Was hat es mit dem Schlachten der Schafe auf sich? Eid Al-Adha

Im Jahr 2026 fällt der Arafat-Tag auf Dienstag, den 26. Mai, gefolgt von der offiziellen Feier des Eid al-Adha am Mittwoch, dem 27. Mai.

Eid al-Adha , das Opferfest, auch ‚Großes Fest‘ genannt, ist einer der höchsten Feiertage im Islam und markiert den Höhepunkt der Hadsch, der Pilgerreise nach Mekka. (Das ‚Kleine Fest‘ Eid al-Fitr wird Ende des Ramadans gefeiert. https://verenafalkner.at/eid-al-fitr/). Auf türkisch heißt das Fest Kurban Bayrami (Kurban = Opfertier), im Iran Eid-e-Ghorban. Für Muslime aller Konfessionen, sowie für die Aleviten, steht das Fest für das grenzenlose Vertrauen in Gott.

Während in muslimischen Ländern an diesen Tagen die Geschäfte geschlossen bleiben, ist Eid al-Adha in Deutschland kein gesetzlicher Feiertag. Dennoch können muslimische Kinder sich am ersten Festtag vom Unterricht befreien lassen, etwa in Hamburg oder Bremen, wo Staatsverträge mit den muslimischen Religionsgemeinschaften bestehen. Bundesweit gilt zudem die Vorgabe, an diesem Tag keine Klassenarbeiten oder Leistungsnachweise anzusetzen.

Muslime weltweit erinnern sich an diesem Fest an Abraham, dem Stammesvater der drei abrahamitischen Religionen – Christentum, Islam, Judentum. Der Überlieferung nach, war Abraham bereit, seinen Sohn Gott zu opfern. In der biblischen Tradition handelt es sich um Isaac, im Koran um Ismael. Als Gott dessen Bereitschaft erkannte, sandte er einen Engel, der das Opfer verhinderte. Zum Dank opferte Abraham einen Widder. Das rituelle Schlachten eines Tieres erinnert an diese Geschichte.

Neben dem äußeren Opfer steht das innere Opfer im MIttelpunkt: das Ablegen von Egoismus, Gier und Materialismus und das Kultivieren der Tugenden Demut, Dankbarkeit und Zufriedenheit. Es soll daran erinnern, dass wahrer Erfolg aus Handlungen für das Gemeinwohl entsteht, und dass das Vertrauen in eine höhere Macht inneren Frieden schenken kann.

Das Opferfest erstreckt sich über vier Tage. Die Rituale beginnen bereits am Vortag dem „Tag von Arafat“. Pilger versammeln sich am Berg Arafat (Berg der Barmherzigkeit), 20 km südöstlich von Mekka in Saudi Arabien, um zu beten und zu fasten. Gläubige, die nicht an der Hadsch (traditionelle, islamische Pilgerfahrt) teilnehmen, tun es ihnen gleich. Überlieferungen zufolge, ist dieser Tag besonders geeignet, um um Vergebung der Sünden des des vergangenen Jahres zu bitten.

Am Morgen des ersten Festtages findet ein Festgebet statt. Danach wünscht man sich „Möge Allah deine guten Taten annehmen und Dir und Deiner Familie das Beste geben“. Im Anschluss folgt die rituelle Schächtung eines Tieres -Schaf, Ziege, Rind oder Kamel (kein Schwein) – dessen Kopf in Richtung Mekka gelegt wird. Im privaten Kreis übernimmt das älteste männliche Mitglied der Familie die Schächtung, die nach religiösen Regeln erfolgt.

Das Fleisch wird in drei Teile geteilt: an Bedürftige, an Verwandte und Freunde, für das gemeinsame Festessen im Familienkreis. Ist eine Schächtung nicht möglich, wird darauf verzichtet. Viele Muslime senden Geld an Verwandte, damit dort eine solche in Auftrag gegeben werden kann, oder spenden an Hilfsorganisationen. Wie zu Weihnachten bei Christen, beschenkt man sich gegenseitig, trifft sich im Familienkreis und reinigt Haus und Straße für das Fest.

