Trauer um den, am 13.05.2022, verstorbenen Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate Sheikh Khalifa bin Zayed Al Nahyan.

Scheich Khalifa bin Zayed Al Nayhan, Präsident der VAE von 2004 – 2022

Scheich Khalifa bin Zayed Al Nahyan, der zweite Präsident der VAE und 16. Herrscher von Abu Dhabi, ist am Freitag dem 13. Mai 2022 im Alter von 73 Jahren verstorben. Er stand fast 18 Jahre lang an der Spitze seines Landes – eine Zeit der wirtschaftlichen Entwicklung, großer Investitionen in die Infrastruktur und des Bevölkerungsbooms im Land.

Scheich Khalifa, der mit vollem Namen Khalifa bin Zayed bin Sultan bin Zayed bin Khalifa bin Shakhbout bin Theyab bin Issa bin Nahyan bin Falah bin Yas heißt, hinterlässt seine Frau Sheikha Shamsa bint Suhail Al Mazrouei. Er hat acht Kinder und ist Großvater von mehreren Enkelkindern.

Obwohl er erst in seinem 57. Lebensjahr in das höchste Amt berufen wurde, übernahm Scheich Khalifa schon früh Verantwortung.

Seine große Führungspersönlichkeit zeichnete sich durch Weitsicht aus. Vor allem in der Fähigkeit, die oft sehr subtilen, aber wichtigen Veränderungen der Bedürfnisse und Erwartungen der Bewohner des Landes vorauszusehen. Dabei hatte er nie eine der Lektionen vergessen, die er an der Seite seines Vaters gelernt hatte: zuzuhören. Getreu dem Beispiel seines Vaters wurde Präsident Scheich Khalifa schnell dafür bekannt – und beliebt -, dass er regelmäßig die Regionen und andere Emirate besuchte, sich Wünsche und Beschwerden anhörte und rasch darauf reagierte.

Er hatte auch das Glück, von der Weisheit seines Großvaters mütterlicherseits, Scheich Mohammed bin Khalifa, dem ranghöchsten Mitglied der Al Nahyan-Familie, zu profitieren, In dessen Majlis lernte er als junger Mann viel über Führungsqualitäten. Er litt sehr unter dem Verlust seines Großvaters im Jahr 1979.

Während seiner Amtszeit leitete Scheich Khalifa eine umfassende Umstrukturierung der föderalen Regierung des Landes ein. Darüber hinaus setzte sich Scheich Khalifa für Veränderungen in der Regierung von Abu Dhabi ein, darunter der Verbesserung der öffentlichen Dienstleistungen und der Öffnung der Wirtschaft zur Förderung von Investitionen und öffentlich-privaten Partnerschaften, wie auf einer Website der Regierung der VAE zu lesen ist. Scheich Khalifa setzte sich auch für den Aufbau von Beziehungen zu anderen Ländern durch Auslandshilfen ein.  

1948 geboren, wuchs er in Al-Ain auf. Er besuchte die erste Schule in Al Ain, die von seinem Vater gegründet worden war.

1966, im Alter von 18 Jahren, wurde er der offizielle Vertreter seines Vaters in der Region, als dieser Emir von Abu Dhabi wurde und in die Hauptstadt übersiedelte. 

1969 wurde Scheich Khalifa, der seine Ausbildung am  Royal Military College Sandhurst erhielt, zum Kronprinzen ernannt und übernahm den Vorsitz des Verteidigungsministeriums von Abu Dhabi. In dieser Funktion leitete er den Aufbau der Abu Dhabi Defence Force, des Vorläufers des modernen Militärs der VAE.

Während sein Vater auf die Einheit der Nation hinarbeitete, die am 2. Dezember 1971 zustande kam, wurde Scheich Khalifa zum Premierminister von Abu Dhabi ernannt. Nach der Gründung der VAE übernahm Scheich Khalifa mehrere Ämter in Abu Dhabi, darunter das des Premierministers, des Kabinettschefs von Abu Dhabi, des Verteidigungsministers und des Finanzministers.

1974 folgte der Vorsitz im Exekutivrat von Abu Dhabi und am Ende desselben Jahres übernahm er seine erste landesweite Aufgabe als stellvertretender Premierminister im zweiten Bundeskabinett.

1976, nach dem Beschluss des Obersten Bundesrates, eine einheitliche Streitmacht für die VAE zu schaffen, wurde er  zum stellvertretenden Oberbefehlshaber der Streitkräfte ernannt und war für die Ausbildung und die Einführung moderner Ausrüstung zuständig.

