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Wer fährt wann und warum in den Himmel und was haben Väter damit zu tun? – Christi Himmelfahrt

Der katholische Feiertag Christi Himmelfahrt – 39 Tage nach dem Ostersonntag – fällt immer auf einen Donnerstag. Die Gläubigen gedenken der Rückkehr Jesus zu Gott, seinem Vater im Himmel. Nach seiner Auferstehung zu Ostern, predigte Jesus seinen Jüngern 40 Tage lang vom Reich Gottes. Laut der Apostelgeschichte 1,9 im Neuen Testament wurde er am 40. Tag, vor den Augen seiner Jünger, in den Himmel empor gehoben und verschwand in einer Wolke. Für die Theologie bedeutet dass, das Gott seinen Sohn nicht im Tod gelassen hat. Er ist auferstanden, bei ihm im Himmel und ihm so nahe wie kein anderer. Im Glaubensbekenntnis heißt es: “Er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters.“ Ein weiterer zentraler Gedanke ist, dass Jesus am Ende aller Tage wieder kommen wird. Übrigens: Die Zahl 40 spielt in der Bibel, wo sie 98 mal vorkommt, eine große Rolle. Sie gilt als Zeitabstand für einen Neubeginn und diese Spanne als gnädige Zeit der Reifung, Klärung und Entscheidung.

Seit dem 4. Jahrhundert gilt Christi Himmelfahrt als eigenständiger und seit den 30er Jahren in ganz Deutschland auch als gesetzlicher Feiertag. An diesem Tag wird in Deutschland auch der ‚Vatertag‘ bzw. ‚Männertag‘ meist in Männergruppen gefeiert. In vielen deutschen Gegenden werden bei diesen Ausflügen geschmückte Fahrräder, mit Bier beladene Bollerwägen oder Schubkarren mitgeführt. Vielerorts gibt es aber auch offene Feste für die ganze Familie.

Für den Bochumer Neutestamentler Thomas Söding haben Christi Himmelfahrt und der Vatertag durchaus auch inhaltlich etwas gemeinsam. Für ihn ist Christi Himmelfahrt in einem ganz bedeutsamen Sinne ein Vatertag, weil er mit der Sohnschaft Jesus und mit Gott als Vater zu tun hat. Jesus ist nicht nur vom Vater gesandt worden – der Weg zurück, führte auch zurück zum Vater. Er weist auf prominente Väterfiguren in der Bibel hin und zeigt Verständnis für das Feierbedürfnis der heutigen Väter. 

In der Bibel, so Söding laut “katholisch.de”, kann man zahlreiche interessante und durchaus unterschiedliche Vaterfiguren entdecken. Josef ist im Neuen Testament eine extrem wichtige Person. Er bekam im Traum die Aufgabe, sich um die schwangere Maria und damit auch um Jesus zu kümmern. Er war eine starke Figur und jemand, der sich anständig verhielt. Er war ein Mann, der im Hintergrund wichtig war und andere in den Vordergrund schicken konnte. Eine wichtige Tugend die, wie Söding findet, allen Männern gut stünde. Als weiteres Beispiel nennt er Hiob. Sein Glaube wurde hart auf die Probe gestellt, denn Gott nahm ihm seinen vollständigen Besitz und ihm passierte das Schlimmste: Seine zehn Kinder starben. Die Bibel gibt ihm Raum, um seinen Schmerz regelrecht herauszubrüllen und Gott zur Verantwortung zu ziehen; nicht nur Mütter, sondern auch Väter schreien und klagen. Väter haben es nicht immer leicht, auch in der Bibel nicht. Man kann Freude an den Kindern haben, man kann darüber traurig sein, dass sie einen völlig anderen Weg gehen als man selbst für richtig hält und man kann auch an ihnen verzweifeln. Männer in der Bibel litten auch darunter, wenn sie lange Zeit kinderlos blieben. Auf die Frage, ob es daher nur fair sei, wenn Väter auch ihren Tag haben, an dem sie gefeiert werden oder sich selbst feiern, antwortet Söding

„Warum nicht? Mein Traum wäre natürlich, wenn die Bollerwagentour nicht an den Kirchen vorbeiführt, sondern auch in eine Kirche hinein, natürlich vor dem Alkoholgenuss. Dann kann man den geistlichen und den weltlichen Teil gut miteinander verbinden.“ 

https://www.katholisch.de/artikel/21841-christi-himmelfahrt-wie-waere-eine-bollerwagentour-zur-kirche

Im Volksbrauchtum gibt es, seit Mitte des 5. Jhd., die  sogenannten Bitt-Tage, Montag, Dienstag und Mittwoch, vor Christi Himmelfahrt. Auch bat man in der vorhergehenden Woche mit Prozessionszügen und -ritten durch Wald, Wiese, Felder oder Weinberge um ein gutes Erntejahr. Es ist nicht belegt, ob daraus die Vatertags-Umzüge entstanden sind. Der Brauch der Flurritte geht vermutlich auf einen alten germanischen Rechtsbrauch zurück, demzufolge jeder Grundeigentümer einmal im Jahr sein Eigentum umrunden musste um seine Besitzansprüche aufrecht zu halten. Im 19. Jahrhundert gab es “Schinkentouren” oder “Herrentouren”, organisierte Fahrten aufs Land, zu denen Frauen nicht zugelassen waren. Später etablierte sich der Name “Vatertag” als Pendant zum “Muttertag”. 

In  Österreich ist der religiöse Feiertag Christi Himmelfahrt nicht mit dem Vatertag verbunden, welcher immer am 2. Sonntag im Juni gefeiert wird. Es gibt eine Reihe regionaler Bräuche wie die Bitt-Tage und seit dem sechsten Jahrhundert auch Prozessionen (Montag, Dienstag und Mittwoch). In manchen Kirchen wird eine Statue des auferstandenen Jesus durch das so genannte Heiliggeisterloch, sofern dieses vorhanden ist, auf den Dachboden der Kirche gezogen. Auf den Teller kommt an diesem Tag vor allem Geflügel  („Fliegendes Fleisch“). 

RAMADAN (arab.) – die brennende Hitze, die Trockenheit, der sonnenverbrannte Sand

Der Ramadan, der neunte Monat im islamischen Kalender, der Fastenmonat der Muslime, beginnt in diesem Jahr 2020 am 23. bzw. 24. April und endet am 23. bzw. 24. Mai. Das genaue Datum variiert aufgrund der geographischen Lage der verschiedenen Länder.

Der Mondmonat beginnt mit dem Neumond und erst wenn die Sichel des neuen Mondes (arabisch: hilal) am Himmel zu sehen ist, beginnt der Ramadan. Dieses Datum wird auch als “Geburt des neuen Mondes” bezeichnet.