Auch Aleviten feiern an diesem Tag ein Familienfest Kurban Erkani. Im Mittelpunkt stehen soziale Dienste, gemeinsames Betten und Fürbitten in den Gemeindezentren. Das Opfern eines Tieres ist möglich, aber nicht zwingend. Viele Alevit*innen verzichten darauf und drücken ihre Opferbereitschaft stattdessen durch soziale Hilfe aus – sie verteilen Spenden, Gaben und Fleisch an Arme und Bedürftige. Sie sehen den Sinn des Opferns in der Förderung der Barmherzigkeit, der Dankbarkeit gegenüber Gott, in der Erinnerung an Abrahams Prügung und im Teilen mit Bedürftigen.

Pfingsten – wenn der Heilige Geist so richtig Stimmung macht und plötzlich alle einander verstehen. 

Pfingsten, Ostern und Weihnachten gelten als die wichtigsten christlichen Feiertage. Doch was wird an Pfingsten gefeiert und was ist passiert?

Mit Pfingsten endet die 50‑tägige Osterzeit. Der Name geht auf das altgriechische Wort Pentekoste zurück und bedeutet „der fünfzigste Tag“.

Nach der biblischen Erzählung öffnete sich den Jünger*innen an Pfingsten die Welt: Viele Menschen wollten mit ihnen beten und an Jesus glauben. Plötzlich verstand jeder die Sprache des anderen. So verbreitete sich die Botschaft von Jesu Tod und Auferstehung. Das sogenannte Sprachenwunder an Pfingsten soll zeigen, dass die Botschaft von Jesus Menschen aus aller Welt erreicht – unabhängig von Sprache und Herkunft. Die christliche Kirche versteht dieses Ereignis als ihre Geburtsstunde – daher wird Pfingsten oft als „Geburtstag der Kirche“ bezeichnet. 

Bis ins 4. Jahrhundert feierten Christ*innen an diesem Tag sowohl Christi Himmelfahrt als auch Pfingsten. Erst später wurden beide Feste getrennt. Pfingsten wurde zum Fest der Geistkraft Gottes und der Sendung des Heiligen Geistes – jener schöpferischen Kraft allen Lebens, die Menschen verbindet und Grenzen überwindet.

Was bedeutet nun Geistkraft Gottes und wo wirkt sie? – Sie zeigt sich überall dort, wo ein neuer Geist entsteht, wo Menschen zusammenfinden, wo Verschiedenheit nicht trennt, sondern Verständnis ermöglicht. Verstehen bedeutet: einen Schritt auf den anderen zuzugehen und seine Sichtweise mitzudenken.

Wer fährt wann und warum in den Himmel und was haben Väter damit zu tun? – Christi Himmelfahrt

Der katholische Feiertag Christi Himmelfahrt – er findet stets 39 Tage nach dem Ostersonntag statt- fällt immer auf einen Donnerstag. An diesem Tag gedenken Gläubige der Rückkehr Jesus zu Gott, seinem Vater im Himmel. Nach seiner Auferstehung zu Ostern verkündete Jesus seinen Jüngern 40 Tage lang die Botschaft vom Reich Gottes. Laut Apostelgeschichte im Neuen Testament wurde er am 40. Tag, vor den Augen seiner Jünger, in den Himmel empor gehoben und verschwand in einer Wolke. Für die Theologie bedeutet dies, das Gott seinen Sohn nicht im Tod gelassen hat. Er ist auferstanden und ihm so nahe wie kein anderer. Im Glaubensbekenntnis heißt es entsprechend: “Er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters.“ Ein weiterer zentraler Gedanke ist die Erwartung,  dass Jesus am Ende aller Tage wieder kommen wird.

Übrigens spielt die Zahl 40 in der Bibel eine bedeutende Rolle. Sie kommt dort 98-mal vor und gilt als Symbol für eine Zeit des Neubeginn – eine Zeitspanne für Reifung, Klärung und Entscheidung.

Seit dem 4. Jhd. gilt Christi Himmelfahrt als eigenständiger Feiertag und seit den 30-iger Jahren in ganz Deutschland auch als gesetzlicher Feiertag. An diesem Tag wird in Deutschland auch der Vatertag / Männertag meist in Männergruppen gefeiert. In vielen deutschen Gegenden werden bei diesen Ausflügen geschmückte Fahrräder, mit Bier beladene Bollerwägen oder Schubkarren mitgeführt. Vielerorts gibt es aber auch offene Feste für die ganze Familie.