Die vielleicht wichtigsten Aufgaben von Scheich Khalifa waren seine Vorsitze im 1988 gegründeten Obersten Erdölrat von Abu Dhabi und in der Abu Dhabi Investment Authority, an deren Gründung er 1976 maßgeblich beteiligt war.

1977 wurde Adia als unabhängige Organisation von der Regierung getrennt und entwickelte sich schnell zum größten Staatsfonds der Welt. Die Aufgabe war einfach, wenn auch von entscheidender Bedeutung: Im Namen der Regierung des Emirats Abu Dhabi Gelder zu investieren, um die notwendigen finanziellen Mittel zur Sicherung und Aufrechterhaltung des zukünftigen Wohlstands des Emirats bereitzustellen. Scheich Khalifa anerkannte die Bedeutung der Arbeit von Adia. “Die Zukunft des Landes”, sagte er einmal, “hängt von seiner Fähigkeit ab, seinen Reichtum im Interesse künftiger Generationen zu verwalten” – und er würde bis an sein Lebensende dessen Vorsitzender bleiben. (The National, Updated: May 13, 2022, 19:27)

In den 1980er Jahren wurde Scheich Khalifa auch Leiter des Obersten Erdölrats. Außerdem war er Vorsitzender der Environmental Research and Wildlife Development Agency. 

Sein traurigster Moment, der von der ganzen Nation geteilt wurde, war jedoch der Tod seines Vaters, im 86ten Lebensjahr, am 2. November 2004.

Einen Tag nach dem Tod des Gründungsvaters Scheich Zayed wählte der Oberste Bundesrat einstimmig Scheich Khalifa zum Nachfolger seines Vaters. Einen Monat später, an seinem ersten Nationalfeiertag als Präsident, sprach er in einer bewegenden Rede über das “tiefe Gefühl der Trauer und des Schmerzes, das unsere Herzen über den Tod unseres Vaters und Gründers unserer Nation, erfüllt hat”. Scheich Zayed habe “einen Traum gehegt und sein Leben der Verwirklichung dieses Traums gewidmet, indem er den Ölreichtum nutzte, um einen modernen Staat aufzubauen, in dem sowohl die Emiratis als auch die Einwohner aus dem Ausland ein gutes Leben führen können. “Sein tiefes Engagement für das Wohlergehen seines Volkes ermöglichte es ihm, die Hürden zu überwinden, die sich ihm in den Weg stellten, und schließlich das Land dorthin zu bringen, wo es heute steht. Scheich Zayed sei zwar gestorben, “aber sein Geist und sein beeindruckendes Vermächtnis sind unsterblich”. (The National, Updated: May 13, 2022)

Ein Maßstab für dem Fortschritt, so Scheich Khalifa, sei das ‚Wirtschaftswunder‘ der VAE, das dazu geführt habe, dass im Jahre 1972 das Bruttoinlandsprodukt von 6,5 Mrd. VAE-Dirham auf mehr als 293,12 Mrd. VAE-Dirham im Jahr 2003 gestiegen war – eine phänomenale Wachstumsrate von etwa 13 Prozent pro Jahr seit der Gründung der VAE.

Scheich Khalifa wandte sich auf die vor ihm liegenden Aufgaben zu. Seiner Meinung nach, “war die Ausbildung aller fähigen Emiratis, damit sie sich produktiven Unternehmungen widmen konnten, das Hauptziel des Landes, dem wir unsere ganze Aufmerksamkeit widmen und auf das wir all unsere Anstrengungen konzentrieren sollten”. Die Regierung war entschlossen, “die Frauen in die Lage zu versetzen, ihre Rolle im Dienste der Gesellschaft zu spielen … Seite an Seite mit ihren männlichen Mitbürgern in jedem Bereich der nationalen Aufgaben, innerhalb des Rahmens, der unsere islamische Identität und arabische Tradition und Kultur schützt”. Diese letzte Bemerkung bringt das Credo auf den Punkt, das Scheich Khalifa für seine Nation anstrebte: Fortschritt, aber ohne Kompromisse bei den Grundüberzeugungen und dem Selbstverständnis der Nation. (The National, Updated: May 13, 2022)

2006 brachte die Ernennung eines neuen Kabinetts mit dem Vizepräsidenten und Herrscher von Dubai, Scheich Mohammed bin Rashid Al Maktoum, als Premierminister laut einer Website der VAE-Regierung wichtige Änderungen in der Regierungsstruktur mit sich. Dazu gehörten neue Ministerien, die sich der Straffung und Modernisierung der Regierung widmeten, ein neuer Schwerpunkt auf der Entwicklung der Gemeinden und ein wichtiger Schritt zur Reform des politischen Prozesses durch die Einführung indirekter Wahlen für die Hälfte der Mitglieder des Föderalen Nationalrats, so die Website.

