt darauf angewiesen, von der Gemeinschaft unterstützt zu werden. Hannah entschloss sich für ein Leben des Fastens und des Betens im Tempel. 

Seit der Liturgie-Reform 1970 endet in der katholischen Kirche die Weihnachtszeit am Sonntag nach dem Dreikönigstag, der am 6. Januar gefeiert wird. Seit 1997 gilt der 2. Februar in der katholischen Kirche auch als  „Tag des geweihten Lebens“, ein Tag des Dankes und der Bitte für die Menschen, die sich ganz Gott zur Verfügung stellen. Bis 1912 beispielsweise war der 2. Februar in Bayern ein gesetzlicher Feiertag.

Der 2. Februar war auch im Bauernjahr von großer Bedeutung und galt als Zahl- und Zinstermin. An diesem Tag konnten sich die Mägde und Knechte bei ihrem Dienstherrn neu verpflichten oder den Arbeitgeber, bzw. Hof, wechseln. Zu Martini (11. November) wurde dem Arbeitgeber mitgeteilt an Lichtmess wechseln zu wollen. Der Lohn, in Form von Geld oder Naturalien wurde am 2. Februar ausbezahlt. Meist war es der einzige Tag im Jahr, wo der Lohn ausbezahlt wurde. Oftmals erhielten die Mägde als Lohn einen neuen Kittel und die Knechte ein Paar neue Schuhe. Auch das Dienstbuch wurde dem Arbeitnehmer zurückgegeben. Darin stand dann oftmals zu lesen: „Bis Lichtmess treu gedient.“

Die Dienstboten mussten sich bei einem Wechsel auch oft von ihrem Kleinvieh (wie Hühner, Tauben oder Kaninchen) trennen, denn nicht jeder Bauer gestattete seinen Dienstboten die Haltung. Folglich wurden zu diesem Datum viele Tiere auf Tiermärkten verkauft. Im oberösterreichischen Wels findet heute noch der Glanglmarkt (glangln ist Dialekt und heißt herumziehen) statt. Er ist Österreichs größter Kleintiermarkt mit über 10.000 Tieren und wird jedes Jahr von zahlreiche Schaulustigen und Käufern besucht.

Der neue Dienst und das neue bäuerliche Arbeitsjahr startete am Tag der Heiligen Agatha, dem 5. Februar. Die Tage dazwischen nannte man „Schlenkerltag“ oder „Schlenkerlweil“. Es wurde gefeiert und die Familie besucht bis der neue Dienst begann.

An Mariä Lichtmess findet in der katholischen Kirche auch die Kerzen- und Wachsweihe statt. Die Kerzen für die Weihe hatten früher oft bestimmte Farben: neben den Alltagskerzen waren die Seelenkerzen zum Anzünden für die Verstorbenen bunt, die Wetterkerzen als Schutz vor nahenden Unwetter und Gewitter schwarz und die Rosenkranzkerzen, die beim Beten des Rosenkranz verwendet wurden, waren gelb. Symbolisch war das Fest und die damit verbundene Lichterprozessione auch ein Zeichen für das länger werden der Tage. Der Volksmund schlägt einen Bogen vom Martinstag am 11. November hin zu Lichtmess: „Martin zünd’s Licht an; Maria bläst’s wieder aus.“

Übernommen wurde das Fest wahrscheinlich, wie auch die Lichterprozession – aus dem Morgenland. 

Der Hl. Thomas, das persische Fest Yalda und deren Zusammentreffen in der Nacht der Wintersonnenwende

21. Dezember

Als Thomastag gilt in der evangelischen und anglikanischen Kirche der 21. Dezember. In der römisch-katholischen Kirche wurde der Gedenktag im Jahr 1970 auf den 3. Juli geändert. Im Volksmund wird weiterhin der 21. Dezember als Thomastag gesehen und die Nacht vom 21. auf den 22. Dezember, die längste Nacht des Jahres, als Thomasnacht bezeichnet. 