Für den Bochumer Neutestamentler Thomas Söding haben Christi Himmelfahrt und der Vatertag durchaus auch inhaltlich etwas gemeinsam. Für ihn ist Christi Himmelfahrt in einem ganz bedeutsamen Sinne ein Vatertag, weil er mit der Sohnschaft Jesus und mit Gott als Vater zu tun hat. Jesus ist nicht nur vom Vater gesandt worden – der Weg zurück, führte auch zurück zum Vater. Er weist auf prominente Väterfiguren in der Bibel hin und zeigt Verständnis für das Feierbedürfnis der heutigen Väter. 

In der Bibel, so Söding laut katholisch.de, kann man zahlreiche interessante und durchaus unterschiedliche Vaterfiguren entdecken. Josef ist im Neuen Testament eine extrem wichtige Person. Er bekam im Traum die Aufgabe, sich um seine schwangere Ehefrau Maria und damit auch um Jesus zu kümmern. Er war eine starke Figur und jemand, der sich anständig verhielt – ein Mann, der im Hintergrund wichtig war und andere in den Vordergrund stellen konnte. Eine wichtige Tugend die, wie Söding findet, allen Männern gut stünde.

Als weiteres Beispiel nennt er Hiob. Sein Glaube wurde hart auf die Probe gestellt, denn Gott nahm ihm seinen vollständigen Besitz und seine zehn Kinder starben. Die Bibel gibt ihm Raum, um seinen Schmerz regelrecht herauszubrüllen und Gott zur Verantwortung zu ziehen; nicht nur Mütter, sondern auch Väter schreien und klagen. Väter haben es nicht immer leicht, auch in der Bibel nicht. Man kann Freude an den Kindern haben, man kann traurig sein, dass sie einen völlig anderen Weg gehen als man selbst für richtig hält und man kann an ihnen verzweifeln. Auch Männer in der Bibel litten darunter, wenn sie lange Zeit kinderlos blieben. Auf die Frage, ob es daher nur fair sei, wenn Väter auch ihren Tag haben, an dem sie gefeiert werden oder sich selbst feiern, antwortet Söding

„Warum nicht? Mein Traum wäre natürlich, wenn die Bollerwagentour nicht an den Kirchen vorbeiführt, sondern auch in eine Kirche hinein, natürlich vor dem Alkoholgenuss. Dann kann man den geistlichen und den weltlichen Teil gut miteinander verbinden.“ 

https://www.katholisch.de/artikel/21841-christi-himmelfahrt-wie-waere-eine-bollerwagentour-zur-kirche

Im Volksbrauchtum gibt es, seit Mitte des 5. Jhd., die  sogenannten Bitt-Tage – Montag, Dienstag und Mittwoch – vor Christi Himmelfahrt.

Auch bat man in der vorhergehenden Woche mit Prozessionszügen und -ritten durch Wald, Wiese, Felder oder Weinberge um ein gutes Erntejahr. Der Brauch der Flurritte geht vermutlich auf einen alten germanischen Rechtsbrauch zurück, demzufolge jeder Grundeigentümer einmal im Jahr sein Eigentum umrunden musste um seine Besitzansprüche aufrecht zu halten. Es ist nicht belegt, ob daraus die Vatertags-Umzüge entstanden sind.

Im 19. Jahrhundert gab es Schinkentouren oder Herrentouren, organisierte Fahrten aufs Land, zu denen Frauen nicht zugelassen waren. Später etablierte sich der Name Vatertag als Pendant zum Muttertag

In  Österreich ist der religiöse Feiertag Christi Himmelfahrt nicht mit dem Vatertag verbunden (immer der zweite Sonntag im Juni). Es gibt eine Reihe regionaler Bräuche wie die Bitt-Tage und seit dem sechsten Jahrhundert auch Prozessionen.

In manchen Kirchen wird eine Statue des auferstandenen Jesus durch das so genannte Heiliggeisterloch, sofern dieses vorhanden ist, auf den Dachboden der Kirche gezogen. Auf den Teller kommt an diesem Tag vor allem Geflügel –fliegendes Fleisch. 

Das persische Neujahrsfest „Nouruz“ – der Beginn des Jahres 1405

Nowruz (Neuer Tag), das persische Neujahrfest, gilt als das älteste Fest der Welt und beginnt genau zur Tag- und Nachtgleiche – 20. März. Sein Ursprung reicht wohl mehr als 3000 Jahre zurück. Es ist kein religiös gebundenes Fest, sondern ein natur- und jahreszeitlich verankertes Ritual, das den Sieg des Lichts über die Dunkelheit und den Sieg des Lebens über den Winter symbolisiert.