2009 wurde er für eine zweite fünfjährige Amtszeit gewählt.

2010 wurde bei der Eröffnung des Burj Dubai bekanntgegeben, dass das höchste Gebäude der Welt nach ihm in ‘Burj Khalifa’ umbenannt wird.

2018 berichtete die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung dass die die VAE Nothilfe bei Naturkatastrophen leitet und zum weltweit größten Geldgeber für humanitärer Hilfe im Verhältnis zum Nationaleinkommen geworden war.

2019 wurde von Scheich Khalifa als ‘Jahr der Toleranz’ benannt. Papst Franziskus besuchte Abu Dhabi und unterschrieb gemeinsam mit dem Grossimam Al Tayyeb “Das Dokument der Geschwisterlichkeit”, die «Erklärung von Abu Dhabi», welches als Meilenstein in den katholisch-islamischen Beziehungen gilt.

2020 wurde das bahnbrechende emiratisch-israelische Friedensabkommen, das Abraham-Abkommen, unterzeichnet.

Der Kronprinz von Abu Dhabi, Scheich Mohamed bin Zayed, trauerte in einem Beitrag auf Twitter: “We belong to God and to Him we shall return. The Emirates lost its righteous son, the leader of the “empowerment stage” and the trustee of its blessed journey. His stances, achievements, wisdom, giving, and initiatives are visible in every corner of the country.” “Khalifa bin Zayed, my brother, my mentor, and my teacher, may God have mercy on you with his vast mercy and enter you into his good pleasure and paradise.” (Arabian Business, 14.05.22)

Der Herrscher von Dubai, Scheich Mohammed bin Rashid Al Maktoum, twitterte: “Oh God, we witness that Sheikh Khalifa bin Zayed has fulfilled his trust, and served his flock, and loved his people. Oh God, his people have been satisfied with him, so be pleased with him, and cover him with your mercy, and put him in your vast gardens, and inspire us and inspire his people, his family and his loved ones with patience and solace. We belong to God and to Him we shall return.” (The National, Updated: May 13, 2022)

Für den Schweizer Bischof Paul Hinder OFM Cap. in Abu Dhabi, apostolischer Vikar von Südarabien und Administrator von Nordarabien, war Scheich Khalifa eine grosse Führungspersönlichkeit: “Er hatte eine Vision für moderne, wohlhabende und friedliche Vereinigte Arabische Emirate. Der verstorbene Scheich war eine ausserordentlich weise und geachtete Führungspersönlichkeit, die das Erbe von Scheich Zayed weiterführte und dem Land half, sich zu einer wunderschönen modernen Nation zu entwickeln.” (Katholisches Medienzentrum, 14.05.2022)

Das Ministerium für Präsidialangelegenheiten hat angekündigt, dass ab Samstag 14.05. eine 40-tägige offizielle Trauerzeit beginnt und die Flaggen auf Halbmast wehen werden. Die VAE haben alle Arbeiten im öffentlichen und privaten Sektor für drei Tage – von Samstag, 14. Mai, bis einschließlich Montag, 16. Mai – ausgesetzt, um den Tod des Präsidenten zu betrauern. Die Schulen bleiben am Montag, dem 16. Mai, geschlossen.

Die Verfassung der VAE sieht vor, dass der Oberste Rat einen Monat Zeit hat, um zusammenzutreten und den Nachfolger für das Amt des Präsidenten zu wählen. Der neue Präsident, dessen Amtszeit fünf Jahre beträgt, wird aus dem Kreis der Mitglieder des Obersten Bundesrates ausgewählt. Während dieser Zeit wird Scheich Mohammed bin Rashid alle Befugnisse des Präsidenten übernehmen.

Es wird vermutet, dass der Nachfolger von Scheich Khalifa als Herrscher von Abu Dhabi innerhalb von 24 Stunden bekannt gegeben wird.

(Arabian News, The National, Webite des Ministeriums UAE, Katholisches Medienzentrum, 14.05.2022, Picture: A Rare Look Into The Life Of UAE President Sheikh Khalifa Bin Zayed – Arabian Business, 13.05.22)

Eid al-Fitr

02.05.2022

Das religiöse Fest Eid Al-Fitr, das Fest des Fastenbrechens, auch als Kleines Zuckerfest, Ramadan Fest, Fastenbrechen am Ende des Ramadan, Bayram-Fest oder Ramazan Bayrami bekannt,  ist einer der beiden großen Feiertage, welcher von Muslimen auf der ganzen Welt gefeiert wird. Eid Al-Fitr markiert das Ende des Fastenmonats Ramadan, während Eid Al-Adha (Opferfest) am Ende der jährlichen Pilgersaison gefeiert wird. (Das Opferfest Eid Al-Adha wird zum Gedenken an den Propheten Ibrahim gefeiert. Üblicherweise wird zu dieser Feier ein Tier geopfert und das Fleisch an Bedürftige verteilt. Das Opferfest Eid Al-Adha wird ungefähr 70 Tage nach Eid Al-Fitr gefeiert.)