Wer war dieser Thomas? Jesus wählte 12 Männer (die Apostel), die mit ihm zusammen durch das Land zogen und die frohe Botschaft (die Botschaft, die Gott durch ihn an die Menschen richtete) verkündeten. Mit ihnen teilte Jesus sein Leben und feierte gemeinsam mit ihnen sein letztes Abendmahl. Nach seinem Tod sahen sie es als Auftrag an, sein Werk weiter zu führen und die christliche Botschaft zu verbreiten. Bis zu seiner Berufung als Apostel war Thomas ein Fischer aus Galiläa. Der Geschichte der  Thomas-Christen zufolge, ist Thomas im Jahr 40 in Richtung Osten aufgebrochen und lehrte das Christentums im frühen Persien und schließlich im westlichen Indien, wo er im Jahr 72 in der indischen Stadt Chennai, dem früheren Madras, von einem Pfeil getötet wurde. Die Thomas-Christen an der Südwestküste Indiens führen ihr Christentum auf ihn zurück. Auf dem „Saint Thomas Mount“ erbauten sie 1547 eine Kirche mit einem Thomaskreuz in dem sich der Ausdruck über die „Freude der Auferstehung Jesu“ in den Symbolen wiederfindet. Der leblose Korpus von Jesus fehlt, stattdessen stehen drei Stufen für das Leiden auf dem Berg Golgatha. Die Arme des Kreuzes enden jeweils in einer Blütenknospe, stellvertretend für die Auferstehung und neues Leben. Die Taube auf der Spitze steht als Zeichen für das Wirken des Heiligen Geistes.

In der Thomasnacht gibt es im Brauchtum eine Reihe von Liebesorakeln darunter auch der Glaube, dass man in dieser Nacht seinen Liebsten erkennen wird. Der Thomastag gilt auch als der beste Holzschlagetag im ganzen Jahr. An diesem Tag gefälltes Holz gilt als ewig haltbar, da es nicht „schwindet“, also sein Volumen nicht verringert.

Yalda

An diesem Tag bzw. in dieser Nacht der Wintersonnenwende am 21.12.,  wird im Orient das Fest YALDA, persisch Šab-e Yald  („Geburt“ der wieder längeren Tage und damit der Sonne), gefeiert. Im iranischen Kulturkreis wird Yalda als Geburt des Lichts bzw. der Sonnengottheit Mithra verstanden und ist eines der wichtigsten Feste des Zoroastrismus. Es symbolisiert auch den Sieg des Lichtes über die Dunkelheit.

Weil Yalda die längste und dunkelste Nacht ist, wird sie in der persischen Dichtung gerne symbolisch als Trennung vom Geliebten, für Einsamkeit und Warten verwendet. Nach Yalda ist das Warten vorbei, Licht scheint und Güte und Liebe herrschen.

In der Geschichte wird erzählt, dass an diesem Tag die Herrscher von ihrem Thron stiegen, ihre Diener nach Hause schickten und die Nacht in den umliegenden Dörfern verbrachten um ihren Untertanen zuzuhören.

Es gibt natürlich viele Traditionen, Bräuche und Riten rund um das Fest. Das Essen von Wassermelonen in dieser Nacht soll Husten und Schnupfen im kommenden Jahr fern halten. Beim Genießen von  Pistazien, Haselnüsse, Mandeln und Walnüssen hat man einen Wunsch frei, der in Erfüllung gehen soll.

Rosinen, getrocknete Aprikosen, geröstete Kichererbsen und Maulbeeren gehören auch auf die Festtafel. Die roten Granatäpfel stehen für die Farbe der Morgendämmerung und des Lebens, die den Glanz Mithras hervorrufen. Ein Tisch wird in einen Korsi umgewandelt, die altpersische Heizung. Dafür wird über einen niederen Tisch eine oder nach Bedarf mehrere große Decken gelegt die bis auf den Boden reichen. Unter dem Tisch steht ein Ofen oder ein Becken mit glühender Kohle. Die rundum Sitzenden geben ihre Füße unter die Decke und diese wärmen folglich den restlichen Körper. 

Die Gedichte des berühmten persischen Dichters Hafis  sind ebenfalls ein sehr wichtiger Bestandteil von Yalda (Mohammed Schemsed-Din Hafis, genannt Hafis, wurde um 1320 geboren und starb 1389 in Schiraz/Iran. Von ihm stammt das bedeutendste Werk der mittelalterlichen persischen Dichtung – der Diwan. Goethe inspirierte er zu dessen umfangreichster Gedichtsammlung, dem West-östlichen Diwan.). Mit geschlossenen Augen wird eine Seite des Gedichtbandes aufgeschlagen. Das Gedicht auf dieser Seite gilt als Weissagung und über die Deutung wird nicht nur an diesem Abend diskutiert und philosophiert.

Ich wünsche Euch für den Abend und die Nacht der Wintersonnenwende, dass Eure Wünsche in Erfüllung gehen mögen und gebe Euch noch einen meiner Lieblingsätze aus einem Gedicht von Hafis in diese Nacht mit – ein ganz wunderbarer Satz über die Liebe:

„Ein Augenblick wahrer Liebe hält tagelang an.“

Aus „I heard God laughing“ Gedichte von Hafiz von David Ladinsky, hier übersetzt ins Deutsche von Joachim Schneider

Im Bestseller Regal!

