Jorgos Trompeter

Seit über zehn Jahren plant, organisiert und führt Jorgos schon Hilfstransporte nach Griechenland durch, für die Ärmsten der armen Kinder in Griechenland und in den griechischen Flüchtlingslagern.

Sein neues, rein karitatives Projekt ist das Buch ‚kinderaugenblicke‘.

Auf 168 Seiten schildern darin Kinder und Erwachsene aus Griechenland, Italien, Deutschland und Österreich, aus allen sozialen Schichten bis hin zu sehr bekannten und prominenten Persönlichkeiten wie Schauspieler, Musiker, Künstler, Schriftsteller ein Kindheitserlebnis. Nahezu alle Gastautoren haben das Wort ‚kinderaugenblicke‘ geschrieben, gezeichnet oder gemalt – dieser Schriftzug ist neben der jeweiligen Überschrift im Buch abgedruckt.

Es ist mir eine Ehre und Freude, mit meinem Text einen kleinen Teil zu diesem Buch beigetragen zu haben.

Ab Anfang November erhältlich unter anderem bei: allen GEA-Filialen in Österreich, Deutschland und der Schweiz, Weltladen Steyr, Nets.werk Steyr, Genusszentrum Stift Schlierbach, Pastarro Kirchdorf an der Krems, Papiertiger Linz, Hören & Sehen Laher in Rohrbach, Europakloster Gut Aich und bei allen Buchpräsentationen und Benefizveranstaltungen von Jorgos.

Die Premieren-Präsentation findet in Athen statt – eine Benefizveranstaltung, organisiert von der österreichischen Botschafterin in Griechenland. Parallel dazu, führt Jorgos wieder einen Hilfstransport mit zwei seiner langjährigen Projektpartner in Griechenland durch, mit denen er seit Beginn an zusammenarbeitet.

Für alle, die Jorgos Projekt unterstützen und helfen möchten:

Was hat es mit dem Schlachten der Schafe auf sich? Eid Al-Adha

Das Opferfest Eid al-Adha wird auch ‚Großes Fest‘ genannt. Das ‚Kleine Fest‘ Eid al-Fitr wird Ende des Ramadans gefeiert. (https://verenafalkner.at/eid-al-fitr/). Auf türkisch heißt das Fest Kurban Bayrami. Das Wort Kurban steht für das Opfertier, welches Muslime darbringen. Im Iran heißt das Fest Eid-e-Ghorban. Das Opferfest gilt als der Höhepunkt der Hadsch, der Pilgerreise der Muslime nach Mekka, und ist der höchste Feiertag im Islam. Es hat für alle islamischen Konfessionen sowie für die Aleviten die Bedeutung, dass sie Gott grenzenlos vertrauen dürfen.

Während in vorwiegend muslimischen Ländern die Geschäfte geschlossen bleiben, ist bspweise in Deutschland Eid al-Adha kein gesetzlicher Feiertag. Muslimische Kinder können sich jedoch am ersten Tag des Fests vom Unterricht befreien lassen wie in Hamburg oder Bremen, wo es Staatsverträge mit den muslimischen Religionsgemeinschaften gibt. Deutschlandweit sind die Lehrpersonen angewiesen, am Tag des Opferfest keine Klassenarbeiten schreiben zu lassen oder sonstige Leistungsnachweise zu verlangen.

An Eid al-Adha erinnern sich Muslime weltweit an Abraham, dem gemeinsamen Stammesvater der Muslime, Juden und Christen. (Diese drei „Buchreligionen“ werden als die drei abrahamitischen Welt-Religionen bezeichnet). Es wird der Bereitschaft Abrahams gedacht, seinen Sohn Ismael für Gott zu opfern. Abraham und seine Frau Sara, so berichten Koran und Bibel, hatten keine Kinder. Abraham zeugte mit einer Magd als Leihmutter den Sohn Ismael. Sara wurde unerwartet schwanger und gebar Isaak. Gott befahl Abraham, als Prüfung, Isaak als Opfergabe darzubringen. Als Gott erkannte, welch großes Opfer Abraham zu geben bereit war, schickte er einen Engel, der Abraham davon abhielt, Isaak zu opfern. Als Dank opferte Abraham einen Widder an Stelle des Sohnes. In der Version des Koran (Sure 37, 99 – 113) geht es nicht um Isaak, sondern um Ismael. Das rituelle Opfern von Schlachttieren zum Opferfest soll daran erinnern.