Der Ramadan erinnert an die Offenbarung im Jahre 610 durch den Erzengel Gabriel an den Propheten Mohammed. Die Nacht, in der die ersten Koranverse herabgesandt wurden, bezeichnet man als „Nacht der Bestimmung“ (arabisch: lailat-ul qadr).

Das Fasten (arabisch: Siyâm) ist das wichtigste Gebot im Ramadan und gehört zu den „fünf Säulen des Islam“ (Glaubensbekenntnis, Gebet, Almosensteuer, Ramadan, Pilgerfahrt). In der Sure 2,187 steht: “…Und esst und trinkt bis der weiße Faden von dem schwarzen Faden der Morgendämmerung für euch erkennbar wird. Danach vollendet das Fasten bis zur Nacht….”. So wird im Ramadan zwischen der Morgendämmerung und dem Sonnenuntergang nichts gegessen und getrunken, auch auf Rauchen und Geschlechtsverkehr wird verzichtet. 

Der Koran und der Islam geben auch Möglichkeiten zur Ausnahme, da manchen Menschen das Fasten gesundheitlich schaden kann. Kranke, Altersschwache, Schwangere, stillende Mütter und Frauen in der Menstruation sind davon ausgenommen. Es gibt auch die Möglichkeit den versäumten Fasttag nachzuholen. Personen, wie chronisch Kranke, sollen für jeden im Ramadan versäumten Fasttag einen Bedürftigen speisen oder einen kleinen finanziellen Betrag für Arme spenden (arabisch: fidya).

Kinder beginnen erst mit dem Eintritt der Pubertät zu fasten. Viele Kinder üben das Fasten aber schon vorher. Sie verzichten zum Beispiel auf Süßigkeiten oder fasten nur einen halben Tag.

Die Fastenpflicht lehrt, Gottes Gaben wie Essen und Wasser zu schätzen, indem man am eigenen Leib erfährt, wie sich Hunger und Durst anfühlen. Es ist auch eine Reinigung für Körper, Geist und Seele, ein sich bewusst machen, dass der Wohlstand in dem wir leben keine Selbstverständlichkeit ist. Solange der Fastende nicht von jeder üblen Tat, von jedem schlechten Wort und Gedanken ablässt, hat er sein Ziel nicht vollends erreicht. Barmherzigkeit wird groß geschrieben: jeder soll bedürftigen Menschen helfen, wie es ihm möglich ist, beispielsweise einen Bedürftigen speisen. Zudem beschäftigen sich die Gläubigen im Ramadan intensiver mit Beten oder dem Lesen des Korans.

Jeden Tag nach Sonnenuntergang findet das Fastenbrechen statt, das mit einem Gebet eingeleitet wird. Vor dem anschließenden Abendessen (arabisch: iftar) im Familienkreis wird traditionell eine Dattel gegessen mit einem Schluck Wasser dazu. Einladungen an Verwandte und befreundete Familien zu einem gemeinsamen Iftar gehören dazu. Auch in den Moscheen wird gefeiert, wo Essen an Bedürftige und Mitglieder ausgegeben wird.

Mit dem Ramadanfest, das Fest des Fastenbrechens (Eid al-Fitr), wird der Ramadan beendet. Es dauert drei Tage und ist eines der wichtigsten Feiertage. Der erste der drei Festtage wird mit einem gemeinsamen Gebet in der Moschee begonnen. Die Gläubigen bitten Allah darum, ihre Gebete und Mühen während des Ramadans anzuerkennen und Fehler zu verzeihen. Man beglückwünscht sich gegenseitig. In diesen Tagen werden Verwandte besucht, wobei traditionell die Jüngeren zu den Älteren kommen. Kinder werden beschenkt und es wird mit köstlichen Speisen und Spezialitäten ausgiebig im Familienkreis gefeiert.

“Wenn sich jemand nicht der Falschheit in Wort und Tat enthält, dann liegt Allah nichts daran, dass er sich des Essens und Trinkens enthält.” (Prophet Muhammad)

Zitat aus: Islamisches Zentrum Wien, “Fasten im Ramadan”

Palmen, Kätzchen und ein Sonntag

Im christlichen Glauben ist der Palmsonntag der letzte Sonntag vor Ostern, der letzte in der Fastenzeit sowie jener Sonntag, der die Karwoche einleitet. Gefeiert wird der Einzug von Jesus Christus (dem Sohn Gottes auf Erden) in Jerusalem. Sein Apostel Johannes (einer der zwölf ständigen Begleiter Jesus) schrieb, dass die Menschen Jesus glücklich empfingen. Er ritt auf einem Esel ein und wurde mit „Hossana“, dem Jubelruf für Könige, empfangen. Der Apostel Matthäus, berichtete, dass viele Menschen ihm zu Ehren auf dem Weg ihre Kleider ausbreiteten und Palmzweige streuten.

Traditionen, Bräuche und Symbole zur Erinnerung daran, gibt es schon seit ca. 400 n.Chr. und vieles ist bis heute erhalten geblieben. Das Herzstück der Feier ist die Palmprozession, die an den Einzug Jesus Christus erinnern soll. Es werden Palm- oder Olivenzweige, althergebrachte Zeichen der Königswürde, mitgetragen. Weil es schwierig ist in den nördlichen Breitengraden an Palmen- oder Olivenzweige zu kommen, werden stattdessen Palmkätzchen verwendet. Angeführt wird die Prozession meist von einem geschnitzen Holzesel mit einer darauf sitzenden Jesusfigur, getragen von den Ministranten (Helfer bei den Gottesdiensten). Manchmal führt auch ein lebender Esel die Prozession an. Der Esel soll die Bescheidenheit Jesu Christi in den Mittelpunkt rücken – er ritt nicht auf „hohem Ross“ ein.

Nun kommen wir zu den vielen Bräuchen und zum Volksglauben. Wichtiges Utensil für diesen Tag ist der Palmbuschen, ein gebundener Strauß aus Zweigen. In manchen Teilen Österreichs war die Aufgabe des Bindens den Männern vorbehalten (und das ist noch nicht allzu lange her!). Die Kunst wurde vom Vater an die Söhne weitergegeben, die diesen dann auch bei der Prozession mittrugen. Der Tradition nach wurden die Zweige dafür am Aschermittwoch geschnitten und ins Wasser gestellt. Gebunden wurde er erst am Samstag vor dem Fest.