Ich bin im siebten Himmel – mein Buch „Highheels auf goldenem Sand“ steht im Bestseller Regal!

Vielen Dank liebe Leserinnen und Leser!!!!!

Ein kleiner Tipp: Wenn Ihr das Buch als Weihnachtsgeschenk für Eure Lieben und Freunde haben möchtet, dann findet Ihr vorläufig noch genügend vorrätige Exemplare in der Wagnerschen Buchhandlung oder der Tyrolia Buchhandlung (beide haben Onlineshops) in Innsbruck. Die Nachfrage ist groß, daher bitte rasch zugreifen.

Wagnerische Buchhandlung in Innsbruck

Die virtuelle Lesestunde via Zoom

Die nächste gemütliche und unterhaltsame Lesestunde findet am Sonntag 12.12.2021 um 10h statt.

Hier sind Eure Zugangsdaten:

https://zoom.us/j/98349160825?pwd=STJOUHhvNVR2MUNObXMvN05VbStoZz09

Meeting-ID: 983 4916 0825
Kenncode: 8WYHiV

Richtet Euch ein Tässchen Tee oder Kaffe mit ein paar Weihnachtskeksen oder Lebkuchen und laßt uns zusammen eine schöne Zeit genießen.

ICH FREUE MICH AUF EUCH!!!!!!!!

Was haben die Hl. Barbara und Omar Khayyam gemeinsam?

04. Dezember

Am 4. Dezember ist der Gedenktag der Heiligen Barbara von Nikomedien. Sie wurde, einer der vielen  Legende nach, im 3. Jahrhundert in Nikomedia (Kleinasien) von ihrem Vater Dioskuros, einem reichen Geschäftsmann, in einen Turm gesperrt und später geköpft, weil sie sich weigerte einen heidnischen Ehemann zu heiraten. Die Legende erzählt, dass sich auf ihrem Weg in den Turm ihr Kleid in einem Kirschbaum verfing und einen Ast abbrach. Als Barbara, in ihrem Gefängnis angekommen, den verdorrten Kirschzweig bemerkte, begann sie ihn mit Wassertropfen zu benetzten. Am Tag ihres Todes soll der Zweig geblüht haben.

Dem Brauch nach werden an ihrem Todestag, dem 4. Dezember, Kirschzweige ins Haus geholt und in eine Vase gestellt. Wenn diese zu Weihnachten blühen, dann wird Glück und Positives im kommenden Jahr Einkehr halten.

Es wird auch von einem Liebeszauber berichtet: Verliebte Frauen stellen für jeden Verehrer einen Kirschzweig auf. Der Zweig, welcher als erster zu blühen beginnt, weist auf den Zukünftigen hin.

Die Hl. Barbara ist auch die Schutzpatronin der Bergleute und Geologen. Die Knappen im Bergwerk erhielten am Barbaratag das Barbaralicht, welches vor Unheil schützen sollte. Bei Bergwerken, bei Geologischen Ämtern und in Geologischen Instituten wird Anfang Dezember oftmals eine Barbarafeier abgehalten. In Italien ist der Aberglaube verbreitet, dass die Hl. Barbara den Lottospielern die richtigen Zahlen im Traum erscheinen läßt.

Der 4. Dezember ist auch der Todestag des berühmtens Dichters Hakim Abul Fath Ghiaseddin Omar Khayyam, kurz genannt Omar  Khayyam (Omar der Zeltmacher). Er  lebte von 1048 bis 1131 in Nishabour, einer Stadt in der persischen Provinz Khorasan. Er war ein bedeutender Mathematiker, Astronom und Rechtsgelehrter, ein Mystiker und Universalgelehrter seiner Zeit. Der moderne iranische Kalender beruht auf seinen Berechnungen.

Ruhm erlangte Omar Khayyam auch als Verfasser der Gedichte- und Sinnsprüchesammlung „Rubaiyat“. Ein Rubai besteht aus nur vier Zeilen, dessen Charakteristikum das Reimspiel ist, welches Khayyam zur Vollendung brachte. Die erste, zweite und vierte Zeile enden im selben Reimklang, während die dritte Zeile reimlos bleibt. Das Schema nennt sich ‚aaba‘, und gehört zu den ältesten Formen der persischen Dichtkunst. Der Rubai endet oft mit einer überraschenden Wendung, die zum Nachdenken bringt und jeder Rubai ist ein in sich abgeschlossenes Werk.