Seit der Kalenderkorrektur im Jahre 1079 durch den großen persischen Astronom und Dichter Omar Khayyam werden Sekunden, Minuten und Stunden exakt berechnet. Diese exakte Zeitberechnung wird heute vom Institut für Geophysik in Teheran durchgeführt. Die vier Wochen des Esfand , dem letzten der zwölf Monate des persischen Sonnenkalenders, sind der Luft, des Wassers, der Erde und des Feuers gewidmet. In der Mythologie sind diese vier Naturelemente vor Pflanzen, Tieren und Menschen gereiht. Dieser Kalender orientiert sich am Sonnenjahr und beginnt mit dem Frühlingsanfang. Am heutigen Tag beginnt das Jahr 1405.

Das Fest ist mit vielen Ritualen verbunden, bei denen man sich metaphorisch von “allem Staub” des Vorjahres befreit. Am Dienstagabend der Feuerwoche Charshanbe-Suri beginnen die Feierlichkeiten. Es wird über kleine Feuer gesprungen mit den Worten „Meine Blässe (mein Schlechtes) gehöre dir, deine Röte (dein Gutes) mir“. Symbolisch wird so alles Negative aus dem scheidenden Jahr hinter sich gelassen. Auf den Straßen Schiraz`´´’s wird Salz gegen einen kleinen Obolus verkauft. An diesem Abend wird auch die Zukunft gedeutet.

Spätestens eine Woche vor dem Fest soll die Festkleidung gekauft oder in Ordnung gebracht sein. Den Kindern steht neue Kleidung zu. Oft treten in den letzten Tagen vor dem Fest auf den Straßen Gaukler, Seiltänzer, Ringer, Akrobaten und Bärenführer auf.

Der Frühlingsputz Khane Tekani, in den 12 Tagen vor Nowruz, ist der wichtigste Teil der Vorbereitung und steht für das neu erwachende Leben im Frühjahr. Alte oder kaputte Gegenstände werden entsorgt und schöne Blumentöpfe und Schüsseln mit Winterfrüchte aufgestellt. Unter Nomaden ist es nach wie vor üblich, die Festtags- und Hochzeitswaschungen nach bestimmten Ritualen in einem Bach zu vollziehen.

Am dreizehnten Tag, dem Sizdah Bedar, verlassen die Menschen ihre Häuser und verbringen den Tag in der Natur, um das Unglück der Zahl 13 zu bannen und das neue Jahr im Grünen zu begrüßen.

Eid al-Fitr das Zuckerfest

Das religiöse Fest Eid Al-Fitr, das Fest des Fastenbrechens (auch bekannt als Kleines Zuckerfest, Ramadan Fest, Fastenbrechen, Bayram-Fest oder Ramazan Bayrami)  ist einer der beiden großen Feiertage, welches von Muslimen auf der ganzen Welt gefeiert wird. Eid Al-Fitr markiert das Ende des Fastenmonats Ramadan, während das Opferfest Eid Al-Adha ungefähr 70 Tage nach Eid Al-Fitr am Ende der jährlichen Pilgersaison zum Gedenken an den Propheten Ibrahim gefeiert wird. Üblicherweise wird zu dieser Feier ein Tier geopfert und das Fleisch an Bedürftige verteilt.

Beide Feste dauern je nach Land und Region bis zu drei Tage. Eid Al-Fitr ist für Muslime so wichtig wie das Weihnachtsfest für Christen.

Mit Eid Al-Fitr feiern Muslime, dass sie den Fastenmonat und die damit verbundenen Entbehrungen gemeistert haben. Der Ramadan und das Fasten sind beendet. Die Gläubigen bitten Allah um die Anerkennung ihrer Gebete und Mühen während des Ramadan und um die Vergebung etwaiger Fehler.

Zu Ende des Ramadan beten die Gläubigen in der Moschee um den Segen Gottes (Allah), spenden für die Armen (Zakat – Almosen für die Bedürftigen) und beten das Eid-Gebet (Festgebet). Die Entrichtung des Zakat ist für jede/n Muslim Pflicht, sofern es ihr oder ihm möglich ist. 

Anschließend ist es üblich, sich mit der Familie und Verwandten zum gemeinsamen Festessen und Feiern zu treffen. Geschenke, wie beim christlichen Weihnachtsfest, sind üblich und Süßigkeiten beliebt – daher der Name „Zuckerfest“. Mancherorts wird das Fest auch mit Lichterumzügen und Volksfesten gefeiert. 