Beide Feste dauern je nach Land und Region bis zu drei Tage. In unserem Breitengrad endet der Ramadan im Jahr 2022 voraussichtlich am Abend des 02.05.22

Mit Eid Al-Fitr feiern gläubige Muslime, dass sie den Ramadan und die damit verbundenen Entbehrungen gemeistert haben. Der Ramadan ist damit offiziell beendet und die Regeln betreffend der Essenszeiten, des Fastens, sind aufgehoben. Die Gläubigen bitten Allah um die Anerkennung ihrer Gebete und Mühen während des Ramadan und um die Vergebung etwaiger Fehler.

Zu Ende des Ramadan beten die Gläubigen in der Moschee um den Segen Gottes (Allah), spenden für die Armen (Zakat – Almosen für die Bedürftigen) und beten das Eid-Gebet (Festgebet). Die Entrichtung des Zakat ist für jede/n Muslim Pflicht, sofern es ihr oder ihm möglich ist. 

Anschließend ist es üblich, sich mit der Familie und Verwandten zum gemeinsamen Festessen und Feiern zu treffen. Geschenke, wie beim christlichen Weihnachtsfest, sind üblich und Süßigkeiten sind beliebt – daher der Name „Zuckerfest“. Mancherorts wird das Fest auch mit Lichterumzügen und Volksfesten gefeiert. 

Wer Freunden und Bekannten alles Gute wünschen möchte, kann beispielsweise auf folgende Glückwünsche zurückgreifen:

„Eid Mubarak“ (arabisch)

„Bayram mübarek olsun“ (türkisch) – „Ich wünsche ein gesegnetes Fest!“ oder

„Ramazan bayramin mübarek olsun.“ (türkisch) – „Wünsche ein gesegnetes Ramadanfest.“

Der islamische Kalender ist ein Mondkalender, welcher auf der Grundlage der Mondphasen berechnet wird. Ein neuer Monat beginnt, wenn die zunehmende Mondsichel am Himmel sichtbar ist. Das variiert bei den weltweiten Zeitzone und so kann ein muslimischer Feiertag, je nach Land und Zeitzone, an verschiedenen Tagen stattfinden. Das 12-monatige Mondjahr ist etwa 11 Tage kürzer als beim gregorianischen Sonnenkalender (der 365-Tage-Kalender).

RAMADAN (arab.) – die brennende Hitze, die Trockenheit, der sonnenverbrannte Sand

Der Ramadan, der neunte Monat im islamischen Kalender, der Fastenmonat der Muslime, beginnt in diesem Jahr 2022 am 02. April und endet am 02. Mai. Das genaue Datum variiert aufgrund der geographischen Lage der verschiedenen Länder.

Der Mondmonat beginnt mit dem Neumond und erst wenn die Sichel des neuen Mondes (arabisch: hilal) am Himmel zu sehen ist, beginnt der Ramadan. Dieses Datum wird auch als “Geburt des neuen Mondes” bezeichnet.

Der Ramadan erinnert an die Offenbarung im Jahre 610 durch den Erzengel Gabriel an den Propheten Mohammed. Die Nacht, in der die ersten Koranverse herabgesandt wurden, bezeichnet man als „Nacht der Bestimmung“ (arabisch: lailat-ul qadr).

Das Fasten (arabisch: Siyâm) ist das wichtigste Gebot im Ramadan und gehört zu den „fünf Säulen des Islam“ (Glaubensbekenntnis, Gebet, Almosensteuer, Ramadan, Pilgerfahrt). In der Sure 2,187 steht: “…Und esst und trinkt bis der weiße Faden von dem schwarzen Faden der Morgendämmerung für euch erkennbar wird. Danach vollendet das Fasten bis zur Nacht….”. So wird im Ramadan zwischen der Morgendämmerung und dem Sonnenuntergang nichts gegessen und getrunken, auch auf Rauchen und Geschlechtsverkehr wird verzichtet. 