"Das ich geboren war, verdank ich Deiner Huld, 

mein hohes Alter Deiner Langmut und Geduld,

 nach hundertjährigem Sündenleben will ich sehn, 

ob Deine Gnade größer oder meine Schuld."

Lit. Jahrbuch 12 (1973), Band 1971 von W. Gerdemann

Die Beschäftigung mit der Dichtkunst gehört im Orient seit jeher zur Bildung und Khayyams Gedichte zählen zu den berühmtesten Werken der persischen Dichtung.

Edward Fitzgerald (1809-1883), ein englischer Dichter und Schriftsteller, war von Khayyams Rubaiyat begeistert und übersetzte es mit einer sehr freien Anpassung und Auswahl der Verse. Seine Version gilt als Klassiker der englischen Literatur.

Ein Feuerwerk für die Sinne – Liebesgeschichten & Liebessalz

Seit Sommerbeginn ist mein neues Buch „Wenn die Vernunft der Liebe Platz macht“ im Buchhandel erhältlich. Und weil eine Prise Liebeszauber nie schaden kann, gibt es passend dazu ein exklusives kreiertes „Liebessalz“!

Wenn man sich viel mit dem Orient beschäftigt, dann kommt man am Zelebrieren und Genießen des Essens und an den Geschichten aus 1001 Nacht nicht vorbei. Entstanden sind daraus vier romantische Liebesgeschichten.

An lauen Sommerabenden könnt Ihr nun den süditalienischen Notar mit Sonnenbrille und Sportwagen, den in Rente gegangenen Professor und den Gedichte schreibenden Scheidungsanwalt kennen lernen. Und Ihr könnt mit an Bord auf einen turbulenten Nachtflug kommen.

Als besonderes Highlight gibt es dazu ein eigens kreiertes, exklusives „Liebessalz“. Das über 250 Millionen Jahre alte Salz kommt aus dem Tiroler Halltal, ist naturbelassen, unjodiert, ohne Rieselhilfen und pfannengesiedet. Die Liaison mit der sagenumwobenen Granatapfelblüte des Orients gipfelt in einem kulinarischen Höhepunkt. 

Im Interesse an der Natur und deren Erhaltung, haben wir auf jegliches Plastik bei beiden Produkten verzichtet – folglich gibt es keine Plastikhüllen oder Plastikverpackungen.

Schon die Optik von Salz und Buch machen Lust auf „mehr“. Auch einzeln sind sie ein wunderbares Geschenk. Ihr schenkt euch selbst und den anderen Zeit – Zeit zum Lesen, Träumen und Flirten – mit einer Prise Liebessalz.

Es würde mich freuen, wenn ihr Fotos schickt von den Orten an denen ihr das Buch lest – im Garten, im Schwimmbad, am Strand, in den Bergen, vor der Almhütte, Abends im Bett, im Stau auf der Autobahn etc.

Und es freut mich auch zu sehen, für welche Lieblingsspeisen Ihr das Liebessalz verwendet – für den Fisch, für den Salat, als wunderhübsche Deko und Geschmackserlebnis für ein einfaches Butterbrot etc.

Die Hl. Drei Könige und die Corona Pandemie

Auch 2021 sollten die Heiligen Drei Könige von Haus zu Haus oder von Wohnung zu Wohnung ziehen. Jedoch, bedingt durch die Corona Pandemie, wurden auch diese unter häusliche Quarantäne gestellt und so kam es, dass der Weihrauchduft in diesem Jahr nicht durch die Häuser wehte.

Was hat es nun mit diesem Tag auf sich?

Am 6. Januar feiert die katholische Kirche das Hochfest »Erscheinung des Herrn, auch »Epiphanias«, »Dreikönigsfest« oder »Dreikönigstag« genannt.

Das Matthäus-Evangelium berichtet: „Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.“

Schon seit dem 6. Jahrhundert sind ihre Namen bekannt . Caspar stammt aus dem Orient, wahrscheinlich aus Persien und sein Name bedeutet „Schatzmeister“. Melchior ist hebräisch-babylonischer Herkunft und bedeutet „König des Lichts“. Aus Hebräia kommt  Balthasar und sein Name bedeutet „Gott wird helfen bzw. schützt“. Dargestellt wird heute Caspar meist als Myrrhe bringender König aus dem afrikanischem Kontinent, Melchior als Gold darbringender Europäer und Balthasar als König aus Asien, der Weihrauch als Geschenk zur Krippe bringt. Der Brauch des Sternsingens lässt sich erstmals im 16. Jahrhundert urkundlich nachweisen.