Der islamische Kalender ist ein Mondkalender, welcher auf der Grundlage der Mondphasen berechnet wird. Ein neuer Monat beginnt, wenn die zunehmende Mondsichel (hilal) am Himmel sichtbar ist. Das variiert bei den weltweiten Zeitzone und so kann ein muslimischer Feiertag, je nach Land und Zeitzone, an zwei verschiedenen Tagen stattfinden.Das 12-monatige Mondjahr ist etwa 11 Tage kürzer als beim gregorianischen Sonnenkalender (365-Tage).

Frauentag unter der Lupe: Die seltene Rolle der Pilotin im Kampfjet – jenseits der Schlagzeilen

Der Internationale Frauentag lädt jedes Jahr dazu ein, den Blick auf Frauen zu richten, die Grenzen verschieben – oft leise, manchmal unter enormen persönlichen Herausforderungen. In Zeiten, in denen Konflikte und Kriege die Nachrichten dominieren, wirkt das Thema Militär zunächst schwer. Doch gerade jetzt zeigt sich, dass Frauen in Bereichen arbeiten, die lange als reine Männerdomänen galten – etwa als Pilotinnen von Kampfjets. Hinter dieser Funktion steht jedoch nicht das Bild der Kriegerin, sondern das einer hochqualifizierten Expertin, die Technik beherrscht, Entscheidungen unter Druck trifft und Verantwortung trägt. Die folgenden Beispiele erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit; all jene Frauen, die diesen Beruf ausüben und hier nicht genannt sind, mögen mir dies bitte nachsehen.

  • Sabiha Gökçen (Türkei):  Sie gilt als weltweit erste weibliche Kampfjetpilotin. In den 1930er‑Jahren wurde sie an der Türkischen Luftwaffenakademie ausgebildet und nahm an mehreren Militäroperationen teil. Sie wurde zu einer Symbolfigur der modernen Türkei und zu einem internationalen Vorbild für Frauen in der militärischen Luftfahrt. Der zweitgrößte Flughaften der Türkei, in Istambul, ist nach ihr benannt.
  • Ulrike Fitzer (Deutschland): Die ausgebildete Tornado-Pilotin war die erste Frau der Bundeswehr, die einen Kampfjet flog. Später ließ sie sich zur Fluglehrerin ausbilden, um angehende Eurofighter‑Pilot*innen zu schulen. Parallel zu ihrer Dienstzeit absolvierte sie im Fernstudium einen Bachelor in Mechatronik und studierte anschließend Computational Science and Engineering. Ihre Masterarbeit befasste sich mit Energiewandlern, die mechanische Vibrationen industrieller Anlagen in Strom umwandeln. Promoviert hat sie über die Wechselwirkung zwischen Neuronen und Elektroden. 2022 erhielt sie von acatech den Schnieder‑Preis JUNGE MACHERIN. Sie gilt als inspirierendes Role Model für Mädchen und junge Frauen.
  • Nicola Winter (Deutschland): Schon als Kind vom Fliegen begeistert, scheiterte sie zunächst an ihrer Körpergröße von 1,60 m für eine zivile Pilotenausbildung. Als sie von der Kampffliegerausbildung der Bundeswehr erfährt, ist für sie klar: Das ist ihr Weg. Sie wird eine der ersten Eurofighter‑Pilotinnen Deutschlands und fliegt über zehn Jahre aktiv. Das Handelsblatt und die Boston Consulting Group zeichnen sie als „Vordenkerin des Jahres“ aus. 2022 wird sie in die Astronauten‑Reserve der European Space Agency aufgenommen. In ihrem Buch The sky is no limit beschreibt sie, was wir aus der Fliegerei für Beruf und Alltag lernen können.

Während in Deutschland bereits Frauen Eurofighter fliegen, gibt es in Österreich noch keine Kampfjetpilotinnen. Das hat mehrere Gründe: Frauen sind erst seit 1998 beim Bundesheer zugelassen, die militärische Fliegerei in Österreich ist ein traditionell kleiner, spezialisierter Bereich. Die Zahl der Jetpiloten ist insgesamt gering, der Frauenanteil im Bundesheer weiterhin unter 5 %, und die Ausbildung extrem selektiv und viele Jahre dauernd.