Das innere Opfer beinhaltet das Loslassen von Egoismus, Gier und Materialismus und das Annehmen von Tugenden wie Demut, Dankbarkeit und Zufriedenheit. Es dient als Erinnerung, dass wahrer Erfolg und Erfüllung nicht aus dem Streben nach persönlichem Gewinn, sondern aus Handlungen und Absichten für das Allgemeinwohl entstehen. Das Vertrauen auf eine höhere Macht soll ein Gefühl des inneren Friedens und der Ruhe geben und Trost in dem Wissen zu finden, dass man geführt und beschützt wird.

Das Opferfest erstreckt sich über vier Tage. Die Rituale beginnen schon am Vortag des Festes. Am „Tag von Arafat“ treffen sich die Pilger am Berg Arafat (Berg der Barmherzigkeit), 20 km südöstlich von Mekka in Saudi Arabien, um zu beten und zu fasten. Gläubige, die nicht an der Pilgerfahrt teilnehmen, fasten an diesem Tag und beten in der Moschee. Zahlreiche Überlieferungen weisen darauf hin, dass dieser Tag besonders geeignet ist für das Ersuchen um Vergebung und zur Erhörung von Bittgebeten. Der Überlieferung nach werden die Sünden für das vergangene und für das laufende Jahr verziehen.

Am Morgen des ersten Festtages versammeln sich die Gläubigen in der Moschee zu einem Festgebet. Im Anschluss wünscht man gegenseitig „Möge Allah deine guten Taten annehmen und Dir und Deiner Familie das Beste geben“. Danach folgt die rituelle Schlachtung eines Tieres dessen Kopf dabei in Richtung Mekka gelegt wird. Im privaten Kreis übernimmt immer das älteste männliche Mitglied der Familie die Schächtung. Die Schlachtung eines Schafs oder eines anderen Opfertiers wie Ziege, Kamel, oder Rind (kein Schwein) erfolgt nach religiösen Regeln. Das Fleisch wird in drei Teile geteilt. Ein Teil geht an Bedürftige, ein Teil an Verwandte und Freunde, der dritte Teil wird in Form eines Festessens im Familienkreis genossen. Ist das Schächten eines Tieres nicht möglich, wird darauf verzichtet. In Deutschland senden Muslime oft Geld an Verwandte, damit dort eine Schlachtung in Auftrag gegeben werden kann, oder spenden an Bedürftige. Als Zeichen der Freundschaft und Hilfsbereitschaft beschenken sich viele Muslime, ähnlich wie Christen zu Weihnachten, und die Familien treffen sich zum gemeinsamen Festmahl bei dem traditionelle Gerichte aufgetischt werden. Das Haus und auch die Straße werden für das Fest gesäubert.

Auch die Aleviten feiern an diesem Tag ein Familienfest. Die meisten von ihnen leisten aber vor allem soziale Dienste und treffen sich in den Gemeindezentren, um gemeinsam Fürbitten zu sprechen. Im Alevitentum „soll der Mensch mit der Opferung eines Nutztieres Gott gedenken, Ihm dafür danken, dass Er den Menschen dieses Glück gab, durch Gottesgaben am Leben bleiben zu können. Darüber hinaus möge derjenige, der ein Tier in Gottgedenken opfert, der Barmherzigkeit und der Liebe Gottes bewusst werden und diese Barmherzigkeit anderen Menschen weitergeben, indem man das Fleisch zuerst Armen und Bedürftigen spendet.“ (zit. nach http://www.aleviten.at/_de/?skt_events=opferfest-20-juli-2021)

Wer fährt wann und warum in den Himmel und was haben Väter damit zu tun? – Christi Himmelfahrt