Die 7 verschiedene Zweige des Straußes haben eine Bedeutung. Die Palmkätzchen (die Blüten der Sal-Weide) stehen für den Neubeginn und die Auferstehung, der Efeu symbolisiert die Ewigkeit und die Treue, die Hasel steht für die Weisheit und die Fruchtbarkeit, die Lärche für den Schutz, der Wacholder für den Segen, das Eichenlaub für das Vergängliche und der Buchsbaum für das Leben. Zusammengebunden werden die Zweige mit einer Korbweide, die symbolisch für die Lebenskraft steht. Auch die Farben der Bänder haben ihren Sinn. Rot symbolisiert den Tod Jesus am Kreuz, weiß steht für seine Unschuld und grün steht für die Freude über seine Auferstehung.

Mancherorts werden auch Fastenbrezeln an die Palmbuschen gehängt. Die Form einer Brezel gilt als Symbol für einen kniend betenden Menschen, der die Arme vor der Brust kreuzt. Bis ins 18. Jhd. wurden Brezeln als salzlose Fastenspeise gebacken. Ein alter Brauch ist, dass der Bursche seiner Herzensdame nach der Prozession eine Brezel seines Palmbuschen schenkt. Ist das Werben erfolgreich, dann erhält er von dieser am Ostersonntag, nach der Ostermette ein bemaltes Osterei.

Die Palmbuschen werden in der Messe oder nach der Prozession geweiht. Mancherorts werden die Palmbuschen welche in der Kirche bleiben im nächsten Jahr verbrannt. Die entstehende Asche dient dem Ascheauflegen am Aschermittwoch.

Die geweihten Zweige gelten als besonders Heil und Segen bringend und haben vielfältige Abwehrfunktionen. Die Verwendung der Palmbuschen hängt vom Volksglauben der Dörfer und Regionen ab. Beispielsweise stellen sie die Bauern auf das Feld, um die kommende Ernte zu sichern und in den Stall um das Vieh zu schützen. Andere stellen ihn ins Wohnzimmer hinter das Kreuz im Herrgottswinkel oder über der Essecke, um Haus und Bewohner zu schützen. Auch kann man ihn hinter den Rückspiegel des Autos stecken um Unfälle abzuwenden. Manche geben einige Zweige in das Feuer, das zum Kochen des Osterschinkens benötigt wird. Andere verheizen Zweige davon bei heftigem Gewitter um Haus und Hof zu schützen. Auch gibt es den Brauch den geweihten Palmbuschen dreimal um den ganzen Hof bzw. die Grundstücksgrenzen zu tragen um Haus, Bewohner, Tiere und Acker für das kommende Jahr zu schützen und eine gute Ernte zu erhalten.

Und last but not least – jenes Familienmitglied, welches am Palmsonntag am längsten geschlafen hat ist, einer Tiroler Tradition nach, der Esel des Tages 😉

Schönen Sonntag Tirol, mit Herz, Hirn und Hausverstand

Einen schönen Sonntagnachmittag Euch allen,

Jetzt ist das eingetreten, was für die meisten nie für möglich gehalten haben – es wurde in Tirol ab heute Vormittag eine Ausgangssperre verhängt. Und ich bitte Euch alle: Haltet Euch daran!

Was ich Euch sagen möchte ist, dass eine Quarantäne in keiner Relation zu der furchtbaren Krankheit steht. Und es gibt auch junge Menschen die vom Corona-Virus betroffen sind. Wir haben im entfernten Bekanntenkreis einen Corona-Virus Fall – ein sonst kerngesunder junger Mann der seit Tagen in Innsbruck mit hohem Fieber zu kämpfen hat und dessen Eltern sehr, sehr besorgt sind.

Mein Vater lebt in Teheran und ist seit bald 4 Wochen in freiwilliger, häuslicher Quarantäne. Und nicht nur er. Fast sein gesamter Freundeskreis (und der ist sehr groß), wie die Verwandtschaft haben sich ebenso in diese freiwillige Quarantäne begeben. Vor 10 Tagen hat er mir von der Situation im Iran erzählt. Es war eine Erzählung wie von einem anderen Stern. 5 Tage später hat sich hier, in Tirol, die Lage auch dramatisch zugespitzt und inzwischen sind auch wir in dieser Situation. Und das in dieser kurzen Zeitspanne! Hier ist für Euch der Link zu seiner Erzählung:

https://www.tt.com/artikel/16738759/mark-teheran-mark-es-sind-einfach-schon-zu-viele-gestorben

Der andere Teil meiner Familie lebt in Italien, im wunderbaren Apulien. Meine Mutter ist seit 10 Tagen in freiwilliger häuslicher Quarantäne, da sie in ihrem Alter zur Risikogruppe gehört. Wie alle anderen auch dürfen meine Schwester und ihre Familie das Haus seit einigen Tagen nur in Ausnahmefällen verlassen. Meine Schwägerin, die in der Nähe von Rom lebt, war mit ihrer Tochter das letzte Mal Ende Februar vor der Türe. Auch von meiner Schwester gibt es einen Lagebericht:

https://www.tt.com/artikel/16734168/eingesperrt-mit-kleinem-auslauf-italien-im-ausnahmezustand

Tipps für und an das Herz

  • Wenn ihr in den nächsten Tagen Einkaufen geht bzw. mit Menschen zu tun habt die arbeiten, um unser System aufrecht zu erhalten, dann denkt daran: Das sind die Helden in dieser schweren Zeit!!! Sie tun ihr Bestes, damit wir gut versorgt sind um in Quarantäne zu bleiben und uns schützen zu können. Auch sie haben Familienangehörige die Sorge um sie haben!
  • Haltet Euch in den Geschäften, Apotheken etc. nur kurz auf. Verwickelt die Angestellten nicht in lange, oft unnötige Gespräche. Haltet den Sicherheitsabstand ein!
  • Es wäre schön, wenn Ihr ein “Danke” zu Ihnen sagt.
  • Ein Danke auch an die Sicherheitstruppe am Innsbrucker Flughafen. Das die Touristen aus den gesperrten Tälern problemlos abreisen bzw. abfliegen konnten ist auch ihnen zu verdanken. Sie haben, trotz Virusgefahr ihre Arbeit verrichtet.