Der Koran und der Islam geben auch Möglichkeiten zur Ausnahme, da manchen Menschen das Fasten gesundheitlich schaden kann. Kranke, Altersschwache, Schwangere, stillende Mütter und Frauen in der Menstruation sind davon ausgenommen. Es gibt auch die Möglichkeit den versäumten Fasttag nachzuholen. Personen, wie chronisch Kranke, sollen für jeden im Ramadan versäumten Fasttag einen Bedürftigen speisen oder einen kleinen finanziellen Betrag für Arme spenden (arabisch: fidya).

Kinder beginnen erst mit dem Eintritt der Pubertät zu fasten. Viele Kinder üben das Fasten aber schon vorher. Sie verzichten zum Beispiel auf Süßigkeiten oder fasten nur einen halben Tag.

Die Fastenpflicht lehrt, Gottes Gaben wie Essen und Wasser zu schätzen, indem man am eigenen Leib erfährt, wie sich Hunger und Durst anfühlen. Es ist auch eine Reinigung für Körper, Geist und Seele, ein sich bewusst machen, dass der Wohlstand in dem wir leben keine Selbstverständlichkeit ist. Solange der Fastende nicht von jeder üblen Tat, von jedem schlechten Wort und Gedanken ablässt, hat er sein Ziel nicht vollends erreicht. Barmherzigkeit wird groß geschrieben: jeder soll bedürftigen Menschen helfen, wie es ihm möglich ist, beispielsweise einen Bedürftigen speisen. Zudem beschäftigen sich die Gläubigen im Ramadan intensiver mit Beten oder dem Lesen des Korans.

Jeden Tag nach Sonnenuntergang findet das Fastenbrechen statt, das mit einem Gebet eingeleitet wird. Vor dem anschließenden Abendessen (arabisch: iftar) im Familienkreis wird traditionell eine Dattel gegessen mit einem Schluck Wasser dazu. Einladungen an Verwandte und befreundete Familien zu einem gemeinsamen Iftar gehören dazu. Auch in den Moscheen wird gefeiert, wo Essen an Bedürftige und Mitglieder ausgegeben wird.

Mit dem Ramadanfest, das Fest des Fastenbrechens (Eid al-Fitr), wird der Ramadan beendet. Es dauert drei Tage und ist eines der wichtigsten Feiertage. Der erste der drei Festtage wird mit einem gemeinsamen Gebet in der Moschee begonnen. Die Gläubigen bitten Allah darum, ihre Gebete und Mühen während des Ramadans anzuerkennen und Fehler zu verzeihen. Man beglückwünscht sich gegenseitig. In diesen Tagen werden Verwandte besucht, wobei traditionell die Jüngeren zu den Älteren kommen. Kinder werden beschenkt und es wird mit köstlichen Speisen und Spezialitäten ausgiebig im Familienkreis gefeiert.

“Wenn sich jemand nicht der Falschheit in Wort und Tat enthält, dann liegt Allah nichts daran, dass er sich des Essens und Trinkens enthält.” (Prophet Muhammad)

Zitat aus: Islamisches Zentrum Wien, “Fasten im Ramadan”

Valentine and the Love …

Who was Saint Valentine, whose date of death is February 14, 269?

St. Valentine was the bishop of the city of Terni, north of Rome, where Christians and non-Christians highly respected him. He is considered as patron of lovers and bridal couples.

The Roman emperor at that time required him to convert to the Roman faith. He refused and was consequently taken into custody by an imperial advisor. Valentin healed this man’s blind daughter. In gratitude, the man’s family was baptized. Valentin was beheaded and the man’s family also died.

Another legend tells that Bishop Valentin helped a couple in love to escape and get married against the will of their parents. So he is also considered to be the founder of happy marriages with “obstacles”.

Since the year 350 Valentine’s Day is celebrated on February 14th. Since the historical sources about his person are too varied and too unclear, the day was removed from the church calendar of saints at the Second Vatican Council in 1965.

However, the folk traditions on this day have been preserved.

In the Middle Ages it was believed that birds begin pairing on 14 February. This is also a possible explanation for the association of the name Valentin with lovers.

Another theory is based on the Norman word galantine (a galan is a distinguished lover). With a V, “Galantin’s Day” became Valentine’s Day.

Another origin is assumed to be the Roman festival of “Lupercalia”. The names of young girls were written on pieces of paper and raffled among the boys. This way they could easily be accompanied for the next year, or at least for the feast day.

In France, Belgium and England, since the end of the 14th century, young couples have been chosen by lot as Valentine and Valentine for each other. Through an exchange of gifts, they were connected with each other until the next Valentine’s Day, similar to an engagement.

In England at the same time there was the belief that the first person of the opposite sex, which you see in the morning of February 14th, is the only and true love.

In the 17th century, the custom developed in the Anglo-Saxon world of sending home-made Valentine’s cards to one’s loved one. In the 18th century the first commercial greeting cards were produced.

