„Bedenke Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst“ (vgl. Gen 3,19)
Am heutigen sogenannten Aschermittwoch, beginnt die 40-tägige vorösterliche christliche Fastenzeit. Es gibt heutzutage keine strengen Regeln mehr. Jeder kann für sich selbst entscheiden, wie er diese Fastenzeit gestalten will. Ob ohne Alkohol, Nikotin, Süßigkeiten, Fernsehen oder Social media – die Zeit soll genützt werden um den Lebensstil zu überdenken und neue Perspektiven zu finden. Die Nächstenliebe soll in den Vordergrund gestellt werden.
Die Bereitschaft zum Fasten zeigt sich in der Auflegung des Aschekreuzes – als Bild der Vergänglichkeit und Zeichen von Trauer und Buße, und stammt aus dem 11. Jahrhundert. Damals gehörte auch das Anziehen eines Büßergewands zum Ascheritual. Aus dieser Zeit stammen die Redewendungen „In Sack und Asche gehen“ und „Asche auf mein Haupt“.
Viele Religionsgründer durchlebten eine Phase des Verzichts und die Zahl 40 hat eine hohe symbolische Bedeutung: Jesus zog sich 40 Tage in die Wüste zurück um sich in Gebet und Fasten auf seine Berufung vorzubereiten; Mohammed fastete, bevor ihm der Koran offenbart wurde; Moses stieg auf den Berg Sinai und fastete 40 Tage bevor er Gottes Wort empfing; der Prophet Elija fastete 40 Tage in der Wüste, bevor er seiner Berufung folgte; das Volk Israel wanderte nach dem Auszug aus Ägypten 40 Jahre durch die Wüste und durchlief eine Zeit der Läuterung; die Stadt Ninive hatte 40 Tage Zeit, um ihre Sünden zu bereuen.
Ursprünglich wurde im Christentum an zwei festen Tagen gefastet: Mittwoch, weil Jesus von Judas an diesem Tag verraten wurde und Freitags, da der Tag an die Kreuzigung von Jesus erinnert (Ausnahmen: die Woche nach Ostern und Pfingsten und die zwei Wochen nach Weihnachten). Diese Tradition ging weitgehend verloren, aber der Brauch Freitags kein Fleisch zu essen, wird noch in vielen Familien praktiziert.
(Es gab urspünglich zwei Fastenzeiten – vom St. Martinstag, 11. November, bis Weihnachten und von Aschermittwoch bis Ostern.)