Tipps an den Hausverstand

  • Ignorieren der Situation bringt nichts!
  • Genauso wenig wie in Panik zu verfallen!
  • Es ist wie es ist und Trübsal zu blasen ist auch keine Alternative. Schaut lustige, romantische, gern auch blöde, spannende unheimliche etc. Filme an. Lest Bücher, quatscht über dies und jenes – Hauptsache ihr lenkt Euch ab von der Thematik.
  • Ruft die an, die es am schwersten haben, alte Menschen, alleine lebende, Menschen die eh schon mit Krankheiten etc. zu kämpfen haben. Fragt wie es Ihnen geht, ob ihr helfen könnt oder hört einfach nur zu. Glaubt mir, das lenkt von den eigenen Ängsten und Sorgen ab.
  • Versucht einen Rhythmus in Euren Tag zu bringen. Ich weiß, mit Kindern die so unerwartet zuhause bleiben müssen, ihre Freunde nicht sehen dürfen etc. ist das nicht einfach. Aber greift auf die oft für altmodisch gehaltenen Tagesabläufe zurück. Frühstück täglich um die gleiche Zeit, Mittagessen ebenso, vielleicht eine lustige Jause zwischendurch und ein gemütliches Abendessen. Bei den Mahlzeiten gibt es keine schweren Gespräche. Auch euch Erwachsenen wird der gleichbleibende Rhythmus gut tun. Er gibt Halt und man kann sich immer auf etwas freuen (ein gutes Essen).
  • Und folgendes hat heute ein Ehepaar in trauter Zweisamkeit festgestellt: “Auch Sex entspannt.” Und Nachsatz: “Endlich ist Zeit dafür.”

In diesem Sinne wünsche ich Euch einen schönen Abend und achtet auf Eure Gesundheit!

Good morning Tirol, with heart, brain and common sense

Good morning dear Tyroleans!

Welcome to my homepage! The current situation demands a lot from each of us. The media are overwhelming us almost 24 hours a day with new, alarming information about the corona virus. Now it’s time to act with brain, heart and common sense. Sadness, fear, panic – many people are now in this phase. Therefore it is very important to take care of your mental health. My contributions should give you courage and also bring you a little bit of sunshine and good thoughts your changed daily life.

There are enough people in our environment who have serious illnesses, are lonely, for whom there is nothing worse than to suffer even more isolation now. Therefore:

Tips with and for the heart:

  • think about who lives alone in your household and environment and needs help. Are there old people for whom you can buy something when you go shopping? Direct contact is not necessary, ring the bell, ask through the door if you can help, introduce yourself briefly, change phone numbers, so let’s go.
  • In our time of single households, there are many people who without work, canteen visits, fitness studios etc. are losing many social contacts. This also affects young adults for whom this is a new and unfamiliar situation. Telephoning, positive talking, listening, perhaps meeting in the morning ( almost nobody is there yet) for a walk in the woods. Of course without hugging and coughing. Keep a healthy distance, so let’s go.
  • The unusual 24-hour get-together also takes getting used to, disputes are preprogrammed, lets hope that they have a positive ending. But when the dear little ones get bored at home all day long and their parents have to work for their home office in the same room, then things get critical. So, ask around, who can use help, talk things over, take the children of the neighbours with you when you go for an early walk in the fresh air (safety distance!). As you can see, work is coming up, we will not get bored, so let’s go!

Tips for the common sense:

  • Why are the shops closing on Monday? – right, to reduce the infection to a minimum. If, like yesterday, hundreds of people storm the grocery markets, don’t keep their distance, attack a lot of things, tear things out of each other’s hands and have to wait endlessly at the cash desk, it’s super contra productive. There are also other diseases besides the corona virus, like flu, bronchitis, various childhood diseases etc. So turn on your common sense, wait for Monday, think during the weekend what you need, what is really necessary, what does your family need. (Beer, coke, chips and cookies are tasty, but with a reasonable stocking it doesn’t really have anything to do), write everything down, fill up the car, so let’s go.
  • And buy some flowers while you are on your way. Decorate your window bars, the balcony and the apartment with them and be happy about the colours and the smell. It’s good for your heart, your body and your mind, so let’s go.

Tips for the brain:

  • The information in the media about the Coroan-Virus is repetitive. Think about the times when you get the information. It’s not good stressing yourself all day long with negative reports, via newspaper, television, radio, internet, WhatsApp, Facebook, Instagram etc. We know that we have to protect ourselves, that this is only possible with distance and minimization of social contacts (that’s how it is with viral diseases), and we know that this is a new life situation for us. So get your head and your brain free for nice thoughts in the meantime, talk about other things than the negative and get the corner of your mouth lifted ( makes you also much prettier), and let’s go.

Another personal tip from me. I have been always saying in my lectures that rituals are very important from the beginning. They will help you and will give you power in emergency and exceptional situations. Get up, do some gymnastics, 10 minutes is enough at the beginning, enjoy your cup of coffee or tea, enjoy your coffee in the afternoon, maybe a bath in the evening. There are countless possibilities!

See you tomorrow – all the best and healthy for you today !

Aktueller Bericht über meine Familie in Teheran

Tiroler Tageszeitung, 12.03.2020

Teheran: „Es sind einfach schon zu viele gestorben“

Im Iran explodiert die Zahl der Corona-Infizierten. Den Menschen steht ein trauriges Neujahrsfest bevor.

Manutchehr Ahmad Haschemi 
(pensionierter Volkswirt) und seine Frau Fariba: „Wir haben uns freiwillig in Quarantäne begeben, denn Teheran ist eine gefährliche Stadt geworden.“ 

© Haschemi

 Letztes Update am Donnerstag, 12.03.2020, 07:00

Von Gabriele Starck

Teheran –Ihr Zuhause verlassen Manutchehr Haschemi und seine Frau Fariba seit 20 Tagen nur ganz selten. „Wir haben uns freiwillig in Quarantäne begeben, denn Teheran ist eine gefährliche Stadt geworden“, erzählt der pensionierte Volkswirt am Telefon. Gefährlich, weil das neue Coronavirurs den Iran so schwer getroffen hat wie nur wenige Staaten bislang. Die Zahl der Infizierten sei in nur einem Tag um fast 1000 auf mehr als 9000 und jene der Toten auf 354 gestiegen, meldeten die Behörden gestern. Viele vermuten, dass die tatsächlichen Zahlen noch weitaus höher liegen.

Die Regierung wünsche zwar, dass die Menschen daheim bleiben, doch vielfach sei das einfach nicht möglich, berichtet Haschemi: „Sie müssen arbeiten und für den Weg Busse und Metro nutzen. Es können ja nicht alle Geschäfte zusperren.“ Da die US-Sanktionen Exporte verhinderten, fehle es zwar nicht an frischen Produkten. Sie einzukaufen, sei aber ein Spießrutenlauf. „Man sollte nichts anfassen, nicht einmal den Knopf im Aufzug drücken“, sagt der ehemalige Universitätslehrer, der einst in Innsbruck promoviert hat. „Ich stand damals sogar in der Tiroler Tageszeitung“, erzählt er in immer noch sehr gutem Deutsch.