Am Tag der Heiligen Drei Könige feiern Christen diesen Besuch. Kleine Gruppen von Kinder und Jugendliche, als Sternsinger verkleidet, mit einem rauchenden Weihrauchbehälter in der Hand, bitten um Spenden für kinderbezogene Projekte in aller Welt. Mit Kreide werden die Buchstaben „C+M+B“, verbunden mit der jeweiligen Jahreszahl auf den Türstock geschrieben. Diese stehen nicht für die 3 Könige Caspar, Melchior und Balthasar sondern für „Christus mansionem benedicat“ („Christus segne dieses Haus!“). Durch diese Formel soll, einer alter Tradition nach, das Unheil für das kommende Jahr abgewehrt werden.

Am 6. Jänner, werden in vielen Familien die Lichter am Weihnachtsbaum zum letzten Mal angezündet und danach abgebaut.

Mit dem Dreikönigstag gehen auch die zwölf Rauhnächte zwischen dem 25. Dezember und dem 5. Januar zu Ende. (Die Thomas-Nacht vom 21. auf 22. Dezember wird gelegentlich auch als Rauhnacht gezählt.) Für unseren Vorfahren waren die Rauhnächte heilige Nächte, in denen möglichst nicht gearbeitet, sondern nur gefeiert und die Zeit mit der Familie verbracht wurde. An diesen Abenden wird heute noch vielerorts traditionell in den Wohnbereichen und in den Ställen geräuchert. Alten Überlieferungen nach um böse Geister, die diese Ruhe stören wollen, zu vertreiben.

Es heißt, dass die Rauhnächte das ganze kommende Jahr in sich tragen. Jeder ist für sein eigenes Schicksals verantwortlich und dafür, welche Weichen er in diesen Nächten für sein zukünftigen Schicksals stellt. Bewusste Handlungen und ein Erkennen von dem, was man ändern sollte und will, ein Frieden schließen mit sich und den anderen und ein Loslassen sollen Zeichen für diesen Wandel sein.

Die letzte Rauhnacht vom 4. Jänner zum 5. Jänner gilt als besonders wichtig, um sich von Überflüssigem und Belastendendem aus dem vergangenen Jahr zu befreien, die Vergangenheit ruhen zu lassen und gute Kräfte zu aktivieren. Alle Fenster sollten geöffnet, böse Geister hinausgeschickt und die guten hereingebeten werden.

Die Dreikönigsnacht, vom 5. Auf den 6. Jänner ist die Nacht der Segnung. Laut den Traditionen sollen um Mitternacht Türen und Fenster geöffnet werden, damit der heilige Dreikönigswind das Haus segnen kann.

Ähnlich wie die Osternacht war der Dreikönigstag früher ein traditioneller Tauftag und nach wie vor findet die Dreikönigsweihe statt. Das geweihten Wasser dient zur Segnung der Häuser und Wohnungen. Auch werden Salz, Weihrauch und Kreide geweiht. Salz deshalb, weil es schal gewordenes Wasser wieder lebendig machen soll, Weihrauch als Zeichen des Gebetes, welches zu Gott aufsteigen soll und die Kreide zum Schreiben des Haussegens.

Von den Bräuchen um das Dreikönigsfest sind leider nur noch wenige vorhanden. In Italien bekommen die Kinder ihre Geschenke nicht an Weihnachten, sondern am Dreikönigstag von der gutmütigen Hexe bzw. heute der guten Fee Befana. Diese reitet auf einem Besen von Haus zu Haus mit einem Sack voller Süßigkeiten für die braven Kinder und Asche und Kohlestückchen für die Schlimmen. In einigen Gegenden Frankreichs und der Schweiz gibt es den Brauch des „Bohnenkönigs”. Eine Bohne oder  Mandel wird in einen Kuchen eingebacken. Wer beim Kuchenessen am Morgen des Dreikönigstags mit Glück den eingebackenen Gegenstand am Teller findet, darf an diesem Tag als König die Familie regieren. Ich kann mich erinnern, dass wir als Kinder dazu noch eine goldene Papierkrone aufgesetzt bekamen.

Die heiligen drei Könige sind die Helfer der Reisenden, der Pilger, der Kürschner, der Kaufleute, der Gastwirte und der Spielkartenhersteller. Auch gelten sie als Helfende gegen Unwetter und Epilepsie.