Der katholische Feiertag Christi Himmelfahrt – 39 Tage nach dem Ostersonntag – fällt immer auf einen Donnerstag. Die Gläubigen gedenken der Rückkehr Jesus zu Gott, seinem Vater im Himmel. Nach seiner Auferstehung zu Ostern, predigte Jesus seinen Jüngern 40 Tage lang vom Reich Gottes. Laut der Apostelgeschichte 1,9 im Neuen Testament wurde er am 40. Tag, vor den Augen seiner Jünger, in den Himmel empor gehoben und verschwand in einer Wolke. Für die Theologie bedeutet dass, das Gott seinen Sohn nicht im Tod gelassen hat. Er ist auferstanden, bei ihm im Himmel und ihm so nahe wie kein anderer. Im Glaubensbekenntnis heißt es: “Er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters.“ Ein weiterer zentraler Gedanke ist, dass Jesus am Ende aller Tage wieder kommen wird. Übrigens: Die Zahl 40 spielt in der Bibel, wo sie 98 mal vorkommt, eine große Rolle. Sie gilt als Zeitabstand für einen Neubeginn und diese Spanne als gnädige Zeit der Reifung, Klärung und Entscheidung.

Seit dem 4. Jahrhundert gilt Christi Himmelfahrt als eigenständiger und seit den 30er Jahren in ganz Deutschland auch als gesetzlicher Feiertag. An diesem Tag wird in Deutschland auch der ‚Vatertag‘ bzw. ‚Männertag‘ meist in Männergruppen gefeiert. In vielen deutschen Gegenden werden bei diesen Ausflügen geschmückte Fahrräder, mit Bier beladene Bollerwägen oder Schubkarren mitgeführt. Vielerorts gibt es aber auch offene Feste für die ganze Familie.

Für den Bochumer Neutestamentler Thomas Söding haben Christi Himmelfahrt und der Vatertag durchaus auch inhaltlich etwas gemeinsam. Für ihn ist Christi Himmelfahrt in einem ganz bedeutsamen Sinne ein Vatertag, weil er mit der Sohnschaft Jesus und mit Gott als Vater zu tun hat. Jesus ist nicht nur vom Vater gesandt worden – der Weg zurück, führte auch zurück zum Vater. Er weist auf prominente Väterfiguren in der Bibel hin und zeigt Verständnis für das Feierbedürfnis der heutigen Väter. 

In der Bibel, so Söding laut “katholisch.de”, kann man zahlreiche interessante und durchaus unterschiedliche Vaterfiguren entdecken. Josef ist im Neuen Testament eine extrem wichtige Person. Er bekam im Traum die Aufgabe, sich um die schwangere Maria und damit auch um Jesus zu kümmern. Er war eine starke Figur und jemand, der sich anständig verhielt. Er war ein Mann, der im Hintergrund wichtig war und andere in den Vordergrund schicken konnte. Eine wichtige Tugend die, wie Söding findet, allen Männern gut stünde. Als weiteres Beispiel nennt er Hiob. Sein Glaube wurde hart auf die Probe gestellt, denn Gott nahm ihm seinen vollständigen Besitz und ihm passierte das Schlimmste: Seine zehn Kinder starben. Die Bibel gibt ihm Raum, um seinen Schmerz regelrecht herauszubrüllen und Gott zur Verantwortung zu ziehen; nicht nur Mütter, sondern auch Väter schreien und klagen. Väter haben es nicht immer leicht, auch in der Bibel nicht. Man kann Freude an den Kindern haben, man kann darüber traurig sein, dass sie einen völlig anderen Weg gehen als man selbst für richtig hält und man kann auch an ihnen verzweifeln. Männer in der Bibel litten auch darunter, wenn sie lange Zeit kinderlos blieben. Auf die Frage, ob es daher nur fair sei, wenn Väter auch ihren Tag haben, an dem sie gefeiert werden oder sich selbst feiern, antwortet Söding

„Warum nicht? Mein Traum wäre natürlich, wenn die Bollerwagentour nicht an den Kirchen vorbeiführt, sondern auch in eine Kirche hinein, natürlich vor dem Alkoholgenuss. Dann kann man den geistlichen und den weltlichen Teil gut miteinander verbinden.“ 

https://www.katholisch.de/artikel/21841-christi-himmelfahrt-wie-waere-eine-bollerwagentour-zur-kirche