Risiko will der rüstige Pensionist jedenfalls keines eingehen. So tragen Haschemi und seine Frau Handschuhe, wenn sie die Wohnung für einen Einkauf doch einmal verlassen müssen und ziehen sie erst wieder aus, wenn sie die Verpackungen entsorgt und dann noch alles, was damit in Berührung kam, mit Seife gewaschen und mit 70-prozentigem Alkohol besprüht haben. Es seien einfach schon zu viele gestorben, auch Ärzte und Pflegepersonal, sagt er. Im Iran fehlt es an Medikamenten und Medizinprodukten, da die Sanktionen deren Beschaffung im Ausland erschweren. Doch Haschemi macht auch das politische Durcheinander und die Unbekümmertheit im Land für die katastrophale Virusverbreitung verantwortlich.

Nicht heben dürfte die ohne­hin angespannte Stimmung im Iran, dass die Neujahrsfeiern um den 20. März großteils dem Virus zum Opfer fallen werden. Nouruz ist viele Tausende Jahre alt und in der persischen Welt mit seinen vielen Ritualen so wichtig wie Weihnachten in Europa. Doch heuer gibt es kein geselliges Zusammensein an Lagerfeuern und selbst die Ansprache des geistlichen Führers Ayatollah Kahmenei ist abgesagt.

Valentine and the Love …

Who was Saint Valentine, whose date of death is February 14, 269?

St. Valentine was the bishop of the city of Terni, north of Rome, where Christians and non-Christians highly respected him. He is considered as patron of lovers and bridal couples.

The Roman emperor at that time required him to convert to the Roman faith. He refused and was consequently taken into custody by an imperial advisor. Valentin healed this man’s blind daughter. In gratitude, the man’s family was baptized. Valentin was beheaded and the man’s family also died.

Another legend tells that Bishop Valentin helped a couple in love to escape and get married against the will of their parents. So he is also considered to be the founder of happy marriages with “obstacles”.

Since the year 350 Valentine’s Day is celebrated on February 14th. Since the historical sources about his person are too varied and too unclear, the day was removed from the church calendar of saints at the Second Vatican Council in 1965.

However, the folk traditions on this day have been preserved.

In the Middle Ages it was believed that birds begin pairing on 14 February. This is also a possible explanation for the association of the name Valentin with lovers.

Another theory is based on the Norman word galantine (a galan is a distinguished lover). With a V, “Galantin’s Day” became Valentine’s Day.

Another origin is assumed to be the Roman festival of “Lupercalia”. The names of young girls were written on pieces of paper and raffled among the boys. This way they could easily be accompanied for the next year, or at least for the feast day.

In France, Belgium and England, since the end of the 14th century, young couples have been chosen by lot as Valentine and Valentine for each other. Through an exchange of gifts, they were connected with each other until the next Valentine’s Day, similar to an engagement.

In England at the same time there was the belief that the first person of the opposite sex, which you see in the morning of February 14th, is the only and true love.

In the 17th century, the custom developed in the Anglo-Saxon world of sending home-made Valentine’s cards to one’s loved one. In the 18th century the first commercial greeting cards were produced.

“Through the flower”, wishes, requests and hopes could be articulated and, over time, a secret language developed. Not only the colours and varieties, but also every single detail of a bouquet was given its own meaning. These codes are still valid today. They were regionally different and complicated like a foreign language, so that soon separate dictionaries were written about the language of flowers. In the meantime, it has become part of the language and general knowledge that red roses say “I love you”.

Lady Mary Wortley Montagu wrote in the 18th century, in her “Letters from Istanbul”, about the meanings of individual flowers prevailing in the Orient. Charlotte de Latour wrote in 1829 in her book “Die Blumenpracht oder Symbolik des Pflanzenreiches”, about the hidden eroticism and language of flowers. A language that is still relevant regardless of WhatsApp and SMS.

“Ali and Nino”- because love knows no boundaries.

Hello, my dears,

tomorrow, February 14, is Valentine’s Day.

I spent almost 3 years in Azerbaijan, in its capital Baku and the city of Lankeran in the south. During this time I was able to enjoy the generous hospitality everywhere and got to know and appreciate the country and its people. It was a wonderful time, full of impressions and experiences that I do not want to miss.

Here is my reading and film advice for you, which fits well to Valentine’s Day: “Ali and Nino”.

The famous romance novel is set in Azerbaijan, the crossroads between East and West and in the capital Baku, the city where Orient and Occident converge.

It is about the love between the young aristocrat Ali Khan Shirvanshir, the first born of an important Muslim family, and the Georgian Christian princess Nino Kipiani, who also comes from a famous family. Ali falls in love with Nino from the very first moment. Although they belong to different religions, they overcome all difficulties and marry. The romance takes place against the background of the First World War and the Russian Revolution in Azerbaijan.

The film impresses with wonderful shots, with incredibly beautiful landscapes and a great, gorgeous romance.

The famous love story “Ali and Nino” was written by Kurban Said, a stage name which probably conceals two people: the publicist Baroness Elfriede von Ehrenfels, born von Bodmershof, and the Viennese coffee house writer Lev Nussimbaum, born in Baku in 1905. The novel’s intensity is probably due to Nussimbaum’s life story. He converted to Islam as a Jew and is said to have taken the name Essad Bey after his convert.

When the novel first appeared in Vienna in 1937, it quickly became a bestseller. Because of the forbidden topic ‘love across ethnic borders’, its success at that time was almost a scandal. The novel only reappeared in the seventies, as a translation into English.

The novel was translated into 33 languages. It was filmed in 2015 and premiered in early 2016.
The filming took place at different locations like Baku, Gobustan, Khynalyg, Ganja and Gadabey.
In Azerbaijan, the book “Ali and Nino” is equivalent to a national epic.

The lost holiday!

Candlemas and the “Schlenkerltag”

02.02.2020

In the past, the Christmas season ended on 2 February. On this day the Catholics removed and cleared the nativity scenes and the Christmas trees. From the modern daily life the celebration has almost disappeared.

Until 1969 this day was called “Mary’s Devine Purification” in the Catholic Church. According to the rules and customs of the time, a woman was considered unclean 40 days after giving birth to a child and had to bring a purification offering at the temple 40 days after the childbirth. The sacrifice was usually a pair of lovebirds. Since Jesus was the first-born son considered the property of God. So he too was “represented” and ” released” by his parents in the temple before God. This is why Mary’s Candlemas is also called the “Feast of the Presentation of the Lord”.

Mary and Joseph, the parents of Jesus, met there the aged Simeon and the 84-year-old prophetess Hannah, who recognized and praised the child as Messiah (The Anointed One). Hannah confirmed the prophetic speech of Simeon, who trusted that he would not die until he had seen the Messiah. Even today, the following is read out in the service on that day: The old man sang the praises of the child and praised him as the Messiah: “For mine eyes have seen thy Saviour whom thou hast prepared before all nations, a light that illuminates the Gentiles, and glory to thy people Israel”.