In den frühen 2000er‑Jahren begannen die ersten Frauen ihre Ausbildung zur österreichischen Militärpilotin. 2005 schlossen die ersten beiden Frauen in der Geschichte des österreichischen Bundesheeres ihre Ausbildung zur Hubschrauberpilotin ab. Seitdem gibt es vereinzelt weitere Pilotinnen, aber der Beruf bleibt eine absolute Ausnahme. Manche Namen österreichischer Hubschrauberpilotinnen sind öffentlich bekannt – andere werden bewusst nicht genannt. Das hängt davon ab, ob sie beim Bundesheer, der Polizei oder im zivilen Bereich fliegen und wie sensibel ihre Einsatzbereiche sind.

  • Ulrike Hutsteiner (Österreich) ist eine Elite-Pilotin der Flugpolizei. 2023 übernahm sie die interimistische Leitung der Flugpolizei und ist somit die oberste Pilotin der Polizei. Ein Meilenstein, denn Führungspositionen in diesem Bereich waren lange Zeit ausschließlich männlich besetzt. Sie ist eine der sichtbarsten Pionierinnen im staatlichen Flugbetrieb und ein wichtiges Vorbild für junge Frauen. Die Flugpolizei ist neben dem Einsatzkommando Cobra oder dem Entschärfungsdienst ein Teilbereich der Direktion Spezialeinheiten. Sie unterstützt alle polizeilichen Einheiten bei Einsätzen – von Anti-Terror-Einsätzen über alpine Bergungsmissionen, Fahndungen oder Suchen nach Abgängigen bis hin zu Löschmissionen.

Weitere Pionierinnen in Europa:

  • Kateřina Hlavsová (Tschechien): Ihr Arbeitsplatz ist der Luftwaffenstützpunkt Čáslav, rund 70 Kilometer östlich von Prag. Sie war die erste Frau im heutigen Tschechien die Militär-Jets fliegt. Sie betont, dass es in ihrem Beruf als Frau viel Überzeugungskraft brauche, um sich durchzusetzen. Als einzige Frau in ihrem Studienfach begegnete Hlavsová immer wieder der unausgesprochenen Skepsis gegenüber Frauen in der Jet-Luftfahrt.
  • Báčová-Kellerová (ehem.Tschechoslowakei): Bereits vor 70 Jahren gab es in der damaligen Tschechoslowakei eine Kampfjetpilotin: Eleonora Báčová-Kellerová. Nach dem Zweiten Weltkrieg absolvierte sie eine Kampfpilotenausbildung und wurde ab 1954 als erste Frau des Landes auf der sowjetischen MiG‑15 eingesetzt. 1958 verließ sie die Armee und gab das Fliegen auf. Erst Anfang der 2000er-Jahre wurden wieder Frauen zur Kampfpilotenausbildung zugelassen.

Pionierinnen im Morgenland: 

  • Mariam al-Mansouri (Vereinigte Arabische Emirate): 2007 wurde sie als erste Frau in die Luftwaffenakademie der VAE aufgenommen und qualifizierte sich als erste weibliche Kampfjetpilotin des Landes. Sie fliegt eine F‑16 Fighting Falcon. 2014 führte sie als Geschwader-Kommandeurin sensible Luftangriffe an. Ihre Rolle fand weltweit Beachtung und gilt als Symbol für die Modernisierung und den Wandel der Frauenrolle in den Golfstaaten. Sie ist Trägerin der „Pride of the Emirates Medal“.

Bundesministerium für Inneres

Bundesministerium für Landesverteidigung

SWR1 Leute /ARD

https://deutsch.radio.cz/zdenka-kuchynkova-8682359

VERENA FALKNER, „Highheels auf goldenem Sand“

RAMADAN – die brennende Hitze, die Trockenheit, der sonnenverbrannte Sand

Der Ramadan, der neunte Monat im islamischen Kalender, der Fastenmonat der Muslime, beginnt in diesem Jahr 2025 am Abend des 28. Februar und endet voraussichtlich am 29. März. Das genaue Datum variiert aufgrund der geographischen Lage der verschiedenen Länder. Der Mondmonat beginnt mit dem Neumond wenn die Sichel des neuen Mondes (arabisch hilal) am Himmel zu sehen ist. Dieses Datum wird auch als “Geburt des neuen Mondes” bezeichnet.

Der Ramadan erinnert an die Offenbarung im Jahre 610 durch den Erzengel Gabriel an den Propheten Mohammed. Die Nacht, in der die ersten Koranverse herabgesandt wurden, bezeichnet man als „Nacht der Bestimmung“ ( lailat-ul qadr). Das Fest wird traditionell meist in der 27. Nacht des Ramadan zelebriert. 