Im Volksbrauchtum gibt es, seit Mitte des 5. Jhd., die  sogenannten Bitt-Tage, Montag, Dienstag und Mittwoch, vor Christi Himmelfahrt. Auch bat man in der vorhergehenden Woche mit Prozessionszügen und -ritten durch Wald, Wiese, Felder oder Weinberge um ein gutes Erntejahr. Es ist nicht belegt, ob daraus die Vatertags-Umzüge entstanden sind. Der Brauch der Flurritte geht vermutlich auf einen alten germanischen Rechtsbrauch zurück, demzufolge jeder Grundeigentümer einmal im Jahr sein Eigentum umrunden musste um seine Besitzansprüche aufrecht zu halten. Im 19. Jahrhundert gab es “Schinkentouren” oder “Herrentouren”, organisierte Fahrten aufs Land, zu denen Frauen nicht zugelassen waren. Später etablierte sich der Name “Vatertag” als Pendant zum “Muttertag”. 

In  Österreich ist der religiöse Feiertag Christi Himmelfahrt nicht mit dem Vatertag verbunden, welcher immer am 2. Sonntag im Juni gefeiert wird. Es gibt eine Reihe regionaler Bräuche wie die Bitt-Tage und seit dem sechsten Jahrhundert auch Prozessionen (Montag, Dienstag und Mittwoch). In manchen Kirchen wird eine Statue des auferstandenen Jesus durch das so genannte Heiliggeisterloch, sofern dieses vorhanden ist, auf den Dachboden der Kirche gezogen. Auf den Teller kommt an diesem Tag vor allem Geflügel  („Fliegendes Fleisch“). 

Wer ratscht am Karfreitag und warum darf man nicht tanzen?

Der Karfreitag ist einer der höchsten Feiertage für katholische und evangelische Christen und der Höhepunkt der vorösterlichen Fastenzeit. Jesus, der Sohn Gottes, wurde an diesem Tag gekreuzigt. Für die Christen bedeutet dass, das Jesus mit diesem Opfer die Sünde und Schuld aller Menschen auf sich genommen hat. Der Name leitet sich vom althochdeutschen »kara« ab, was »Trauer« heißt.

In Deutschland ist der Karfreitag ein gesetzlicher und zugleich stiller Feiertag an dem Einschränkungen gelten. Öffentliche Veranstaltungen wie Märkte, Sport- und Unterhaltungsveranstaltungen sind verboten, es gilt zudem ein Tanzverbot.

Ratschen

Ratschen sind Handinstrumente aus Holz die mit einem hölzernen Zahnrad um die eigene Achse gedreht werden. Dabei entsteht ein laut ratterndes Geräusch. Anstelle der Kirchenglocken rattern und knarren die Ratschen bis zur Auferstehungsfeier. Auch „ratschen“ sie, um die Tageszeiten anzuzeigen oder zum Gottesdienst zu rufen.

Der Brauch der Ratschen ist in vielen katholisch geprägten Gebieten Österreichs und Deutschlands seit Jahrhunderten tief verankert und in die Liste des „Immateriellen Kulturerbes der UNESCO“ aufgenommen.

Bizarre Bräuche

Auf den Philippinen lassen sich Gläubige kreuzigen. In Mexiko kommt es häufig zu Geißelungen während der Aufführungen der Passion Christi und bei Prozessionen. In Spanien tragen die Teilnehmer der zahlreichen Prozessionen spezielle Kutten und ziehen unter dumpfen Trommelschlägen durch Städte und Ortschaften.

Karsamstag: Der Karsamstag, auch „stiller Samstag“ genannt, ist geprägt von der Trauer und dem Schmerz über die Kreuzigung Jesu. Die Kirchenglocken schweigen, und es finden keine Gottesdienste statt. Das Gedenken an die Kreuzigung Jesu steht im Mittelpunkt des christlichen Glaubens.

Was grünt am Gründonnerstag und warum fliegen die Glocken nach Rom?

