Der Valentin und die Liebe …

Wer war der heilige Valentin, dessen Sterbetag der 14. Februar 269 ist? 

Der Hl. Valentin war Bischof der nördlich von Rom gelegenen Stadt Terni, wo ihm Christen wie auch Heiden hohe Achtung zollten. Er gilt als der Patron der Verliebten und der Brautleute. 

Der damalige römische Kaiser verlangte von ihm, dass er sich zum römischen Glauben bekehren solle. Er weigerte sich und wurde folglich von einem kaiserlichen Berater in Gewahrsam genommen. Valentin heilte die blinde Tochter dieses Mannes. Zum Dank ließ sich die Familie des Mannes taufen. Valentin wurde enthauptet und auch die Familie des Mannes fand den Tod. 

Eine andere Legende erzählt, das Bischof Valentin einem verliebten Paar zur Flucht und gegen den Willen der Eltern zur Ehe verholfen habe. So gilt er auch als Stifter glücklicher Ehen mit „Hindernissen“. 

Seit dem Jahr 350 wird der Valentinstag am 14. Februar gefeiert. Da die geschichtlichen Quellen über seine Person zu vielfältig und zu unklar sind, wurde der Tag beim Zweiten Vatikanischen Konzil im Jahr 1965 vom kirchlichen Heiligenkalender gestrichen. 

Die Volkstraditionen an diesem Tag sind jedoch erhalten geblieben. 

Im Mittelalter glaubte man, dass die Vögel am 14. Februar mit der Paarung beginnen. Auch das ist eine mögliche Erklärung für die Verbindung des Namens Valentin mit den Liebenden. 

Eine andere Theorie beruft sich auf das normannische Wort Galantin (Ein Galan ist ein vornehm auftretender Liebhaber). Mit einem V wurde aus dem „Galantin’s-Tag“ der Valentinstag.

Ein weiterer Ursprung wird im römischen Fest der „Lupercalia“ vermutet. Die Namen junger Mädchen wurden auf Zettel geschrieben und unter den Burschen verlost. So kamen diese unkompliziert für das nächste Jahr, oder zumindest für den Festtag, zu einer Begleitung. 

In Frankreich, Belgien und England wurden seit Ende des 14. Jahrhunderts junge Paare durch das Los als Valentin und Valentine füreinander bestimmt. Durch einen Geschenketausch waren sie bis zum nächsten Valentinstag, verlobungsähnlich, miteinander verbunden.

In England war zeitgleich der Glaube, dass die erste Person des anderen Geschlechts, welche man in der Früh des 14. Februar sieht, die einzige und die wahre Liebe ist. 

Im 17. Jhd. entwickelte sich im angelsächsischen Raum der Brauch, an den/die Liebsten selbst gebastelte Valentinskarten zu schicken. Im 18. Jhd. wurden die ersten kommerziellen Grußkarten produziert.

„Durch die Blume“ ließen sich Wünsche, Bitten und Hoffnungen ausdrücken und es entstand mit der Zeit eine Geheimsprache. Nicht nur den Farben und den Sorten, sondern jedem einzelnen Detail eines Straußes wurde eine eigene Bedeutung zugeschrieben. Diese Codes sind heute noch gültig. Sie waren regional verschieden und kompliziert wie eine Fremdsprache, sodass bald eigene Wörterbücher über die Sprache der Blumen geschrieben wurden. Mittlerweile gehört es zum Sprachgebrauch und Allgemeinwissen, dass rote Rosen „Ich liebe dich“ sagen.

Lady Mary Wortley Montagu schrieb im 18. Jhd., in ihren „Briefen aus Istanbul“, über die im Orient vorherrschenden Bedeutungen einzelner Blüten. Charlotte de Latour schreibt 1829 in ihrem Buch „Die Blumenpracht oder Symbolik des Pflanzenreichs“, über die versteckte Erotik und Sprache der Blumen. Eine Sprache, die trotz WhatsApp und SMS nach wie vor aktuell ist.

„Ali und Nino“- weil Liebe keine Grenzen kennt.

Hallo meine Lieben,

morgen, am 14. Februar, ist der Valentinstag. 

Ich verbrachte fast 3 Jahre in Aserbaidschan, in dessen Hauptstadt Baku und der im Süden gelegenen Stadt Lankeran. In dieser Zeit durfte ich die allerorts großzügige Gastfreundschaft genießen und lernte Land und Bewohner kennen und schätzen. Es war eine schöne Zeit, voll mit Eindrücken und Erlebnissen, die ich nicht missen möchte.

Hier ist mein Lese- und Filmtipp für Euch, der gut zum Valentinstag passt: „Ali und Nino“.

Der berühmte Liebesroman spielt in Aserbaidschan, der Kreuzung zwischen Ost und West und in der Hauptstadt Baku, der Stadt in der Orient und Okzident aufeinandertreffen.

Es geht um die Liebe zwischen dem jungen Aristokraten Ali  Khan Shirvanshir, dem Erstgeborenen einer bedeutenden muslimischen Familie und der georgischen Christin Prinzessin Nino Kipiani, die ebenfalls aus einer berühmten Familie stammt. Ali verliebt sich vom ersten Moment an unsterblich in Nino. Trotzdem sie verschiedenen Religion angehören, überwinden sie alle Schwierigkeiten und heiraten. Die Romanze spielt vor dem Hintergrund des Ersten Weltkrieges und der russischen Revolution in Aserbaidschan.

Der Film besticht durch wunderbare Aufnahmen, mit unglaublich schönen Landschaften und einer großen, hinreißenden Romanze.

Der berühmte Liebesroman „Ali und Nino“ wurde von Kurban Said geschrieben, ein Künstlername, hinter dem sich vermutlich zwei Personen verbergen: die Publizistin Baronin Elfriede von Ehrenfels, geborene von Bodmershof , und dem Wiener Kaffeehausliterat Lev Nussimbaum, der 1905 in Baku geboren wurde. Die Intensität des Romans dürfte in der Lebensgeschichte Nussimbaums begründet sein. Er konvertierte als Jude zum Islam und soll nach seinem Übertritt den Namen Essad Bey angenommen haben.

Als der Roman 1937 in Wien erstmals erschien, wurde er schnell zum Bestseller. Wegen des verbotenen Themas ‚Liebe über ethnische Grenzen hinweg‘, kam sein Erfolg damals einem Skandal gleich. Der Roman tauchte erst in den siebziger Jahren, als Übersetzung ins Englische, wieder auf.

Der Roman wurde in die 33 Sprachen übersetzt. 2015 wurde er verfilmt, die Premiere war Anfang 2016. Die Dreharbeiten fanden an verschiedenen Orten wie Baku, Gobustan, Khynalyg, Ganja und Gadabey statt. In Aserbaidschan kommt das Buch „Ali und Nino“ der Bedeutung eines Nationalepos gleich.