Palmen, Kätzchen und ein Sonntag

Im christlichen Glauben ist der Palmsonntag der letzte Sonntag vor Ostern, der letzte in der Fastenzeit sowie jener Sonntag, der die Karwoche einleitet. Gefeiert wird der Einzug von Jesus Christus (dem Sohn Gottes auf Erden) in Jerusalem. Sein Apostel Johannes (einer der zwölf ständigen Begleiter Jesus) schrieb, dass die Menschen Jesus glücklich empfingen. Er ritt auf einem Esel ein und wurde mit „Hossana“, dem Jubelruf für Könige, empfangen. Der Apostel Matthäus, berichtete, dass viele Menschen ihm zu Ehren auf dem Weg ihre Kleider ausbreiteten und Palmzweige streuten.

Traditionen, Bräuche und Symbole zur Erinnerung daran, gibt es schon seit ca. 400 n.Chr. und vieles ist bis heute erhalten geblieben. Das Herzstück der Feier ist die Palmprozession, die an den Einzug Jesus Christus erinnern soll. Es werden Palm- oder Olivenzweige, althergebrachte Zeichen der Königswürde, mitgetragen. Weil es schwierig ist in den nördlichen Breitengraden an Palmen- oder Olivenzweige zu kommen, werden stattdessen Palmkätzchen verwendet. Angeführt wird die Prozession meist von einem geschnitzen Holzesel mit einer darauf sitzenden Jesusfigur, getragen von den Ministranten (Helfer bei den Gottesdiensten). Manchmal führt auch ein lebender Esel die Prozession an. Der Esel soll die Bescheidenheit Jesu Christi in den Mittelpunkt rücken – er ritt nicht auf „hohem Ross“ ein.

Nun kommen wir zu den vielen Bräuchen und zum Volksglauben. Wichtiges Utensil für diesen Tag ist der Palmbuschen, ein gebundener Strauß aus Zweigen. In manchen Teilen Österreichs war die Aufgabe des Bindens den Männern vorbehalten (und das ist noch nicht allzu lange her!). Die Kunst wurde vom Vater an die Söhne weitergegeben, die diesen dann auch bei der Prozession mittrugen. Der Tradition nach wurden die Zweige dafür am Aschermittwoch geschnitten und ins Wasser gestellt. Gebunden wurde er erst am Samstag vor dem Fest.

Die 7 verschiedene Zweige des Straußes haben eine Bedeutung. Die Palmkätzchen (die Blüten der Sal-Weide) stehen für den Neubeginn und die Auferstehung, der Efeu symbolisiert die Ewigkeit und die Treue, die Hasel steht für die Weisheit und die Fruchtbarkeit, die Lärche für den Schutz, der Wacholder für den Segen, das Eichenlaub für das Vergängliche und der Buchsbaum für das Leben. Zusammengebunden werden die Zweige mit einer Korbweide, die symbolisch für die Lebenskraft steht. Auch die Farben der Bänder haben ihren Sinn. Rot symbolisiert den Tod Jesus am Kreuz, weiß steht für seine Unschuld und grün steht für die Freude über seine Auferstehung.

Mancherorts werden auch Fastenbrezeln an die Palmbuschen gehängt. Die Form einer Brezel gilt als Symbol für einen kniend betenden Menschen, der die Arme vor der Brust kreuzt. Bis ins 18. Jhd. wurden Brezeln als salzlose Fastenspeise gebacken. Ein alter Brauch ist, dass der Bursche seiner Herzensdame nach der Prozession eine Brezel seines Palmbuschen schenkt. Ist das Werben erfolgreich, dann erhält er von dieser am Ostersonntag, nach der Ostermette ein bemaltes Osterei.

Die Palmbuschen werden in der Messe oder nach der Prozession geweiht. Mancherorts werden die Palmbuschen welche in der Kirche bleiben im nächsten Jahr verbrannt. Die entstehende Asche dient dem Ascheauflegen am Aschermittwoch.

Die geweihten Zweige gelten als besonders Heil und Segen bringend und haben vielfältige Abwehrfunktionen. Die Verwendung der Palmbuschen hängt vom Volksglauben der Dörfer und Regionen ab. Beispielsweise stellen sie die Bauern auf das Feld, um die kommende Ernte zu sichern und in den Stall um das Vieh zu schützen. Andere stellen ihn ins Wohnzimmer hinter das Kreuz im Herrgottswinkel oder über der Essecke, um Haus und Bewohner zu schützen. Auch kann man ihn hinter den Rückspiegel des Autos stecken um Unfälle abzuwenden. Manche geben einige Zweige in das Feuer, das zum Kochen des Osterschinkens benötigt wird. Andere verheizen Zweige davon bei heftigem Gewitter um Haus und Hof zu schützen. Auch gibt es den Brauch den geweihten Palmbuschen dreimal um den ganzen Hof bzw. die Grundstücksgrenzen zu tragen um Haus, Bewohner, Tiere und Acker für das kommende Jahr zu schützen und eine gute Ernte zu erhalten.