Der Gründonnerstag, der Tag vor Karfreitag, erinnert an das letzte Abendmahl, das Jesus mit seinen Jüngern vor seiner Kreuzigung feierte. Als Ausdruck seiner Liebe zu den Menschen wusch er seinen zwölf Jüngern, auch als seine Anhänger bekannt, vor dem Abendessen die Füße – eine symbolische Geste der Demut und Hingabe. Mit dem Gründonnerstag beginnt das Leiden und Sterben Jesu. Der Bibel zufolge verbrachte Jesus die Nacht vor Karfreitag in Todesangst, wissend, dass Judas, einer seiner Jünger, ihn vor dem Morgengrauen verraten würde.

Das Wort „Grün“ bezieht sich nicht auf die Farbe, sondern stammt vermutlich vom althochdeutschen „grunen“, was „greinen“ oder „weinen“ bedeutet.

Christen gedenken am Gründonnerstag dieser Ereignisse mit feierlichen Abendmahlsgottesdiensten. Während des Gloria (Lobgesang) läuten alle Glocken, verstummen jedoch danach bis zur Osternacht. Der Spruch „Die Glocken fliegen nach Rom“ findet hier seine Anwendung. Im österreichischen Kärnten ersetzen traditionelle Ratschen – aus Holz gefertigte „Krachmacher” – das Glockengeläut und kommen besonders bei den Karfreitagsprozessionen laut lärmend zum Einsatz.

Das Allerheiligste, die „heilige Hostie“, wird in den Kirchen zu einem Seitenaltar gebracht, und viele Kirchen entfernen, als Zeichen der Trauer, jeglichen Schmuck wie Decken, Blumen und Kerzen. Ein weiterer Bestandteil des Gottesdienstes ist der Ritus der Fußwaschung: Priester, Bischöfe und auch der Papst folgen dem Vorbild Jesu, indem sie den Anwesenden die Füße waschen.

An Gründonnerstag werden traditionell die drei heiligen Öle geweiht: das Katechumenenöl für die Salbung der Taufbewerber/innen, das Krankenöl sowie der Chrisam für die Salbung bei Taufe, Firmung, Priester- und Bischofsweihe sowie der Weihe von Altären, Kirchen und Glocken.

Einem alten Brauch zufolge, der bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht, soll der Verzehr von grünem Gemüse und Kräutern an diesem Tag Gesundheit und Kraft für das kommende Jahr spenden.

Hasen, Lämmer, Tauben, Eier – zu Ostern gibt’s eine Riesenfeier.

„Wer Ostern kennt, kann nicht verzweifeln.”

Dietrich Bonhoeffer

Der Ostersonntag fällt immer auf den ersten Sonntag nach dem Frühjahrsvollmond, im gregorianischen Kalender somit zwischen dem 22. März und dem 25. April. Das Datum des Osterfests bestimmt fast alle anderen Feier- und Festtage im Kirchenjahr. Ostern ist das höchste Fest der Christenheit, da die Auferstehung Jesu die Grundlage des Glaubens und der Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod, dem sogenannte „ewigen Leben“, ist. Christen feiern die Auferstehung Jesu als Triumph des Lebens über den Tod und bezeichnen Ostern daher oft als “Fest der Hoffnung”. Mit der Feier der Ostermette in der Nacht zum Ostersonntag endet die 40-tägige Fastenzei und es beginnt die österliche Freudenzeit, die 50 Tage später mit Pfingsten, dem Fest des Heiligen Geistes, endet.

Ostermontag: Der biblischen Überlieferung nach, machten sich am Ostermontag zwei Jünger auf den Weg nach Emmaus. Ein unbekannter Mann schloss sich ihnen an, und erst bei der Ankunft erkannten sie, dass der auferstandene Jesus mit ihnen gereist war. Voller Freude kehrten sie nach Jerusalem zurück und verkündeten seine Auferstehung (Lk 24,13-29).

Woher kommt der Brauch der bunten Ostereier und deren Suche? 

  • Einer alten heidnischen Tradition zufolge wurden Eier zu Ehren der Frühlingsgöttin „Ostara“ verschenkt. Da die Kirche diesen Brauch missbilligte, wurden die Eier geheim versteckt.
  • Ab dem 13. Jahrhundert sind bunte Eier in Deutschland bekannt. Einer Theorie nach färbten Christen die zu Ostern geweihten Eier rot, um sie von den ungeweihten zu unterscheiden. Rot sollte den Opfertod Jesu am Kreuz symbolisieren.
  • Früher durfte während der Fastenzeit weder Fleisch noch tierische Produkte konsumiert werden. Um die Hühnereier nicht zu verschwenden, wurden sie hart gekocht um sie länger haltbar zu machen. Um die Rohen von den Gekochten zu unterscheiden, färbte man diese mit Zwiebelschalen, roter Beete oder anderen natürlichen Zutaten. 

