Das persische Neujahrsfest „Nouruz“ – der Beginn des Jahres 1405

Nowruz (Neuer Tag), das persische Neujahrfest, gilt als das älteste Fest der Welt und beginnt genau zur Tag- und Nachtgleiche – 20. März. Sein Ursprung reicht wohl mehr als 3000 Jahre zurück. Es ist kein religiös gebundenes Fest, sondern ein natur- und jahreszeitlich verankertes Ritual, das den Sieg des Lichts über die Dunkelheit und den Sieg des Lebens über den Winter symbolisiert.

Seit der Kalenderkorrektur im Jahre 1079 durch den großen persischen Astronom und Dichter Omar Khayyam werden Sekunden, Minuten und Stunden exakt berechnet. Diese exakte Zeitberechnung wird heute vom Institut für Geophysik in Teheran durchgeführt. Die vier Wochen des Esfand , dem letzten der zwölf Monate des persischen Sonnenkalenders, sind der Luft, des Wassers, der Erde und des Feuers gewidmet. In der Mythologie sind diese vier Naturelemente vor Pflanzen, Tieren und Menschen gereiht. Dieser Kalender orientiert sich am Sonnenjahr und beginnt mit dem Frühlingsanfang. Am heutigen Tag beginnt das Jahr 1405.

Das Fest ist mit vielen Ritualen verbunden, bei denen man sich metaphorisch von “allem Staub” des Vorjahres befreit. Am Dienstagabend der Feuerwoche Charshanbe-Suri beginnen die Feierlichkeiten. Es wird über kleine Feuer gesprungen mit den Worten „Meine Blässe (mein Schlechtes) gehöre dir, deine Röte (dein Gutes) mir“. Symbolisch wird so alles Negative aus dem scheidenden Jahr hinter sich gelassen. Auf den Straßen Schiraz`´´’s wird Salz gegen einen kleinen Obolus verkauft. An diesem Abend wird auch die Zukunft gedeutet.

Spätestens eine Woche vor dem Fest soll die Festkleidung gekauft oder in Ordnung gebracht sein. Den Kindern steht neue Kleidung zu. Oft treten in den letzten Tagen vor dem Fest auf den Straßen Gaukler, Seiltänzer, Ringer, Akrobaten und Bärenführer auf.

Der Frühlingsputz Khane Tekani, in den 12 Tagen vor Nowruz, ist der wichtigste Teil der Vorbereitung und steht für das neu erwachende Leben im Frühjahr. Alte oder kaputte Gegenstände werden entsorgt und schöne Blumentöpfe und Schüsseln mit Winterfrüchte aufgestellt. Unter Nomaden ist es nach wie vor üblich, die Festtags- und Hochzeitswaschungen nach bestimmten Ritualen in einem Bach zu vollziehen.

Am dreizehnten Tag, dem Sizdah Bedar, verlassen die Menschen ihre Häuser und verbringen den Tag in der Natur, um das Unglück der Zahl 13 zu bannen und das neue Jahr im Grünen zu begrüßen.

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