Und last but not least – jenes Familienmitglied, welches am Palmsonntag am längsten geschlafen hat ist, einer Tiroler Tradition nach, der Esel des Tages 😉

„Ali und Nino“- weil Liebe keine Grenzen kennt.

Hallo meine Lieben,

morgen, am 14. Februar, ist der Valentinstag. 

Ich verbrachte fast 3 Jahre in Aserbaidschan, in dessen Hauptstadt Baku und der im Süden gelegenen Stadt Lankeran. In dieser Zeit durfte ich die allerorts großzügige Gastfreundschaft genießen und lernte Land und Bewohner kennen und schätzen. Es war eine schöne Zeit, voll mit Eindrücken und Erlebnissen, die ich nicht missen möchte.

Hier ist mein Lese- und Filmtipp für Euch, der gut zum Valentinstag passt: „Ali und Nino“.

Der berühmte Liebesroman spielt in Aserbaidschan, der Kreuzung zwischen Ost und West und in der Hauptstadt Baku, der Stadt in der Orient und Okzident aufeinandertreffen.

Es geht um die Liebe zwischen dem jungen Aristokraten Ali  Khan Shirvanshir, dem Erstgeborenen einer bedeutenden muslimischen Familie und der georgischen Christin Prinzessin Nino Kipiani, die ebenfalls aus einer berühmten Familie stammt. Ali verliebt sich vom ersten Moment an unsterblich in Nino. Trotzdem sie verschiedenen Religion angehören, überwinden sie alle Schwierigkeiten und heiraten. Die Romanze spielt vor dem Hintergrund des Ersten Weltkrieges und der russischen Revolution in Aserbaidschan.

Der Film besticht durch wunderbare Aufnahmen, mit unglaublich schönen Landschaften und einer großen, hinreißenden Romanze.

Der berühmte Liebesroman „Ali und Nino“ wurde von Kurban Said geschrieben, ein Künstlername, hinter dem sich vermutlich zwei Personen verbergen: die Publizistin Baronin Elfriede von Ehrenfels, geborene von Bodmershof , und dem Wiener Kaffeehausliterat Lev Nussimbaum, der 1905 in Baku geboren wurde. Die Intensität des Romans dürfte in der Lebensgeschichte Nussimbaums begründet sein. Er konvertierte als Jude zum Islam und soll nach seinem Übertritt den Namen Essad Bey angenommen haben.

Als der Roman 1937 in Wien erstmals erschien, wurde er schnell zum Bestseller. Wegen des verbotenen Themas ‚Liebe über ethnische Grenzen hinweg‘, kam sein Erfolg damals einem Skandal gleich. Der Roman tauchte erst in den siebziger Jahren, als Übersetzung ins Englische, wieder auf.

Der Roman wurde in die 33 Sprachen übersetzt. 2015 wurde er verfilmt, die Premiere war Anfang 2016. Die Dreharbeiten fanden an verschiedenen Orten wie Baku, Gobustan, Khynalyg, Ganja und Gadabey statt. In Aserbaidschan kommt das Buch „Ali und Nino“ der Bedeutung eines Nationalepos gleich.

ORF Kurzreportage über mein Unternehmen, 16.01.2014

53 Menschen – 9 Bundesländer – 1 Gedanke: kreatives Unternehmertum wird belohnt. Die WKO wird die herausragendsten und innovativsten Ideen bei einer Gala prämieren. Bis dahin stellt „Kultur Heute“ Unternehmer vor, die ihre Leidenschaft zum Beruf machten. Am Donnerstag zeigt „Kultur Heute“, welche Leidenschaft Verena Falkner in exotische Welten führt bzw. wie sie uns den Orient schmackhaft macht. (zit. nach ORF Text zur Sendung)

Frauen sind als Anlegerinnen erfolgreicher als Männer – leider gibt es einen Haken.

