Im Jahr 2026 fällt der Arafat-Tag auf Dienstag, den 26. Mai, gefolgt von der offiziellen Feier des Eid al-Adha am Mittwoch, dem 27. Mai.
Eid al-Adha , das Opferfest, auch ‚Großes Fest‘ genannt, ist einer der höchsten Feiertage im Islam und markiert den Höhepunkt der Hadsch, der Pilgerreise nach Mekka. (Das ‚Kleine Fest‘ Eid al-Fitr wird Ende des Ramadans gefeiert. https://verenafalkner.at/eid-al-fitr/). Auf türkisch heißt das Fest Kurban Bayrami (Kurban = Opfertier), im Iran Eid-e-Ghorban. Für Muslime aller Konfessionen, sowie für die Aleviten, steht das Fest für das grenzenlose Vertrauen in Gott.
Während in muslimischen Ländern an diesen Tagen die Geschäfte geschlossen bleiben, ist Eid al-Adha in Deutschland kein gesetzlicher Feiertag. Dennoch können muslimische Kinder sich am ersten Festtag vom Unterricht befreien lassen, etwa in Hamburg oder Bremen, wo Staatsverträge mit den muslimischen Religionsgemeinschaften bestehen. Bundesweit gilt zudem die Vorgabe, an diesem Tag keine Klassenarbeiten oder Leistungsnachweise anzusetzen.
Muslime weltweit erinnern sich an diesem Fest an Abraham, dem Stammesvater der drei abrahamitischen Religionen – Christentum, Islam, Judentum. Der Überlieferung nach, war Abraham bereit, seinen Sohn Gott zu opfern. In der biblischen Tradition handelt es sich um Isaac, im Koran um Ismael. Als Gott dessen Bereitschaft erkannte, sandte er einen Engel, der das Opfer verhinderte. Zum Dank opferte Abraham einen Widder. Das rituelle Schlachten eines Tieres erinnert an diese Geschichte.
Neben dem äußeren Opfer steht das innere Opfer im MIttelpunkt: das Ablegen von Egoismus, Gier und Materialismus und das Kultivieren der Tugenden Demut, Dankbarkeit und Zufriedenheit. Es soll daran erinnern, dass wahrer Erfolg aus Handlungen für das Gemeinwohl entsteht, und dass das Vertrauen in eine höhere Macht inneren Frieden schenken kann.
Das Opferfest erstreckt sich über vier Tage. Die Rituale beginnen bereits am Vortag dem „Tag von Arafat“. Pilger versammeln sich am Berg Arafat (Berg der Barmherzigkeit), 20 km südöstlich von Mekka in Saudi Arabien, um zu beten und zu fasten. Gläubige, die nicht an der Hadsch (traditionelle, islamische Pilgerfahrt) teilnehmen, tun es ihnen gleich. Überlieferungen zufolge, ist dieser Tag besonders geeignet, um um Vergebung der Sünden des des vergangenen Jahres zu bitten.
Am Morgen des ersten Festtages findet ein Festgebet statt. Danach wünscht man sich „Möge Allah deine guten Taten annehmen und Dir und Deiner Familie das Beste geben“. Im Anschluss folgt die rituelle Schächtung eines Tieres -Schaf, Ziege, Rind oder Kamel (kein Schwein) – dessen Kopf in Richtung Mekka gelegt wird. Im privaten Kreis übernimmt das älteste männliche Mitglied der Familie die Schächtung, die nach religiösen Regeln erfolgt.
Das Fleisch wird in drei Teile geteilt: an Bedürftige, an Verwandte und Freunde, für das gemeinsame Festessen im Familienkreis. Ist eine Schächtung nicht möglich, wird darauf verzichtet. Viele Muslime senden Geld an Verwandte, damit dort eine solche in Auftrag gegeben werden kann, oder spenden an Hilfsorganisationen. Wie zu Weihnachten bei Christen, beschenkt man sich gegenseitig, trifft sich im Familienkreis und reinigt Haus und Straße für das Fest.
Auch Aleviten feiern an diesem Tag ein Familienfest Kurban Erkani. Im Mittelpunkt stehen soziale Dienste, gemeinsames Betten und Fürbitten in den Gemeindezentren. Das Opfern eines Tieres ist möglich, aber nicht zwingend. Viele Alevit*innen verzichten darauf und drücken ihre Opferbereitschaft stattdessen durch soziale Hilfe aus – sie verteilen Spenden, Gaben und Fleisch an Arme und Bedürftige. Sie sehen den Sinn des Opferns in der Förderung der Barmherzigkeit, der Dankbarkeit gegenüber Gott, in der Erinnerung an Abrahams Prügung und im Teilen mit Bedürftigen.