Das Fasten (Siyâm) ist das wichtigste Gebot im Ramadan und gehört zu den „fünf Säulen des Islam“ (Glaubensbekenntnis, Gebet, Almosensteuer, Ramadan, Pilgerfahrt). In der Sure 2,187 steht: “…Und esst und trinkt bis der weiße Faden von dem schwarzen Faden der Morgendämmerung für euch erkennbar wird. Danach vollendet das Fasten bis zur Nacht….”. So wird im Ramadan zwischen der Morgendämmerung und dem Sonnenuntergang nichts gegessen und getrunken, auch auf Rauchen und Geschlechtsverkehr wird verzichtet. 

Der Koran und der Islam geben auch Möglichkeiten zur Ausnahme – Kranke, Altersschwache, Schwangere, stillende Mütter und Frauen in der Menstruation sind davon ausgenommen. Es gibt die Möglichkeit den versäumten Fasttag nachzuholen – für jeden versäumten Fasttag soll man einen Bedürftigen speisen oder einen kleinen finanziellen Betrag für Arme spenden (fidya). Kinder beginnen erst mit dem Eintritt in die Pubertät zu fasten. Viele Kinder üben das Fasten schon vorher mit dem Verzicht auf Süßigkeiten oder einem halben Fasttag.

Die Fastenpflicht lehrt, Gottes Gaben wie Nahrung und Wasser zu schätzen, indem man am eigenen Leib erfährt, wie sich Hunger und Durst anfühlen. Das Fasten dient als Reinigung für Körper, Geist und Seele und einem sich bewusst machen, dass der Wohlstand in dem wir leben keine Selbstverständlichkeit ist. Solange der Fastende nicht von jeder üblen Tat, von jedem schlechten Wort und Gedanken ablässt, hat er sein Ziel nicht vollends erreicht. Barmherzigkeit wird groß geschrieben – jeder soll Bedürftigen helfen, wie es ihm möglich ist, beispielsweise mit Speisen. Die Gläubigen intensivieren das Beten und Lesen des Korans.

Jeden Tag nach Sonnenuntergang findet das Fastenbrechen statt, das mit einem Gebet eingeleitet wird. Vor dem anschließenden Abendessen (arabisch: iftar) wird traditionell eine Dattel gegessen mit einem Schluck Wasser dazu. Einladungen an Verwandte und Freunde zu einem gemeinsamen Iftar gehören dazu. Auch in den Moscheen wird gefeiert, wo Essen an Bedürftige ausgegeben wird.

Mit dem Fest des Fastenbrechens (Eid al-Fitr), wird der Ramadan beendet. Es dauert drei Tage und zählt zu den wichtigsten Feiertagen. Der erste Festtage wird mit einem gemeinsamen Gebet in der Moschee begonnen. Man bittet Allah darum, die Gebete und Mühen während des Ramadans anzuerkennen und Fehler zu verzeihen und beglückwünscht sich gegenseitig. In diesen Tagen werden Verwandte besucht, wobei traditionell die Jüngeren zu den Älteren kommen; Kinder werden beschenkt und es wird mit köstlichen Speisen und Spezialitäten ausgiebig im Familienkreis gefeiert.

“Wenn sich jemand nicht der Falschheit in Wort und Tat enthält, dann liegt Allah nichts daran, dass er sich des Essens und Trinkens enthält.” (Prophet Muhammad)

Zitat aus: Islamisches Zentrum Wien, “Fasten im Ramadan”

Was haben Asche und die Zahl 40 mit dem Fasten zu tun?

„Bedenke Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst“ (vgl. Gen 3,19)

Am heutigen sogenannten Aschermittwoch, beginnt die 40-tägige vorösterliche christliche Fastenzeit. Es gibt heutzutage keine strengen Regeln mehr. Jeder kann für sich selbst entscheiden, wie er diese Fastenzeit gestalten will. Ob ohne Alkohol, Nikotin, Süßigkeiten, Fernsehen oder Social media – die Zeit soll genützt werden um den Lebensstil zu überdenken und neue Perspektiven zu finden. Die Nächstenliebe soll in den Vordergrund gestellt werden. 

Die Bereitschaft zum Fasten zeigt sich in der Auflegung des Aschekreuzes – als Bild der Vergänglichkeit und Zeichen von Trauer und Buße, und stammt aus dem 11. Jahrhundert. Damals gehörte auch das Anziehen eines Büßergewands zum Ascheritual. Aus dieser Zeit stammen die Redewendungen „In Sack und Asche gehen“ und „Asche auf mein Haupt“.