“Through the flower”, wishes, requests and hopes could be articulated and, over time, a secret language developed. Not only the colours and varieties, but also every single detail of a bouquet was given its own meaning. These codes are still valid today. They were regionally different and complicated like a foreign language, so that soon separate dictionaries were written about the language of flowers. In the meantime, it has become part of the language and general knowledge that red roses say “I love you”.

Lady Mary Wortley Montagu wrote in the 18th century, in her “Letters from Istanbul”, about the meanings of individual flowers prevailing in the Orient. Charlotte de Latour wrote in 1829 in her book “Die Blumenpracht oder Symbolik des Pflanzenreiches”, about the hidden eroticism and language of flowers. A language that is still relevant regardless of WhatsApp and SMS.

The lost holiday!

Candlemas and the “Schlenkerltag”

02.02.2020

In the past, the Christmas season ended on 2 February. On this day the Catholics removed and cleared the nativity scenes and the Christmas trees. From the modern daily life the celebration has almost disappeared.

Until 1969 this day was called “Mary’s Devine Purification” in the Catholic Church. According to the rules and customs of the time, a woman was considered unclean 40 days after giving birth to a child and had to bring a purification offering at the temple 40 days after the childbirth. The sacrifice was usually a pair of lovebirds. Since Jesus was the first-born son considered the property of God. So he too was “represented” and ” released” by his parents in the temple before God. This is why Mary’s Candlemas is also called the “Feast of the Presentation of the Lord”.

Mary and Joseph, the parents of Jesus, met there the aged Simeon and the 84-year-old prophetess Hannah, who recognized and praised the child as Messiah (The Anointed One). Hannah confirmed the prophetic speech of Simeon, who trusted that he would not die until he had seen the Messiah. Even today, the following is read out in the service on that day: The old man sang the praises of the child and praised him as the Messiah: “For mine eyes have seen thy Saviour whom thou hast prepared before all nations, a light that illuminates the Gentiles, and glory to thy people Israel”.

Hannah had a difficult life behind her. Seven years after her marriage she became a widow. For a childless and widowed woman it was difficult to find a place in society at that time. So from that time on she was dependent on the support of the community. Hannah decided to live a life of fasting and praying in the temple.

Since the liturgical reform of 1970, the Christmas season in the Catholic Church ends on the Sunday after Epiphany, which is celebrated on January 6th. Since 1997, February 2 is also considered in the Catholic Church as the “Day of Consecrated Life”, a day of thanksgiving and petition for those who place themselves entirely at the disposal of God.
Until 1912, for example, 2 February was a public holiday in Bavaria.

February 2, was also of great importance in the peasant year and was considered the date for payment and interest. On this day the maids and farmhands could sign up with their employer anew or change their employer or farm. The employer was informed that he wanted to change to Martini (11 November) at Candlemas. The salary, in the form of money or in kind, was paid on 2 February. Usually it was the only day of the year when the wage was paid out. Often the maids received a new smock and the servants a pair of new shoes. The service book was also returned to the employee. It often read: “Till Candlemas has served faithfully.”

The servants often had to part with their small livestock (such as chickens, pigeons or rabbits) when they changed, because not every farmer allowed his servants to keep them. Consequently, many animals were sold at animal markets on this date. In the Upper Austrian town of Wels the Glanglmarkt (glangln is a dialect word, meaning to move around) still takes place today. It is Austria’s largest small animal market with more than 10,000 animals and is visited every year by numerous visitors and buyers.

The new service and the new peasant work year started on the day of St. Agatha, February 5th. The days in between were called “Schlenkerltag” or “Schlenkerlweil”. Celebrations were held and family visits were made until the new service began.

On the occasion of the Candlemas, the consecration of candles and wax is also celebrated in the Catholic Church. The candles for the consecration often used to have certain colours: besides the everyday candles, the soul candles for lighting for the deceased were coloured, the weather candles as protection against approaching storms and thunderstorms were black and the rosary candles used for praying the rosary were yellow. Symbolically, the feast and the associated procession of lights was also a sign that the days were getting longer. The vernacular draws a bow from St. Martin’s Day on November 11 to Candlemas: “Martin light the light; Mary blows it out again.”

The festival was probably taken over, as well as the procession of lights – from the Orient.

Der Hl. Thomas, das persische Fest Yalda und deren Zusammentreffen in der Nacht der Wintersonnenwende

21. Dezember

Als Thomastag gilt in der evangelischen und anglikanischen Kirche der 21. Dezember. In der römisch-katholischen Kirche wurde der Gedenktag im Jahr 1970 auf den 3. Juli geändert. Im Volksmund wird weiterhin der 21. Dezember als Thomastag gesehen und die Nacht vom 21. auf den 22. Dezember, die längste Nacht des Jahres, als Thomasnacht bezeichnet. 