Die Ostereier, die in der Karwoche gelegt werden, gelten als besonders heilig und werden als Glücksbringer angesehen.

Palmen, Kätzchen und ein Sonntag

Der Palmsonntag ist der letzte Sonntag vor Ostern und markiert den Beginn der Karwoche. Diese umfasst die „stillen Tage“ von Montag bis Mittwoch sowie die eigentlichen Kartage: Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag.

Am Palmsonntag wird der Einzug von Jesus Christus, dem Sohn Gottes, in Jerusalem gefeiert. Er ritt auf einem Esel und wurde mit „Hosanna“, dem Jubelruf für Könige, empfangen. Der Apostel Matthäus berichtet, dass die Menschen ihm zu Ehren ihre Kleider auf den Weg legten und Palmzweige streuten. Zahlreiche Traditionen, Bräuche und Symbole erinnern heute an dieses Ereignis. Im Mittelpunkt steht die Palmprozession, die an den Einzug Jesu erinnern soll. Sie wird oft von einem geschnitzten Holzesel mit einer Jesusfigur, getragen von Ministranten, angeführt. Mancherorts übernimmt ein lebender Esel diese Rolle, um die Bescheidenheit Jesu zu verdeutlichen – er ritt nicht auf „hohem Ross“ ein.

Das wichtigste Symbol des Palmsonntags ist der Palmbuschen, ein gebundener Strauß aus sieben verschiedenen Zweigen, die jeweils eine besondere Bedeutung haben:

  • Palmkätzchen (Blüten der Sal-Weide): Neubeginn und Auferstehung
  • Efeu: Ewigkeit und Treue
  • Hasel: Weisheit und Fruchtbarkeit
  • Lärche: Schutz
  • Wacholder: Segen
  • Eichenlaub: Vergänglichkeit
  • Buchsbaum: Leben

Die Zweige werden mit einer Korbweide zusammengebunden, die symbolisch für Lebenskraft steht. Auch die Farben der Bänder haben eine tiefere Bedeutung: Rot steht für den Tod Jesu am Kreuz, Weiß für seine Unschuld und Grün für die Freude über seine Wiederauferstehung.

In manchen Regionen Österreichs ist das Binden des Palmbuschens traditionell den Männern vorbehalten. Diese Kunst wird vom Vater an die Söhne weitergegeben, die den Palmbuschen bei der Prozession tragen. Die Zweige werden bereits am Aschermittwoch, dem Beginn der Fastenzeit, geschnitten, ins Wasser gestellt und erst am Samstag vor Palmsonntag gebunden. Mancherorts werden auch Fastenbrezeln an den Palmbuschen gehängt, deren Form einen kniend betenden Menschen symbolisiert. Bis ins 18. Jahrhundert wurden Brezeln als salzlose Fastenspeise gebacken.

Nach der Palmprozession oder während der Messe werden die Palmbuschen geweiht. In einigen Gemeinden bleiben sie in der Kirche und werden im folgenden Jahr verbrannt, wobei die entstehende Asche für die Ascheauflegung am Aschermittwoch verwendet wird.

Die geweihten Zweige gelten als Heil- und Segen bringend. Ihre Verwendung variiert je nach Volksglauben der Dörfer und Regionen. Sie werden beispielsweise:

  • auf Felder gestellt, um die Ernte zu sichern und das Vieh zu schützen,
  • hinter das Kreuz im Herrgottswinkel oder über die Essecke gehängt, um Haus und Bewohner zu schützen,
  • hinter den Rückspiegel des Autos gesteckt, um Unfälle abzuwenden,
  • ins Feuer gegeben, das zum Kochen des Osterschinkens dient,
  • bei Gewittern verbrannt, um Haus und Hof zu schützen.