Hannah had a difficult life behind her. Seven years after her marriage she became a widow. For a childless and widowed woman it was difficult to find a place in society at that time. So from that time on she was dependent on the support of the community. Hannah decided to live a life of fasting and praying in the temple.

Since the liturgical reform of 1970, the Christmas season in the Catholic Church ends on the Sunday after Epiphany, which is celebrated on January 6th. Since 1997, February 2 is also considered in the Catholic Church as the “Day of Consecrated Life”, a day of thanksgiving and petition for those who place themselves entirely at the disposal of God.
Until 1912, for example, 2 February was a public holiday in Bavaria.

February 2, was also of great importance in the peasant year and was considered the date for payment and interest. On this day the maids and farmhands could sign up with their employer anew or change their employer or farm. The employer was informed that he wanted to change to Martini (11 November) at Candlemas. The salary, in the form of money or in kind, was paid on 2 February. Usually it was the only day of the year when the wage was paid out. Often the maids received a new smock and the servants a pair of new shoes. The service book was also returned to the employee. It often read: “Till Candlemas has served faithfully.”

The servants often had to part with their small livestock (such as chickens, pigeons or rabbits) when they changed, because not every farmer allowed his servants to keep them. Consequently, many animals were sold at animal markets on this date. In the Upper Austrian town of Wels the Glanglmarkt (glangln is a dialect word, meaning to move around) still takes place today. It is Austria’s largest small animal market with more than 10,000 animals and is visited every year by numerous visitors and buyers.

The new service and the new peasant work year started on the day of St. Agatha, February 5th. The days in between were called “Schlenkerltag” or “Schlenkerlweil”. Celebrations were held and family visits were made until the new service began.

On the occasion of the Candlemas, the consecration of candles and wax is also celebrated in the Catholic Church. The candles for the consecration often used to have certain colours: besides the everyday candles, the soul candles for lighting for the deceased were coloured, the weather candles as protection against approaching storms and thunderstorms were black and the rosary candles used for praying the rosary were yellow. Symbolically, the feast and the associated procession of lights was also a sign that the days were getting longer. The vernacular draws a bow from St. Martin’s Day on November 11 to Candlemas: “Martin light the light; Mary blows it out again.”

The festival was probably taken over, as well as the procession of lights – from the Orient.

Danke für meine persisch-österreichische Großfamilie!

Lieber Papa, Du hast mir gestern eine Videoaufnahme geschickt mit den Vorbereitungen für deine Silvesterfeier. Ihr feiert in Eurem wunderschönen Haus im Elburs-Gebirge, alles ist mit Lichtern geschmückt, es wird persisch-europäisch gekocht und über dreißig Freunde freuen sich schon darauf deiner Einladung Folge zu leisten. 

Wir haben leider viel zu wenig Zeit miteinander verbringen dürfen. Wie oft hast Du mir als Kind schon erzählt, wie glücklich Du warst als Du erfahren hast, dass Deine großen Liebe, meine Mutter, mit mir schwanger wurde. Du hast so oft es ging für sie gekocht. Leber, Innereien, Berge an Gemüse, alles Bio, was zur damaligen Zeit noch unüblich war und kiloweise Reis. Und nach einem dieser opulenten Festmahle setzten bei meiner Mutter die Wehen ein. Die Arme war so übersatt, dass sie kaum die Presswehen durchhielt. Ich kam gesund und glücklich zur Welt und wurde neun Monate voll gestillt. Ich bekam zwar Muttermilch, aber mit dem Fläschchen, da Mama nach sechs Wochen wieder zu arbeiten begann. Meine Mutter war die Jüngste von drei Geschwistern und ihre Mutter, also meine Großmutter, war Adelige. Weil Persien sehr weit weg und zur damaligen Zeit noch recht unbekannt war, unterstütze sie leider nicht den familiären Grundgedanken ihrer jungen Tochter und so ging diese Beziehung nach über zehn Jahren zu Ende.

So wuchs ich als Tirolerin im Herzen der Alpen auf, trug mit drei Jahren einen dicken, bestickten Schafwollmantel, ein Geschenk meines Großvaters aus Persien und erfreute mich des Lebens. Ich genoss deine Besuche, unsere Fahrten mit Mama zu deinem Freund nach Garmisch, der einen Schwarzgurt in Karate hatte und im Winter barfuß in seinem Garten mit Dir gemeinsam trainierte. Mit dieser Kindheitserinnerung in meinem Herzen habe ich es viele Jahre später auch zu einem höheren Kampfsport-Gurt gebracht. Na ja. Neben der Wissenschaft war Dir der Sport besonders wichtig. Jeden Montag gingen wir abends regelmäßig ins Schwimmbad, Du hast mit Mitte dreißig Schifahren gelernt und bist mir, obwohl ja Tiroler bekanntlich mit den Schiern auf die Welt kommen, sehr bald davongefahren. 

Mit 10 Jahren war ich auf Deiner Promotionsfeier. Wie Du mir vor einigen Monaten erzählst hast, waren bei dem universitären Festakt von Dir nur zwei Personen anwesend, deine damalige Lebensgefährtin und ich. Dein Vater konnte nicht anreisen und meine Mutter war nicht in Österreich. Wenn ich daran denke, dass Du zwei Doktorate in deutscher Sprache ausgezeichnet absolviert hast und Dich bald darauf in Frankfurt als Universitätsprofessor habilitiert hast, dann gebührt Dir größter Respekt. Du hast eine große Karriere gemacht, viele Auszeichnungen für Deine Arbeit bekommen und bist immer bescheiden geblieben. Nach deiner Pensionierung hast Du dich ganz der Psychologie gewidmet und Deine Akademie gegründet, in der du Menschen in allen Lebenslagen berätst. Die Einnahmen spendest Du einer Klinik, die finanziell ärmeren Patienten Behandlungen zukommen lässt.

Es gab Jahre an denen wir uns nicht trafen und auch nicht telefonieren konnten. Die modernen Technologien wie Skype, WhatsApp usw. gibt es ja erst seit ein paar Jahren. 

Ich hatte inzwischen geheiratet, wurde Mutter dreier wundervoller Kinder und verbrachte selbst viel Zeit im Ausland. Zwar nicht in der orientalischen Welt, sondern in der arabischen, schrieb Bücher und habe mich beruflich in der Wirtschaft und der Psychologie verankert.