Wer war dieser Thomas? Jesus wählte 12 Männer (die Apostel), die mit ihm zusammen durch das Land zogen und die frohe Botschaft (die Botschaft, die Gott durch ihn an die Menschen richtete) verkündeten. Mit ihnen teilte Jesus sein Leben und feierte gemeinsam mit ihnen sein letztes Abendmahl. Nach seinem Tod sahen sie es als Auftrag an, sein Werk weiter zu führen und die christliche Botschaft zu verbreiten. Bis zu seiner Berufung als Apostel war Thomas ein Fischer aus Galiläa. Der Geschichte der  Thomas-Christen zufolge, ist Thomas im Jahr 40 in Richtung Osten aufgebrochen und lehrte das Christentums im frühen Persien und schließlich im westlichen Indien, wo er im Jahr 72 in der indischen Stadt Chennai, dem früheren Madras, von einem Pfeil getötet wurde. Die Thomas-Christen an der Südwestküste Indiens führen ihr Christentum auf ihn zurück. Auf dem „Saint Thomas Mount“ erbauten sie 1547 eine Kirche mit einem Thomaskreuz in dem sich der Ausdruck über die “Freude der Auferstehung Jesu” in den Symbolen wiederfindet. Der leblose Korpus von Jesus fehlt, stattdessen stehen drei Stufen für das Leiden auf dem Berg Golgatha. Die Arme des Kreuzes enden jeweils in einer Blütenknospe, stellvertretend für die Auferstehung und neues Leben. Die Taube auf der Spitze steht als Zeichen für das Wirken des Heiligen Geistes.

In der Thomasnacht gibt es im Brauchtum eine Reihe von Liebesorakeln darunter auch der Glaube, dass man in dieser Nacht seinen Liebsten erkennen wird. Der Thomastag gilt auch als der beste Holzschlagetag im ganzen Jahr. An diesem Tag gefälltes Holz gilt als ewig haltbar, da es nicht “schwindet”, also sein Volumen nicht verringert.

Yalda

An diesem Tag bzw. in dieser Nacht der Wintersonnenwende am 21.12.,  wird im Orient das Fest YALDA, persisch Šab-e Yald  („Geburt“ der wieder längeren Tage und damit der Sonne), gefeiert. Im iranischen Kulturkreis wird Yalda als Geburt des Lichts bzw. der Sonnengottheit Mithra verstanden und ist eines der wichtigsten Feste des Zoroastrismus. Es symbolisiert auch den Sieg des Lichtes über die Dunkelheit.

Weil Yalda die längste und dunkelste Nacht ist, wird sie in der persischen Dichtung gerne symbolisch als Trennung vom Geliebten, für Einsamkeit und Warten verwendet. Nach Yalda ist das Warten vorbei, Licht scheint und Güte und Liebe herrschen.

In der Geschichte wird erzählt, dass an diesem Tag die Herrscher von ihrem Thron stiegen, ihre Diener nach Hause schickten und die Nacht in den umliegenden Dörfern verbrachten um ihren Untertanen zuzuhören.

Es gibt natürlich viele Traditionen, Bräuche und Riten rund um das Fest. Das Essen von Wassermelonen in dieser Nacht soll Husten und Schnupfen im kommenden Jahr fern halten. Beim Genießen von  Pistazien, Haselnüsse, Mandeln und Walnüssen hat man einen Wunsch frei, der in Erfüllung gehen soll.

Rosinen, getrocknete Aprikosen, geröstete Kichererbsen und Maulbeeren gehören auch auf die Festtafel. Die roten Granatäpfel stehen für die Farbe der Morgendämmerung und des Lebens, die den Glanz Mithras hervorrufen. Ein Tisch wird in einen Korsi umgewandelt, die altpersische Heizung. Dafür wird über einen niederen Tisch eine oder nach Bedarf mehrere große Decken gelegt die bis auf den Boden reichen. Unter dem Tisch steht ein Ofen oder ein Becken mit glühender Kohle. Die rundum Sitzenden geben ihre Füße unter die Decke und diese wärmen folglich den restlichen Körper. 