Ein weiterer Brauch ist es, den geweihten Palmbuschen dreimal um den Hof oder die Grundstücksgrenzen zu tragen, um Haus, Bewohner, Tiere und Acker für das kommende Jahr zu schützen und eine gute Ernte zu erbitten.

Ein alter Brauch besagt, dass ein Bursche seiner Herzensdame nach der Prozession eine Brezel aus seinem Palmbuschen schenkt. Ist das Werben erfolgreich, erhält er von ihr am Ostersonntag nach der Ostermette ein bemaltes Osterei. Und schließlich – gemäß einer Tiroler Tradition – wird das Familienmitglied, das am Palmsonntag am längsten schläft, zum „Esel des Tages“ erklärt. 😉

Lailat al-Qadr – Die Nacht der Bestimmung und des Schicksals

Die “Nacht der Bestimmung” fällt nicht auf ein exaktes Datum, sondern liegt immer an einem ungeraden Datum innerhalb der letzten 10 Tage des Ramadan (Fastenmonat der Muslime). Im Jahr 2025 fällt diese Nacht in Europa auf den 26.März. Sie ist eine der wichtigsten und heiligsten Nächte im islamischen Kalender. Im Jahr 610 n. Chr., wurde in dieser Nacht dem Propheten Muhammad vom Erzengel Gabriel der Koran offenbart. Dieses Ereignis markiert den Beginn seines Prophetentums als Gesandter Allahs.

Nach dem Islam ist diese Nacht „besser als das Beten in 83 Jahren“ (1000 Monate). Sie soll sich durch besondere Ruhe und Frieden auszeichnen und so verbringen die Gläubigen die Nacht mit Gebeten um Gottes Segen und um Vergebung. Sie gilt zudem als die Nacht, in der das Schicksal der Menschen für das kommende Jahr entschieden wird.

Unter interreligiösen Religionswissenschaftlern gibt es die Auslegung, dass die Nacht der Bestimmung dem Weihnachten im Christentum entspricht. Muslimische Feiertage beginnen immer am Vorabend, da der islamische Tag bei Sonnenuntergang anfängt.

Willkommen im Jahr 1404 – Nouruz und der Frühlingsbeginn

Nouruz ist das persische Neujahrsfest und hat seine Wurzeln im Zoroastrismus. Dort wurde der Frühlingsbeginn als heiliger Moment gefeiert, an dem Licht und Leben die Dunkelheit und den Tod überwinden. Das 3000 Jahre alte Fest Nouruz wird am 20./21. März gefeiert und gilt als das älteste Fest der Welt. Die Zeitrechnung des persischen Kalenders begann mit der Flucht des Propheten Mohammed nach Medina im Jahr 622 n. Chr., weshalb 2025 im persischen Jahr 1404 liegt. Laut UNO nehmen weltweit 300 Millionen Menschen an den 13-tägigen Feierlichkeiten teil, und die UNESCO hat Nouruz als immaterielles Kulturerbe anerkannt.

Am Nouruz-Abend ist es Tradition, dass der Haji Firooz, ein schwarz bemalter Mann in leuchtend rotem Gewand, tanzend, singend und musizierend durch die Straßen zieht, um das Neujahr zu verkünden. Er wird er mit Geldspenden dafür entlohnt.

Man bedankt man sich bei der Natur für ihre Großzügigkeit und begrüßt den neuen Tag: „Jeder Tag soll ein neuer sein, und der Tag soll gesegnet sein!“ (Har Ruzetan Nouruz, Nouruzetan Piruz.) In der Familien besuchen die Jüngeren die Älteren und erhalten von diesen Geschenke. Nachbarn und Freunde werden besucht, um etwaige alte Streitigkeiten beizulegen. Die Verse des bekannten persischen Dichters Hafiz sollen als Wegweiser für das neue Jahr und auch als Orakel dienen.

Die wichtigste Tradition ist es, eine Tafel mit sieben Dingen (Haft Sin) zu dekorieren. Diese Dinge müssen mit dem 15. Buchstaben des persischen Alphabets, dem „weichen S“, anfangen und eine zoroastrische Tugend darstellen. Sie stehen für die Wünsche im neuen Jahr. Auch Geschäfte und Restaurants werden geschmückt.