Seit ich wieder in Tirol bin, versuche ich Dich so oft es geht in Teheran zu besuchen. So oft es geht, heißt maximal zwei Mal pro Jahr, aber immerhin! Und so habe ich meine persische Großfamilie kennen und lieben gelernt. Und dazu noch Deinen riesigen Freundeskreis, Papa. Augenzwinkernd muss ich sagen, dass Du seit jeher eine gute Frauenwahl getroffen hast. Deine jetzige Frau ist warmherzig und kümmert sich liebevoll um Dich. Du warst einundachtzig Jahre lang immer kerngesund und hast seit drei Jahren eine plötzlich aufgetretene unheilbare Herzkrankheit. Das schlimmste für Dich daran ist, dass Du keinen Sport mehr machen darfst. Und so Papa, bist Du immer noch der ungeschlagene Sieger beim Tischtennis und beim Federballspiel. 

Ach Papa, wie viele Stunden sind wir bei Tee und Obst gesessen, haben philosophiert und gelacht. Wie schön sind immer die Stunden, in denen wir am Land zu großartigen Festessen eingeladen sind, natürlich am Boden sitzend, der Tisch ist der Teppich. Aus Deiner zweiten Ehe habe ich einen Bruder und eine Schwester geschenkt bekommen. Und staunend, finden wir, alle erwachsen, immer wieder Gemeinsamkeiten. Ja mein lieber Bruder, ich mag Musik von Eminem und meine liebe Schwester, auch ich habe Mode entworfen – aber deine Modelinie ist richtig gut und Du hast Dir als Designerin einen tollen Namen gemacht. 

Ja und dann hast Du mit deiner jetzigen Heirat, noch zwei iranisch-indische Kinder, inzwischen Erwachsene, in die Familie gebracht. Sie runden das kunterbunte Bild ab. Und ich kann mit Stolz sagen, dass ich mich bemüht habe jeden in meiner Familie kennen zu lernen. Einer fehlt noch, aber ich habe geplant nach Indien zu fliegen ihn zu besuchen. Dann bin ich mit den wichtigsten Verwandten durch. Und wie heißt der schöne Satz: Nur wer seine Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft. Ich würde noch hinzufügen: Wer seine Familie kennt, weiß auf was er sich einlässt.

Du hat mir gestern eine Sprachbotschaft geschickt und mir gesagt, das das einzige das fehlt ich bin. Papa, auch mich macht es traurig, dass wir nicht gemeinsam ins neue Jahr tanzen können. Am schlimmsten ist für mich, dass dein Augenlicht immer schlechter wird. Ich habe Dich noch nie jammen oder klagen gehört. Wenn ich einen Wunsch habe, dann ist es, dass meine Kinder, auch schon alle erwachsen, Dich, ihren Großvater noch besser kennen lernen und Zeit mit Dir genießen dürfen. 

Im Sinne der Familie, deren Wert oft unterschätzt und nicht gehuldigt wird, wünsche ich Euch allen, liebe LeserInnen, einen guten Rutsch ins neue Jahr und dort auch eine gute Landung. Ruft doch heute noch Eure Familienangehörigen an und die Menschen die ihr gerne habt. Sagt Ihnen, dass ihr sie schätzt und liebt! Denn Liebe und Zuneigung vermehren sich, wenn man sie teilt. Und das können wir doch alle sehr gut gebrauchen.

Ich umarme Euch, bedanke mich für Eure Treue und wünsche alles Gute für das kommende Jahr 2020!

Verena

Der Hl. Thomas, das persische Fest Yalda und deren Zusammentreffen in der Nacht der Wintersonnenwende

21. Dezember

Als Thomastag gilt in der evangelischen und anglikanischen Kirche der 21. Dezember. In der römisch-katholischen Kirche wurde der Gedenktag im Jahr 1970 auf den 3. Juli geändert. Im Volksmund wird weiterhin der 21. Dezember als Thomastag gesehen und die Nacht vom 21. auf den 22. Dezember, die längste Nacht des Jahres, als Thomasnacht bezeichnet. 

Wer war dieser Thomas? Jesus wählte 12 Männer (die Apostel), die mit ihm zusammen durch das Land zogen und die frohe Botschaft (die Botschaft, die Gott durch ihn an die Menschen richtete) verkündeten. Mit ihnen teilte Jesus sein Leben und feierte gemeinsam mit ihnen sein letztes Abendmahl. Nach seinem Tod sahen sie es als Auftrag an, sein Werk weiter zu führen und die christliche Botschaft zu verbreiten. Bis zu seiner Berufung als Apostel war Thomas ein Fischer aus Galiläa. Der Geschichte der  Thomas-Christen zufolge, ist Thomas im Jahr 40 in Richtung Osten aufgebrochen und lehrte das Christentums im frühen Persien und schließlich im westlichen Indien, wo er im Jahr 72 in der indischen Stadt Chennai, dem früheren Madras, von einem Pfeil getötet wurde. Die Thomas-Christen an der Südwestküste Indiens führen ihr Christentum auf ihn zurück. Auf dem „Saint Thomas Mount“ erbauten sie 1547 eine Kirche mit einem Thomaskreuz in dem sich der Ausdruck über die “Freude der Auferstehung Jesu” in den Symbolen wiederfindet. Der leblose Korpus von Jesus fehlt, stattdessen stehen drei Stufen für das Leiden auf dem Berg Golgatha. Die Arme des Kreuzes enden jeweils in einer Blütenknospe, stellvertretend für die Auferstehung und neues Leben. Die Taube auf der Spitze steht als Zeichen für das Wirken des Heiligen Geistes.

In der Thomasnacht gibt es im Brauchtum eine Reihe von Liebesorakeln darunter auch der Glaube, dass man in dieser Nacht seinen Liebsten erkennen wird. Der Thomastag gilt auch als der beste Holzschlagetag im ganzen Jahr. An diesem Tag gefälltes Holz gilt als ewig haltbar, da es nicht “schwindet”, also sein Volumen nicht verringert.

Yalda

An diesem Tag bzw. in dieser Nacht der Wintersonnenwende am 21.12.,  wird im Orient das Fest YALDA, persisch Šab-e Yald  („Geburt“ der wieder längeren Tage und damit der Sonne), gefeiert. Im iranischen Kulturkreis wird Yalda als Geburt des Lichts bzw. der Sonnengottheit Mithra verstanden und ist eines der wichtigsten Feste des Zoroastrismus. Es symbolisiert auch den Sieg des Lichtes über die Dunkelheit.

Weil Yalda die längste und dunkelste Nacht ist, wird sie in der persischen Dichtung gerne symbolisch als Trennung vom Geliebten, für Einsamkeit und Warten verwendet. Nach Yalda ist das Warten vorbei, Licht scheint und Güte und Liebe herrschen.

In der Geschichte wird erzählt, dass an diesem Tag die Herrscher von ihrem Thron stiegen, ihre Diener nach Hause schickten und die Nacht in den umliegenden Dörfern verbrachten um ihren Untertanen zuzuhören.