Oktober 2022

Eine internationale Studie über die Investitionskompetenzen von Frauen hat aufgezeigt, dass  die Anlagekompetenz von Frauen höher ist, als die von Männern. Weibliche Anleger tätigen durchweg bessere Investitionen als Männer, obwohl sie oft über ein geringeres Finanzwissen verfügen. Auch Fidelity, eine amerikanische Investmentplattform hat festgestellt, dass Frauen ihre Investitionen im Vorfeld gründlicher recherchieren, Finanzpläne erstellen um ihre Ziele zu erreichen und sich zur Beratung an Fachleute wenden. Zudem entscheiden sich Frauen mehr für nachhaltigere Anlagen, das macht sie folglich zu verantwortungsbewussten Investorinnen.

Und hier ist der Haken:

Frauen neigen dazu,  ihre Fähigkeiten, von denen andere überzeugt sind dass sie sie beherrschen, schlechter einzuschätzen. Dies gilt auch für Bereiche wie etwa technisches Wissen. Bereits eine Harvard-Studie stellte ein ähnliches Phänomen fest.

Untersuchungen zur Finanzkompetenz zwischen den Geschlechtern haben gezeigt, warum Frauen bei Tests zu Finanzfragen tendenziell schlechter abschneiden. Sie neigen dazu zu glauben, dass ihre Finanzkenntnisse nicht ausreichend sind. Wenn sie die Möglichkeit haben, ein Frage mit „Ich weiß es nicht“ zu beantworten, wählen sie diese Option. Scheint diese Antwort jedoch nicht auf, dann geben sie mit großer Wahrscheinlichkeit die richtigere Antwort als Männer. Die Selbstwahrnehmung von Frauen ist folglich nicht immer ein Indikator für ihr Erfolgspotenzial.

Am Arbeitsplatz kann dies bedeuten, dass sie keine höheren Gehälter aushandeln oder sich nicht für anspruchsvolle Projekte oder Beförderungen bewerben. So ist es nicht verwunderlich, dass Frauen, obwohl sie in Sachen Investitionen hervorragend agieren, sich immer noch als Finanzmanagerinnen der Haushaltsausgaben sehen, aber nicht als Investorinnen mit einer langfristigen Vision. Folglich ist es wichtig, dass  Frauen von ihrem Umfeld unterstützt werden.

Was kann Frauen helfen, die Barriere eines negativen Selbstbildes zu überwinden?

Es wäre wichtig, eine Wachstumsmentalität zu fördern die zeigt, dass Versagen und das Begehen von Fehlern wesentliche Bestandteile des Lernprozesses sind. Es gilt Risiken einzugehen und neue Herausforderungen anzugehen.

Darüber hinaus sollten Frauen daran arbeiten, das sogenannte Impostorsyndrom (Hochstapler-Syndrom) zu überwinden, also das Gefühl von massiven Selbstzweifeln bzgl. der eigenen Leistung. Das äußert sich darin, sich als Hochstaplerin zu fühlen, weil man trotz herausragender Leistungen in dem Glauben verharrt, dass man in Wirklichkeit nicht klug ist und jeden getäuscht hat, der etwas anderes denkt.

Es gibt einige hilfreiche Tipps, die Frauen berücksichtigen könnten, um ihr Selbstvertrauen  in das Anlegen ihrer Finanzen zu stärken. Etwa einen kleinen Teil jedes Monatsgehalts zu investieren unter dem Motto „Learning by doing“. Eine weitere Möglichkeit wäre, schon bei den Kindern mit der Vermittlung von Finanzwissen zu beginnen. Auch bieten sich für Frauen Schulungen an für das eigene Selbstbewusstsein und für Investment unter dem Motto „Wissen macht stark“.

Fazit – Unternehmen sind gut damit beraten das nächste Mal eine Frau für das Finanzgebaren einzustellen.

Read more:

https://www.manager-magazin.de/harvard/management/impostor-syndrom-hoeren-sie-auf-frauen-selbstzweifel-einzureden-a-e63bea90-459d-41ae-9500-37810a763b5b

https://www.arabianbusiness.com/opinion/women-investors-are-more-successful-than-men-heres-why?utm_medium=email&utm_medium=email&utm_campaign=Burj%20Khalifa%20costs%20revealed%20Instagram%20pushes%20more%20ads%20Prince%20Alwaleed%20pictures%20095244%20AM&utm_content=Burj%20Khalifa%20costs%20revealed%20Instagram%20pushes%20more%20ads%20Prince%20Alwaleed%20pictures%20095244%20AM%20CID_3bafbcd586bce4583b2ef14e952d4952&utm_source=Newsletters&utm_term=Women%20investors%20are%20more%20successful%20than%20men%20Heres%20why