Serkeh (Essig) als Symbol für Geduld und das Alter. Samanu (eine süsse Mehlspeise) symbolisiert eine gute Ernte, Fruchtbarkeit und Wohlstand. Es wird von den Frauen der Familie gekocht. die dabei singen und ihre Wünsche hineinlegen. Sendjed (Mehlbeere) steht für Liebe und Zuneigung, Sabzeh (Weizensprossen) für neues Leben und Wachstum, Seer (Knoblauch) symbolisiert Gesundheit und Heilung, Seeb (Äpfel) für Schönheit und Gesundheit, Somāq (eine säuerlich, getrocknete Beere) für Fröhlichkeit und Freude.

Weitere zusätzliche Symbole sind beispielweise ein Spiegel für die Wahrheit und Ehrlichkeit, bemalte Eier stehen für die Fruchtbarkeit, Sonbol (Hyazinten) für die Freundschaft, Sekeh Münzen für den Wohlstand, Sham Kerzen für das Feuer, ein Goldfisch im Wasser für die Glücklichkeit, ein Buch für die Weisheit und ein Heiliges Buch (die Avesta – die heiligen Texte der Parsen oder der Koran oder die Bibel).

Sizdar-Bedar (die 13 zur Tür hinaus): Am dreizehnten Tag nach Nouruz sollen, dem alten Volksglauben nach, böse Geister die Häuser heimsuchen. Um Unglück zu vermeiden, wird der ganze Tag deshalb mit der Familie bei Ausflügen in der Natur mit Picknicks verbracht.

Allen, die heute feiern, wünsche ich Gesundheit, Freude, Glück und Zufriedenheit für das neue Jahr 1404.

Die Vorbereitungen für das persische Neujahrsfest „Nouruz“

„Meine Blässe für dich, deine Frische für mich, meine Kälte ist dir, deine Wärme ist mir.“

Nowruz (Neuer Tag), das persische Neujahrfest, gilt als das älteste Fest der Welt und beginnt genau zur Tag- und Nachtgleiche (20. März) und wird für jedes Jahr neu berechnet. Seit der Kalenderkorrektur durch den großen persischen Astronom und Dichter Omar Khayyam im Jahre 1079 werden die Sekunden, Minuten und Stunden exakt berechnet. Diese exakte Zeitberechnung der Gleiche, wird heute vom Institut für Geophysik in Teheran durchgeführt. Die vier Wochen des Esfand , dem letzten der zwölf Monate des persischen Sonnenkalenders, sind der Luft, des Wassers, der Erde und des Feuers gewidmet. In der Mythologie sind diese vier Naturelemente vor Pflanzen, Tieren und Menschen gereiht.

Das Fest ist mit vielen Ritualen verbunden, bei denen man sich metaphorisch von “allem Staub” des Vorjahres befreit. Am Dienstagabend der Feuerwoche (Charshanbe-Suri) beginnen die Feierlichkeiten. Es wird über kleine Feuer gesprungen mit den Worten „Meine Blässe (mein Schlechtes) gehöre dir, deine Röte (dein Gutes) mir“. Symbolisch wird so alles Negative aus dem scheidenden Jahr hinter sich gelassen. Auf den Straßen Schiraz`´´’s wird Salz gegen einen kleinen Obolus verkauft. An diesem Abend wird auch die Zukunft gedeutet.

Spätestens eine Woche vor dem Fest soll die Festkleidung gekauft oder in Ordnung gebracht sein. Den Kindern steht neue Kleidung zu. Oft treten in den letzten Tagen vor dem Fest auf den Straßen Gaukler, Seiltänzer, Ringer, Akrobaten und Bärenführer auf.

Der Frühlingsputz Khane Tekani, in den 12 Tagen vor Nowruz, ist der wichtigste Teil der Vorbereitung und steht für das neu erwachende Leben im Frühjahr. Gegenstände werden entsorgt und schöne Blumentöpfe und Schüsseln mit Winterfrüchte aufgestellt. Unter Nomaden ist es nach wie vor üblich, die Festtags- und Hochzeitswaschungen nach bestimmten Ritualen in einem Bach zu vollziehen.

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