Es gibt natürlich viele Traditionen, Bräuche und Riten rund um das Fest. Das Essen von Wassermelonen in dieser Nacht soll Husten und Schnupfen im kommenden Jahr fern halten. Beim Genießen von  Pistazien, Haselnüsse, Mandeln und Walnüssen hat man einen Wunsch frei, der in Erfüllung gehen soll.

Rosinen, getrocknete Aprikosen, geröstete Kichererbsen und Maulbeeren gehören auch auf die Festtafel. Die roten Granatäpfel stehen für die Farbe der Morgendämmerung und des Lebens, die den Glanz Mithras hervorrufen. Ein Tisch wird in einen Korsi umgewandelt, die altpersische Heizung. Dafür wird über einen niederen Tisch eine oder nach Bedarf mehrere große Decken gelegt die bis auf den Boden reichen. Unter dem Tisch steht ein Ofen oder ein Becken mit glühender Kohle. Die rundum Sitzenden geben ihre Füße unter die Decke und diese wärmen folglich den restlichen Körper. 

Die Gedichte des berühmten persischen Dichters Hafis  sind ebenfalls ein sehr wichtiger Bestandteil von Yalda (Mohammed Schemsed-Din Hafis, genannt Hafis, wurde um 1320 geboren und starb 1389 in Schiraz/Iran. Von ihm stammt das bedeutendste Werk der mittelalterlichen persischen Dichtung – der Diwan. Goethe inspirierte er zu dessen umfangreichster Gedichtsammlung, dem West-östlichen Diwan.). Mit geschlossenen Augen wird eine Seite des Gedichtbandes aufgeschlagen. Das Gedicht auf dieser Seite gilt als Weissagung und über die Deutung wird nicht nur an diesem Abend diskutiert und philosophiert.

Ich wünsche Euch für den Abend und die Nacht der Wintersonnenwende, dass Eure Wünsche in Erfüllung gehen mögen und gebe Euch noch einen meiner Lieblingsätze aus einem Gedicht von Hafis in diese Nacht mit – ein ganz wunderbarer Satz über die Liebe:

“Ein Augenblick wahrer Liebe hält tagelang an.”

Aus „I heard God laughing“ Gedichte von Hafiz von David Ladinsky, hier übersetzt ins Deutsche von Joachim Schneider

What do St Barbara and Omar Khayyam have in common?

04.12.2019

The 4th of December is the commemoration day of Saint Barbara of Nikomedien. She was, according to one of the many legends, locked in a tower in the 3rd century in Nikomedia (Asia Minor) by her father Dioskuros, a rich businessman, and later beheaded because she refused to marry a disbelieving husband. According to the legend, on her way to the tower her dress got caught in a cherry tree and broke a branch. When Barbara, arriving in her prison, noticed the withered cherry branch, she began to wet it with drops of water. On the day of her death the branch is said to have blossomed.
According to custom, on the day of her death, December 4, cherry branches are brought into the house and placed in a vase. When these blossom at Christmas, then happiness and positive things will hold retreat in the coming year.

It is also reported of a love spell: Loved women set up a cherry branch for each admirer. The branch that begins to blossom first points to the future husband.

The 4th of December is also the anniversary of the death of the famous poet Hakim Abul Fath Ghiaseddin Omar Khayyam, briefly called Omar Khayyam (Omar the tentmaker). He lived from 1048 to 1131 in Nishabour, a town in the Persian province of Khorasan. He was an important mathematician, astronomer and jurist, a mystic and universal scholar of his time. The modern Iranian calendar is based on his calculations.

Omar Khayyam also gained fame as the author of the poetry and poembook “Rubaiyat”. A Rubai consists of only four lines, whose characteristic is the rhyme game, which brought Khayyam to perfection. The first, second and fourth lines end in the same rhyming sound, while the third line remains rhymeless. The scheme is called ‘aaba’, and is one of the oldest forms of Persian poetry. The Rubai often ends with a surprising twist that makes you think, and each Rubai is a self-contained work.

The Worldly Hope men set their Hearts upon

Turns Ashes-or it prospers; and anon,

Like Snow upon the Desert's dusty Face

Lighting a little Hour or Two-is gone.

Omar Khayyam in Ruba'iyat (Quatrains) of Hamid Omar Khayyam, rendered into English verse by Edward Fitzgerald; Yassavoli (2012), Teheran, Iran

Edward Fitzgerald (1809-1883), an English poet and writer, was enthusiastic about Khayyam’s Rubaiyat and translated it with a very free adaptation and selection of verses. His version is considered as a classic of English literature.

Translated with www.DeepL.com/Translator (free version)

Advent season! But what exactly do Christians celebrate?

The word “Advent” comes from the Latin word “adventus” and means “arrival”. Christians wait in Advent for the arrival of the Son of God.

In the Christian churches this is the time of preparation and expectation for the birth of Christ on 24 December. The Advent season begins on the 4th Sunday before Christmas and the 1st Sunday of Advent is also the beginning of the new church year. The old church year ends with the Sunday before the day of the dead or eternity. The simple rule of thumb is: The first Advent is always on the first Sunday after 26 November.

It is assumed that Advent dates back to the 5th century. In the Roman church there was initially a varying number of 4 to 6 Advent Sundays, until Pope Gregory (590 – 604) established four Advent Sundays as uniform.

Fasting began in many places on 11 November, Martin’s Day. It marked the end of the farming year at that time and food that was not suitable for Lent, such as meat, fish, eggs and dairy products, had to be consumed. As a result, St. Martin was celebrated once again with a gourmet meal.The popular “Martinigans” on St. Martin’s Day still remembers this custom today.

The Advent wreath was invented by the Hamburg educator and theologian Johann Hinrich Wichern (1808 -1881), the founder of the “Rauhen Haus” in Hamburg. There he took care of the children living in poverty. They kept asking him when Christmas Eve would finally be. In 1838 he built the first Advent wreath from a wagon wheel. It consisted of 20 small red candles and four large white candles, which he put on the wreath every day. From the first Sunday in Advent, Wichern lit a candle for every day until Christmas Eve. This gave the children, then as now, orientation during Advent. From this traditional wreath the today’s Advent wreath developed, which is manufactured approximately since the year 1860 from pine green.

This custom first found its way into Protestant families. In Cologne, for example, an Advent wreath hung for the first time in a Catholic church in 1925. The custom is now widespread all over the world.

Traditionally, the Advent calendar is also used during the Advent season. The first printed Advent calendar appeared 1902 in the ‘Evangelische Buchhandlung’ in Hamburg and had the form of a Christmas clock.