Die Gedichte des berühmten persischen Dichters Hafis  sind ebenfalls ein sehr wichtiger Bestandteil von Yalda (Mohammed Schemsed-Din Hafis, genannt Hafis, wurde um 1320 geboren und starb 1389 in Schiraz/Iran. Von ihm stammt das bedeutendste Werk der mittelalterlichen persischen Dichtung – der Diwan. Goethe inspirierte er zu dessen umfangreichster Gedichtsammlung, dem West-östlichen Diwan.). Mit geschlossenen Augen wird eine Seite des Gedichtbandes aufgeschlagen. Das Gedicht auf dieser Seite gilt als Weissagung und über die Deutung wird nicht nur an diesem Abend diskutiert und philosophiert.

Ich wünsche Euch für den Abend und die Nacht der Wintersonnenwende, dass Eure Wünsche in Erfüllung gehen mögen und gebe Euch noch einen meiner Lieblingsätze aus einem Gedicht von Hafis in diese Nacht mit – ein ganz wunderbarer Satz über die Liebe:

“Ein Augenblick wahrer Liebe hält tagelang an.”

Aus „I heard God laughing“ Gedichte von Hafiz von David Ladinsky, hier übersetzt ins Deutsche von Joachim Schneider

Im Bestseller Regal!

Ich bin im siebten Himmel – mein Buch “Highheels auf goldenem Sand” steht im Bestseller Regal!

Vielen Dank liebe Leserinnen und Leser!!!!!

Ein kleiner Tipp: Wenn Ihr das Buch als Weihnachtsgeschenk für Eure Lieben und Freunde haben möchtet, dann findet Ihr vorläufig noch genügend vorrätige Exemplare in der Wagnerschen Buchhandlung oder der Tyrolia Buchhandlung (beide haben Onlineshops) in Innsbruck. Die Nachfrage ist groß, daher bitte rasch zugreifen.

Wagnerische Buchhandlung in Innsbruck

Die virtuelle Lesestunde via Zoom

Die nächste gemütliche und unterhaltsame Lesestunde findet am Sonntag 12.12.2021 um 10h statt.

Hier sind Eure Zugangsdaten:

https://zoom.us/j/98349160825?pwd=STJOUHhvNVR2MUNObXMvN05VbStoZz09

Meeting-ID: 983 4916 0825
Kenncode: 8WYHiV

Richtet Euch ein Tässchen Tee oder Kaffe mit ein paar Weihnachtskeksen oder Lebkuchen und laßt uns zusammen eine schöne Zeit genießen.

ICH FREUE MICH AUF EUCH!!!!!!!!

What do St Barbara and Omar Khayyam have in common?

04.12.2019

The 4th of December is the commemoration day of Saint Barbara of Nikomedien. She was, according to one of the many legends, locked in a tower in the 3rd century in Nikomedia (Asia Minor) by her father Dioskuros, a rich businessman, and later beheaded because she refused to marry a disbelieving husband. According to the legend, on her way to the tower her dress got caught in a cherry tree and broke a branch. When Barbara, arriving in her prison, noticed the withered cherry branch, she began to wet it with drops of water. On the day of her death the branch is said to have blossomed.
According to custom, on the day of her death, December 4, cherry branches are brought into the house and placed in a vase. When these blossom at Christmas, then happiness and positive things will hold retreat in the coming year.

It is also reported of a love spell: Loved women set up a cherry branch for each admirer. The branch that begins to blossom first points to the future husband.

The 4th of December is also the anniversary of the death of the famous poet Hakim Abul Fath Ghiaseddin Omar Khayyam, briefly called Omar Khayyam (Omar the tentmaker). He lived from 1048 to 1131 in Nishabour, a town in the Persian province of Khorasan. He was an important mathematician, astronomer and jurist, a mystic and universal scholar of his time. The modern Iranian calendar is based on his calculations.

Omar Khayyam also gained fame as the author of the poetry and poembook “Rubaiyat”. A Rubai consists of only four lines, whose characteristic is the rhyme game, which brought Khayyam to perfection. The first, second and fourth lines end in the same rhyming sound, while the third line remains rhymeless. The scheme is called ‘aaba’, and is one of the oldest forms of Persian poetry. The Rubai often ends with a surprising twist that makes you think, and each Rubai is a self-contained work.

The Worldly Hope men set their Hearts upon

Turns Ashes-or it prospers; and anon,

Like Snow upon the Desert's dusty Face

Lighting a little Hour or Two-is gone.

Omar Khayyam in Ruba'iyat (Quatrains) of Hamid Omar Khayyam, rendered into English verse by Edward Fitzgerald; Yassavoli (2012), Teheran, Iran

Edward Fitzgerald (1809-1883), an English poet and writer, was enthusiastic about Khayyam’s Rubaiyat and translated it with a very free adaptation and selection of verses. His version is considered as a classic of English literature.

Translated with www.DeepL.com/Translator (free version)