Viele Religionsgründer durchlebten eine Phase des Verzichts und die Zahl 40 hat eine hohe symbolische Bedeutung: Jesus zog sich 40 Tage in die Wüste zurück um sich in Gebet und Fasten auf seine Berufung vorzubereiten; Mohammed fastete, bevor ihm der Koran offenbart wurde; Moses stieg auf den Berg Sinai und fastete 40 Tage bevor er Gottes Wort empfing; der Prophet Elija fastete 40 Tage in der Wüste, bevor er seiner Berufung folgte; das Volk Israel wanderte nach dem Auszug aus Ägypten 40 Jahre durch die Wüste und durchlief eine Zeit der Läuterung; die Stadt Ninive hatte 40 Tage Zeit, um ihre Sünden zu bereuen.

Ursprünglich wurde im Christentum an zwei festen Tagen gefastet: Mittwoch, weil Jesus von Judas an diesem Tag verraten wurde und Freitags, da der Tag an die Kreuzigung von Jesus erinnert (Ausnahmen: die Woche nach Ostern und Pfingsten und die zwei Wochen nach Weihnachten). Diese Tradition ging weitgehend verloren, aber der Brauch Freitags kein Fleisch zu essen, wird noch in vielen Familien praktiziert.

(Es gab urspünglich zwei Fastenzeiten – vom St. Martinstag, 11. November, bis Weihnachten und von Aschermittwoch bis Ostern.)

Die Vereinigten Arabischen Emirate warten mit einer revolutionären technischen Weltneuheit auf  

„Fastet nicht, bis ihr die Mondsichel des Ramadan seht und gebt das Fasten nicht auf, bis ihr die Mondsichel des Shawwal seht. Aber wenn der Himmel bedeckt ist, wenn ihr sie nicht sehen könnt, dann handelt nach Schätzung.“ (Prophet Mohammed)

Der  „UAE Council for Fatwa“  macht den beginnenden Neumond, der den Beginn des Heiligen Monats Ramadan (Hilāl) markiert, mit Hilfe von KI-gesteuerten Drohnen sichtbar – eine Weltneuheit! Es zeigt, wie moderne Technologie mit traditionellen religiösen Praktiken kombiniert werden kann, um präzisere Ergebnisse zu erzielen.

Unter Muslimen wird immer wieder diskutiert über die beste Bestimmungsweise des Ramadan-Mondes. Einige setzen auf die traditionelle Mondsichtung (Ruʾya), andere bevorzugen wissenschaftliche Berechnungen um diese zu präzisieren.

Der Beginn des Ramadan-Mondes kann auf drei legitime Arten festgestellt werden: die Sichtung Ruʾya der Mondsichel; Falls die Sichtung ausbleibt – die Vervollständigung auf den Folgemonat Schaʿbān auf 30 Tage oder, bei Bewölkung, die Schätzung der Mondsichel hilāl. Der Einsatz von KI-gesteuerten Drohnen soll das Konzept der optischen Direktbeobachtung, die nach wie vor die wichtigste Methode zur Bestätigung der Sichtung der Mondsichel ist, erweitern.

Die eingesetzten Drohnen sind mit hochauflösenden Kameras und KI-Algorithmen ausgestattet. Sie scannen den Himmel live und vergleichen die Bilder in Echtzeit mit bekannten Sterndaten, um die Sichel sicher zu identifizieren. KI-Drohnen können die Mondsichel auch an bewölkten Abenden oder unter Bedingungen erkennen, bei denen eine Sichtung mit bloßem Auge schwierig ist. Sie reduzieren menschliche Fehler und erhöhen die Zuverlässigkeit der Bestimmung. Die Drohnen arbeiten ergänzend zur traditionellen Sichtung durch Experten (Al Shawwafs).

Die Integration von künstlicher Intelligenz in diese uralte Tradition zeigt jedoch den Trend zu “Smart Moon Sighting” im Nahen Osten. Die Initiative wird in Abstimmung mit den nationalen Institutionen, spezialisierten Forschungszentren und den hochmodernen astronomischen Observatorien der VAE durchgeführt. Die revolutionäre Idee zeige die Führungsrolle der VAE bei der Einführung innovativer technologischer Lösungen, so der Rat.

Hadithwissenschaften.de, Arabianbusiness.com

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